"Schlagzeile"

Hier kommen politische Themen zur Sprache.

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Binö
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"Schlagzeile"

Beitrag von Binö » 16.11.2007 11:56

Beamte stellen sich vom Dienst frei :!:
Grund, die nicht angemessene Allimentierung des Dienstherrn :!:

Die Bezüge reichen nicht mehr aus um die Lebenshaltungskosten zu bestreiten. Da die allgemeine Preisentwicklung nach der Mehrwertsteuererhöhung sowie die Überhöhten Kraftstoffpreise die Beamten zu dieser Maßnahme veranlasste!
Da Tarifliche Anpassung bisher nicht erfolgte! :idea:

So oder so ähnlich könnte es mal zu lesen sein!

Zollwolf1960
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Beitrag von Zollwolf1960 » 16.11.2007 12:21

Liebe Binö,

da beschreibst du eine interessante Konstellation. Ob sich die Beamten diese Maßnahme jemals zutrauen? Ich könnte es mir vorstellen.

LG
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

Binö
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Beitrag von Binö » 16.11.2007 13:29

@Zollwolf
Streiken darf der Beamte ja nicht :wink:

Binö
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Beitrag von Binö » 08.12.2007 17:44

@Alle
Werte 171 Besucher und Leser des Themas, ihr dürft ruhig einmal antworten!
Wir sind hier nicht in Werbung...nur Gucken nicht anfassen :wink:

Laura
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Re: "Schlagzeile"

Beitrag von Laura » 09.12.2007 09:46

Binö hat geschrieben:@Alle
Werte 171 Besucher und Leser des Themas, ihr dürft ruhig einmal antworten!
Wir sind hier nicht in Werbung...nur Gucken nicht anfassen :wink:
Hi Binö!

Ich habe das hier schon gelesen, aber ich stimme mit deiner Aussage
"Die Bezüge reichen nicht mehr aus um die Lebenshaltungskosten zu bestreiten"
nicht überein.

Wenn das eine Friseurin im Osten mit 5,- Eur brutto/Std. sagt, dann kann ich das nachvollziehen.....aber nicht bei einer Beamtin :roll:

Gruß,
Laura

EDE
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Beitrag von EDE » 09.12.2007 12:06

Und wie lange, Laura, soll das mit der realen Besoldungsabsenkung im öD noch weitergehen?

Bis wir in 10 Jahren bei der Frisöse angekommen sind?

Binö
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"Schlagzeile"

Beitrag von Binö » 09.12.2007 16:58

@Laura
Meine Cousine ist Friseurmeisterin mit eigenem Laden!
Die Frisörin, die meintest sind Angestellte von großen Firmen wie ...
und haste nicht gelesen...
Im Vergleich der "Freien" Wirtschaft liegen wir weit unter Durchschnitt!
Wir sind Kaufmännische Angestellte eines international tätigen Unternehmen, wir erwirtschaften Gewinne...Zum Vergleich eines KA in
der Wirtschaft fehlt noch einiges...
Dann kommt hinzu, daß wir Beamte uns Privat versichern mußten und nach der "Mercedes"-Regelung in der Beihilfe sind wir doppelt gearscht dran!

Zollwolf1960
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Beitrag von Zollwolf1960 » 09.12.2007 17:20

Hallo,

es ist doch so, wer auf dem Land, in kurzer Entfernung vom Dienstort lebt, der kommt mit seinem Geld aus. Sobald aber Fahrtkosten entstehen, sei es durch PKW oder ÖPNV, reicht das monatliche Einkommen im mD kaum noch aus. Wohnung, Ernährung und Bekleidung wird immer teurer, die Kosten für Gas/Öl, Wasser und Strom steigen endlos und wenn dann noch Kinder zum Haushalt gehören, ist für einen Alleinverdiener -gerade als Beamter- die Privatinsolvenz keine Utopie mehr. Es ist doch ein Zeichen einer kranken Gesellschaft, wenn Kinder Fremden übergeben werden müssen, damit die Eltern den Lebensunterhalt bestreiten können.

Kurz und gut, unser Einkommen ist zu gering.

LG
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

HvG
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Beitrag von HvG » 11.12.2007 14:15

Hallo Zollwolf1960,
alles richtig hab ich bereits im Forum auch so dargestellt
in Ballungsräumen wie hier Stuttgart hast Du entweder Dienstortnah
hohe Mieten und NK so ab 700 Euro oder Du wohnst auf dem
Lande (täglich ca. 100km hin und zurück) dann verfolgen Dich die
Fahrtkosten egal ob Auto oder ÖNPV.
Ein mir bekannter Bürgermeister hat vor Jahren zu mir gesagt, wenn
alle Einsparmassnahmen und Streichmassnahmen so kommen wie
von oben geplant, dann können sich die unteren Bes. Gruppen bald
nicht mehr viel leisten. Er sprach als Kommunalvertreter von Beamten
bis A11. Und es ist tatsächlich so, wenn Du alles vom Gehalt monatlich
so wegrechnest, dann bist Du bald bei Hartz IV angelangt, zumindest
A6-A7, A8-9 auch nicht auf Rosen gebettet.
Und dann kommt mir einer mit Verwaltungsspitze daher, die wissen doch garnicht mehr was unter Ihnen geschieht.
(EX Catwam )
HvG

Binö
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Beitrag von Binö » 11.12.2007 16:36

@GvM
Hab es heute noch ins dienstliche Forum gestellt:
Netto - Bezug : Stundenanzahl = Stundenlohn das ist schon nahe dran an
Hartz IV vorallem, wenn man weiß mit wieviel eine Beamtenstunde in der KLR berechnet wird...Utopisch

Laura
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Re: "Schlagzeile"

Beitrag von Laura » 11.12.2007 17:16

Binö hat geschrieben:@Laura
Meine Cousine ist Friseurmeisterin mit eigenem Laden!
Die Frisörin, die meintest sind Angestellte von großen Firmen wie ...
und haste nicht gelesen...
Im Vergleich der "Freien" Wirtschaft liegen wir weit unter Durchschnitt!
Wir sind Kaufmännische Angestellte eines international tätigen Unternehmen, wir erwirtschaften Gewinne...Zum Vergleich eines KA in
der Wirtschaft fehlt noch einiges...
Dann kommt hinzu, daß wir Beamte uns Privat versichern mußten und nach der "Mercedes"-Regelung in der Beihilfe sind wir doppelt gearscht dran!
Tut mir leid, das ist mir alles zu negativ und ich mag das nicht so stehen lasse, weil ich es nicht so empfinde.
Was ich an deinem Posting gar nicht verstehe ist "Mercedes- Beihilfe-Regelung"...vielleicht kannst Du das mal näher erläutern.

Also, ich fahre mit meiner Privatversicherung eigentlich ganz gut.
Beihilfe reiche ich sofort ein und bekomme 50 % erstattet.
Für die Versicherung sammel ich die Rechnungen und wenn ich nicht über einen bestimmten Betrag komme, erhalte ich 3 (!) Monatsbeiträge wieder zurück.
Sowas bietet Dir keine gesetzliche Kasse.

Zu deinem Vergleich mit der freien Wirtschaft möchte ich noch sagen, dass sich ein Beamter ja bewusst für die Jobsicherheit entscheidet und gegen gute Bezahlung :wink:

Ja-ja, ich weiß, die meisten werden jetzt den Kopf wieder schütteln.
Aber dann müsst Ihr Euch auch fragen lassen, warum Ihr eigentlich alle überhaupt Beamte geworden seid.

Die Besoldungstabellen sind ja bekannt und das im öffentl. Dienst keiner reich wird, ist auch kein Geheimnis :roll:

Gruß,
Aida

Laura
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Beitrag von Laura » 11.12.2007 17:19

EDE hat geschrieben:Und wie lange, Laura, soll das mit der realen Besoldungsabsenkung im öD noch weitergehen?

Bis wir in 10 Jahren bei der Frisöse angekommen sind?
Och Ede...
Gegenfrage: wie hoch sollte man denn deiner Meinung nach besoldet sein, damit Ihr alle wieder glücklich seid? :wink:

Laura
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Beitrag von Laura » 11.12.2007 17:26

Zollwolf1960 hat geschrieben:Hallo,

es ist doch so, wer auf dem Land, in kurzer Entfernung vom Dienstort lebt, der kommt mit seinem Geld aus. Sobald aber Fahrtkosten entstehen, sei es durch PKW oder ÖPNV, reicht das monatliche Einkommen im mD kaum noch aus. Wohnung, Ernährung und Bekleidung wird immer teurer, die Kosten für Gas/Öl, Wasser und Strom steigen endlos und wenn dann noch Kinder zum Haushalt gehören, ist für einen Alleinverdiener -gerade als Beamter- die Privatinsolvenz keine Utopie mehr. Es ist doch ein Zeichen einer kranken Gesellschaft, wenn Kinder Fremden übergeben werden müssen, damit die Eltern den Lebensunterhalt bestreiten können.

Kurz und gut, unser Einkommen ist zu gering.

LG
Hallo Zollwolf!

Also ich pendel ja auch täglich über 50 km.
Kann mir dennoch ein Mittelklasse-PKW leisten (nein-nein, er ist nicht von Papi gesponsert und auch nicht auf Pump gekauft :wink: )
Gut, Strom ist teuer...deshalb bin ich schon seit einem 3/4 Jahr bei einem günstigen Stromanbieter.

Also, okay, vielleicht bin ich ein Phänomen, aber mein Konto ist zum Monatsende nicht im Minus. Im Gegenteil...ich spar sogar noch was.

Wie ist das nur möglich? :wink:

Zollwolf, Du weißt wie ichs mein *zwinker

LG,
Laura

Realist
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Re: "Schlagzeile"

Beitrag von Realist » 11.12.2007 17:50

Laura hat geschrieben:Aber dann müsst Ihr Euch auch fragen lassen, warum Ihr eigentlich alle überhaupt Beamte geworden seid.

Die Besoldungstabellen sind ja bekannt und das im öffentl. Dienst keiner reich wird, ist auch kein Geheimnis :roll:

Hallo Aida!

Sorry, aber diese Aussage kann und will ich so nicht stehen lassen!

Ich weiß ja nicht, wie lange Du schon bei der Verwaltung / Beamtin bist. Ich bins seit Ende der 1980er.

Ich hatte damals, als ich mich für die Beamtenlaufbahn entschied, das Gefühl, im Gegenzug für einen guten und treuen Dienst fair und gerecht behandelt und "entlohnt" zu werden. Meine Schulkameraden, die in der "Freien Wirtschaft" ihren Weg machten, arbeiten heute überwiegend gut bezahlt bei großen Firmen in fast beamtenähnlichen Verhältnissen, was die Sicherheit des Jobs anbetrifft. Sie verdienen, wie die meisten hier im Umland, gutes Geld bei hervorragend zahlenden Firmen, was sich (leider) auch die Höhe der Lebenshaltungskosten auswirkt. Sie konnten sich Vieles leisten - ich mir nicht. Aber das war mir damals egal - ich wollte einen Job, der mir Spaß macht und mich ausfüllt - und der eben auch Sicherheit bot - für mich und im Hinblick auf die Familienplanung.

Mit dieser Einstellung habe ich meinen Dienst immer gern getan. Aber dieses Gefühl ist leider dahingeschmolzen - zunehmend etwa seit Mitte der 1990er.
Da begann es allmählich, an allen Ecken und Enden zu bröckeln: Wegfall der AZV-Tage (kennt die überhaupt noch jemand?), Urlaubsgeld weg, Weihnachtsgeld dermaßen zusammengestrichen, dass es höchstens noch den Namen "Nikolausgeld" verdient, kümmerliche, zum Teil gegenüber den Tarifkräften verschobene Besoldungsrunden mit gleichzeitiger Absenkung der Höchstpensionen, Wochenarbeitszeit verlängert, Beihilferegelungen immer mieser, Beurteilungs- und Beförderungssituation so schlecht wie kaum zuvor, Abschläge bei früherer (auch unverschuldeter!) Pensionierung, Heraufsetzung des Pensionsalters... dagegen stehen gestiegene Lebenshaltungskosten und weggefallene Steuervorteile (Pendlerpauschale)... soll ich weitermachen?

Ja, ich habe mich freiwillig dazu entschieden, Beamter zu werden - aber zu den Bedingungen, wie sie damals waren!!!

Nun gehe ich auf mein 25-jähriges Dienstjubiläum zu. Aussteigen kann ich nicht mehr.
Erstens: In der "Freien Wirtschaft" siehts auch nicht gerade rosig aus, und meine Ausbildung zählt dort nichts. Selbstständig machen? Risiko zu groß.
Zweitens: Wenn ich mich entlassen lasse, verliere ich meine bislang erarbeiteten Pensionsansprüche. Klar, es gibt die Nachversicherung. Aber nur der Arbeitgeberanteil (50 %) - und das aus den ohnehin niedrigeren Beamtenbezügen.

So viel zu dem Thema.

Grüße, Realist
Die Bürokratie ist es, an der wir alle kranken.
(Otto von Bismarck)

Binö
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Beitrag von Binö » 11.12.2007 18:04

@Realist
Ich kenne die AZV Tage noch, angeblich sind die für DF Tage zum 24.12. und 31.12."geopfert"worden! Jetzt braucht man Urlaub um Behördengänge zu erledigen...ein Hohn für die Kollegen im Schichtdienst!
Ich stimme dir zu ohne weiteren Kommentar!

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