Verbeamtung Lebenszeit Vorerkrankung Psychotherapie

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JimHopper
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Verbeamtung Lebenszeit Vorerkrankung Psychotherapie

Beitrag von JimHopper » 01.09.2014 11:27

Hallo Forumsfreunde,

ein guter Freund von mir (in der Tat bin ich es nicht selbst ;-)) steht aktuell in einem Beamtenverhältnis auf Probe (Bayern).

Nun ist es so, dass er eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen möchte (sollte/muss) und Angst hat, dass dies eine Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit verhindern könnte.

Von der Rechtslage ist es ja m.E. so, dass der Amtsarzt u.U. eine Prognoseentscheidung abgeben muss (weil psychische Erkrankungen ja auch temporär sein können), ob es mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, ob ein vorzeitiges Ausscheiden aus gesundheitlichen Gründen vor dem regulären Pensionierungslebensalters eintreten könnte.

Mein Freund sieht nunmehr den Kostenfaktor der Behandlung. Er möchte die Rechnungen bei seiner PKV einreichen und die andere Hälfte der Kosten selbst tragen.

zur Info: In Bayern gibt es grds. (intern) die Regel, dass bei einer Krankheitsdauer von kumulativ 10-15 Tagen im Jahr (während der Probezeit) der Gang zum Amtsarzt vor der Verbeamtung auf Lebenszeit obligatorisch wird (mittlerweile wohl schon bei der Mindestanzahl von 10 Tagen/Jahr)

weitere Info: mein Freund hat bei den Einstellungsunterlagen nicht die Wahrheit gesagt. Er hatte bereits in der Vergangenheit eine solche o.g. Therapie. "Klugerweise" hat er damals lediglich bei seiner PKV die Rechnungen eingereicht, nicht jedoch bei Beihilfestelle. Zu seiner Entlastung sei gesagt, dass zum Zeitpunkt der Ausfüllung der Unterlagen und des Einstellungszeitpunkts keine Behandlung mehr stattfand (mithin die temporäre Erkrankung geheilt war?)

Um was geht es konkret: Sollte mein Freund sich innerhalb der "10-Tage-Frist" bewegen und daher nicht mehr zum Amtsarzt gehen müssen, wie groß ist die Gefahr seine Rechnungen bei der Beihilfestelle einzureichen? Gibt es einen Datenaustausch (Datenaustauschpflicht/Mitteilungspflicht) der Beihilfestelle ggü. dem Dienstherrn (hier der Freistaat Bayern)??

Blue Ice Ultra
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Re: Verbeamtung Lebenszeit Vorerkrankung Psychotherapie

Beitrag von Blue Ice Ultra » 29.09.2014 13:14

Zu Deiner letzten Frage: Es findet kein Datenaustausch zwischen Beihilfestelle und Personalabteilung statt, auch wenn hier gelegentlich etwas andere gemunkelt wird.

DerHagn
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Re: Verbeamtung Lebenszeit Vorerkrankung Psychotherapie

Beitrag von DerHagn » 15.10.2014 09:47

Tag,

das verstehe ich nicht ganz. Es fand keine Behandlung mehr statt, es wurden aber Rechnungen eingereicht. War dein "Freund" schon vorher in der PKV? Wie wurden die Gesundheitsfragen in der PKV beantwortet?
Grds. sollte man bei solchen Fragen immer die Wahrheit sagen. Meine Meinung.

Gruß

Leelex90
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Re: Verbeamtung Lebenszeit Vorerkrankung Psychotherapie

Beitrag von Leelex90 » 05.03.2019 19:26

Also kann der polizeiärztliche Dienst nicht die Akten ect von der Beihilfe anfordern bzw einsehen?!

connigra
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Re: Verbeamtung Lebenszeit Vorerkrankung Psychotherapie

Beitrag von connigra » 08.03.2019 15:52

@leelex 90.

woher hast du die Information, dass in Bayern nur 10 bis 15 Tagen während der Probezeit ohne Konsequenzen erlaubt wären?
Aus aktuellen Anlass wurde in unserer Familie dieses Thema vor 2 Wochen diskutiert.

Meine Tochter und eine weitere Kollegin (bayr.Länderbeamte) sollten auf Grund Ihrer hervorragenden Noten früher als üblich zur Lebezeitbeamtin am 11.03.2019 ernannt werden.
Kurzfristig kam der Vorgesetzte der besagten Tochterkollegin nun daher, dass er bei der Regierung nachfragen muss, weil diese besagte Kollegin während der Probezeit 15 Krankentage angehäuft hätte. ( Bei 15 und mehr Krankentage kann scheinbar nicht vorzeitig verbeamtet werden)
Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass die Kollegin nur 14 Tage krank war)
In diesem Zusammenhang kam aber bei mir zu Hause die Diskussion mit diesen Krankentagen auf.
Die 15 Tage beziehen sich in Bayern auf die verkürzte Probezeit - bei meinem Schwiegersohn, der ganz normal als Länderbeamte 2 Jahre bis zur Lebzeitverbeamtung warten muss, beträgt die Anzahl der Krankentage 20, ohne dass er vorher zum Amtsarzt muss.

Was mich etwas wundert, dass die PKV bei der Psychorechnung nicht nachgehakt hat. Eigentlich ungewöhnlich, da diese Erkrankungen im Vorfeld abgefragt werden. Tritt dann in den Folgejahren eine derartige Behandlung ein, wird in der Regel schon nachgehakt und ärztliche Unterlagen angefordert. Von daher ziemlich Dusel gehabt.
Mir persönlich wäre die ganze Sache zu heiß. Wenn dann würde ich wirklich alles aus eigener Tasche finanzieren, dass wirklich kein Nachweis irgendwo vorliegt. Denn kommt die Geschichte später auf, ist dein Freund auch wegen arglistiger Täuschung dran.
Aber jeder muss selbst wissen, welch ein Risiko er wählt.
Am besten wäre es, er verschiebt die Behandlung bis nach der Lebzeitverbeamtung.
Aber was ist schon am Besten, seine Lage kann nur er selbst beurteilen.

dibedupp
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Re: Verbeamtung Lebenszeit Vorerkrankung Psychotherapie

Beitrag von dibedupp » 08.03.2019 16:04

connigra hat geschrieben:
08.03.2019 15:52
@leelex 90.

woher hast du die Information, dass in Bayern nur 10 bis 15 Tagen während der Probezeit ohne Konsequenzen erlaubt wären?
Das hat nicht leelex90 behauptet sondern JimHopper in seinem Beitrag vom 01.09.2014.

Leelex90
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Re: Verbeamtung Lebenszeit Vorerkrankung Psychotherapie

Beitrag von Leelex90 » 09.03.2019 16:13

Genau so ist es.
Aber ist des denn nun so, dass kein Datenaustausch zwischen der Beihilfestelle und dem Polizeiarzt herrscht ?

dibedupp
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Re: Verbeamtung Lebenszeit Vorerkrankung Psychotherapie

Beitrag von dibedupp » 09.03.2019 17:45

Ja, es ist so.

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