Dienstfähigkeitsuntersuchung Amtsarzt

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Bommbär
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Dienstfähigkeitsuntersuchung Amtsarzt

Beitrag von Bommbär » 18.09.2018 14:13

Hallo!
Ich bin neu hier, verfolge das Forum schon seit einiger Zeit.
Momentan bin ich etwas ratlos wegen einer angekündigten Diensttauglichkeitsuntersuchung meines Dienstherren, Land Hessen.
Von Mitte Oktober 2017 bis Anfang Januar 2018 war ich krankgeschrieben (10 Wochen). Nach einer 4wöchigen BEM, erfolgreich, habe ich bis Juli durchgearbeitet. Wegen einer Grippe 14 Tage krank Ende Juli und nach 3 Wochen Arbeiten war ich nochmal wegen Rückenproblemen 3 Wochen im Krankenstand. Aktuell wieder normal im Dienst.
Die ganzen 40 Jahre vorher keine Probleme.
Mein Dienstherr will mich jetzt zum AA schicken und es soll meine Diensttauglichkeit untersucht und eine Prognose erstellt werden ob ich die letzten 16 Monate bis zur Pension noch öfter krank sein werde. Ich hatte mit so etwas noch damit noch nie etwas zu tun und bin eigentlich fit.
Ich weiss das ich zum AA gehen muss.
Würde aber gerne Eure Meinung dazu hören.
Insbesondere zu den 6 Monaten, drei Monate davon krank. Ab wann zählen die 6Monate?
Wieviel sind erhebliche Krankheitstage?
Danke schon mal!

dibedupp
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Re: Dienstfähigkeitsuntersuchung Amtsarzt

Beitrag von dibedupp » 18.09.2018 14:28

http://www.besoldung-hessen.de/hessen_l ... aragraf_51

Lies dir mal den Gesetzestext durch.
Die letzten 6 Monate zählen rückwärts ab dem Tag, wo der Dienstherr die Untersuchung verlangt. Zum Untersuchungszeitpunkt musst du in der Regl auch krank sein. Wenn dann der AA attestiert, dass du auch die nächsten 6 Monate (am Stück) nicht dienstfähig wirst, dann kann ich dein Dienstherr in den Ruhestand versetzen.

PS: Wenn du zum AA gehst und dem sagst, dass du seit Anfang September bereits wieder gesund bist und normal arbeitest, wird er dich vermutlich nicht mal untersuchen, da die Rechtsgrundlage fehlt.

Bommbär
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Re: Dienstfähigkeitsuntersuchung Amtsarzt

Beitrag von Bommbär » 18.09.2018 16:44

Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Denn ich bin auf gar keinen Fall über drei Monate krank.
Aber was ist mit dem Erstellen der Prognose
über mein zukünftiges Wohlbefinden?
Minority-Report lässt grüssen!
Ich werde das Gefühl nicht los dass das eine "Strafaktion" werden soll und man sich irgendwas aus den Fingern saugt.
Hoffentlich wird das nochmal durch unsere Rechtsabteilung geprüft.

Torquemada
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Re: Dienstfähigkeitsuntersuchung Amtsarzt

Beitrag von Torquemada » 18.09.2018 17:23

Es geht ja bald in die reguläre Pension. Wenn es hier jetzt kritisch werden sollte und altersgemäße Erkrankungen als Grund für einen Abschuss in die Dienstunfähigkeit herhalten sollen, einfach einen erfahrenen Anwalt für Verwaltungsrecht einschalten.

AndyO
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Re: Dienstfähigkeitsuntersuchung Amtsarzt

Beitrag von AndyO » 19.09.2018 08:11

Torquemada hat geschrieben:
18.09.2018 17:23
altersgemäße Erkrankungen
?

Bandscheibe, Diabetes, Fettleber, Schlafstörungen, Bluthochdruck, etc.. Meinst du so was?

Seit wann gibt's dafür wieder eine Schonung in irgendeiner Art (die 5 Tage Sonderurlaub für Schwerbehinderte mal ausgeklammert)?

Bommbär
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Re: Dienstfähigkeitsuntersuchung Amtsarzt

Beitrag von Bommbär » 21.09.2018 11:21

Bin fit und will die letzten Monate ohne irgendwelchen Stress arbeiten.
Mich ärgert es, weil diese Ankündigung der Untersuchung nicht gerechtfertigt ist und sich jetzt irgendwas aus den Fingern gesaugt wird um die Untersuchung zu rechtfertigen. Wie soll in dem Fall die Prognose aussehen?
Der Beamte schafft nach 41 Dienstjahren keine 16 Monate (Brutto) mehr.?

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