Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

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Graubart
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Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

Beitrag von Graubart » 25.09.2021 22:09

Hallo
mein Antrag auf ER wurde abgelehnt, Begründung "Nach der Stellungnahm der für Sie zuständigen Organisationseinheit betriebliche Belange Ihrem ER entgegenstehen".
Eckdaten:
Geb.Jahr 1963, 41 Dienstjahre, A8 z.Zt. insichbeurlaubt T8, 50 % schwerbehindert, Führungskraft hatte den Antrag befürwortet.
Seit 08/21 erkrankt. Antrag gestellt während der Krankenzeit.
Ist ein Widerspruch gegen die Ablehnung sinnvoll, gibt es Fälle bei denen der Widerspruch zur Genehmigung des ER führten?
Danke und Servus

Pipapo
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Re: Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

Beitrag von Pipapo » 25.09.2021 22:35

Da beim ER die beiderseitige Freiwilligkeit besteht hat ein Widerspruch aus meiner Sicht keine Chance auf Erfolg. Mir ist auch kein Fall bekannt, beidem ein Widerspruch zur nachträglichen Genehmigung geführt hätte.
Wenn der OrgE betriebliche Belange geltend macht, dann heißt das wohl, dass du nicht auf einem ratiobetroffenen Posten sitzt. Denn um in den ER zu gehen zu können, muß man unmittelbar oder mittelbar ratiobetroffenen sein, so steht es u. A. im Gesetz.

Womit willst du denn den Widerspruch begründen?

Graubart
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Re: Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

Beitrag von Graubart » 25.09.2021 23:03

beiderseitige Freiwilligkeit ist mir bekannt, die Erfolgsaussichten sehe ich auch sehr gering an.
Wollte fragen ob es bundesweit eventuell Fälle gibt bzw gab.

Iltisschnurri
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Re: Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

Beitrag von Iltisschnurri » 26.09.2021 10:26

Servus,
also bei uns wurde auch einmal (unverständlicherweise) einer Kollegin der ER verwehrt.
Die wurde dann ein halbes Jahr bei uns zwischengeparkt, hatte im Outlook eine Bonner Nummer
und keiner kannte sie.
Dann kam die Kollegin acu physikalisch ein halbes Jahr zu uns, war sehr motiviert und ist dann in der ER
gegangen. Ich kenne allerdings wesentlich mehr Fälle, bei denen die Mitarbeit*er*innen*enden fast schon
mit sanftem Druck in den ER gedrängt wurden.

Gruß
Iltisschnurri

Olinec
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Re: Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

Beitrag von Olinec » 26.09.2021 11:37

Hallo,
ich kenne keine/n die mit sanftem Druck in der ER gedrängt wurden sondern eher mit Druck in die Dienstunfähigkeit.

telekom.1963
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Re: Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

Beitrag von telekom.1963 » 26.09.2021 12:16

Im Zentrum Core wurde den Mitarbeitern voriges Jahr der engagierte Ruhestand auch mit sanften Druck nahegelegt.
Voriges Jahr konnte auch jeder gehen der wollte. Scheint heuer etwas anders zu laufen.
Viele Grüße

Siggi09
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Re: Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

Beitrag von Siggi09 » 26.09.2021 13:00

Olinec hat geschrieben: 26.09.2021 11:37 Hallo,
ich kenne keine/n die mit sanftem Druck in der ER gedrängt wurden sondern eher mit Druck in die Dienstunfähigkeit.
Es war sogar eine Zeit Usus, dass die in Frage kommenden Mitarbeiter nachweislich und regelmäßig zum Teamleiter geladen wurden, um ihnen klar zu machen welch Gelegenheit sie sonst verstreichen lassen - der Teamleiter konnte dem m.W. also auch bei "hoffnungslosen Fällen" nicht ausweichen. In besonders hartnäckigen Fällen hat sich sogar die nächst höhere FüKr dieser Kollegen angenommen. Also das gibt / gab es durchaus.

Anders herum ist der Teamleiter nicht verpflichtet ein DDU Verfahren anzustoßen, wenn er seiner Ansicht (oder seines Wissens) nach die Wahrscheinlichkeit hoch einschätzt, dass die Krankheitsphase vorübergehend ist (manchmal sind die Umstände ja durchaus bekannt).

So sind also die Beobachtungen überaus unterschiedlich und je nach Ort, Region, Betrieb, Gesellschaft nicht zu verallgemeinern.

AndyO
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Re: Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

Beitrag von AndyO » 26.09.2021 19:24

Olinec hat geschrieben: 26.09.2021 11:37 Hallo,
ich kenne keine/n die mit sanftem Druck in der ER gedrängt wurden sondern eher mit Druck in die Dienstunfähigkeit.
Kann ich für TPS mit 9% Schwerbehinderten nicht bestätigen. Da ist der ER Stand heute LETZTE Wahl. Den bekommt man nicht angeboten sondern abgelehnt. Und von einer Beschwerdestelle höre ich hier das erste Mal...

Graubart
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Re: Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

Beitrag von Graubart » 26.09.2021 22:57

Olinec hat geschrieben: 26.09.2021 11:37 Hallo,
ich kenne keine/n die mit sanftem Druck in der ER gedrängt wurden sondern eher mit Druck in die Dienstunfähigkeit.
Nun, DU wird schwierig werden da ich gerade eine Ablehnung des ER erhalten habe mit der Begründung "dienstliche Belange sprechen einem ER entgegen". Da wird DU mit den wenigen Wochen Erkrankung und meiner positiven Einstellung dem BEM gegenüber kaum erfolgversprechend für die Telekom sein, zumal ich jegliche Form der Auseinandersetzung mit Rechtsbeistand führen werde sollte es dazu kommen.
Innerhalb 6 Monaten bin ich wieder dienstfähig und damit wird DU hinfällig sein.

Olinec
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Re: Antrag auf ER abgelehnt, Widerspruch Erfolgsaussicht?

Beitrag von Olinec » 27.09.2021 11:09

Hallo Graubart,

das Problem ist, dass nicht Du entscheidest ob ein DU-Verfahren begonnen wird und erst recht entscheidest nicht Du, ob die Dienstunfähig bist. Wenn Du einmal die 90 Tage überschritten hast und dann auch wieder gesund sein solltest, wird eine Untersuchung beim AA fällig. Der fällt zwar kein Urteil aber wenn es auf Dienstunfähigkeit rausläuft, dann schließt sich die T dem an.
Anders herum kommt es auch häufig vor, dass der AA dich dienstfähig sieht - dann aber die T neue Untersuchungen beauftragt oder das Gutachten mal gerne zu ihren Gunsten interpretiert. Oftmals werden auch mehrfache Gutachten nicht von der T akzeptiert, auch wenn sie diese selber in Auftrag gegeben haben - siehe mal die aktuellen Gerichtsurteile bei proT-in.

Rechtsbeistand ist immer gut, und wenn Du eine Rechtschutzversicherung hast, geht das problemlos möglich. Ohne einen entsprechenden versierten Rechtsanwalt, geht es spätestens nach dem ablehnenden Widerspruchsbescheid nicht mehr. Da muss man der T auf die "Finger klopfen", denn gerade in Gerichtsverfahren werden reihenweise Fehler von den Gerichten erkannt. Und gerade seit ca. 2018 sind sogar die Verwaltungsgerichte mehr und mehr auf der Seite der Betroffenen und prüfen die oftmals haltlosen Begründungen (z. B. die T ist ein weltweit operierender Konzern und alle Arbeitsplätze sind stressbehaftet usw.) inhaltlich sehr genau. Und das ist auch gut so :)

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