Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Hier kommen politische Themen zur Sprache.

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Mikesch
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Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von Mikesch »

Ist eher eine philosophische Betrachtung wo ich allmählich mit meinem Gewissen hadere.
Ich habe eine rechtsstaatlich demokratische Einstellung, bin grundsätzlich gegen jegliche Gewalt zur Durchsetzung von Zielen!

Parteien haben Programme, kommen sie an die Macht, machen sie was sie wollen und schmeißen anschließend alles über den Haufen, der Wählerwille wird missachtet.

Elbphilharmonie, Stuttgart21, die vertragswidrige "Griechenlandrettung", Euro, Rettungsschirm, Afghanistankrieg...
Wollte das jemand? Nein...

Abgeordnete, die eigentlich ihrem Gewissen folgen sollten, werden immer mehr zu Handlangern der Konzerne und Finanzriesen, in Nacht und Nebelaktionen werden deren Interessen durchgewunken.
Beispiele: Weitergabe von persönlichen Daten an Firmen (Gott sei Dank gecancelled), Privatisierung des Trinkwassers, Haftung von Sparern bei Bankenpleiten...

Bei steigenden Steuereinnahmen versickert immer mehr Geld ins Nirwana...
DE weigert sich vehement, eine UN-Resolution gegen die Bestechlichkeit von Abgeordneten umzusetzen, warum?? Die ist in DE nicht strafbar! Warum wohl? :twisted:

Die Liste könnte man seitenweise fortsetzen...

Ich bin alt und verfolge unsere Demokratie mittlerweile über Jahrzehnte hinweg.
Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass wir langsam salamitaktisch in eine Art Finanz- und Konzerndiktatur unter dem Deckmantel einer Demokratie abgleiten.

Ich vergleiche das mit damals unter "Addie", plötzlich war ein "Point of no return" da und niemand hat es bemerkt.
Rechtsstaatlich ist es IMHO schon jetzt kaum mehr möglich, sich gegen das Diktat unserer sog. "Volksverteter" zu erwehren.
Dieses Mal ist es schlimmer, die heutigen Diktatoren verstecken sich hinter den Schlagworten wie "Demokratie" und "Rechtsstaat".
Die heutigen Diktatoren wollen keine Völker vernichten, kein Land erobern, sie wollen schlicht nur ihre Taschen füllen...

Ich frage mich, was kann man tun, was ist gerechtfertigt, wenn man erkennt, dass in "Demokratie" "Diktatur" drin ist, und wenn "Recht" und demokratische Mittel schlicht ins Leere laufen.
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arme Sau
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von arme Sau »

Mikesch hat geschrieben: Ist eher eine philosophische Betrachtung wo ich allmählich mit meinem Gewissen hadere.
Ich habe eine rechtsstaatlich demokratische Einstellung, bin grundsätzlich gegen jegliche Gewalt zur Durchsetzung von Zielen!

Parteien haben Programme, kommen sie an die Macht, machen sie was sie wollen und schmeißen anschließend alles über den Haufen, der Wählerwille wird missachtet.

Elbphilharmonie, Stuttgart21, die vertragswidrige "Griechenlandrettung", Euro, Rettungsschirm, Afghanistankrieg...
Wollte das jemand? Nein...


. . .
Noch etwas, mal Bildlich gesprochen !



Bild

und

Bild

Mikesch hat geschrieben: . . .
Ich frage mich, was kann man tun, was ist gerechtfertigt, wenn man erkennt, dass in "Demokratie" "Diktatur" drin ist, und
wenn "Recht" und demokratische Mittel schlicht ins Leere laufen.
Schei** ! Recht hast du !


Aber was kann man machen ??

Manchmal denke ich, wenn man Ihnen schreibt (zB. abgeordnetenwatch.de) müssten Sie "uns" doch mal hören?!
Dann antworten Sie garnicht, oder Antworten das du Ihnen dein Anliegen auf "Ihrer HP" nochmals mitteilen sollst (damit es nicht "zu" öffentlich wird) !
Gehst du auf eine Demo schließen Sie das Fenster, damit sie weiter mit dem Lobbyisten Kaffee (?) trinken können!

Nochmals: Vor nunmehr ca. 15 Jahren hat mir ein Politiker, einer großen Partei gesagt,
... Wenn ich Geburtstag habe richte ich den doch nicht selbst aus! Nein, ich lade verschiedene Firmen ein (die dann natürlich Getränke und Häppchen reichen) und nenne es dann Wirtschaftsforum oä.!
DU Michel (Wähler) bist "maximal" lästig und wirst nurnoch für die Wahlen gebraucht.
Der Anteil der Wähler sinkt von Jahr zu Jahr.

Und nichts, aber auch garnichts ändert sich!

Ich sehe auch keine Lösung !
... und es kotzt mich an ...
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Mikesch
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von Mikesch »

Den Beitrag hatte ich geschrieben, als mir gerade mal wieder die Galle überlief und heute wollte ich ihn eigentlich wieder löschen ;-)

Weil, eigentlich kann man, zumindest hier, nicht wirklich über das Thema philosophieren, schnell begibt man sich auf Glatteis ;-)
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egyptwoman
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von egyptwoman »

Ich denke nicht das du dich aufs Glatteis begibst, da ich glaube das du dem Großteil der Foristen hier aus der Seele gesprochen hast.
Was kann man tun? Zumindest nicht immer nur für sich oder in kleiner Runde untereinander über die Problematik sprechen, sondern der "Michel" sollte sich zusammentun und mal ne Art Generalstreik anzetteln, hat es ja in anderen Ländern auch schon gegeben und sie hatten damit Erfolg.
Wenn ich allerdings sehe welch geringe Zahl von Leuten meist auf Demos die diese Problematik aufgreifen zu sehen sind, dann scheint es dem Großteil der Deutschen entweder noch zu gut zu gehen oder sie haben mittlerweile alle Resigniert.
Ich lese sehr häufig das viele dieses Jahr diese AfD wählen wollen, weil sie wohl meinen das mit denen sich irgendwas ändert und diese Eurosache mal gründlich unter die Lupe genommen wird. Habe allerdings auch schon so einiges negatives gelesen was die in ihrem Programm haben u.a. das man eben in dieser Lage auch mit noch weniger Lohn zurechtkommen muss wenns denn sein muss. Also so ne richtige Alternative ist das auch nicht wirklich.
Ich würde denken es müsste mal zu einem Europaweiten Generalstreik kommen, denn diese Missstände gibt es ja nun nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen Ländern der Eurozone.
Als einzelner kann man da mit Sicherheit nix ändern, das müsste die breite Masse tun, das wird aber wenn überhaupt wohl noch eine ganze Weile dauern bis sich da alle mal erheben.
Warum die Politiker und Abgeordneten nur noch nach der "Pfeife der Wirtschaft und Banken tanzen"? Einfache Antwort: weil viele Abgeordnete aber auch Politiker in den Vorständen der Firmen sitzen und entgegen ihrem Eid sich vorrangig für deren Interessen einsetzen, deshalb wird auch vieles durchgewunken wo man sich also Otto-Normalo fragt wie das sein kann.

egyptwoman
Frauenpower
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von Frauenpower »

Man kann nichts tuhen. Man sollte sicher lieber mit Dinge beschäftigen die einem persönlich Freude bringen.
:)
Jonna
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von Jonna »

„Mit dem Aufstieg der Global Cities verlor die nationale Ebene an Bedeutung und der Staat an Macht…“

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Topgun
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von Topgun »

arme Sau hat geschrieben:DU Michel (Wähler) bist "maximal" lästig und wirst nurnoch für die Wahlen gebraucht.
Der Anteil der Wähler sinkt von Jahr zu Jahr.

Und nichts, aber auch garnichts ändert sich!

Ich sehe auch keine Lösung !
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arme Sau
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von arme Sau »

Topgun hat geschrieben:
Es gibt nur noch eine Partei,
die meine Interessen vertritt...

. . .
Das Problem bei allen kleinen Parteien, sie kommen kaum/oder selten (Piraten) über die 5% Hürde.
Eine Hürde, die (meiner Meinung nach) ihre geschichtliche Legitimation längst verloren hat !

Aber weder wird sich etwas an dieser Hürde ändern, noch ändert sich sonst etwas an dem System. Wie immer !

Und aufstehen liebe egyptwoman, doch nicht der Michel!
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von Frauenpower »

Ich denke auch dass sich am Symstem nichts ändern wird. Man kann lange genug darüber diskutieren. Jedoch nur aus Spaß, da es aus meiner Sicht,so keine Verbesserung geben wird.
:)
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von egyptwoman »

@Frauenpower und arme Sau: genau das meinte ich mit Resignation, so wie ihr denken leider viele: "Ach was soll ich schon tun, ändert sich ja eh nichts" blabla (sorry) und genau deshalb wird sich an dem System nichts ändern, solange jeder nur sich selbst der nächste ist und nur auf seinen Vorteil bedacht: Hauptsache mir gehts gut, was geht mich das Elend von anderen an.
Diejenigen die die Macht haben: Banken und die Wirtschaftsunternehmen (die Politiker sind doch eh nur noch Handlanger von denen) wissen dies und nutzen das natürlich aus, weil sie genau wissen, das eben alles irgendwie geschluckt wird, man regt sich kurz auf und dann kommt wieder: "Naja muss ich halt durch lässt sich ja eh nichts ändern." Also völlige Resignation, ändern kann man was, wenn man sich dafür einsetzt und andere mitziehen kann, als einzelner gebe ich euch recht, hat man keine Chance aber als breite masse denke ich schon.
In diesem Sinne nen schönen Abend noch.

egyptwoman
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bob
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von bob »

Jonna hat geschrieben:„Mit dem Aufstieg der Global Cities verlor die nationale Ebene an Bedeutung und der Staat an Macht…“

Interview mit Saskia Sassen zur „Global City“:

http://www.saskiasassen.com/PDFs/Die-Gl ... er-Ort.pdf
Sehr interessantes Interview!
Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken
arme Sau
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von arme Sau »

egyptwoman hat geschrieben: . . . "Ach was soll ich schon tun, ändert sich ja eh nichts" blabla (sorry) . . .

egyptwoman
Die Wahlbeteiligung (generell) und hier speziell bei der Landtagswahl in SH (im Mai) geht weiter zurück !

Das Volk hat die schnauze voll ! Und die Politik versteht einfach nicht was sie dagegen tun kann !

Das ist unbegreifflich !
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von Jonna »

Frauenpower hat geschrieben:Ich denke auch dass sich am Symstem nichts ändern wird. Man kann lange genug darüber diskutieren. Jedoch nur aus Spaß, da es aus meiner Sicht,so keine Verbesserung geben wird.
Ich glaube, Systeme ändern sich immer irgendwann.
Früher oder später.

arme Sau hat geschrieben: Die Wahlbeteiligung (generell) und hier speziell bei der Landtagswahl in SH (im Mai) geht weiter zurück !
Das Volk hat die schnauze voll ! Und die Politik versteht einfach nicht was sie dagegen tun kann !
Die Politik will etwas dagegen tun? :wink:
Mein Eindruck ist, dass die Politik vor allem will, dass wir still sind und alles hinnehmen wie es kommt.

Ein aktuelles Beispiel dafür, wie mit Leuten umgegangen wird, die ihre Meinung äußern, ist die Demo in Frankfurt (01. Juni), gegen Verarmungspolitik.
Das scheint selbst der FAZ aufgefallen zu sein:
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/b ... 04955.html
kreisverkehr
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von kreisverkehr »

Jonna hat geschrieben: Ein aktuelles Beispiel dafür, wie mit Leuten umgegangen wird, die ihre Meinung äußern, ist die Demo in Frankfurt (01. Juni), gegen Verarmungspolitik.
Das scheint selbst der FAZ aufgefallen zu sein:
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/b ... 04955.html

Das Verhalten der Leute, die "ihre Meinung äußern" wurde auch aus anderer Sicht beobachtet und kommentiert.
Ehrlich gesagt: Wer SO seine "Meinung äußert", mit dem sollte die Polizei überdurchschnittlich verantwortungsvoll umgehen!

http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... AUKR_-hSHw
Jonna
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Re: Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?

Beitrag von Jonna »

kreisverkehr hat geschrieben: Das Verhalten der Leute, die "ihre Meinung äußern" wurde auch aus anderer Sicht beobachtet und kommentiert.
Ehrlich gesagt: Wer SO seine "Meinung äußert", mit dem sollte die Polizei überdurchschnittlich verantwortungsvoll umgehen!
http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... AUKR_-hSHw
Ich denke, wir schreiben über unterschiedliche Dinge, kreisverkehr.
Mein Beitrag bezieht sich auf tausende Menschen, die in Frankfurt friedlich für eine andere Politik demonstrieren wollten. Nicht darauf, wie die Polizei mit Randalierern umgeht/ umgehen muss. Mich stört, wenn Demonstrationen unterbunden werden (Thema "Widerstand in einer Demokratie, welche Mittel?"). Mein Eindruck ist nicht, dass dafür die Polizeibeamten oder ein paar Streitsuchende verantwortlich sind.
Vielleicht hast du ja eine Idee, wie die Menschen sich zukünftig Gehör verschaffen und ihren Unmut kundtun können, wenn demonstrieren nicht mehr möglich ist? Das hältst du doch sicher auch für wichtig?