Frühpensioniert mit unter 40 - fühle mich verloren

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Allium
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Re: Frühpensioniert mit unter 40 - fühle mich verloren

Beitrag von Allium »

PR usw. sind dem Leiter "unterstellt", so hab ich es empfunden...die sind teils selber Beamte und wollen sich zu Gunsten eines ungewollten und dienstunfähigen Beamten nicht ihre Karriere vermasseln lassen, also ist ersichtlich, in wieweit diese Gremien sich gegen einen Leiter stellen, wenn dieser einen unliebsamen, schwer integrierbaren Beamten in die DDU befördern möchte...(natürlich auch aus "Fürsorgegründen")...

Urlaubsabgeltung-Zahlung kam bei mir nur auf Antrag und zwar 3 Monate nach der DDU Pensionierung...

Insgesamt sehe ich persönlich die DDU als junger Mensch bei schweren Krankheiten als Chance...sich auf die Gesundheit zu konzentrieren ist zeit- und kraftzehrend, auch wenn man zwischendurch viel Freizeit hat und viele schöne positive Dinge erleben kann, ich zb bin viel in der Natur und tue viel für meine Seele...ich habe mich von vielen negativen Dingen und Menschen und von einer toxischen Dienststelle "getrennt".
michelangelo
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Re: Frühpensioniert mit unter 40 - fühle mich verloren

Beitrag von michelangelo »

Ja, die Personalraete stehen den vorgesetzten Dienststellen sehr nahe, so empfand ich das auch.
Und der Schwerbehindertenbeauftragte, hat diese Funktion meist , weil er selbst gesundheitliche Probleme hat und dadurch Ermaessigungsstunden bekommt.
Kaum zu erwarten, dass da viel Unterstuetzung gegen die Aggressionen eines gut vernetzten Vorgesetzten kommt.
Und wirklich, es ist eine ungeheure Chance auf einen
Neuanfang, man hat Zeit und Muße, sich selbst im Hinblick auf ein gutes Leben zu entwerfen und so der Glueckseligkeit etwas naeher zu kommen. Dazu brauchts nicht allzu viel Geld.
HagenKrause
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Re: Frühpensioniert mit unter 40 - fühle mich verloren

Beitrag von HagenKrause »

michelangelo hat geschrieben: 29.05.2024 02:06 Mag sein, dass einige Rueckgrat haben.
Bei mir war es so, dass die Personalraetin erst gar nicht zum Wiedereingliederungsgespraech mit meinem Vorgesetzten erschien.
Die Schwerbehindertenbeauftragte erschien, verteidigte anfangs meine Wuensche zum Deputat, notierte alle Beleidigungen und Drohungen meines Vorgesetzten im Protokoll.
Bevor ich dann auf die Toilette ging weil ich Angstattacken von dieser ganzen bedrohlichen Atmosphäre bekam und weil mir klar war, dass ich mir nur Schaden zufuegte, wenn ich weiter im Raum verweilte, schrie er ihr noch in Gesicht "DIESES Protokoll wird niemand zu Gesicht bekommen"
Als ich dann zurueckkam, lag das Protokoll in klitzekleinen Fetzen auf dem Tisch (so klein, dass selbst ein Archäologe Probleme gehabt haette,es zu rekonstruiren) und die Schwerbehindertenbeauftragte sagte dann zu mir, als ob nichts geschehen waere: Wir haben uns nun doch geeinigt.
Das war dann der Moment, ab welchem ich jegliches Vertrauen in die moralische Integritaet des Beamtentums verlor.
Aber bei etwas harmloseren Geschichten koennen die die Schwerbehindertenbeauftragte und die Personalraetin sicher helfen.....

Personalräte oder Schwerbehindertenbeauftragte können nur beratend oder unterstützend tätig werden. Von demher war die Aussage der Schwerbehindertenbeauftragten, dass sie sich "geeinigt" hätten, eher überflüssig.

Auch das Protokoll nützt an sich nichts. Du selbst kannst auch ein Schriftstück aufsetzen und einfach irgendwas reinschreiben, was der Vorgesetzte gesagt haben soll. Das Zerreissen war maximal symbolischer Charakter. Du hättest hier nur Nutzen rausziehen können, wenn die Schwerbehindertenbeauftragte sich mit dir verbündet hätte und seine Entgleisungen bestätigt. Aber da kann es schon sein, dass in deiner Abwesenheit im direkten Gespräch Einfluss genommen worden ist.

Sofern es einen Personalrat gibt, der mit dir sympathisiert, wäre das wohl die richtige Wahl gewesen, diesen direkt anzusprechen und mitzunehmen. Am besten mit einem, der maximal neutral zum Vorgesetzten steht, besser noch nen Kritiker.

Auch dein direkter Vorgesetzter ist nur ein kleiner Fisch im Karpfenteich und entscheidet nicht über die Dienstunfähigkeit.

Aber die Angstzustände kann ich nicht nachvollziehen. Als Beamter auf Lebenszeit hättest du dir theoretisch zu Beginn des Gesprächs einen Ohrstöpsel mit "take it easy, altes Haus" ins linke Ohr stecken können und zu ihm "hey, chill mal hier" sagen können. Und wenn du jetzt weißt, dass er so gerne mit Konfetti spielt, bring ihm das nächste Mal eine Packung mit und stell sie ihm auf den Tisch. :lol:

Aber jetzt kann man sich vorstellen, was in der freien Wirtschaft abgeht, wo es reicht, zwei gleichartige Fehler zu machen, dass man fliegt :shock:
michelangelo
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Re: Frühpensioniert mit unter 40 - fühle mich verloren

Beitrag von michelangelo »

Wenn ich damals gewusst haette, dass ich gut ein Jahr spaeter in Pension geschickt werde, haette mir das ganze Geschrei und die Aggressionen nichts anhaben können.
Aber in dem Augenblick ging es um eine Wiedereingliederung in die Schule.
Versetzung wurde so schnell nicht bewilligt. In dem Augenblick war ich mit meiner Arbeitsexistenz an einen feindlich gesinnten Vorgesetzten gekettet, der mit dem Schulrat bestens befreundet war.
In der freien Wirtschaft haette ich schon viel frueher gekuendigt.
Aber in der Schule als Lehrer geht so so etwas nur begrenzt, bei einem Versetzungsantrag, weiss man nicht wohin man kommt.