höhere Besoldungsgruppe bei Dienstherrenwechsel

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Grünfrosch
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höhere Besoldungsgruppe bei Dienstherrenwechsel

Beitrag von Grünfrosch » 19.08.2021 13:28

Hallo miteinander,

vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Einer meiner Kollegen hatte das Glück nach unserem Abschluss als Dipl.Verwaltungswirt direkt bei einer anderen Behörde anzufangen. Dort wurde ihm ohne Abstriche einfach mal A10 als Besoldungsgruppe zugeordnet statt A9.

Ich arbeite seit 2019 mit Probezeitverkürzung mit A9 in Bayern. Ich bin aktuell am Überlegen innerhalb Bayerns zu wechseln. Regulär würde ich A10 frühestens im 03/2023 erhalten. Könnte mir mein neuer Dienstherr (wenn dieser mich eben unbedingt übernehmen will) auch einfach A10 geben ohne dass ich die Stehzeit vollendet habe? Schließlich "erlischt" ja mein altes Dienstverhältnis. Ein neues würde begründet.

vanWahlberg
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Re: höhere Besoldungsgruppe bei Dienstherrenwechsel

Beitrag von vanWahlberg » 23.08.2021 22:22

Servus,

grds. gilt das Beförderungsverbot des Art. 17 LlbG, dass während der Probezeit keine Beförderung erfolgen darf und kann.
Da gibt es nichts zu machen.

Dann müssen wir uns jz die Frage stellen, kannst Du die Probezeit verkürzen?
Möglicherweise bereits einschlägige (mehrjährige) Berufserfahrung oder erheblich über den Durchschnitt liegende Leistungen (praktisch & theoretisch). Ich denke, letzter Fall wird nicht vorliegen, da dieser sehr selten ist.

Solltest Du einschlägige Berufserfahrung haben, dann muss man weitersehen.

Ein einfacher Dienstherrenwechsel wird Dir bei der Probezeit nichts bringen. In Bayern beträgt die Probezeit i.d.R. 2 Jahre.
Solltest Du nach fünf, neun, 13 oder 18 Monaten (nur beispielhafte Aufzählung) wechseln, so wird Dir die Probezeit, die bisher abgelegt wurde, anerkannt und der Rest der regelmäßigen Probezeit ist weiterhin abzuleisten.

Dein "altes DV" erlischt, das ist richtig, aber es wird erst interessant, wenn der Wechsel durch Entlassung & Neuernennung erfolgt.
Sollte der Wechsel durch Versetzung erfolgen, gilt das Beamtenverhältnis mit dem neuen Dienstherren als fortgesetzt; Entlassung & Neuernennung ist nicht zu empfehlen, da z.B. Urlaub verfällt, der nicht genommen wurde und nicht ausgezahlt wird.

Kurz gesagt: ein Dienstherrnwechsel verkürzt Dir im Regelfall nicht die Probezeit, außer Du hast einen guten Draht zu Deinem Dienstvorgesetzten, sodass er sich für Dich und Deine Verkürzung stark macht. Ich halte das für unwahrscheinlich.

Ich würde sagen, dass Deine Beförderung auf A10 somit frühestens mit Ernennung auf Lebenszeit erfolgen kann. Die Betonung liegt auf KANN, nicht muss. Einen Anspruch auf Beförderung haben Beamte ja nicht, nur auf amtsangemessene Besoldung ;)

Beste Grüße!

Grünfrosch
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Re: höhere Besoldungsgruppe bei Dienstherrenwechsel

Beitrag von Grünfrosch » 25.08.2021 00:51

VanWahlberg,

Vielen lieben Dank für deine Antwort, kurz ein paar Fakten, ich bin bereits lebenszeitverbeamtet, Probezeitverkürzung habe ich erhalten. Ich würde vom Freistaat zur Kommune oder ähnlichem wechseln. Selbstverständlich würde ich meinen Urlaub vorher abbauen. Meine Dienststelle ist da tatsächlich fair und lässt zu, dass man alles abbaut, weil Wechsel bei uns in der Regel mehr als triftige Gründe haben, die Niemand in Frage stellt (Familie, Krankheit, Karrierechancen, die nicht verbaut werden sollen, Talentförderung auf anderer Ebene). Es wäre eine Entlassung und Neuernennung. Bei meinem Ausbildungskollegen war das tatsächlich dasselbe. Er wurde einfach ohne jemals A9 auf Probe gewesen zu sein von Widerruf auf A10 ernannt. Fraglich ob mit Probezeit, der hatte jedoch zuvor Lehramt studiert und evtl Anrechnungszeiten durch Wehrdienst o. Lehrer... Lehramt war auf jeden Fall nichts was Ihn noch geeigneter als andere Bewerber für die Stelle gemacht hat (Bürojob, Analysen usw.).

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