Kommune, Landesoberbehörde oder Ministerium?

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Antle
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Kommune, Landesoberbehörde oder Ministerium?

Beitrag von Antle »

Hallo,

ich bin aktuell ein dualer Student der Verwaltungsinformatik mit A9 (nicht-technischer Verwaltungsdienst) in einer Landesmittelbehörde in NRW.

Ich hätte die Möglichkeit ein auswärtiges Praktikum zu machen, wäre aber nicht ganz sicher, wo ich dies tun soll. Das auswärtige Praktikum will ich nutzen, um potenziell auch eine Behörde zu finden, in der ich vielleicht mal hinwechseln kann.

Ich denke leider, dass die Aufstiegschancen in einer Landesmittelbehörde eher gering sind. Beispielsweise werden Verwaltungsinformatiker in Landesoberbehörden und in Bundesbehörden mit A10 vergütet, während Kommunen und Landesmittelbehörden bei A9 einsteigen.
Hier ergibt sich schon die erste Frage:
Wenn ich zu einer Bundesbehörde oder Landesoberbehörde wechsle, kann ich dann direkt mit A10 einsteigen als wie geplant mit A9? Ist ein Wechsel vom Land zum Bund so einfach?

Und wie ist es denn allgemein so mit der Arbeitslast in Landesoberbehörden/Landesministerien und Bundesbehörden? Ich würde nämlich in den 41h, in denen ich arbeite auch genügend zu tun haben und nicht zu viel Leerlauf haben. Was mich in der Landesmittelbehörde stört, ist dass wir einfach zu wenig auf eigene Faust die Digitalisierung umsetzen können, da alles zentralisiert ist. Ich würde auch gerne so schnell es geht Richtung A13 gehen. Ich schätze das aktuell so ein, dass größere Kommunen schneller aufsteigen lassen als Landesmittelbehörden, Landesoberbehörden vergüten besser als Kommunen, dann kommen die Landesministerien und dann die Bundesbehörden.

Klar lässt sich das pauschal nicht so sagen, aber es gibt ja Tendenzen und daher wollte ich Erfahrene fragen, wie sie es sehen. Im Ministerium/Landesoberbehörden und Bundesbehörden gibt es den Nachteil der Anreise (50-80km entfernt) mit Öffis 1,5h jeweils hin und zurück oder mit dem Auto fast eine Stunde… Ist hier Homeoffice in der Regel möglich?
Mainstream1
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Re: Kommune, Landesoberbehörde oder Ministerium?

Beitrag von Mainstream1 »

Ganz klar eine Bundesbehörde mit der Fachrichtung würde ich das BSI wählen. Da gibt es neben einer schnellen Beförderung bis A11 auch noch eine Zulage. A12 und A13 ist da auch realistisch.
Das ITZ geht auch, aber ohne Zulage (m. E.) , eine solche kommt aber sicher noch... Zudem gibt es im IT-Bereich des Bundes Personalgewinnungsprämien und eine individuelle Einstufung nach Erfahrung.
Ansonsten würde ich zur Kommune gehen, da ist die Aufgabenvielfalt ein Vorteil... bei kleinen Kommunen ist es über A11 hinaus allerdings sehr schwer weiterzukommen. Ab A 12 ist man dann da aber schon "King" :D
MS
Antle
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Re: Kommune, Landesoberbehörde oder Ministerium?

Beitrag von Antle »

Ich hätte da dann noch zwei weitere Fragen:
1. Ich bin im nichttechnischen Verwaltungsdienst im Land NRW. Würde bei einem Wechsel zum Bund die Anwärterbezüge fällig und könnte ich direkt nach dem Studium bei einem Wechsel zu ITZBund den technischen Verwaltungsdienst mit A10 erhalten (Ich würde quasi vom nichttechnischen Verwaltungsdienst zum technischen gehen wollen und gleichzeitig von A 9 auf A10, was bestimmt nach dem dualen Studium nicht möglich wäre)…

2. Gibt es beim Bund noch die Erfahrungsstufen 1&2? Werden meine Jahre im dualen Studium für NRW für Pension angerechnet und als Erfahrung beim Bund angesehen?
Mainstream1
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Re: Kommune, Landesoberbehörde oder Ministerium?

Beitrag von Mainstream1 »

Die Erfahrungsstufen fangen immer möchte bei 1, 2 usw an.....der Bund zahlt aber besser als das Land NRW.

Bezüglich der Laufbahn lohnt sich ein Blick in Anlage 2 zur Laufbahn Verordnung des Bundes vom 17.01.2017.

Auf die versorgungswirksamen Zeiten hat ein Wechsel m. E. nach keine negativen Auswirkungen, da die Anwärterzeit NRW meines Wissens mitgerechnet wird. Bei einer Versetzung sowieso, aber auch bei einem Wechsel direkt nach Abschluss der Laufbahnprüfung.

Hinsichtlich der Rückzahlung der Kosten der Ausbildung beim Land, musst du mal in die NRW-Bestimmungen schauen oder in den Bescheid mit den Auflagen anlässlich der Einstellung. In den meisten Ländern genügt eine Weiterbeschäftigung im öffentlichen Dienst, also ohne Unterscheidung, ob man bei der Einstellungskörpetschaft verbleibt.

Bezüglich des Wechsels der Laufbahn in den technischen Dienst würde sicher ein Anruf beim Personalreferat des ITZ sofort Klarheit verschaffen (neben dem Blick in die o. g. Anlage der Verwaltungsvorschrift)

Aber aufgepasst, bei einer Bundesbehörde muss man grundsätzlich mit einem Einsatz im gesamten Bundesgebiet rechnen. Aufgaben werden da schon mal verlagert oder Außenstellen geschlossen.

Das BSI ist da kompakter in Bonn aufgestellt.

Ansonsten ist das Bva (Hauptsitz in Köln) mit Digitalisierung und Jobs in dem Bereich auch ganz gut dabei und schreibt ständig neue Stellen aus....
MS