Fragen zum dualen Studium

Zollforum: Forum für Themen aus dem Bereich Zoll

Moderator: Moderatoren

Juli0210
Beiträge: 5
Registriert: 01.05.2020 12:21
Behörde:
Geschlecht:

Fragen zum dualen Studium

Beitrag von Juli0210 » 17.05.2020 21:12

Hallo an alle,

habe mich hier in dem Forum angemeldet, um noch ein paar Informationen bezüglich des dualen Studiums im gehobenen Zolldienst zu bekommen.
Ich bin momentan in einem anderen Studium, möchte mich nun jedoch umorientieren und spiele mit dem Gedanken, mich beim Zoll zu bewerben.
Auf den Zoll gekommen bin ich über einen guten Freund, der selber die Ausbildung im mittleren Dienst absolviert.
Ich habe mich bereits über die Inhalte des Studiums und auch den Arbeitsmöglichkeiten nach dem Studienabschluss beschäftigt, konnte aber nicht zu allen meinen Fragen eine Antwort finden :)
Das Studium behandelt ja auch die Themenbereiche BWL/VWL. Mich würde es interessieren, wie groß der Anteil von BWL/VWL im Studium ist und vor allem auch, wie hoch die mathematischen Anforderungen sind. Ich selber bin nämlich kein Genie was Mathe betrifft :lol:
Auch würde es mich interessieren, wie diejenigen, die das Studium schon beendet haben oder aktuell noch studieren, das Lernpensum einschätzen. Ich habe gelesen, dass man so vier Stunden pro Tag zum Lernen einberechnen soll. Ist das realistisch? Oder zu hoch/zu niedrig angesetzt?
So, jetzt noch eine Frage zu denjenigen, die schon im Beruf sind. Würdet ihr das Studium nochmal machen? Seid ihr zufrieden mit euerer Arbeit?
Und ist es tatsächlich so, dass man im gehobenen Dienst im Vergleich zum mittleren Dienst eher selten im Außendienst eingesetzt wird? Ich habe jetzt widersprüchliche Aussagen dazu gehört und würde mich freuen, eure Meinungen dazu zu hören :)
Ich hoffe mal, dass sich meine Fragen nicht mit bereits gestellten Fragen decken, falls doch tut es mir leid, dann habe ich das Forum nicht gut genug durchsucht.
Vielen Dank schon mal im Voraus für eure Antwort(en)!

walter2000
Beiträge: 8
Registriert: 06.02.2020 15:03
Behörde:

Re: Fragen zum dualen Studium

Beitrag von walter2000 » 20.05.2020 15:14

Das Studium behandelt ja auch die Themenbereiche BWL/VWL. Mich würde es interessieren, wie groß der Anteil von BWL/VWL im Studium ist
Laut Studienplan für das Grundstudium von 2017 (per Google zu finden) beträgt der Anteil von BWL/VWL ein Drittel.
Dies Verteilte sich auf die 720 Stunden im Grundstudium folgendermaßen:
100 Stunden betriebswirtschaftliche und informationstechnische Grundlagen des Verwaltungshandelns.
72 Stunden Volkswirtschaftslehre und
44 Stunden öffentliche Finanzwirtschaft.

Juli0210
Beiträge: 5
Registriert: 01.05.2020 12:21
Behörde:
Geschlecht:

Re: Fragen zum dualen Studium

Beitrag von Juli0210 » 20.05.2020 15:52

Laut Studienplan für das Grundstudium von 2017 (per Google zu finden) beträgt der Anteil von BWL/VWL ein Drittel.
Dies Verteilte sich auf die 720 Stunden im Grundstudium folgendermaßen:
100 Stunden betriebswirtschaftliche und informationstechnische Grundlagen des Verwaltungshandelns.
72 Stunden Volkswirtschaftslehre und
44 Stunden öffentliche Finanzwirtschaft.
Hallo walter2000,
vielen Dank für deine Antwort, habe gerade selber nochmal nach dem angesprochenen Studienplan gegoogelt und habe ihn gefunden.
Kann mir nun schon deutlich besser vorstellen, was da eventuell auf mich zukommt, danke dafür.

walter2000
Beiträge: 8
Registriert: 06.02.2020 15:03
Behörde:

Re: Fragen zum dualen Studium

Beitrag von walter2000 » 20.05.2020 17:35

Hoffe, ich konnte den Ball ins Rollen bringen und andere können dir/uns die restlichen Fragen beantworten.

Nick
Beiträge: 93
Registriert: 07.12.2014 07:42
Behörde: Zoll

Re: Fragen zum dualen Studium

Beitrag von Nick » 20.05.2020 21:30

Juli0210 hat geschrieben:
17.05.2020 21:12

Auch würde es mich interessieren, wie diejenigen, die das Studium schon beendet haben oder aktuell noch studieren, das Lernpensum einschätzen. Ich habe gelesen, dass man so vier Stunden pro Tag zum Lernen einberechnen soll. Ist das realistisch? Oder zu hoch/zu niedrig angesetzt?
kommt drauf an was man unter lernen versteht...
Man löst Aufgaben, dann sind 4 Stunden realistisch.
Konzentriert Stoff lernen, verstehen und umsetzen können geht nach meiner Meinung maximal 2-3 Stunden.
Wenn man diszipliniert genug ist und von Anfang an 2 Stunden einplant, ist man gut dabei. Da kann man dann auch schon mal eine Tag pausieren.
Juli0210 hat geschrieben:
17.05.2020 21:12
So, jetzt noch eine Frage zu denjenigen, die schon im Beruf sind. Würdet ihr das Studium nochmal machen? Seid ihr zufrieden mit euerer Arbeit?

Ja.
Juli0210 hat geschrieben:
17.05.2020 21:12
Und ist es tatsächlich so, dass man im gehobenen Dienst im Vergleich zum mittleren Dienst eher selten im Außendienst eingesetzt wird? Ich habe jetzt widersprüchliche Aussagen dazu gehört und würde mich freuen, eure Meinungen dazu zu hören :)
Ja, kommt aber drauf an wo es einen hinverschlägt.
Fahndung, Teile von FKS, Außenprüfung, manche vereinzelte Posten und Teile des SG C sind die (jungen) gDler genau so oft draußen wie mD.
Ist eher beförderungsabhänig.
Je schneller du nach oben kommst und Posten mit mehr Verantwotrung übernimmst, desto weniger gehts raus.

LG Nick

Juli0210
Beiträge: 5
Registriert: 01.05.2020 12:21
Behörde:
Geschlecht:

Re: Fragen zum dualen Studium

Beitrag von Juli0210 » 22.05.2020 14:43

Hallo Nick,

vielen Dank für deine Antwort.
Wie empfandest du den Lernstoff? War es spannend oder doch relativ trocken? Ich denke mal, dass man das wahrscheinlich nicht so generell sagen kann, da es sicher auch mal Inhalte hat, die weniger interessant/spannend sind, aber fragen kostet ja nichts :D

walter2000
Beiträge: 8
Registriert: 06.02.2020 15:03
Behörde:

Re: Fragen zum dualen Studium

Beitrag von walter2000 » 18.11.2020 22:04

Da inzwischen die Probeklausuren VWL und BWL gelaufen sind ein kurzes Feedback:

Wie empfandest du den Lernstoff? --> Viel, aber machbar. Es wird nichts geschenkt, d.h. mit allen Fächern bist du bei einer 50 - 60 h/Woche , wenn du mitkommen willst (von wegen 41h/Woche) - und es ist "gerade mal Grundstudium".
Die juristischen Fächer brauchen mehr Nacharbeit, bei BWL und VWL heißt es: Aufgaben üben und nochmal üben

War es spannend oder doch relativ trocken? --> Trocken aber man bemüht sich wirklich, eine gute Grundlage zu schaffen.

Hängt viel vom Dozenten ab, wie gut es vermittelt wird.
Skripte sind gut und es gab ausreichend Übungsaufgaben.
Die Fachbereiche haben sich sehr viel Mühe gemacht die Online-Plattform mit Inhalt zu füllen.

Viel zu rechnen, beschränkt sich auf einfache Gleichungen
Einmal ist x^2 Ableiten gefragt (Maximale Absatzmenge Monopol)
Ansonsten Dreisatz und Prozentrechnung um mal einen Preis zu bestimmen.

Auf https://diplom-finanzwirte.de/ finden sich noch alte Aufgaben vom Prof. Möhlmann - die hatte ich bereits vor dem Studium entdeckt - die geben einen ganz guten Eindruck, obwohl der Prof (glaube ich) gar nicht mehr am BWZ ist - jedenfalls nicht in der Mecklenbecker

Ansonsten BWL und VWL Basics die mit einem Grundverständnis gut zu kapieren sind.
Wer in BWL den Wöhe kennt, der ist etwas über dem geforderten Niveau, weil einfach die Zeit fehlt.

Formel sind auswendig zu lernen und es darf nur ein ganz simpler Taschenrechner benutzt werden.
Sind ca. 40 Formeln/Methoden - die meisten sind logisch herzuleiten.

Würden sie mit dem Stoff noch mehr in die Tiefe gehen oder mehr Stoff reinpacken würden wir absaufen
- so kann man gerade noch mitschwimmen.

Iltisschnurri
Beiträge: 47
Registriert: 28.08.2020 20:39
Behörde: Telekom

Re: Fragen zum dualen Studium

Beitrag von Iltisschnurri » 20.11.2020 07:29

Servus,
also ich bin zwar nicht beim Zoll. Ich bin bei der Telekom, aber auch noch Beamter im gehobenen Dienst. Ich habe mein Abitur an der FOS Technik mit 2,4 bestanden. Dann habe ich Dipl.-Ing.(FH) studiert und mit 2,8 abgeschlossen. Dann den Vorbereitungsdienst beim FA mit 12 Punkten bestanden. Nebenbei studierte ich an der DIPLOMA Hochschule nebenbei Europäische BWL und habe dies mit 2,3 abgeschlossen mit einem Aufwand von ca. 20% gegenüber dem Ingenieurstudium. Ich habe mir die Präsentation über den Link angeschaut. Ich denke mal: Durchaus machbar ;) ;)

Gruß
Iltisschnurri

Juli0210
Beiträge: 5
Registriert: 01.05.2020 12:21
Behörde:
Geschlecht:

Re: Fragen zum dualen Studium

Beitrag von Juli0210 » 25.11.2020 10:55

@ walter200, danke für den kleinen Einblick! Eine 50 bis 60 Stunden Woche ist schon heftig, aber habe ich jetzt ehrlich gesagt auch ein Stück weit erwartet. Auch von der extremen Stoffdichte habe ich schon gelesen. Da braucht man ein gutes Zeitmanagement und passende Lernstrategien.
Habe mir die Folien von dem Herr Prof. Möhlmann jetzt auch mal angeschaut, scheint tatsächlich (auch für mein Laienauge) machbar zu sein ;)
Wünsche dir noch weiterhin viel Erfolg im Studium und vor allem auch viel Durchhaltevermögen und Disziplin!
Freue mich auf weitere "Updates" :)

Juli0210
Beiträge: 5
Registriert: 01.05.2020 12:21
Behörde:
Geschlecht:

Re: Fragen zum dualen Studium

Beitrag von Juli0210 » 25.11.2020 10:58

Hey Iltisschnurri! Wow du hast aber auch einen interessanten Karriereweg mit deinen Abschlüssen :) Freut mich, dass sich deine Einschätzung des Studienstoffs (zumindest was die besagten Folien angeht) mit meiner Sichtweise und der von walter deckt!

Torquemada
Moderator
Beiträge: 3691
Registriert: 04.07.2012 13:08
Behörde: Ruheständler und Privatier
Geschlecht:

Re: Fragen zum dualen Studium

Beitrag von Torquemada » 25.11.2020 13:29

Hier geht es um das duale Studium! Selbstdarstellungen ohne Bezug wandern zukünftig in die Mülltonne.
- mod

Werbung