Freiwillige Feuerwehr

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FireGirl93
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Freiwillige Feuerwehr

Beitrag von FireGirl93 » 25.11.2020 21:05

Hallo Leute ich bin neu hier bei Beamtentalk und habe direkt mal ein Anliegen an euch

Ich bin seit dem 13.10.2020 in der Freiwilligen Feuerwehr , durch Corona dürfen halte die Lehrgänge nicht statt finden , nach einer Einweisung meines GF soll ich nun Einsätze mit fahren um den Ablauf schon mal kennen zu lernen , nun geht mir der Arsch auf Grundeis vor dem ersten Einsatz. Was ist wenn ich mich nicht schnell genug angezogen bekomme ? was ist wenn ich im Weg stehe was ist wenn ich was falsch mache ich denke mal fragen die jeder vor dem ersten Einsatz hatte , seit 1 Woche darf ich mit fahren aber bis jetzt ist noch kein Einsatz rein gekommen .

Wie habt ihr euch vor dem ersten Einsatz gefühlt ? was habt ihr gegen die Angst getan ? ich denke mal das ist nur beim ersten mal so schlimm weil alles neu für mich ist .

Ich freue mich auf Antworten und Austausch mit euch

Iltisschnurri
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Re: Freiwillige Feuerwehr

Beitrag von Iltisschnurri » 12.12.2020 16:58

Servus,
also dann lass dir mal was von einem alten Haudegen erzählen. Ich bin seit fast 40 Jahren aktiv, schwerer Atemschutzgeräteträger, Höhenrettungstrupp, Maschinistenausbildung, Funkerzeugnis, Löschabzeichen Gold-Rot, THL Gold-Rot,... Etliche Einsätze gefahren, wir haben einen Autobahnabschnitt an der A3. Also das Anziehen ist eigentlich kein Problem,
Hose über den Stiefeln, Jacke und Helm an meinem Platz, geht in knapp 30 Sekunden. Wenn Du was falsch machst oder im Weg stehst, kein Problem. Wir sind ja alles Kameraden und der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft ist in der Feuerwehr wie eigentlich in keinem anderen Verein. Am besten hängst du Dich an einen älteren und erfahrenen Kameraden. Das machen wir bei uns so. Mein Neffe ist vor 6 Monaten 18 geworden und den "nehme ich halt ein bisschen an der Hand". Also wie man sich fühlt? Blaulicht flackert, Sirene geht, Adrenalinspiegel ist halt doch relativ hoch, Du besprichst Dich noch im Fahrzeug und der Gruppenführer checkt über Funk vorab die Lage. Viele Einsätze sind gar nicht so schlimm (Ölspur, Auffahrunfall mit Blechschaden, Kleinbrände in Betrieben). Andere Einsätze sind dann schon härter,... Mein Neffe wollte auch unbedingt mal einen "richtigen" Einsatz erleben. Hat er dann auch, als ein Motorradfahrer mit seinem Sohn in einer 30er-Zone mit 100 in einen Kleinlaster gerast ist und Beide tot waren, da war er gerade 6 Wochen im aktiven Dienst, Einsatzdauer 4 Stunden. Bei so einem Einsatz mußt Du halt mit den anderen Feuerwehrlern reden, es gibt sogar Pfarrer für Feuerwehrler und Polizisten. Hat mein Neffe dann auch so gemacht, also mit mir, seinen Kumpels, seiner Mutter. Aja, bei uns gibt's dann nach jedem Einsatz noch eine kurze Besprechung: Was ist gut gelaufen, was ist weniger gut gelaufen. Nicht als Kritik, sondern als "Kontinuierlicher Verbesserungsprozess". Und dann gibt's ein Bierchen oder auch zwei.

Gruß
Iltisschnurri

Satisfried
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Re: Freiwillige Feuerwehr

Beitrag von Satisfried » 28.03.2022 05:31

Ich würde an deiner Stelle darauf verzichten und die Truppmann-Ausbildung abwarten. Nach der Ausbildung wird auch deine Angst vor dem ersten Einsatz erheblich geringer ausfallen.

Sleepy
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Re: Freiwillige Feuerwehr

Beitrag von Sleepy » 28.07.2022 15:32

Satisfried hat geschrieben: 28.03.2022 05:31 Ich würde an deiner Stelle darauf verzichten und die Truppmann-Ausbildung abwarten. Nach der Ausbildung wird auch deine Angst vor dem ersten Einsatz erheblich geringer ausfallen.
Warum verzichten?
Aller Anfang ist schwer, aber durch die Einsätze lernt man.
Einen Verteiler bedienen sollte man auch ohne Grundausbildung schaffen, Straße kehren bei Ölspur ist auch machbar.
Die Gruppenführer wissen ja auch, was sie den (neuen) Kameraden zumuten können.
Ansonsten: Bei den Einsätzen zuschauen, beobachten und lernen.
Am Anfang etwas zurückhalten.
Jeder hat mal klein angefangen....
Und auch mit Truppmann-Ausbildung muss man erst mal in die Arbeitsabläufe rein kommen, zumal Theorie und Praxis 2 verschiedene Paar Schuhe sind.
Last, but not least: Die Truppmann-Ausbildung dauert ja je Gemeinde teilweise über ein Jahr oder 2 Jahre, mit eigener Corona-Erkrankung während dem Lehrgang ggf. noch deutlich länger.
Also alles Gründe für: Direkt mit.
Viele Grüße
Sleepy

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