Bayern| Steuersekretäranwärter| Frage| AusbildungsFA wechseln

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Frosteis221
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Bayern| Steuersekretäranwärter| Frage| AusbildungsFA wechseln

Beitrag von Frosteis221 » 28.10.2020 09:13

Guten Tag liebe Community,

ich würde gerne einmal über ein Anliegen meinerseits reden, da ich absolut nicht mehr weiterweiß und dieses Thema mich tagtäglich psychisch einfach nur noch mehr zerfrisst.
Ich habe am 01.09.2020 eine Ausbildung zum Steuersekretäranwärter bei der bayerischen Finanzverwaltung angefangen. Ich wusste ehrlich gesagt nie so richtig, was ich überhaupt werden möchte und das weiß ich auch jetzt nicht, ich mach halt einfach mal, damit auch ich was mach und nicht einfach nur faul vor mich hinvegetiere.
Bevor ich die Ausbildung angefangen habe, wurde mir vom Landesamt zugesichert, dass ich meine Ausbildung heimatnah anfangen darf, doch kurz 2 Monate vor Dienstantritt haben sie geschrieben, dass ich Nähe München anfangen soll. Bis heute habe ich keine Wohnung, da ich keine bezahlbare finde und Wohnen auf Zeit mögen die meisten Vermieter auch nicht. Ich kann derzeit bei einen Freund schlafen, aber das kann so auf Dauer auch nicht gehen. Ich weiß mir einfach nicht mehr zu helfen, mit der Personalrätin habe ich auch schon gesprochen, aber der Staat hält es anscheinend nicht für nötig, für seine Anwärter zu sorgen. Ich kenne hier niemanden, da ich 300km von zuhause entfernt bin. Jedesmal, wenn ich von der Arbeit komme, erdrückt mich einfach alles, weil ich keine Wohnung finde und nicht weiß, was ich mit mir anstellen soll, weil ich einfach so schlecht gelaunt bin. Hinzu kommt, dass meine Familie, meine Freunde und vor allem meine Freundin auch so weit von mir entfernt sind, sodass ich tagtäglich Heimweh habe und mir mein Umfeld sehnlichst zurückwünsche.
Was soll ich tun? Ich weiß nicht mehr weiter...

Nun zu meinen Fragen:

1. Bestünde die Möglichkeit das AusbildungsFA zu wechseln aus o. g. Gründen? (Bin immernoch auf Wohnungssuche, leider erfolglos, Stadiwohnungen gibt es aus unerklärlichen Gründen nur für Absolventen)
2. An wen soll ich mich diesbezgl. wenden? Personalrat/Geschäftsstelle oder Ausbildungsleiterin oder direkt ans LfSt?

PS: Ich habe schon ein Hilfegesuch an das Ministerium geschrieben, sie prüfen derzeit den Fall.

LG

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Bruce Springsteen
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Re: Bayern| Steuersekretäranwärter| Frage| AusbildungsFA wechseln

Beitrag von Bruce Springsteen » 28.10.2020 19:54

Ich habe in meinem Leben 300 Bewerbungen für den mittleren Dienst geschrieben um am Ende 1 mickrige, erfolgreiche Zusage zu erhalten. Dabei habe ich sehr viel an Benachteiligungen erfahren müssen, wo bspw. nur jüngeren Bewerbern den Vorrang gegeben wurde.

Du besetzt jetzt eine Stelle, die eigentlich einem Anderen gehört hätte, der sich mit dem Beruf identifiziert hätte. Mein Mitleid hält sich stark in Grenzen bei Dir, bei allem Verständnis für deine private Situation, die eine andere Sache ist.

Hier ist das Berufsbild des Beamten mit seiner Versetzungswilligkeit prägend. Auch das hast du zu erfüllen. Das hat dann auch nichts mit "für seine Anwärter nicht zu sorgen" zu tun. 300 Km gelten als Heimatnah. Ich war damals bei der Bundeswehr und kam aus Miltenberg, Unterfranken und war bspw. u.a in Füssen und Mittenwald (500 km) stationiert. Es geht also immer schlechter.

Für deine Laune, weil es zuerst nicht nach Dir geht, kann dein Dienstherr nichts! Der Dienst geht immer vor, komm damit klar und werd endlich erwachsen.

Ich persönlich würde mir von Dir wünschen, dass du für dich entscheidest, was Dir wichtiger ist. Meines Erachtens bist du noch nicht reif für das Ganze. München als Großstadt ist bekannt hierfür, dass die meisten Anwärter, Schließer, jungen Finanzwirte etc hierher kommen und ihren Dienst abliefern müssen. Deine Versetzung war daher nahe liegend.

Die Fragen sind grundsätzlich als obsolet zu sehen, da nur das Ministerium - unabhängig von unserer Meinung hier - alles entscheiden kann!

Torquemada
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Re: Bayern| Steuersekretäranwärter| Frage| AusbildungsFA wechseln

Beitrag von Torquemada » 29.10.2020 09:17

Ja...da geht es einer jungen Frau offensichtlich nicht gut.....und dann erhält sie Aussagen und Ratschläge, die auch von 1950 sein könnten.

Kerberos
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Re: Bayern| Steuersekretäranwärter| Frage| AusbildungsFA wechseln

Beitrag von Kerberos » 29.10.2020 12:07

@Frosteis221: Als Beamter ist man ein Stück weit Leibeigener seines Dienstherrn. Du hast dich ja schon an das Ministerium gewandt, das scheint mir prinzipiell der richtige Weg. Allerdings hätte ich dabei den Dienstweg eingehalten und vorher auch den Personalrat kontaktiert. Da derzeit überall um guten, motivierten Nachwuchs gebuhlt wird, sollte sich doch eigentlich eine tragbare Lösung finden lassen. Ich drücke dir jedenfalls die Daumen!

Frosteis221
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Re: Bayern| Steuersekretäranwärter| Frage| AusbildungsFA wechseln

Beitrag von Frosteis221 » 01.11.2020 13:45

Kerberos hat geschrieben:
29.10.2020 12:07
@Frosteis221: Als Beamter ist man ein Stück weit Leibeigener seines Dienstherrn. Du hast dich ja schon an das Ministerium gewandt, das scheint mir prinzipiell der richtige Weg. Allerdings hätte ich dabei den Dienstweg eingehalten und vorher auch den Personalrat kontaktiert. Da derzeit überall um guten, motivierten Nachwuchs gebuhlt wird, sollte sich doch eigentlich eine tragbare Lösung finden lassen. Ich drücke dir jedenfalls die Daumen!
Das wusste ich schon, dass ich mich eigentlich an den Dienstweg halten sollte, aber leider hat mir meine Ausbildungsleiterin am Anfang gesagt, dass eine Versetzung der Anwärter nur aus Dringlichkeitsgründen erfolgt. Da ich nicht direkt am Anfang mir meine ,,Karriere“ versauen wollte, habe ich dies nun weitestgehend unter Verschluss gehalten. Nun kann ich einfach nicht mehr und weiß leider auch nicht, mir weiterzuhelfen. Wenn es wenigstens Nürnberg oder Regensburg wäre, aber nicht direkt an der Grenze zu Österreich, das pack ich nicht und abbrechen will ich nicht, da ich viel zu stolz für bin.

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Bruce Springsteen
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Re: Bayern| Steuersekretäranwärter| Frage| AusbildungsFA wechseln

Beitrag von Bruce Springsteen » 01.11.2020 15:17

Da du mit Absicht deine Ausbildungsleitung übergangen und den Dienstweg infrage gestellt hast, sieht deine Zukunft eh entsprechend aus. Da das Ministerium eh Rücksprache mit deiner Ausbildungsleitung hält, ist es taktisch sehr unklug. Wie du da noch von "stolz" reden kannst, ist mir ebenfalls sehr schleierhaft.

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