Warum wird man als Beamter nicht nach Leistung bezahlt???

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kuddel
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Beitrag von kuddel »

Ach du Scheiße, einen Beamten der Arbeitet.................. gibt es doch gar nicht......!!!!!
SPM
Beiträge: 18
Registriert: 03.04.2008 19:19
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Beitrag von SPM »

Hallo Arbeiter,

deine Einstellung zur Arbeit finde ich gut. Es gibt aber gerade in Verwaltungen immer wieder Mitarbeiter, die es überhaupt nicht interessiert, ob sie was schaffen oder nicht. Dies ist aber ein Problem, das a) auch bei Angestellten anzutreffen ist und b) nicht nur, wie von einigen Vorrednern postuliert, im gehobenen oder höheren Dienst vorkommt.

Ich kenne selber viele Personen aus dem mittleren Dienst, die totale Blindschleichen sind. Denen ist tatsächlich alles egal, Hauptsache die können sich ein schönes Leben machen. Ist Daddy dann noch ein guter Kumpel vom Bürgermeister, ist sowieso alles gelaufen! Traurig, aber wahr.

Interessant wäre sicherlich der jeweilige Stellenzuschnitt bei euch. Das ein Sekretär die gleichen Arbeiten wie ein Inspektor macht, darf eigentlich und kann normalerweise auch nicht sein. Das wäre tatsächlich ne ganz üble Geschichte. Ein bisschen blauäugig kommst du mir mit deinen Forderungen nach Beförderung oder Herabstufung allerdings schon vor. Das ist eine Stelle, bei der ich mir nicht sicher bin, ob du das ernst, oder als Scherz meinst. Wenn du das ernst meinst, solltest du besser den Job wechseln. Wer im öffentlichen Dienst Gerechtigkeit erwartet, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann.

Du bekommst deine Kohle entsprechend den hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums, wie du selber festgestellt hast, nicht für deine Leistung, sondern für deine Treue zum Staat. Das ist was ganz anderes als ein privatrechtliches, auf Leistung basierendes Arbeitsverhältnis. Genau genommen ist das aber kein Fehler im System, das IST das System.

Das dieses System aber nicht unbedingt das Optimum aus den Beamten hervorholt, hat man ja mittlerweile zum Glück gemerkt und möchte zukünftig Leistung honorieren. Ich würde mir aber jedwede Illusion abschminken, dass das a) schnell geschieht und b) deutliche Einkommenssteigerunge mit sich bringt. Ich habe im Personalamt die Einführung der leistungsorientierten Bezahlung bei den Angestellten miterlebt. Die Gesetzgeber scheinen doch tatsächlich zu glauben, dass ein Beschäftigter sich für 1% des Jahresbruttos ein Jahr lang den Arm rausreißt. Das ist totaler Quatsch. Die meisten sagten dann: „Weißte was, die paar Kröten könnt ihr behalten, ich mach dann lieber weiter wie bisher!“ Und das ist leider auch noch der günstigste Fall. Denn wenn man richtig Glück hat und in einer Behörde arbeitet, die alles lieber richtig falsch macht, wird die Kohle gemäß dem Gieskannenprinzip ausbezahlt. Da wird jeder Leistungsgedanke im Keim erstickt.

Angesichts der Haushaltslage der Länder ist eine leistungsorientierte Bezahlung „on top“ für Beamte m.E. illusorisch. Der Ansatz ist ja absolut korrekt, das funktioniert aber nur, wenn es sich lohnt.

Eins noch: Aussagen, wie der fett gedruckte Text zum Schluss deines Beitrags vom 12.11.2008 sollten wir uns hier sparen!

Schöne Weihnachten
Siegfried