Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

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Bertha
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Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von Bertha »

Hallo nochmal,
wie ich bereits geschrieben hatte, hab auch ich eine Einladung zu einer Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren bekommen und diesen Termin mittlerweile auch absolviert.
Was soll ich sagen, die sind wohl echt dabei kranke Menschen zu reaktivieren und damit wieder das ganze Krankheitsbild aufleben zu lassen.
Der Arzt hat nur ca 3 Minuten mit mir gesprochen, keine Frage was je los war und warum und kam zu der Entscheidung, da ich nach 23 Jahren keine Arztberichte mehr bringen konnte, daß er mich nur noch 4 Monate in DDU lässt und in der Zeit soll ich den Fall wieder komplett aufrollen.
Ich konnte seither mit der psychischen Situation gut zurecht kommen, aber alleine diese Entscheidung löste bei mir einen extremen Rückfall aus.
Ich hatte einen Nervenzusammenbruch nach der Untersuchung und merke gerade selbst wie ich wieder in die Angststörungen falle, an Schlaf ist nicht mehr zu denken.
Jetzt ist meine Frage, kann der Arzt denn ohne genauere Untersuchung meine DDU auf 4 Monate begrenzen? Ich habe bereits mehrere Pwsychiater und Psychologen abtelefoniert, so schnell bekommt man da nicht mal einen Termin. Ich habe auch keine Kraft mich da zu wehren, macht denn ein Anwalt Sinn?
Ich hoffe echt das die BAnST hier mitliest damit Sie mal lesen was Sie psychisch kranken Menschen antut!

Kennt sich jemand mit so einer Sachlage aus? Was kann ich tun?
LG Bertha
blink182
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von blink182 »

Bertha hat geschrieben: 06.04.2023 08:06 Jetzt ist meine Frage, kann der Arzt denn ohne genauere Untersuchung meine DDU auf 4 Monate begrenzen?
Der Arzt erstellt normalerweise ein medizinisches Gutachten, weitere Befugnisse hat er nicht.

Ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, dass er das so gemeint hat, wie es bei dir angekommen ist.

Ob -und, wenn ja, wann- du reaktiviert wirst, entscheidet dein Dienstherr...und dahingehend ist ja noch gar nix passiert.
Kennt sich jemand mit so einer Sachlage aus? Was kann ich tun?
Ich höre von so einem Vorgehen eines Arztes zum ersten Mal und würde abwarten, wie die BAnstPT entscheidet.

Parallel dazu hast du dich ja bereits um einen Termin bei einem Facharzt oder Psychotherapeuten bemüht...mehr kannst du nicht tun.

Wenn es dir psychisch sehr schlecht geht, bestünde ggf. noch die Möglichkeit, dass du dich in eine psychiatrische Klinik einweisen lässt.

Alles Gute...
Gruß
blink182
Bertha
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von Bertha »

Hallo blink,
danke für Deine Antwort.
Ich bin völlig aus der Bahn, kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Der Arzt hat mich tatsächlich nicht mal untersucht und dann gesagt das er meine DU jetzt auf 4 Monate begrenzt und ich in der Zeit alles wieder aufrollen muss. Er sagte auch das Atteste vom Hausarzt, der einzigste der in meinem Fall noch praktiziert, nicht gelten. Ich muss zum Psychiater. Ich weiß auch das depressive Menschen da gerne in eine Vermeidungshaltung gehen, sehe ich ja jetzt an mir.
Würde es denn Sinn machen mit der Sachbearbeiterin bei der BAnST zu sprechen?
Eine Adresse von einer pschiatrischen Klinik habe ich schon von einer Freundin bekommen, die sieht wie es mir gerade geht.
Wenn es nur so einfach wäre, einfach abzuwarten,ich bin ja nach ein paar Tagen schon am Ende, 4 Monate halt ich das niemals aus.
LG Bertha
blink182
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von blink182 »

Bertha hat geschrieben: 06.04.2023 08:59 Er sagte auch das Atteste vom Hausarzt, der einzigste der in meinem Fall noch praktiziert, nicht gelten.
Das ist ja noch nachvollziehbar.

Bei meiner letzten Reaktivierungsuntersuchung musste ich zu einem Arzt (Gutachterpraxis) für Psychiatrie und Psychotherapie, welche Art von Arzt war das denn jetzt bei dir?
Würde es denn Sinn machen mit der Sachbearbeiterin bei der BAnST zu sprechen?
Ich denke, damit machst du nichts falsch...möglicherweise beruhigt dich das sogar ein wenig.
Gruß
blink182
Bertha
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von Bertha »

Hallo blink,
ich war beim BAD.
Ich denke dann ruf ich nach Ostern da mal an.
Ich fühle mich gerade als würde mir der Boden unter den Füssen weggezogen.
blink182
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von blink182 »

Ja, das kann ich mir gut vorstellen. :(
Gruß
blink182
Dienstunfall_L
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von Dienstunfall_L »

Hallo Bertha, du schreibst BAD Arzt, aber welche Fachrichtung hat er? Wenn er kein Psych. ist, wäre (neben seinem Allmachtgebaren) sein Gutachten aufgrund mangelnder Fachkompetenz anzuzweifeln. Erstmal abwarten, was im Bescheid steht. Parallel rausfinden, welche Facharztausbildung der Gutachter hat. Psychiatr. Klinik aufsuchen, wenn es dich so aus der Bahn wirft, damit du zur Ruhe kommst; damit wäre auch die Sache mit dem psych. Nachweis erledigt. Ich würde mir die Telefonate mit BAnST und BAD sparen. Wenn du in Klinik gehst, dann BAnST ggf. vorher schriftlich informieren, dass du nicht erreichbar bist aus gesundheitlichen Gründen.
blink182
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von blink182 »

Dienstunfall_L hat geschrieben: 06.04.2023 10:49 Hallo Bertha, du schreibst BAD Arzt, aber welche Fachrichtung hat er?
Das war eigentlich auch meine Frage, ich habe es wahrscheinlich ungeschickt formuliert. :mrgreen:
Wenn er kein Psych. ist, wäre (neben seinen Allmachtsgebärden) sein Gutachten aufgrund mangelnder Fachkompetenz anzuzweifeln.
Es wird sich um einen fachfremden Arzt handeln, denn anderenfalls hätte er ja keine Befunde von einem Psychiater anfordern müssen.

Und ich vermute, dass er, weil er sich ja eben kein Urteil über die Dienstfähigkeit der TE erlauben kann, in seiner Stellungnahme an die BAnstPT empfehlen wird, die TE in vier Monaten erneut zur Untersuchung einzubestellen.

Ob die BAnstPT sich an diese Empfehlung hält, steht wieder auf einem ganz anderen Blatt...ich gehe eher davon aus, dass da mehr Zeit ins Land zieht.
Gruß
blink182
Dienstunfall_L
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von Dienstunfall_L »

Wenn er Bertha in 4 Monaten wieder einladen lässt und Bertha keine Klinik aufgesucht hat, dann wäre es gut, einen Termin beim Psych. vorweisen zu können, also: vorsorglich einen ausmachen.
KlausK
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von KlausK »

Keine Angst, nach deiner Beschreibung von deiner körperlichen Verfassung brauchst du nicht mehr dort hin.
Im Grunde will dich/uns ja auch keiner haben.
Es wird nach wie vor abgebaut.
Menschen werden quer durch Deutschland zum Arbeiten geschickt. Ausgeliehen von anderen Arbeitgebern. (erinnert mich irgendwie an Sklaverei)
Kollegen gehen mit 55 Jahren in Ruhestand.
Es geht hier nur um Geld um Einsparungen, einige kündigen, weil sie den Druck einfach nicht mehr aushalten.
Beim Ausscheiden gibt es dann eine Prämie. Nicht der Ausscheidene bekommt sie. Der Bearbeiter bekommt die Prämie (Zielerreichung).

P.S. Der Arbeitgeber liesst / schreibt hier natürlich auch mit. Also immer schön filtern. Kennt man ja auch aus anderen Foren.
Bertha
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von Bertha »

Ich danke für eure Antworten.
Hoffentlich bekomme ich schnell einen Termin beim psychiater.
Ich bekomme ja nicht mal mein eigenes Leben auf die Reihe, da ist an Reaktivierung nicht zu denken.
Ich warte mal was für einen Bericht ich erhalte.
LG Bertha
Dienstunfall_L
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von Dienstunfall_L »

Ja, einen Psychiater Termin (s.o.) würde ich ausmachen für alle Fälle. Komm ein bisschen zur Ruhe.
stuntmanmike
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von stuntmanmike »

ich verstehe nicht so recht... wenn der amtsarzt ein fachgutachten braucht dann soll er das gefaelligst selbst beauftragen. du kannst natuerlich zu einem psychiater deines vertrauens gehen und dir da was erstellen lassen. das musst du aber nicht. ist aber vielleicht doch ratsam.

die DU wird auf 4 monate begrenzt ja schoen (dazu muesste dich dein dienstherr ja erst mal ach 4 moanten reaktivieren)... danach gehst du einfach zum hausarzt und holst dir eine krankmeldung. damit ist das problem zunaechst erledigt.

hier wird nur etwas druck aufgebaut, was ja offensichtlich auch zu funktionieren scheint.

versuch dich nicht weiter verrueckt zu machen. an fuer sich gibt es dazu keinen grund. einfach einen termin beim psychiater vereinbaren, bericht vorlegen etc. damit wird sich das problem wahrscheinlich loesen. ansonsten krankmeldung.
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tiefenseer
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von tiefenseer »

@bertha

schau doch mal in deine Unterlagen (so sie noch vorhanden), die zu deiner Versetzung in den V-Ruhestand führten. Dort gibt es sicherlich auch ärztliche Unterlagen.
Du solltest nach folgender Formulierung (in den Arztberichten/-gutachen) suchen...austherapiert oder therapieresistent
(Erläuterungen/Definition findest du im Net)
Schau auch in deine Gesundheitsunterlagen (Befunde/Berichte/Gutachten/ärztl. Stellungnahmen)

Liegt das vor. Dann eine Kopie dieses Berichtes an die Behörde. Natürlich, wie hier schon vorgeschlagen, mit Hilfe eines aktuellen A-Briefes.
Ärgere Dich nicht über Deine Fehler und Schwächen, ohne sie bist Du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr.
Bertha
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Re: Reaktivierungsuntersuchung nach 23 Jahren

Beitrag von Bertha »

Hallo, ich habe leider keinerlei Unterlagen da. Wenn ich mich recht erinnere habe ich auch nie irgendwelche Befunde bekommen.
Der einzige Arzt der noch von dem Fall weiß ist mein Hausarzt.
Ich konnte mich jetzt heute etwas beruhigen, das ist aber mit Sicherheit nicht von Dauer.
Hoffentlich bekomme ich schnell einen Termin beim Psychiater, wie schon gesagt, lange halt ich das so nicht durch.
LG