Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

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dAngela
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Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von dAngela » 26.01.2022 10:21

Hallo MitstreiterInnen,

Ich habe vor, demnächst in den engagierten Ruhestand zu gehen und auf der Suche nach guten Einsatzmöglichkeiten bei der Ableitung der Sozialstunden - entweder im Bundesfreiwilligendienst oder in sozialen Einrichtungen. Wer hat da gute Erfahrungen gemacht und kann mir etwas empfehlen?

eisbaer1000
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von eisbaer1000 » 26.01.2022 19:29

Hallo
Ich kenne einige Kollegen die bei den Tafeln arbeiten und ich habe nichts schlechtes gehört. Der Vorteil bei uns in der Stadt du bist nicht er einzige Ruheständler bei den Tafeln.

Iltisschnurri
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von Iltisschnurri » 26.01.2022 20:51

Servus,
also ich kenne einige Kolleg*innen, welche die Sozialstunden beim ER absolvieren.
Bei der Suche des Trägers bist Du ziemlich auf Dich alleine gestellt.
Beim Bundesfreiwilligendienst kannst Du die 1.000 Stunden zügig durchziehen.
Bei der Tafel besteht das Problem, dass Du nach Bedarf angefordert wirst.
Also z. B. morgen 2 Stunden, übermorgen überhaupt nicht, in 2 Tagen dann für
6 Stunden,... Sehr begehrt sind hier die Joba als Beifahrer.
Und natürlich die Fahrer, hier habe ich einen Ex-Kollegen mehrfach beim
örtlichen EDEKA getroffen, als er Kisten mit Lebensmitteln abholte.
Irgendwie gab's aber dann auch wieder Stress mit dem Marktleiter, weil die
Tafel keine Lebensmittel angenommen hat, welche kurzzritig über dem offiziellen
Ablaufdatum lagen. Dann gab's halt nichts mehr oder die Tafelmitarbeiter sollten
das auf eigenes Risiko ausgeben, hat natürlich keiner gemacht.
Die Jobs beim Wareneingang und das Aussortieren von faulem Obst in zugigen
Hallen sind natürlich weniger begehrt.
Und bei einigen Tafeln gibt es ein furchtbares Kompetenzgerangel, aber wo gibt's
das bei Vereinen nicht. Also ich kann hier nur von der Tafel in Regensburg berichten,
aber da muss es in der Führungsriege wegen angegliederter Aussenstellen oder
eigenständiger Tafeln total geknirscht haben.
Ich kenne eine Kollegin, welche noch bei Oxfam anheuern mußte, dass Sie die 1.000
Stunden in 3 Jahren schaffte.
Aber die Stunden beim ER machen doch einige Telekomerer bei der Tafel, der Nacschub
geht hier also nicht aus.
Und trotzdem würde ich den Bundesfreiwilligendienst relativ schnell durchziehen.

Gruß
Iltisschnurri

Siggi09
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von Siggi09 » 27.01.2022 13:21

Hallo,
wie läuft das (bei den Tafeln) mit dem Stundennachweis? Für jeden Einsatztag ein "Zettel", oder schreibt man sich die Stunden selbst auf und lässt sich diese nach einiger Zeit (Woche, Monat oder wenn das Soll erfüllt ist), im Vertrauen dass man nicht gemogelt hat, vom "Vorgesetzen" unterschreiben?
Danke!
Siggi

Iltisschnurri
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von Iltisschnurri » 27.01.2022 13:58

Servus,
also Du mußt schon immer in Eigeninitiative Deine Stunden doch recht zeitnah einfordern.
So wurde es mir jedenfalls erzählt, also gleich immer die geleisteten Stunden bestätigen
lassen. Aber ich kenne halt wie gesagt nur die Regensburger Tafel. Und da muss es in der
Leitung zwischen Chefin und Vorstandschaft etrem gekracht haben, das färbt dann evtl.
auch auf die Mitarbeiter und die Motivation ab.
Ich selbst bin seit 40 Jahren bei der Freiwillgen Feuerwehr aktiv und würde hier meinen
dienst ableisten. Allerdings habe ich mit der Vorstandschaft ein sehr gutes Verhältnis und
sehe somit kein Problem bei deer Bestätigung der geleisteten Stunden.

Gruß
Iltisschnurri

Telemichi
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von Telemichi » 27.01.2022 22:26

Ich frage mich warum in ER zu gehen und dann noch die 1000 Stunden abzuleisten, dann kann ich gleich in DDU gehen ohne Sozialstunden zu leisten.

Torbea65
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von Torbea65 » 28.01.2022 10:30

Telemichi hat geschrieben: 27.01.2022 22:26 Ich frage mich warum in ER zu gehen und dann noch die 1000 Stunden abzuleisten, dann kann ich gleich in DDU gehen ohne Sozialstunden zu leisten.
In diesem Jahr gehen wieder ca. 1200 in den ER.
Viele hiervon sind bereits ehrenamtlich in Vereinen, Feuerwehr....tätig, die Institutionen werden die Stunden gerne bestätigen.

Warum DDU wenn man nicht krank ist?
Und dann wohl möglich nach Jahren zu einer erneuten Begutachtung, so etwas wäre nichts für mich.
Dann gehe ich lieber meinem Hobby im Verein nach.

Freddie
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von Freddie » 28.01.2022 10:42

Telemichi hat geschrieben: 27.01.2022 22:26 Ich frage mich warum in ER zu gehen und dann noch die 1000 Stunden abzuleisten, dann kann ich gleich in DDU gehen ohne Sozialstunden zu leisten.
Vielleicht, weil man nicht krank ist und auf "ordentlichem " Wege in den Ruhestand möchte. Ich möchte z.B. keinen auf "Psyche" machen und mich dann meinem Bekanntenkreis etc. dafür rechtfertigen. Wenn man krank ist, ist das natürlich etwas anderes.

Ich sehe der Möglichkeit des Vorruhestandes mit 55 mit Dankbarkeit entgegen, für mich ist das eine Goldene Brücke und mit den Sozielstunden kann man dann etwas zurückgeben. Wenn man natürlich in die Richtung Vorruhestand gedrängt wird, ist das auch wieder eine ganz andere Nummer.

Gruß Freddie

Iltisschnurri
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von Iltisschnurri » 28.01.2022 11:11

Servus,
schau mal unter diesem Beitrag nach:

Re: Pensionsberechnung zur 55er-Regelung
Beitrag von zeerookah » 3. Jan 2019, 00:23

viewtopic.php?p=63742#p63742

Gruß
Iltisschnurri

JimAnw
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von JimAnw » 28.01.2022 11:27

Telemichi hat geschrieben: 27.01.2022 22:26 Ich frage mich warum in ER zu gehen und dann noch die 1000 Stunden abzuleisten, dann kann ich gleich in DDU gehen ohne Sozialstunden zu leisten.
Hallo Telemichi,
für einen persönlich macht es meiner Meinung nach einen großen Unterschied aus, ob ich in den (verdienten) ER freiwillig gehen kann oder in DDU (zwangsweise) abgeschoben werde. Vor einer DDU wird man auch ganz schön "fertig" gemacht mit Untersuchungen beim BAD und/oder AA und das kann schon mal heftig auf die Psyche gehen.
Wenn man freiwillig in den ER gehen kann, und dann noch ein wenig mehr hat wie in DDU und man ist endgültig aus diesem "Laden" raus und muss nicht mehr Angst haben, dass neue DDU-Untersuchungen kommen, dann ziehe ich doch in jedem Fall den Weg den Ruhestand über den ER vor.
Es sei denn, man hat gute Nerven und ein Durchhaltevermögen mit einem dicken Fell. Dann kann man die DDU herauszögern und die volle Besoldung für eine gewisse Zeit bekommen - bei ein paar Jahren kommt da schon ein großes Sümmchen zusammen.

Ich denke aber, dass der ER in den allermeisten Fällen die beste Lösung ist !

Iltisschnurri
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von Iltisschnurri » 28.01.2022 11:40

Servus,
jetzt habe ich nochmals in einer Exceltabelle etwas gefunden:
Berechnungsgrundlage A12:

Vollpension: 3.721€; 55er-Regelung: 3.218€; DDU: 3.098€

Gruß
Iltisschnurri

JimAnw
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von JimAnw » 29.01.2022 12:38

Iltisschnurri hat geschrieben: 28.01.2022 11:40 Servus,
jetzt habe ich nochmals in einer Exceltabelle etwas gefunden:
Berechnungsgrundlage A12:

Vollpension: 3.721€; 55er-Regelung: 3.218€; DDU: 3.098€

Gruß
Iltisschnurri
Hallo Iltisschnurri,
es gibt nicht "die Berechnung" für eine/e Beamten/in - das muss jeder für sich individuell berechnen. Deine Musterberechnung zeigt aber, dass der Unterschied nicht groß ist - als 120,- €. Im mittleren Dienst vielleicht noch weniger.
Mir hat mal eine ehemalige Kollegin gesagt, die A9 war, dass sie bei einer DDU ca. 1100,- € weniger bekäme - ist schon happig. Wenn Du jetzt die DDU hinauszögerst für sagen wir mal zwei Jahre, macht das 26.400,- €. Dann wird dieser Betrag in 220 Monaten aufgezehrt sein und ab dem 221 Monat ist ER wieder "besser".
Wenn die DDU droht und Du diese durch andere Gutachten, Reha, Suche nach einem Arbeitsplatz usw. hinauszögerst, macht eine DDU rein finanziell gesehen mehr Sinn - ob einer das will ist eine andere Sache, die aber nicht unterschätzt werden soll wegen der Belastung und Druckaufbau bei Dienstherrn.

Von den Nerven her ist der ER meiner Meinung nach der bessere Weg. Man hat seine Ruhe nach Beginn des ER und kann "erhobenen Hauptes" den Verein hinter sich lassen und jeder kann wenn er will, sich noch nebenbei ein paar Euro hinzuverdienen, wenn es was knapp wird mit der Pension.
Und die 1000 Stunden oder der Freiwilligendienst doch nicht so wild sondern die Hilfe bei anderen Menschen bringt einem doch noch sehr viel positive Rückmeldung zurück. Der ER ist eine Win-Win-Win-Situation !

Iltisschnurri
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von Iltisschnurri » 29.01.2022 13:57

Servus JimAnw,
da hast Du natürlich total recht. Der eine will unbedingt mit 55 Jahren gehen und 1.000 Sozialstunden
sind kein Problem. Andere meinen wieder, da wären sie irgendwie noch 3 Jahre "angehängt", andere
machen in einem Jahr den BufDi. Manche schwören auf Altersteilzeit mit 83% Nettobezüge und ein
Ende mit 61 Jahren,...
Und wieder andere Kollegen meinen, warum soll ich jetzt gehen, ich kann's eigentlich recht gut in der
Arbeit aushalten und das Geld stimmt auch,... Außerdem studieren die Kinder noch,...
Ist mir natürlich schon klar, dass jede Berechnung individuell ist, der eine zieht alles straff durch,
der andere kommt halt über Umwege oder auch als Quereinsteiger in die Beamtenlaufbahn.

Hier mal der Link:
viewtopic.php?p=76475&hilit=55er#p76475


Gruß
Iltisschnurri

MissT
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von MissT » 29.01.2022 22:57

Telemichi hat geschrieben: 27.01.2022 22:26 Ich frage mich warum in ER zu gehen und dann noch die 1000 Stunden abzuleisten, dann kann ich gleich in DDU gehen ohne Sozialstunden zu leisten.
Wegen dem Versorgungsabschlag 10,8% wenn man in DDU geht? Den hast du dann Monat für Monat bis ans Lebensende.
Ich habe es mir ausrechnen lassen, bei mir wären das 290 Euro monatlich.

AndyO
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Re: Erfahrungen mit Ableistung Sozialstunden

Beitrag von AndyO » 30.01.2022 08:45

Iltisschnurri hat geschrieben: 29.01.2022 13:57 Servus JimAnw,
da hast Du natürlich total recht. Der eine will unbedingt mit 55 Jahren gehen und 1.000 Sozialstunden
sind kein Problem. Andere meinen wieder, da wären sie irgendwie noch 3 Jahre "angehängt", andere
machen in einem Jahr den BufDi. Manche schwören auf Altersteilzeit mit 83% Nettobezüge und ein
Ende mit 61 Jahren,...
Und wieder andere Kollegen meinen, warum soll ich jetzt gehen, ich kann's eigentlich recht gut in der
Arbeit aushalten und das Geld stimmt auch,... Außerdem studieren die Kinder noch,...
Ist mir natürlich schon klar, dass jede Berechnung individuell ist, der eine zieht alles straff durch,
der andere kommt halt über Umwege oder auch als Quereinsteiger in die Beamtenlaufbahn.

Gruß
Iltisschnurri
Das kann man noch fortsetzen:

Ein Anderer bekommt bei ATZ keine 83% Netto weil er keiner Kirche angehört, der Nächste hat mal Rentenansprüche erworben, die oberhalb von 71,75% von der Pension abgezogen werden. Wieder ne Andere hat 10 Jahre Teilzeit gearbeitet. Der kommen die +6% Pensionsanspruch bei ATZ genau passend. Und am Ende kommt noch irgendein BWL´er beim Arbeitgeber, der meint, diese oder jene Lösung wäre 3 Cent günstiger und somit zu präferieren.
Ein Mix von Abhängigkeiten zur persönlichen Vita, die jeder für sich betrachten muss. Für den "Standard"-Beamten sind es Mitte 50zig zwischen allen Modellen +/- 100 Euro Netto. Das heutige Problem ist wohl eher die Verteilungstransparenz/-gerechtigkeit. Das war bis vor 5 Jahren anders.

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