Petition 39 Std-Woche Bundesbeamte

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AndyO
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Re: Petition 39 Std-Woche Bundesbeamte

Beitrag von AndyO »

Acta hat geschrieben: 12.08.2022 07:06 Prinzipiell kein Problem bis 70 zu arbeiten; aber:

Dann sollte jetzt bei weiterhin vollen Bezügen die Arbeitszeiten auf 35 Stunden reduziert werden oder alternativ 15 Urlaubstage mehr.
Sag das mal einem Dachdecker nach dem ersten Schlaganfall. ~50% der Beschäftigten erreichen ihr minimales Rentenalter nicht im Beruf. Einer Untermenge wird eine Berufsunfähigkeitsrente zugestanden. Der Rest wird entweder in Hartz abgewickelt oder als unfreiwilliger Privatier abgedrängt, sofern er seine private Altersversorgung behalten will. Das ist staatliches Kalkül.

Punkt 1 wäre es, so was wie die Hackler-Regelung in Österreich zu definieren:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hacklerregelung

Schwerstarbeiter ist hierbei auch ein Zimmermädchen. Es geht um die körperliche Beanspruchung im Job.

Ein Schelm wer nicht bemerkt, wie sich unsere öffentliche Diskussion genau darum drückt.

Der Arbeitgeber will keine Zugeständnisse für ältere Arbeitnehmer sondern er will deren Unterhalt nicht über Rente finanzieren. Wenn man das verstanden hat, rückt die Diskussion des Herausschiebens des Renteneintrittsalters in ein neues Licht. In Frankreich brennen dafür die Straßen.
Acta
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Re: Petition 39 Std-Woche Bundesbeamte

Beitrag von Acta »

AndyO hat geschrieben: 12.08.2022 08:21
Acta hat geschrieben: 12.08.2022 07:06 Prinzipiell kein Problem bis 70 zu arbeiten; aber:

Dann sollte jetzt bei weiterhin vollen Bezügen die Arbeitszeiten auf 35 Stunden reduziert werden oder alternativ 15 Urlaubstage mehr.
Der Arbeitgeber will keine Zugeständnisse für ältere Arbeitnehmer sondern er will deren Unterhalt nicht über Rente finanzieren. Wenn man das verstanden hat, rückt die Diskussion des Herausschiebens des Renteneintrittsalters in ein neues Licht. In Frankreich brennen dafür die Straßen.
Wir sind hier im öD-Forum, ich habe andere Branchen weggelassen. Auch Kollegen im Büro können Schlaganfälle bekommen. Natürlich ist es was anderes, wenn wer körperlich schwer arbeitet usw. - aber die Diskussion möchte ich mit meinem Post auf den öD beziehen. Meiner Meinung nach aber sollte das Rentenalter für alle gleich gelten, sonst wäre alles wieder ein Bürokratiemonster.

Der Arbeitgeber zahlt doch die Hälfte des der Rentenversicherung (RV) ein. Kurz: 18,6 % ist der RV-Beitrag von der Lohnsteuer. Davon zahlt der Arbeitgeber (AG) und der Arbeitnehmer (AN) je die Hälfte. Quelle: https://www.deutsche-rentenversicherung ... erung.html

Mit Renteneintrittsalters hat doch der AG nichts mehr mit der Rentenzahlung des AN zu tun - dafür sind doch nach 60 Beitragsmonaten (somit also 5 Jahre) Ansprüche auf Rentenzahlung entstanden (Quelle: https://www.deutsche-rentenversicherung ... szeit.html).

Du hast eine Behauptung aufgestellt, wärest du bitte so lieb und würdest diese noch unterfüttern mit Belegen (Links, die deine Aussage stützen - damit ich mir auch einen Überblick verschaffen kann; getreu, das was man in jeder Schulformen lernt: These, Behauptung, Begründung).
AndyO
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Re: Petition 39 Std-Woche Bundesbeamte

Beitrag von AndyO »

Acta hat geschrieben: 12.08.2022 10:15 Mit Renteneintrittsalters hat doch der AG nichts mehr mit der Rentenzahlung des AN zu tun - dafür sind doch nach 60 Beitragsmonaten (somit also 5 Jahre) Ansprüche auf Rentenzahlung entstanden (Quelle: https://www.deutsche-rentenversicherung ... szeit.html).

Du hast eine Behauptung aufgestellt, wärest du bitte so lieb und würdest diese noch unterfüttern mit Belegen (Links, die deine Aussage stützen - damit ich mir auch einen Überblick verschaffen kann; getreu, das was man in jeder Schulformen lernt: These, Behauptung, Begründung).
Also der Arbeitgeber hat schon verstanden, dass er die Hälfte des Rentenbeitrages entrichtet um heutigen Rentner nach dem Alimentationsprinzip zu versorgen. D.h. jede bestehende Rentenanwartschaft wird durch den Arbeitgeber paritätisch mitfinanziert. Also redet man die Rente weg und drückt die Beschäftigten Richtung Privatier oder Hartz. Dafür zahlt der Arbeitgeber direkt gar nichts. Die Politik ist angehalten, die Kosten beim Arbeitnehmer einzutreiben dem man dann vorweint, wie schlecht es um die Sozialkassen bestellt ist. Und besser wie Privatier geht staatlich ja nicht. Ferner versterben ja auch noch Etliche bis 70. Ich denke da brauchen wir keine Links um das zu untermauern. Das weiß mein Sohn mit 25.

Hier zumindest mal einer von tausend Links wie man das in Frankreich sieht:

https://www.sueddeutsche.de/politik/fra ... -1.4753143

Und was willst en jetzt? Ich behaupte, dass es keinen signifikanten Arbeitsmarkt für 70jährige gibt und geben wird. Um das wie geht man mit der dann verbleibenden Arbeitskraft um, wenn schon morgens das Einsetzen der dritten Zähne zum Problem wird, drückst du dich ja kräftigst. Solch einen 70jährigen kannst auch keine 8h beim MC hintern Tresen stellen. Tote Pferde kann man eben nicht mehr reiten...

Also beschreib DU erst mal ausführlich, wie dein Arbeitsplatz in Handwerk und Pflege jenseits der 65 auszusehen hat. Dass du dir vorstellen kannst, dich mit 70zig noch an einem Schreibtisch festhalten zu können ist eben NICHT repräsentativ! Und 35h Teilzeit greift wohl auch zu kurz. Wir können doch auch 20h nehmen und sind dann unterhalb der Rente. Ferner beschreibe, wo die benötigten Schonarbeitsplätze millionenfach eingerichtet werden und wie die Arbeitgeber verpflichtet werden, diese zu besetzen. Mit Schwerbehinderten klappt das ja nicht so gut. Nur so zum Beispiel.