Warum wird man als Beamter nicht nach Leistung bezahlt???

Themen speziell für Landes- und Kommunalbeamte

Moderator: Moderatoren

arbeiter
Beiträge: 2
Registriert: 11.11.2008 18:00
Behörde:

Warum wird man als Beamter nicht nach Leistung bezahlt???

Beitrag von arbeiter »

Hallo!

Ist mein 1. Beitrag hier im Forum, grüße alle recht herzlich!

Warum wird man als Beamter nicht nach seiner LEISTUNG bezahlt?!
Diese Frage muß ich mir leider stellen. Zu meiner Person: Bin seit 4 Jahren Beamter in der Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz, Vermessungssekretär, A6-mittlerer Dienst, also noch "am Anfang". Habe zwar Abitur, aber Studium ist bei uns so eine Sache...

Ich mache meine Arbeit GERN, ich komm nicht einfach "nur zum schaffen", ich interessiere mich für das was ich tue. Inzwischen habe ich einen Überblick wer bei uns im Amt was macht, wer was kann, wer nichts macht, wem alles egal ist, wer wieviel verdient, etc...
Und in diesem Zusammenhang muß ich einfach feststellen, wenn ich mich z.B. mit einem AMTSINSPEKTOR vergleiche, daß ich EXAKT die gleiche Arbeit mache, OFT sogar noch mehr! Und so geht es nicht nur mir sondern auch anderen Kollegen in meinem Alter. DAS IST FAKT!!!!!!!!!!

Die älteren werden jetzt natürlich sagen: "Ja toll, wir mussten damals auch so lange warten, stell dich mal nicht so an, wir hatten am Anfang auch so wenig..." Wunderbar, aber das kann doch einfach nicht sein, daß man einfach nur SEINE ZEIT ABSITZT???!!!!

Mir geht's NICHT darum, mehr Geld zu verdienen, ich will einfach nur GERECHTIGKEIT! Entweder ich werde umgehend Amtsinspektor oder die Amtsinspektoren, die das selbe machen wie ich, werden wieder Sekretär!
Das ist eine ganz logische Folgerung!

Zeit absitzen, anders kann ich das leider nicht nennen! Es ist traurig! Denn die LEISTUNG wird ja definitif nicht honoriert.

Mein Vorgesetzter und unser Amtsleiter sagen nur: "Ja, das is leider so, da kann man nix machen..."
Hat jemand ähliche Erfahrungen gemacht oder ist in einer ähnlichen Situation?

Tja, ich bin eigentlich ein sehr positiver Mensch, aber was hier in der Verwaltung abgeht, das ist jenseits von gut und böse.

Gruß,
Arbeiter
Benutzeravatar
Ossikind
Beiträge: 497
Registriert: 12.12.2007 17:15
Behörde:

Beitrag von Ossikind »

Wenn Beamte nach Leistung bezahlt werden, dann müssten 80 % (vorallem im gehobenen und höheren Dienst) noch Geld mitbringen. 8)
Benutzeravatar
MAW
Beiträge: 32
Registriert: 06.03.2008 10:51
Behörde:

Beitrag von MAW »

Bei Deiner Einstellung wird es nicht's werden mit einer Beförderung. Du darfst doch nicht an den Leuten nörgeln die für DEINE Beurteilung zuständig sind.

Gruß Maw
im Osten gibt's NIX neues
Benutzeravatar
Früchtchen
Beiträge: 97
Registriert: 03.10.2008 13:29
Behörde:

Beitrag von Früchtchen »

@ Arbeiter: du sprichst mir aus der Seele. Bin auch A6 und wenn ich mich so umsehe, was sich hinter manchem hohen Rang verbirgt, huuu. :twisted:
Aber dann ist da nocht die böse Sache mit dem längeren Hebel, welche dich früher oder später dazu zwingt, auch mit Anweisungen zu leben, die von keinerlei Kompetenz getrübt sind. Dabei jedesmal einen Hals zu kriegen ist zwar nur all zu menschlich, bringt dir aber nix außer einem frühen Herzinfarkt. :cry: oder langjähriges auf der Stelle treten bei der Karriere wegen "Meckerns".
Dienstliche Maßnahmen wie Herabstufung oder so hab ich im Umfeld noch nie erlebt - obwohl es gelegentlich angebracht gewesen wäre - und inzwischen bin ich gar nicht mehr sicher, ob es das tatsächlich gibt.
Und die angekündigte leistungsgerechte Bezahlung mit Abzügen und Zuschlägen wird sich genauso wenig nach der geleisteten Arbeit richten, wie Prämien und Beurteilungen.
Man muß also wohl sagen: die Möglichkeiten gibt es, sie werden nur nicht ausgenutzt.

In diesem Sinne...
arbeiter
Beiträge: 2
Registriert: 11.11.2008 18:00
Behörde:

Beitrag von arbeiter »

...naja, sehe schon: es is so wie immer, keiner hat Bock was zu machen, jeder lässt sich alles gefallen...

Das Problem ist, daß alle so faul sind, den Mund aufzumachen; oder sie haben Schiss, hab ich auch manchmal, aber egal: Ich sage was ich denke, und man darf im Leben nix unversucht lassen!

Hey, MAW: Ich nörgel ja gar nicht an meinen Vorgesetzen herum, ich rede ganz ruhig und sachlich mit denen, mir gehts ja wie gesagt nicht darum, mehr Geld zu verdienen, sondern nur um Gerechtigkeit.
Und wie ich schon gesagt habe: ich scheiss auf die Beurteilungen, ich werde genauso beurteilt, egal ob ich viel oder wenig schaffe. Sorry, es ist aber wirklich so!

Naja, ich finds eigentlich ein interessantes -und vor allem wichtiges- Thema, aber es scheint einfach die wenigsten zu interessieren. Hätte mich halt nur mal interessiert, was Ihr so denkt.
Die Verwaltung ist und bleibt halt ein seltsamer veralterter Verein. Der EINZIGE (und wirklich nicht mehr!) Vorteil als Beamter ist halt der Kündigungsschutz, ansonsten wars das...

Habe ja vorher in der freien Wirtschaft gearbeitet und bin eher zufällig Beamter geworden, weil ich keine Stelle mehr in meiner Branche (ÖbVI) gefunden habe, war also nie mein Zielberuf.
Und es hat mich auch sehr gewundert, als ich neu aufs Amt kam, wie das da so abgeht. Ich sag nur Frühstückspause nicht unter halbe Stunde (meine dauert ca. 5 min).
Und wenn ich diese ganzen Typen sehe (90%), die ne halbe Stunde Mittagspause stechen und natürlich schön von 12 bis 2 Uhr Pause machen: Denen würde ich mal gerne so was von in den Arsch treten, diesen Pennern!!! Ich weiß, jetzt fühlen sich bestimmt viele angesprochen!

Naja, Gruß auf jeden Fall an alle fleißigen Spinner wie ich einer bin :D
...AN ALLE ANDEREN:
YOU CAN SUCK A BIG DICK!!!!!! (Wie MC Rhen von NWA mal sagte)

Arbeiter
Benutzeravatar
Früchtchen
Beiträge: 97
Registriert: 03.10.2008 13:29
Behörde:

Beitrag von Früchtchen »

@ arbeiter "...naja, sehe schon: es is so wie immer, keiner hat Bock was zu machen, jeder lässt sich alles gefallen..."

Hab am Anfang nach Erfahrungen in der freien Wirtschaft genauso wie du über die Pausen usw. gestaunt und mich über die "abgestumpften alten Amtssäcke" geärgert oder die "jungschen Typen, die von der Schule direkt ins Beamtendasein gestolpert sind und nie arbeiten gelernt haben".
Inzwischen wundert mich in der Richtung nichts mehr und ich versuche (ganz für mich) einfach, es so zu machen, wie ich es für richtig halte. Von wegen sich selbst in die Augen sehen können und so.
Das ist weniger ein Fall von "sich alles gefallen lassen", als vielmehr dringend nötig, um nicht irgendwann in der Klapsmühle zu landen, weil man keine Nerven mehr hat.
Die Umwelt formt den Menschen und unsere Verwaltung (egal welche) tut ihr bestes, aus engagierten Neuzugängen möglichst schnell den typischen Sesselfurzer zu machen, den nichts hebt und der nicht mehr tut, als er muß.
Da kannst du eigentlich nur versuchen, deinen eigenen Weg zu finden.
ZS-forever
Beiträge: 139
Registriert: 27.11.2005 15:02
Behörde:

Beitrag von ZS-forever »

Hallo Arbeiter,

dein Enthusiasmus ehrt dich, aber schau mal meinen Usernamen an, das sagt alles. Ich kann meinen Mund auch nicht halten, aber es brint nix!!!


Beise nie die Hand, die dich füttert.
Binö
Beiträge: 639
Registriert: 02.08.2007 07:27
Behörde:

Titel:

Beitrag von Binö »

@Arbeiter

Wer schon länger dabei ist, der schaut schon; was kann ich, was darf ich und wem nutzt es?! 8)
Zollwolf1960
Beiträge: 497
Registriert: 01.12.2005 10:23
Behörde:
Wohnort: Goch

Beitrag von Zollwolf1960 »

Hallo Arbeiter,

bei manchen Verwaltungen hab ich das Gefühl, dass es sich um Demotivationsanstalten handelt. Nur wer sich am besten verkaufen kann, bekommt diese Leistung bezahlt.

Gottlob ist es bei der Zollverwaltung anders. Jede Leistung wird honoriert und die Vorgesetzten haben nur die besten Mitarbeiter. Mit welch einer Schaffensfreude dort der Dienst verrichtet wird, einfach traumhaft. Der Dienst beinhaltet die verschiedensten und abwechslungsreichsten Aufgaben. Wer bei der Zollverwaltung beschäftigt ist, der hat das große Los gezogen.

LG
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.
Benutzeravatar
Ossikind
Beiträge: 497
Registriert: 12.12.2007 17:15
Behörde:

Beitrag von Ossikind »

Zollwolf1960 hat geschrieben:
Gottlob ist es bei der Zollverwaltung anders. Jede Leistung wird honoriert und die Vorgesetzten haben nur die besten Mitarbeiter. Mit welch einer Schaffensfreude dort der Dienst verrichtet wird, einfach traumhaft. Der Dienst beinhaltet die verschiedensten und abwechslungsreichsten Aufgaben. Wer bei der Zollverwaltung beschäftigt ist, der hat das große Los gezogen.

LG
Hör auf dich am hellichten Tag schon zu betrinken..... :P
HvG
Beiträge: 66
Registriert: 11.12.2007 12:05
Behörde:

Titel

Beitrag von HvG »

@Ossikind,

glaub ich nicht
dass Zollwolf betüdelt
sehe aber auch keine Rosarote Brille
der seinen scharfen Wolfsblick trüben könnte?

also doch der Beamtentreue Blick auf die Sache
eines "ALTgedienten Zollobersekretärs"
dem nur positivtes Denken weiterhilft.

Weiter so....
solche Wölfe braucht der Peer noch viel mehr....

LG
HvG
Zollwolf1960
Beiträge: 497
Registriert: 01.12.2005 10:23
Behörde:
Wohnort: Goch

Beitrag von Zollwolf1960 »

Hallo Ossikind,

als Beamter übe ich Mäßigung und da ich meine volle Schaffenskraft dem Dienstherrn zur Verfügung stelle, untersage ich es mir selbst, durch den übermäßigen Genuss von Alkohol meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.

@HvG Danke

LG
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.
Binö
Beiträge: 639
Registriert: 02.08.2007 07:27
Behörde:

Titel:

Beitrag von Binö »

@Ossikind

Hab dem "Bösen"Wolf sein Doppelbock in Verwahrung genohmen
8) Und ihm Malzbier hingestellt :twisted:
(So für alle Fä/elle)
Zollwolf1960
Beiträge: 497
Registriert: 01.12.2005 10:23
Behörde:
Wohnort: Goch

Beitrag von Zollwolf1960 »

Mensch Binö, ich trinke dunkles Bier doch erst am dunklen Abend. Da ich jedoch deine Fürsorge zu schätzen weiß, bleibe ich dann bei Malzbier.

LG
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.
Benutzeravatar
Mikesch
Beiträge: 1969
Registriert: 16.01.2006 09:52
Behörde: Zollverwaltung
Wohnort: OL
Geschlecht:

Re: Warum wird man als Beamter nicht nach Leistung bezahlt??

Beitrag von Mikesch »

arbeiter hat geschrieben:Warum wird man als Beamter nicht nach seiner LEISTUNG bezahlt?!
Definiere Leistung...
Aber egal...

Entscheidend für eine Entlohnung sind immer marktwirtschaftliche und menschliche Prinzipien.
Als Anfänger musst Du immer in Vorleistung treten, dazu kommen Faktoren wie Image, Leistung, Marketing und wie Du dich als Rädchen ins Getriebe fügst. Gemeinhin auch als Nasenfaktor bekannt...
...stimmt dieser Nasenfaktor, kannst Du dich später auch zurücklehnen ;-)

Diese Gesetzmäßigkeiten gelten nicht nur für Beamte, dies ist überall anzutreffen, egal bei welcher Firma Du beschäftigst bist!
Dies gilt auch für Unternehmer selbst, wollen sie bestehen, es sind allgemeingültige Regeln.

Möchtest Du wie Don Quichote dagegen ankämpfen, dann hast Du das Leben und die menschliche Natur nicht verstanden.

cu,
Mikesch
SELECT 'dreams' FROM 'erinnerungen' WHERE HARDCORE = 'yes'
Fotografie, Internet, Reisen, Tauchen & Tools
http://www.zuhause-im-wohnmobil.de