Beurteilung nicht unterschreiben

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Diensttier
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Beurteilung nicht unterschreiben

Beitrag von Diensttier »

Hallo, was passiert eigentlich, wenn man diese 3-Jahres-Beurteilung als beamter nicht unterschreibt?
Ich hatte einen toxischen Vorgesetzten. Dieser Dienst hat mich auch krankgemacht. Vielen Dank für jede Rückmeldung.
Pipapo
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Re: Beurteilung nicht unterschreiben

Beitrag von Pipapo »

Dann kommt die Beurteilung eben ohne deine Unterschrift in die Personalakte.
HagenKrause
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Re: Beurteilung nicht unterschreiben

Beitrag von HagenKrause »

Das ist mehr so ähnlich wie ein Bescheid zu sehen. Der muss auch nur zugestellt werden und braucht vom Empfänger nicht unterschrieben zu werden, um eine Wirksamkeit zu entfalten, wie z. B. bei einem Vertrag. Die Beurteilung wurde dir eröffnet und damit hat sich's dann.
Kringel
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Re: Beurteilung nicht unterschreiben

Beitrag von Kringel »

Bei einer Verweigerung der Unterschrift wird die Eröffnung der Beurteilung durch einen entsprechenden Vermerk der eröffnenden Vorgesetzten dokumentiert.
Diensttier
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Re: Beurteilung nicht unterschreiben

Beitrag von Diensttier »

Ok, Danke. Kann man wenigstens eine Gegenvorstellung abgeben, die dann mit zur Personalakte kommt?
BalBund
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Re: Beurteilung nicht unterschreiben

Beitrag von BalBund »

Dafür hat man das Äußerungsfeld in der Beurteilung. Wenn dort nichts niedergeschrieben ist, dann ist die Chance vertan.
Mainstream1
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Re: Beurteilung nicht unterschreiben

Beitrag von Mainstream1 »

Ja, kann man machen und dort etwas eintragen. Interessiert aber letztlich nicht. Die 3 f halt. Formlos, fristlos, furchtlos.

Nicht unterschreiben ist ganz schlecht, da man damit zeigt, dass man noch nicht einmal weiß, dass man damit nur bestätigt, die Beurteilung eröffnet bekommen zu haben. Ein Einverständnis ist das nicht.
So ein "Kindergartenkram" hat man dann in der Personalakte.... macht sich später "gut", wenn man sich wegbewirbt usw.... zumal der Vorgesetzte in der Tat einfach einen Vermerk macht, dass er die Beurteilung eröffnet hat. Wenn man Pech hat, schreibt der dann auch noch darein, dass, trotz Erläuterung der Rechtslage/Bedeutung der Unterschrift, diese verweigert wurde. Dann ist man gleichzeitig als uneinsichtig und remitent abgestempelt.
MS
HagenKrause
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Re: Beurteilung nicht unterschreiben

Beitrag von HagenKrause »

Diensttier hat geschrieben: 10.07.2024 14:18 Ok, Danke. Kann man wenigstens eine Gegenvorstellung abgeben, die dann mit zur Personalakte kommt?
Du kannst sogar einen Widerspruch einlegen, dann muss dein Chef noch mal was tun. Aber "bringen" in Form von einer Aufbesserung - in irgendeiner Weise - tut das nichts. Die Antwort wird mehr lauten wie "wir haben ihm doch schon das Beste gegeben, was man geben kann, was hat er denn? Es war ja außerdem das noch und das noch" Ausser, du kannst sowas geltend machen, wie sexuelle Belästigung oder nachweisbares Mobbing - weil da überwiegt dann die Angst davor, das evtl. in einer Klage breitzutreten, statt die Angst davor, dass eine Widerspruchswelle losgetreten wird, falls man dich in irgendeinerweise "aufbessert"

Die Angst, dass du wegen eines Eintrages einer Unterschriftsverweigerung oder eines Widerspruches in der Akte zu ewigen Zeiten "verdammt" bist und ein späterer Begutachter denkt "was für ein Aufständler", ist übertrieben. Genau so könnte er denken "ja, wenn der nicht mal was zu seiner miesen Beurteilung sagt ..."

Ich habe in einen meiner Widersprüche mal einen Cowboy reingemalt und wurde trotzdem weiterbefördert und woanders genommen :lol:

Du solltest allerdings deine Gegenmaßnahme nicht als wirksames Rechtsmittel sehen oder auf ein "wow, da hat er es ihnen aber jetzt gegeben und seine Unterschrift mutig verweigert" sehen, sondern mehr als PSYCHISCHE ENTLASTUNG deinerseits. Es ist auf jeden Fall besser, auch mal auszuteilen, statt nur immer die linke und die rechte Wange hinzuhalten, um als Zombie dahinzuvegetieren ;)

Wenn du mit deinem Chef auf Kriegsfuß stehst, dann ist von dem eh nichts mehr zu erwarten ... Fühlst du dich besser mit einer Gegenvorstellung? Dann gib sie ab :)