Lernaufwand - Zwischenprüfung gehobener Dienst Zoll

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MaroccoLove
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Lernaufwand - Zwischenprüfung gehobener Dienst Zoll

Beitrag von MaroccoLove » 07.01.2021 17:06

Hallo Leute!
Ich hätte eine Frage, die das Lernen betrifft. Ich mache dieses Jahr mein Abitur und habe mich für den Zoll beworben.
In dem Studium schreibe ich ja nach 6 Monate eine Zwischenprüfung in verschiedenen Fächern, wenn ich durch die falle und auch durch die Nachholprüfungen ist der Zoll für mich Geschichte.
Wie zeitintensiv ist das lernen für solche Prüfungen? Wann fängt man am besten damit an und ist die Prüfung dennoch machbar, wenn man zB 1-2 Monate davor erst mit dem Lernen beginnt?

LG!

walter2000
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Re: Lernaufwand - Zwischenprüfung gehobener Dienst Zoll

Beitrag von walter2000 » 15.01.2021 23:44

Hi, ich verweise mal auf meine Antwort hier

Du hast als Anwärter/Beamter eine 41-Stunden-Woche, denn gem. § 3 Abs. 1 S. 1 AZV beträgt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit 41 Stunden. Der aktive Unterricht fand 2020 von 8 bis 13:30 Uhr statt; ab und zu am Nachmittag bis 15:30. In Ausnahmen mal eine Veranstaltung am sehr späten Nachmittag. Im Januar sind die Stundenplaner und Stundenplanerinnen komplett durchgedreht mit unmöglichen Zeiten für die Kurse (die machen echt einen guten Job, da den Überblick zu behalten, doch die Zeiten waren teilweise heftig)

In der restlichen Zeit ist Nacharbeiten gefragt. Hausaufgaben wie in der Schule gab es nicht.

Ich war vor Weihnachten bei weit über 41 Stunden pro Woche. Seitdem zähle ich nicht mehr. Vom 24.01 bis 01.01 hatten wir vorlesungsfreie Zeit und ich habe nur etwas gemacht, wenn ich Laune hatte - waren aber bestimmt auch 1-2 Stunden pro Tag.

Heute, Freitag, begann der Tag um 8 Uhr. Unterricht bis 13:30 Uhr.
Nach dem Mittagessen habe ich Aufgaben gerechnet, zwei Fälle gelöst, zwei Schemata wiederholt und Fälle dazu im Internet gesucht - schon war es 16 Uhr. Da ich dem Stoff am Morgen eine halbe Stunde nur durch eifriges Mitschreiben folgen konnte, musste ich diese Zeit wieder reinholen bzw. hatte noch die Nacharbeit die Mitschrift ins Reine zu bringen.

Dann Sport und Pause. Von 18 Uhr bis ca. 20 Uhr habe ich Karteikarten wiederholt und neue erstellt (kein täglich Ding aber es sind noch 25 Tage bis zur Prüfung, da wollte ich mal komplett durchgehen)

Wenn du gut bist, kommst du sicher gut hin, dem Unterricht zu folgen und dann zwei Stunden nachzuarbeiten.
Es gibt immer Leute, die im Unterricht viel mitmachen; ich höre lieber zu, schreibe mit und bearbeite dann im Nachhinein.
Vielleicht spart einem das Mitmachen die Nacharbeit - musst du mal einen von denjenigen Fragen.

Wer glaubt, er hat den Tag bis 13:30 Uhr und dann frei - Respekt (gibt es auch, oder sie tun nur so, als ob sie nicht nachbereiten, weil es nicht dope ist, am Schreibtisch zu sitzen). Wie gesagt: Mal abgesehen davon, dass man seine Dienstzeit zu erfüllen hat.

Wenn dich der Zoll und die Fächer interessieren (was willst du bei Corona sonst machen), machst du automatisch am Abend nochmal einen Exkurs in ein paar Urteile, den Gesetzeskommentar oder googelst Dinge aus dem Skript, dann bist du schnell bei mehr als 8 h pro Tag.

Ergo: Du fängst am besten am ersten Tag an, zu lernen.
Das ist das ALLERWICHTIGSTE. Geh in den Unterricht und bereite dann eine Stunde nach, besser zwei.

Du schreibst von "machbar" - machbar ist alles. Knapp bestehen geht genauso, wie zweistellige Noten bei einem Lernaufwand von 2 Monaten - wenn du ein Brain bist - 1 Monat? Vergiss es.

Du solltest auch im Hinterkopf behalten, dass die Noten bei der Vergabe der Plätze nach der Ausbildung eine Rolle spielen - es herrscht in deinem gesamten Beamtenleben das Leistungsprinzip. Bessere Noten - bessere Chancen dahin zu kommen, wo du auch hinwillst. Karriere machst du mit 5 Punkten nicht.

Die Probeklausuren waren definitiv machbar - ich habe trotzdem gerade mal in zwei Fächern zweistellige Noten. Ich bin aber auch nicht hellste Leuchte , sondern lerne viel - und es macht mir auch Spaß, mich mit dem Stoff zu beschäftigen.

Wenn es für dich klappt, würde ich mich freuen, wenn du deine Erfahrung in einem Jahr für die anderen hier aufschreibst - als Zweitmeinung sozusagen.

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