Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

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Norbi
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Re: Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

Beitrag von Norbi » 06.11.2021 17:58

Ich habe einen Austritt schon überlegt, vielleicht mache ich es auch. Bin ja auch widerwillig beigetreten. War ja fast 20 Jahre überhaupt in keiner Gewerkschaft und es weder besser noch schlechter gehabt als die anderen. Ich kenne die Gewerkschaften nur als Abnicker, egal ob die früher GdED oder GDBA hießen. Die waren in der Kantine in der Mittagspause immer mit dem Dienststellenleiter und dem Büro im Nebenzimmer und haben zusammen ihr Mahl eingenommen. Ich kenne sogar Fälle, wo Betriebsratangehörige ihr Insiderwissen nur für sich selbst und Angehörige ausgenutzt haben.

Ausser mal einen Kuli oder Kalender hat man ja nix. Höchstens mal Zuschüsse für die Brille oder das Hörgerät, weil insbesondere für die Brille zahlt die KVB nix bis zu einem Trinkgeld.

Mit dem Alter überlegt man sich schon, ob es gut war, damals bei der Bewerbung der Bahn den Zuschlag gegeben zu haben und bei der Polizei (von der hessischen Polizei hatte ich eine Zusage, von der baden-württembergischen und rheinland-pfälzischen nicht) oder diversen Gemeindeverwaltungen abgesagt zu haben. Gut, Bahn war heimatnah, Polizei wäre Wiesbaden oder Kassel gewesen. Für mich als nördlicher Nordbadener wäre Südhessen (Darmstadt, Bensheim, Heppenheim vielleicht noch Frankfurt/Main) besser gewesen,aber man hat gleich gesagt, dass der Einsatz in Nordhessen erfolgt. Die Antworten der angeschriebenen Gemeindeverwaltungen habe ich gar nicht mehr abgewartet, hätte aber in Weinheim/Bergstr. gute Chancen gehabt. Die hatte ich bei weiteren Bewerbungsversuchen, als ich schon bei der Bahn war, nicht mehr. Fazit: Heimatwünsche müssen nicht immer gut sein.

ICE-Loki
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Re: Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

Beitrag von ICE-Loki » 10.01.2022 12:57

Betriebsdienstuntauglichkeit heißt nicht Dienstuntauglichkeit.
Lediglich im sicherheitsrelevantenten Bereich (Stellwerk, Triebfahrzeug u.ä.) kann/darf kein Dienst mehr verlangt werden.
Das hat aber nichts mit Schicht-u/o.Feiertagsarbeit zu tun.
Ich, Tf, bin vor drei Monaten, dauerhaft als betriebsdienstuntauglich abgestempelt geworden.
Seit dem läuft allerseits ein müdes Achselzucken, bei der Frage, was ich wohl in den letzten 21Monaten arbeiten soll.
Laut Vorschrift heisst es zur DDU: wenn durchgehend mehr als drei Monate krank und absehbar, daß nach weiteren drei Monaten keine Dienstfähigkeit zu erwarten ist.
Dienstfähig nicht Betriebsdienstfähig.
Da liegt der Unterschied.
Bei andauernder Dienstunfähigkeit müssen schon derart schwerwiegende Erkrankungen vorliegen, die man seinem ärgsten Feind nicht gönnt.

ICE-Loki
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Re: Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

Beitrag von ICE-Loki » 29.06.2022 12:00

Update:
Nun ist es doch passiert.
Nach neunmonatiger, durchgehender Arbeitsunfähigkeit, hatt das BEV reagiert und mich zum BA beordert.
Dieser hat nun festgestellt, daß ich kaputt bin, und nicht mehr auf die Füße komme.
Auch eine Umschulung/Verwendung auf einem anderen Dienstposten, hat er abschlägig bescheinigt.
Nun drückt das BEV auf die Tube, und will mich zwangsweise pensionieren.
Das wird für mich jetzt bedeuten: zum 30.08. endgültig in den Ruhestand und, wegen über 35 Jahre Dienst und über 63 Jahre alt, abschlagsfrei.
Ist das rechtlich überhaupt möglich?
Ja.
Hintergrund: alle Regelungen zum vorzeitigen Ruhestand beziehen sich auf den Umstand, daß der Betroffene auf eigenen Wunsch gehen möchte.
Bescheinigt der BA aber eine DDU, tut das BEV so, als wäre der Betroffene schwerbeschädigt, und wendet die entsprechende Regelung an.
Ob das aber bundesweit gilt, oder eine hausgemachte BEV-Regelung ist, können besten Falles ausgemachte Insider sagen.

ICE-Loki
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Re: Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

Beitrag von ICE-Loki » 06.08.2022 11:25

Update
Neues von der Pensionsfront.
Nun ist die Verfügung über die Versetzung in den Ruhestand ergangen.
Nach über 45Jahren anrechenbarer Zeiten und über 63Lebensjahren, geht es OHNE Abzug in den Ruhestand.
Alles jubelt?
Denkste.
Im Text steht eine Passage, die besagt, daß die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand, auf der Annahme basiert, daß ein Dienstunfall Auslöser der DDU war. Dieses wäre noch nicht abschließend geklärt. Sollte sich der Tatbestand ändern (Dienstunfall doch nicht maßgebend) würden die Bezüge neu berechnet werden. Also, nachträglich doch eine Absenkung der Versorgungsbezüge?
Jetzt darf ich also auch noch bibbern, daß ein noch ausstehender Termin bei einem Psycho-Gutachter, positiv für mich ausgeht.
Dabei bin ich noch nichteinmal sicher, ob ich diesen Psychotermin, der garantiert nach der Zuruhesetzung stattfindet, überhaupt einhalten muß.
Noch bin ich der Auffassung: einmal weg = immer weg.

AndyO
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Re: Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

Beitrag von AndyO » 06.08.2022 12:00

ICE-Loki hat geschrieben: 06.08.2022 11:25 Jetzt darf ich also auch noch bibbern, daß ein noch ausstehender Termin bei einem Psycho-Gutachter, positiv für mich ausgeht.
Das Ding ist durch. Herzlichen Glückwunsch zur Vollpension ohne Abzüge!👍

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Re: Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

Beitrag von Dienstunfall_L » 06.08.2022 19:14

ICE-Loki hat geschrieben: 06.08.2022 11:25 Neues von der Pensionsfront.
Nach über 45Jahren anrechenbarer Zeiten und über 63Lebensjahren, geht es OHNE Abzug in den Ruhestand.
Wenn die Untersuchung nicht ergibt, dass du wegen der Folgen eines Dienstunfalls in Ruhestand gehst, dann gibt es bei 45 J. anrechenbarer Zeiten keinen Abschlag.
Ergibt die Untersuchung, dass du wegen Dienstunfallfolgen in Ruhestand gehst, dann kommt evtl. noch ein Plus obenauf (wenn GdS 30).

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Re: Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

Beitrag von AndyO » 07.08.2022 16:43

Dienstunfall_L hat geschrieben: 06.08.2022 19:14 Ergibt die Untersuchung, dass du wegen Dienstunfallfolgen in Ruhestand gehst, dann kommt evtl. noch ein Plus obenauf (wenn GdS 30).
Zitat: "Ist ein Beamter infolge eines Dienstunfalls dienstunfähig und in den Ruhestand versetzt worden, erhöht sich der bis dahin erdiente Ruhegehaltssatz um 20 Prozent nach dem BeamtVG und beträgt mindestens zwei Drittel, höchstens aber 75 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge (Unfallruhegehalt). In einigen Ländern wurde auch das Höchstunfallruhegehalt schrittweise auf 71,75 vom Hundert der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge abgesenkt. Ein erhöhtes Unfallruhegehalt (80 vom Hundert der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge aus der Endstufe der übernächsten Besoldungsgruppe) wird nur gewährt, wenn der Beamte sich bei der Ausübung einer Diensthandlung einer besonderen Lebensgefahr aussetzen musste und infolgedessen durch einen Dienstunfall dienstunfähig geworden ist und seine Erwerbsfähigkeit um 50 vom Hundert vermindert ist."

https://www.dbb.de/lexikon/themenartike ... nfall.html

Von denen hab ich noch keinen kennengelernt. Bei dir der Fall?

Dienstunfall_L
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Re: Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

Beitrag von Dienstunfall_L » 09.08.2022 08:45

AndyO hat geschrieben: 07.08.2022 16:43 Von denen hab ich noch keinen kennengelernt.
Wen meinst du?
Bei dir der Fall?
Wen meinst du?

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Re: Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

Beitrag von AndyO » 09.08.2022 09:25

Dienstunfall_L hat geschrieben: 09.08.2022 08:45
AndyO hat geschrieben: 07.08.2022 16:43 Von denen hab ich noch keinen kennengelernt.
Wen meinst du?
Bei dir der Fall?
Wen meinst du?
Ich meine Beamte die Aufgrund eines Dienstunfalles beschriebene Pensionserhöhung bekommen haben. Dein Skip lässt so was vermuten.

Dienstunfall_L
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Re: Kann man es auf Betriebsdienstuntauglichkeit anlegen?

Beitrag von Dienstunfall_L » 09.08.2022 21:06

@AndyO
Ja, diese Beamten gibt es.

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