Vollstreckung

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Parcius
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Vollstreckung

Beitrag von Parcius » 19.11.2013 12:52

Hallo,

ich werde demnächst auf Probe von der BW zum Zoll wechseln. Hier soll ich im Bereich der Vollstreckung eingesetzt werden. Durch Recherche habe ich erfahren, das der Bereich Vollstreckung in Innendienst und Außendienst unterteilt wird und das sich die Aufgaben operativ unterscheiden. Mein Einsatzort ist das HZA Stralsund. Nun wollte ich fragen, ob jemand weiß ,wie es aktuell um die personelle Beschaffenheit im Bereich der Vollstreckung in Stralsund aussieht und in welcher Unterabteilung der Vollstreckung (Innen, Außen) momentan der Schuh am meisten drückt?

Vielen Dank im Voraus

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Bundesfreiwild
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Re: Vollstreckung

Beitrag von Bundesfreiwild » 20.11.2013 18:19

Innendienst: Bearbeitung der festgestellten Forderungen, Recherche.
Außendienst: versucht die Forderungen beim "Kunden" einzutreiben.
Grobe Beschreibung - vielleicht liest du mal, was beim Zoll über Kfz-Steuer und bei Telekom zur Zollabordnung geschrieben wurde.

arme Sau
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Re: Vollstreckung

Beitrag von arme Sau » 21.11.2013 20:01

Ohne das Amt in Stralsund zu kennen würde ich zu 99% wetten, das Du im Innendienst eingesetzt wirst.
Es gibt leider immer mehr Schuldner in -D- und die Aktenberge steigen.
zudem sind die Außendienstposten eher Sahnestückchen von daher

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Mikesch
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Re: Vollstreckung

Beitrag von Mikesch » 22.11.2013 00:04

Na ja, Außendienst als Sahnestückchen zu bezeichnen...
Dazu muss man geboren sein, sich mit Leuten rumplagen, die eh nix haben, Klientel, die im Abseits stehen. Ich drücke mich bewusst vorsichtig aus...
Dazu jede Menge Arbeit und Druck von oben, kein Wunder, dass das niemand machen will.
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arme Sau
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Re: Vollstreckung

Beitrag von arme Sau » 23.11.2013 17:16

Mikesch hat geschrieben:Na ja, Außendienst als Sahnestückchen zu bezeichnen...
Dazu muss man geboren sein, sich mit Leuten rumplagen, die eh nix haben, Klientel, die im Abseits stehen. Ich drücke mich bewusst vorsichtig aus...
Dazu jede Menge Arbeit und Druck von oben, kein Wunder, dass das niemand machen will.
Hmm?

Viel an der frischen Luft unterwegs, relativ freie Zeiteinteilung, bei Mittellosen fruchtlos pfänden und einen geringen Prozentsatz als Provision
gegen
Schränke voller Akten, hin und herschieben dergleichen, Anrufe von Ämtern und Delinquenten beantworten, immer die gleiche *** (Person) gegenüber ?

Druck von oben gibts auf beiden Posten!

Wobei du insofern recht hast, das man mit den Gescheiterten klarkommen muß.
Aber ich wäre lieber im Außendienst wie drinnen, zumindest in meiner Region Bild aber OK, ist geschmacksache !

PS: Und HIER wollen viele auf die Sahne Außenposten :wink:
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Re: Vollstreckung

Beitrag von Parcius » 25.11.2013 14:35

Danke für die Kommentare. Ich lass mich überraschen. Das Resümee für mich ist, dass egal ob Innen oder Außendienst, eine Menge Arbeit auf mich wartet.

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Re: Vollstreckung

Beitrag von Franke » 26.11.2013 01:28

Mit Zoll habe ich nichts zu tun als Kommunalbeamter, aber bei mir gleich nebendran arbeiten zwei, die mit Vollstreckung befasst sind.

Der eine sitzt nur im Büro, ist stellvertretender Abteilungsleiter und plant den Übergang in den Ruhestand, der sich im Lauf der nächsten Jahre ereignen soll.
:)
Er fordert schriftlich oder telefonisch zu Zahlungen auf, stellt Pfändungsanträge, meldet Insolvenzforderungen an, schlägt Forderungen nieder . . .


Der andere ist ein paar Jahre jünger und regelmäßig draußen unterwegs, hat aber ebenso auch Kundschaft, die zu ihm ins Büro kommt.

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Re: Vollstreckung

Beitrag von silversurfer » 10.01.2014 16:03

Ich war fast 10 Jahre in der Vollstreckung und froh jetzt etwas anderes zu machen. Der Druck wurde immer größer, im Innendienst steigerten sich die Ersuchen, im Außendienst wurde die Überwachung und das Misstrauen immer unerträglicher. Für den Außendienst muss man "gemacht" sein, das kann ich nur bestätigen. Aber wer sich einfuchst und sich ein dickes Fell anschafft ist auf jeden Fall kriesensicher beschäftigt. Auch bei Zolls. Lässt sich auch gut in Heimarbeit erledigen, die Akzeptanz seitens der BFD steigt, weil sie Strom, Heizung und Wasser sowie Büroräume sparen. Andere Bereiche werden ja gerne mal rigoros und ohne Rücksicht auf die Beschäftigten umgestrickt. Siehe Hza Itzehoe unter der Ägide "Reuter", fast Schließung Helgoland, Trauerspiel Flughafen Westerland, Glückstadt usw.
Wünsche dir einen guten Start, eine glückliche Hand und gute Kameradschaft wie ich sie dort erfahren hab.

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Re: Vollstreckung

Beitrag von T-T-Aversion » 10.01.2014 16:22

Die Hauptzollverwaltungen treiben Beiträge der Krankenkassen ein, die schonmal 1,65 Millarden Euro betrugen. Hierzu gehörten die Säumniszuschläge, die sich jeden Monat erhöhen.

So würde man mit Vollstreckungen bei Zoll unentlich viel Arbeit haben, wenn es nicht den Schuldenerlass geben würde.

Bei der Vollstreckung erledigt sich also die Arbeit von selbst.
Menschen ohne Krankenversicherung sollten sich bis Ende des Jahres bei der Krankenkasse melden, bei der sie zuletzt gesetzlich versichert waren. Halten sie die Frist ein, erlässt die Kasse ihnen ihre Beitragsschulden.
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 22744.html

Abertausende Menschen zahlen ihre Krankenkassenbeiträge nicht. Und weil die Kassen horrende Säumnis-Gebühren verlangen, werden diese Schulden immer größer.

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Re: Vollstreckung

Beitrag von T-T-Aversion » 10.01.2014 17:03

Franke hat geschrieben: Er fordert schriftlich oder telefonisch zu Zahlungen auf, stellt Pfändungsanträge, meldet Insolvenzforderungen an, schlägt Forderungen nieder . . .


Der andere ist ein paar Jahre jünger und regelmäßig draußen unterwegs, hat aber ebenso auch Kundschaft, die zu ihm ins Büro kommt.

Gibt er auch Hinweise, wie Schuldner aus der Schuldenfalle kommen? Schulden bei den KKn hätten bis Ende des letzten Jahre getilgt werden können?

Wie weit hat der GV ein Entscheidungsrahmen? Darf er sozial sein?
Säumige Krankenversicherte müssen künftig keine Wucherzinsen mehr bezahlen. Menschen ohne Krankenversicherung sollen zudem leichter in eine Krankenkasse zurückkehren können.

http://www.haufe.de/sozialwesen/versich ... 87192.html

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Re: Vollstreckung

Beitrag von silversurfer » 10.01.2014 20:02

Da es sich dabei nur um Beitragserlasse für Mitglieder handelt, der Löwenanteil der Vollstreckung aber gegen die Abführer vollzieht, also den Arbeitgeber richtet, ist genug Arbeit da und wird auch nicht versiegen. Ich hatte selbst einige Firmen, die sich die Abgaben durch die Vollstreckungsstelle berechnen ließen. Bei 1% pro Monat auf volle 10€ aufgerundete Beträge sind das damals maximal 3% gewesen, da wir in 90 Tagen beigetrieben haben sollten. Dann kommt noch die müßige Beitreibung der Landesarbeitsämter dazu. Etwas was man getrost geschlechtslose Vermehrung nennen darf. Vollstreckung ist sicher, so sicher wie das Amen in der Kirche. Jetzt kommt auch die Kfz-Steuer und die Beitreibung hinzu. Wenn es dort wieder mehr Vertrauen in die Mitarbeiter geben würde und nicht diese permanente Unterstellung seitens der Verwaltung, würde ich auch die Tätigkeit dort wieder aufnehmen. Ich würde mir als SGL es auch verbitten, das andere Sachgebiete meine Mitarbeiter kontrollieren. Aber Kontrolle ist eben alles, auch wenn es das Klima vergiftet.

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Re: Vollstreckung

Beitrag von T-T-Aversion » 10.01.2014 20:30

Vergiftet wird das Klima immer wieder durch Menschen, mit denen man eigentlich nichts zu tun haben will.

Fehlbesetzungen durch Telekom Beamte bei der Hauptszollverwaltung wäre genau das, was unsolidarisches Verhalten immer fördert.

Viele dieser Telekom Beamte haben davon profitiert verübergehend bei Telekom wieder beschäftigt zu werden.

Bezahlt wurde dies durch den Tarifvertrag 2004. Tarifkräfte hatten einen Einkommensverlust, wovon Telekom Beamte profitierten.

Umverteilung - wovon Beamte profitieren, demnächst wieder bei der Hauptzollverwaltung, wo sie sich durch nichts qualifiziert haben.

Die Telekom hat sich mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf einen neuen Tarifvertrag geeignet, der Arbeitszeitverkürzung und Gehaltsverzicht einschließt – mit der Folge: 10 000 Arbeitsplätze, die ursprünglich gestrichen werden sollten, bleiben erhalten.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... 44380.html

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Re: Vollstreckung

Beitrag von Kater-Mikesch » 11.01.2014 14:57

Hallo T-T-Aversion,
ich glaube dass die Telekom-Beamt/innen die sind, die am längsten diese schreiende Ungerechtheit ertragen müssen - bereits seit 1996 mit dem Börsengang ging es immer weiter Bergab...

Und ich denke, dass die Beamten der Telekom sehr sehr flexibel sind, was Arbeitsorte, -Belastung und sonstige Arbeitsdinge betrifft - denn im Gegensatz zur Post, Bahn oder jetzt Bundeswehr, waren und sind die Beamten der Telekom (fast) überall einsetzbar und auch überall gerne gesehen.
Frag einfach mal bei den ARGEn nach, oder Familienkassen. Dort hörst du, dass die Beamten der Telekom sehr gut ausgebildet und absolut flexibel sind - weil diese Beamten bereits seit Jahren die Versetzungen, den Abbau und sonstigen Personalkosteneinsparungen mitgemacht haben und kennen...

Und wenn du schon meinst, die Telekom-Beamten hätten Vorteile, dann schau dir mal die Gehaltstabellen nach der Absenkung der Arbeitszeit auf 34 Stunden an (Wegfall Weihnachtsgeld) und dann schau dir mal an, wie viele Beamte heute wieder die 38 Stundenwoche haben und auch kein Weihnachtsgeld bekommen...das war faktisch eine Lohnabsenkung...

Ich weiß ja nicht wo du her kommst, aber du brauchst hier nicht zu erzählen, dass die Beamten von der Bundeswehr oder Bahn flexibler sind...das ist eben nicht so...

Und das Vergiften eines Klimas hat nichts mit der Telekom zu tun, daran sind die Menschen schuld - und die gibt es bei der Bahn, Post, BW und Telekom gleichermaßen viele...

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Re: Vollstreckung

Beitrag von T-T-Aversion » 11.01.2014 15:52

Kater-Mikesch hat geschrieben:Hallo T-T-Aversion,
....

Und wenn du schon meinst, die Telekom-Beamten hätten Vorteile, dann schau dir mal die Gehaltstabellen nach der Absenkung der Arbeitszeit auf 34 Stunden an (Wegfall Weihnachtsgeld) und dann schau dir mal an, wie viele Beamte heute wieder die 38 Stundenwoche haben und auch kein Weihnachtsgeld bekommen...das war faktisch eine Lohnabsenkung...

Ich weiß ja nicht wo du her kommst, aber du brauchst hier nicht zu erzählen, dass die Beamten von der Bundeswehr oder Bahn flexibler sind...das ist eben nicht so...
Ich bin seit 30 Jahren im Telekom Konzern und Vorgängerbetriebe. Ich bin Beamter im fernmeldetechnischen Dienst, gelernter Fernmeldehandwerker.

2004 gab es einen finanziellen Schnitt bei den Beschäftigten bei Telekom. Zwar sollten Beamte auch dafür zahlen mit Kürzung des Weihnachtsgeldes, haben sie dann aber nicht. Die Sonderzahlungsverordnung wurde erst deutllich später geändert, in der Zwischenzeit kassierten Beamte sofort, oder per Nachzahlung ihr Weihnachtsgeld.


Berufskollegen, Fernmeldehandwerker schieden teilweise ohne Abfindung aus. Teilweise bekamen sie ALG I und ALG II, andere leben von ihrer Altersversorgung (TelekonRiester, ) bis zur Rente.

Chancengleichheit? Bei der Bundesagentur für Arbeit, gibt es wohl nicht, wenn dort TelekomBeamte zu ihren früheren Kollegen (Fernmeldehandwerker) sagen,
"Sie sind verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen".

Konsequneterweise bedeutet es auch, dass 8,50 € Studenlöhne in der Zeitarbeit aufgrund DGB-TArifvertrag akzepiert werden sollen, obwohl derjenige, der von seinen Erspanissen lebt, bestimmt nicht ein Unternehmen durch Zwangsarbeit unterstützen will.
Was verdient eigentlich einer mit 8,50 € im Gegensatz zu einem ALG II Empfänger? Vermutlich ist er HARTZ IV Aufstocker, wenn er nicht gerade ein Sparvermögen hat, welches meistens bis zur Rente aufgebraucht ist.




http://statistik.arbeitsagentur.de/Navi ... n-Nav.html


Eigentlich verkauft die Telekom und die Bundesagentur für Arbeit die Gesellschaft für BLÖD.

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Re: Vollstreckung

Beitrag von Topgun » 11.01.2014 22:21

Und dann kommt auch das noch dazu:
http://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Kr ... 93366DCB07

Mal sehen wenn die LKWs die dicken Aktenberge mit Kartons von den Finanzämtern
zu den Hauptzollämtern schaffen, dann bricht der Laden ganz zusammen. :lol:

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