Investivlöhne-Das Modell für die Einnahmeverwaltung?

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Zollkodex-Ritter
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Investivlöhne-Das Modell für die Einnahmeverwaltung?

Beitrag von Zollkodex-Ritter » 10.12.2006 20:55

Momentan ist es ja ganz besonders hip, als Politiker fehlende Mindestlöhne zu ignorieren und stattdessen von Investivlöhnen zu reden.

Meine Verwaltung, die Zollverwaltung (unschwer an meinem Nick zu erkennen) macht jedes Jahr, auch kostenbereinigt, Gewinne in Milliardenhöhe, gleichzeitig werden aber Sonderzahlungen gekürzt. Schauen wir uns mal den Haushaltsplan 08 an. Der weist 2006 ein sattes mehr von 833 043 000 Euro als das Jahr zuvor aus. "Nur" eine Verrechnung mit den "defizitären" Abteilungen des Unternehmens BRD rechnet uns schlecht... Genauso wie sich Daimler mit Chrysler und Smart schlechtrechnet...

Wie kann man also Investiv-Löhne fordern, dies aber seinen eigenen Arbeitnehmer, den Beamten, verweigern?

Warum ist noch keine Gewerkschaft ähm, keine Beamtenlobby dazu angelaufen?

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Grenzen_Looser
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Beitrag von Grenzen_Looser » 22.12.2006 19:18

Was haste denn,

Du arbeitest doch garnicht, Du bist doch Beamter. :lol:

Wir sind beide bei der gleichen Firma. Wenn es danach ginge, was von unserem Haufen "erwirtschaftet" wird, müssten wir 14 oder 15 Monatsgehälter bekommen.

Eigentlich wirtschaften ja die anderen und wir "schöpfen ab", gelle. :evil:
Laß` Dir deswegen keine grauen Haare wachsen. Dafür, daß wir die Häfte des Bundeshaushaltes einbringen, lassen sie uns ganz schön hängen. Vielleicht ist es deswegen, weil es die Hälfe ist, die für Zinsen und Tilgung drauf geht.

Grüßle

G.
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Zollkodex-Ritter
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Beitrag von Zollkodex-Ritter » 09.01.2007 21:01

Naja,

es lässt sich aber die Quantität und die Qualität dieser Abschöpfungen messen. Man ist doch sonst immer so kreativ, also könnte man es auch hier sein.

Naja, die Dienstrechtreform wird daran sicher nichts ändern...

Bei der Wirtschaft fordern, bei den eigenen Sparen, wie bei den Parteien eben auch... Fast könnte man meinen, die behandeln die Beamten so wie ihre eigenen bei den Parteien angestellt Mitarbeiter.

Angelfire
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Beitrag von Angelfire » 10.01.2007 02:16

Fazit: Jeder Beamte, der in Hinsicht auf die kommende leistungsgerechte Besoldung, keine Rechtsschutzversicherung hat, tut mir leid. Bisher hatte ich keine RSV, aber im Moment schließe ich eine ab.

Wenn 30 % der Beamten eine Leistungszulage erhalten sollen, aber die natürlich kostenneutral erfolgt, müssen 30 % der Beamten 8 % Abzug ihrer Besoldung hinnehmen.

Wer entscheidet welche 30 & schlecht arbeiten, und ist in Hinsicht einer leistungsorientierten Besoldung überhaupt eine Quote gerechtfertigt?

Das können nur Gerichte klären!

Mehr habe ich dazu nicht zu sagen ;)

LG Angelfire
Was du nicht willst das dir getan, das tu auch keinem andren an!

Zollwolf1960
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Beitrag von Zollwolf1960 » 20.01.2007 20:48

Liebe MitverschwörerInnen,

8% weniger Gehalt = 8 % weniger Anwesenheit, das ist ein fairer Tausch.

Na ja, die Vorschläge der Politiker werden immer besser und gehen vor allem zu Lasten der Gering- bis Mittelverdiener. Die sollten sich was schämen.

Liebe Grüße
Zollwolf, der Schreckliche :)
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

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Mikesch
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Beitrag von Mikesch » 21.01.2007 02:01

Zollwolf1960 hat geschrieben:8% weniger Gehalt = 8 % weniger Anwesenheit, das ist ein fairer Tausch.
Das ist doch jetzt vom Tisch...
Zollwolf1960 hat geschrieben:Na ja, die Vorschläge der Politiker werden immer besser und gehen vor allem zu Lasten der Gering- bis Mittelverdiener. Die sollten sich was schämen.
Die Schnapsideen unserer Politmanager finden natürlich großen Anklang bei Managern in der Wirtschaft.
Und da sie Mangager sind und besonders helle, müssen sie ja auch, sonst wären sie ja in der Politik, setzten sie noch einen drauf.
Also erst mal selber richtig absahnen, Beispiele gingen in der letzten Zeit ja genug durch die Presse. Dann kaufen wir den Betriebsrat mit ein paar Nutten und nun kann es losgehen.
Dann hätten wir noch das mit der Krähe...
Das scheint ja sogar bis in die Justiz zu reichen. Jedem Hartz IV-Empfänger müsste sich ja bei Nennung seiner Sozialleistung der Magen umdrehen :twisted:
Mal schauen, wie es ausgeht, aber wahrscheinlich geht der Erfinder des gleichgenannten Gesetzes sogar mit einem blauen Auge aus der Sache heraus.
Wie heißt es so schön, der Fisch beginnt am Kopp an zu stinken...
Allmählich erinnert mich meine ach so geliebte Repuplik an eine Goldbrasse, die hat einen besonders großen Kopp.
Den lat. Namen finde ich auch gut: Sparus auratus, das klingt so wie Sparen beim Fußvolk :twisted:

Wenn ich denn so meine Kunden besuche, schütten meine Ansprechpartner dann auch mal ihr Herz aus.
In einem großen Unternehmen, welches im Monat alleine rund 100.000.000 Euro MinölSt zahlt, lief es dann so:
Ihr werdet entlassen...
Aber da ihr so gut seid, na gut, ein Plätzchen haben wir noch. Aber nur, wenn ihr einen Vertrag über 10% weniger Gehalt unterschreibt. Klar, das Weihnachtsgeld ist auch futsch...
Solcherlei Beispiele kommen mir immer öfter zu Ohren.
Hatte ich früher immer Bankangestellte beneidet, sind sie heute eher bemitleidenswert.
Insgesamt geht es uns daher eigentlich noch gut. Wir können immer noch bezahlt Zeitung lesen, Kaffee saufen und stundenlang herum quatschen...
Na ja, nicht wirklich gut, aber besser als die in der freien Wirtschaft.

Aber warum passiert da nichts? Warum benehmen sich alle Menschen immer noch wie die Lemminge?

Oder geht es uns doch noch zu gut, trotz eines stinkenden Kopfes?
Da findet eine Firma keine Arbeiter, der Geschäftsführer selber schaufelt Mist (wörtlich). Dafür würden sie einer ungelernten Kraft 15! Euro die Stunde zahlen! Die bekommen keinen, selbst die Polen kommen dafür nicht mehr ;-)
Überall werden gute Leute gesucht und würden auch gut bezahlt werden, aber keiner geht arbeiten.

Ich habe den Eindruck, nicht nur der Kopp stinkt, sondern der Schwanz hat auch einen Pilzbefall :twisted:
...und der Pilzbefall des Schwanzes geht allmählich auf den lebenserhaltenden Körper über.

Die Hälfte der Bevölkerung arbeitet, um den Rest am Fressen zu erhalten.
Kein Wunder, dass der Staat pleite ist.

Man müsste aus der Goldbrasse mal nen Weißen Heilbutt machen, der ha t nen besonders kleinen Kopp und Schwanz.
Lat. hippoglossus klingt für mich auch eher positiv ;-)

Manchmal habe ich in meinem tiefsten Innern Gedanken, nein, nein, nein...
...sag ich nicht :twisted:
Jemand, der das ansatzweise mal mit dem Spruch: Ich kann mich des Gefühls einer klammheimlichen Freude nicht erwehren ausdrückte, wurde nur für diesen Spruch verknackt!
Ältere Kollegen oder Leser können sich vielleicht noch erinnern.

cu,
Mikesch
SELECT 'dreams' FROM 'erinnerungen' WHERE HARDCORE = 'yes'
Fotografie, Internet, Reisen, Tauchen & Tools
http://www.zuhause-im-wohnmobil.de

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