Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

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Es war einmal...der Zoll
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Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von Es war einmal...der Zoll »

N'Abend zusammen!

Folgender Sschverhalt:

Ich (44) bin vor einigen Jahren von meinem Dienstherrn aufgrund massiver gesundheitlicher Probleme in den vorzeitigen Ruhestand geschickt worden.

Im letzten Schreiben dazu hieß es, dass eine erneute Überprüfung der Dienstfähigkeit nach Ablauf von 3 Jahren vorgesehen ist.

Das wäre bereits vor einigen Monaten gewesen, bislang kam aber nichts. Da ich tagtäglich mit ner entsprechenden "Einladung" gerechnet habe, hab ich mir komplett verkniffen, mal n paar Wochen in den Urlaub zu fahren, einfach, um nix zu riskieren, da es im Vorfeld des Ruhestands mit dem Dienstherrn schon öfter juristischen Knatsch gab.

Mittlerweile bin ich aber psychisch so angeknackst, dass der behandelnde Seelenklempner meint, ich solle auf jeden Fall endlich irgendwo in die Sonne fliegen, um mich psychisch besser zu fühlen.

Daher die Frage, was denn passieren kann, wenn man mal 3-4 Wochen weg ist, und ggf. der Termin kurzfristig genau in dieses Zeitfenster geknallt wird.

Grundsätzlich hat man ja die Pflicht, zu erscheinen, aber das kann ja nicht heißen, dass man monatelang nur auf seinen vier Buchstabrn zuhause sitzt und wartet.

Ich hab dazu mittlerweile 2 Anwälte kontaktiert, aber so wirklich einig sind die sich auch nicht gewesen.
Mainstream1
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von Mainstream1 »

Zunächst kommt vom alten Dienstherrn eine Mitteilung, dass der Amtsarzt beauftragt wurde. Da steht dann auch drin, so meine Erfahrung, dass man mitteilen soll, ob es Zeiten gibt, an denen man nicht da ist.
Bus der Amtsarzt sich meldet vergehen in der Regel Wochen bis Monate. Man kann da beim Amtsarzt dann auch mitteilen, wenn man den dort festgesetzten Termin verschieben muss.
Es sollte nur jemand in deiner Abwesenheit die Post checken

Ich habe übrigens auch erst nach Ablauf der Frist 5 Wochen später vom Dienstherrn etwas bekommen. Der Amtsarzt hat sich 2 Wochen später gemeldet, Bogen ausfüllen und zuschicken. Der Untersuchungstermin war dann 6 Monate später! Die Amtsärzte sind meist hoffnungslos überlastet wegen Personalmangel.
Ich würde mir da keine Sorgen machen und erstmal in Urlaub fahren, zumal das ärztlich auch noch bei dir angeraten ist.
MS
Es war einmal...der Zoll
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von Es war einmal...der Zoll »

Das klingt doch schon mal gut, danke! :!:
Hab ja nicht vor, da was zu schwänzen, sondern will lediglich meiner Gesunderhaltungspflicht nachkommen ;) So langsam bin ich nämlich echt an dem Punkt, an dem auch die Medis nicht mehr alles retten können.
Dienstunfall_L
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von Dienstunfall_L »

Die Ankündigung, dass nach Ablauf von 3 Jahren eine Nachuntersuchung folge oder folgen solle, bedeutet nicht, dass dies eingehalten wird, es kann durchaus sein, dass du erst in einem halben oder einem Jahr angeschrieben wirst. Du bist nicht verpflichtet, auf Abruf bereit zu stehen, mache deinen Urlaub o.a. nicht von der allgemeinen Ankündigung abhängig. Allerdings würde ich jemanden bitten, deine Post zu sichten und dich bei entsprechendem Schreiben zu kontaktieren. Du kannst dann entweder vom Urlaub aus anrufen oder bereits vorher einen Brief vorbereiten, den deine Vertrauensperson dann abschickt.
Eine ganz andere Variante wäre, beim DH zu erfragen, wann die Nachuntersuchung erfolgen soll bzw. deine Abwesenheitszeiten dort anzugeben. Ich würde das aber nicht so machen.
Ferdi12345
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von Ferdi12345 »

Hallo,
für viele ist das Warten auf den AA-Termin genauso schlimm bzw. hängt direkt mit der Krankheit zusammen, wenn es um psychische Krankheiten geht.
Für viele ist die Flucht in den "Urlaub" die einzige Möglichkeit war, von allem wegzukommen. Das kann sich ein normal Sterblicher gar nicht vorstellen und führt oft in eine Neiddiskussion.

Tipp: Mit dem gmx oder web.de E Mail Service (soll keine Werbung sein, aber nur die zwei bieten es an) kann eingehende Post kontrolliert werden. Die Post hat ein Abkommen mit z. B. GMX und die Vorderseite aller Briefe werden gescannt und über das gmx E Mail Programm angezeigt. Oft sieht man den Absender, wenn dieser im Sichtfenster abgedruckt ist. So kann ankommende Post rechtzeitig angesehen werden und entsprechend reagiert werden. Weiter kann ein Nachsendeantrag an einen Scan-Service abgeschlossen werden. So kann auch der Inhalt der Briefe mit einer Zeitverzögerung von 2 bis 3 Tagen eingesehen werden.

Ich habe so einen Scan-Service eingerichtet, weil die Dokumente in pdf Format gespeichert werden können und die kann ich dann bei Bedarf weitersenden. Ausserdem kann die lästige Werbung vernichtet werden. Für mich persönlich eine Erleichterung, da ich sonst nicht in der Lage wäre, die zahlreiche wichtige Post zu beachten.

LG F
Echopark
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von Echopark »

Hallo, ganz kurz und knapp.

Du bist im Ruhestand und dadurch bist du im ersten Blick ohne Verpflichtungen deinem DH gegenüber.
Du kannst verreisen oder hinziehen wo du willst, du bist ein freier Mensch der aus den Zwängen deines DH entlassen wurde.



Trotzdem hast du etwaige Verpflichtungen, wie zb einen AA-Termin oder bestimmte Hinweispflichten.

Aber solange du alles transparent hälst und deiner Pensionsstelle immer sofort alle verpflichtenden Mitteilungen (Umzug innerhalb/außerhalb der BRD, Aufnahme einer neuen Tätigkeit etc) machst, wird dir keiner an den Karren pissen können.

Und auch wenn du gerade für 5wo in den USA bist und einen Termin nicht einhalten kannst, dann rufst du die Stelle an und teilst denen mit das du aus rein privaten Gründen den Termin nicht wahrnehmen kannst und bittest um einen Ausweichtermin.

Das wichtige ist, wie bereits von anderen genannt, du musst jemanden haben der zb alle zwei Wochen deinen Briefkasten leeren kann und dieser wichtige Briefe öffnet und dir deren Inhalt weitergegeben kann.
Es war einmal...der Zoll
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von Es war einmal...der Zoll »

Ich danke euch für die guten Antworten :!:

Das nimmt grad ne gehörige Portion Druck aus dem Kessel. Wie Ferdi12345 schon so richtig geschrieben hat: "Normale" oder eben gesunde Menschen können sich das vielleicht gar nicht vorstellen, was für ein Druck sich da aufbaut. Den kontrolliert abzulassen wäre sehr hilfreich.

Da meine Nachbarn sich ohnehin um Post, Pflanzen etc. kümmern, wäre ich auch recht zeitnah über etwaige Briefe informiert.
stuntmanmike
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von stuntmanmike »

du hast hier nichts zu befuerchten. fahr einfach in den urlaub. der dienstherr hat ruecksicht zu nehmen auf deine termine und der urlaub wurde nun mal zuerst gebucht. basta.
blink182
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von blink182 »

Es war einmal...der Zoll hat geschrieben: 25.01.2024 18:48 Daher die Frage, was denn passieren kann, wenn man mal 3-4 Wochen weg ist, und ggf. der Termin kurzfristig genau in dieses Zeitfenster geknallt wird.
Dann kommuniziert man das und bittet um einen neuen Termin.
Grundsätzlich hat man ja die Pflicht, zu erscheinen, aber das kann ja nicht heißen, dass man monatelang nur auf seinen vier Buchstabrn zuhause sitzt und wartet.
Mir scheint das eher eine von dir selbst konstruierte Pflicht zu sein.
Gruß
blink182
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von blink182 »

Dienstunfall_L hat geschrieben: 26.01.2024 08:34 Die Ankündigung, dass nach Ablauf von 3 Jahren eine Nachuntersuchung folge oder folgen solle, bedeutet nicht, dass dies eingehalten wird, es kann durchaus sein, dass du erst in einem halben oder einem Jahr angeschrieben wirst.
Oder auch in zehn Jahren bzw. gar nicht...das weiß man halt nicht.

Ich bin jetzt schon ein paar Jahre über der Zeit.
Gruß
blink182
Es war einmal...der Zoll
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von Es war einmal...der Zoll »

@blink182:

Ja und nein. Dass man der Aufforderung zur Untersuchung grundsätzlich nachzukommen hat, ist ja Fakt. Mag aber sein, dass ich da bzgl. der Auslegung zu defensiv bin. Mein glorreicher Dienstherr hat halt in der Vergangenheit viel dafür getan, mich in diese Richtung zu prügeln.

U.a. n Diszi eingeleitet, da ich der Aufforderung, mich stationär behandeln zu lassen, nicht schnell genug nachgekommen bin. Anwalt und Arzt haben sich kaputtgelacht, weil ganz klar war, dass ich mich ungehend um nen Platz gekümmert hatte, aber eben erst nach ich glaube 6-8 Wochen was frei war.

Trotzdem hat man das Ding durchgezogen, und erst nach einigen Jahren kam der Brief, dass man das mangels Schuld eingestellt hat und das aus der Personalakte verschwindet.

Dazu wurden mir selbst in die Klinik immer wieder nette Briefe geschickt, von wegen, ich solle doch einfach von mir aus kündigen. Die Therapeuten sind aus allen Wolken gefallen, und haben dem Verein ne entsprechende Stellungnahme reingedrückt, an der der Dienstherr heute noch knabbern dürfte.

Du siehst, das Verhältnis ist dezent vergiftet, wobei das nur ein Bruchteil von dem ist, was da alles war. Aber eben drum will ich dem Affen nicht mehr Zucker geben als nötig.
blink182
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von blink182 »

Es war einmal...der Zoll hat geschrieben: 27.01.2024 11:30 @blink182:
Ja und nein. Dass man der Aufforderung zur Untersuchung grundsätzlich nachzukommen hat, ist ja Fakt.
Richtig, mein Beitrag bezog sich auch eher auf den zweiten Teil deines Satzes.

Niemand muss auf Urlaub verzichten, um auf die Einladung zur Reaktivierungsuntersuchung zu warten...zumal man eh nicht weiß, ob und wann da was kommt.

Was dir mit deinem Dienstherrn passiert ist, tut mir leid...das ist ja ungeheuerlich. :shock:
Gruß
blink182
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von Es war einmal...der Zoll »

@blink182:

Ja, das muss man erlebt haben, um es zu glauben 😄
Mein Anwalt und ich fanden auch diverse handschriftliche Eintragungen mit Bleistift in der Personalakte äußerst interessant 🙃

Wie gesagt - das skizziert alles nur grob. Aber wer weiß - vielleicht schreib ich irgendwann mal ein Buch drüber 😁
Allium
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von Allium »

Mainstream1 hat geschrieben: 25.01.2024 19:46 Zunächst kommt vom alten Dienstherrn eine Mitteilung, dass der Amtsarzt beauftragt wurde. Da steht dann auch drin, so meine Erfahrung, dass man mitteilen soll, ob es Zeiten gibt, an denen man nicht da ist.
Bus der Amtsarzt sich meldet vergehen in der Regel Wochen bis Monate. Man kann da beim Amtsarzt dann auch mitteilen, wenn man den dort festgesetzten Termin verschieben muss.
Es sollte nur jemand in deiner Abwesenheit die Post checken

Ich habe übrigens auch erst nach Ablauf der Frist 5 Wochen später vom Dienstherrn etwas bekommen. Der Amtsarzt hat sich 2 Wochen später gemeldet, Bogen ausfüllen und zuschicken. Der Untersuchungstermin war dann 6 Monate später! Die Amtsärzte sind meist hoffnungslos überlastet wegen Personalmangel.
Ich würde mir da keine Sorgen machen und erstmal in Urlaub fahren, zumal das ärztlich auch noch bei dir angeraten ist.
diese Schilderungen kann ich aus eigener Erfahrung absolut bestätigen, läuft bei mir genauso ab.
lavinia21
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Re: Überprüfung der Dienstfähigkeit - Warterei auf "Einladung"

Beitrag von lavinia21 »

Das kann ich leider so nicht unterschreiben. Ich habe seit 2017 amtsärztliche (Nach-)Untersuchungen und zwischen Post RP, Post Amtsarzt mit Termin und dem Termin selbst liegen idR bei mir nur wenige Tage. Einmal musste ich den Termin wg. Unterbringung meiner Tochter (bin AE, daher sind Termine am Vormittag für mich günstiger) verlegen und das ging dann problemlos...war dann in der nächsten Woche.