Psychotherapie / Verbeamtung auf Lebenszeit

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DerHagn
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Re: Psychotherapie / Verbeamtung auf Lebenszeit

Beitrag von DerHagn » 08.11.2018 17:15

Klar kräht da nach der LZ-Verbeamtung kein Hahn mehr danach... Aber dann ständig mit der "Angst" leben dem AA was verschwiegen zu haben (ggf. kommt es doch raus)? Gerade bei psychisch Belasteten stelle ich mir das nicht so einfach vor.
Fakt ist jedoch auch, dass man beim AA alles angeben sollte. Theoretisch könnte es iwann mal auffliegen, muss aber nicht. Ich würde mir bei einer Beratungsstelle einen Termin geben lassen und zusammen beratschlagen, was gut ist und was nicht. :)

Sunny123
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Re: Psychotherapie / Verbeamtung auf Lebenszeit

Beitrag von Sunny123 » 08.11.2018 20:05

Hallo,

also erstmal danke für eure Antworten.
Ich habe bei der Rechtsberatung meiner Gewerkschaft nachgefragt. Hier auszugsweise die Antwort:
"Nach neuerer Rechtsprechung gilt: Die gesundheitliche Eignung eines aktuell zweifelsfrei dienstfähigen Bewerbers ist hinsichtlich des Risikos vorzeitiger Dienstunfähigkeit nur dann zu verneinen, wenn tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze Dienstunfähigkeit eintreten wird bzw. bis zum Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze über Jahre hinweg regelmäßig krankheitsbedingt Ausfallzeiten anfallen und deshalb eine erheblich geringere Lebensdienstzeit erzielt wird. Daneben und zusätzlich sind die weiteren erwähnten Eignungseigenschaften berücksichtigungsfähig.

 Bezogen auf Ihre Fragestellung:

Es könnte einerseits sein, dass eine (während der Anwärter-/Probezeit) begonnene, (amts-)ärztlich bewertete Psychotherapie vom Dienstherrn als Mangel bei der gesundheitlichen Eignung interpretiert wird.

Wie genau sich die von Ihnen beabsichtigte Therapie mit der von Ihnen angestrebten Karriere im öffentlichen Dienst verträgt, können wir nicht beurteilen mangels medizinischen Sachverstands und Detailinformationen.

Allerdings müssten andererseits im Einzelfall die Therapie schon als Dienstunfähigkeitsgrund begriffen oder die o.a. hohen Anforderungen überwiegender Wahrscheinlichkeit negativer Folgewirkungen festgestellt sein.

Eine rigorose Nichtberücksichtigung bei der Lebenszeitverbeamtung ist im Vergleich zu früher (bis 2013) nach den inzwischen strengeren Rechtsprechungsmaßstäben allgemein ausgeschlossen.

Eine Therapie dient ja auch der Gesundung/Eignungsförderung und –kontrolle.

Insofern erscheint die Therapie im Zusammenhang mit der Eignung abstrakt als unschädlich.

Einzelfallabhängig und nach Grad Ihres Therapiebedarfs können sich psychische Faktoren mit Eignungsrelevanz aber auch negativ auswirken.

Wir können deshalb leider nicht sicher sagen, wie der Dienstherr sich positioniert im Fall der Kenntniserlangung von der (beabsichtigten) Therapie in Ihrem Fall.

Wenn Sie allerdings aktuell akuten Therapiebedarf haben, sollten Sie in persönlicher Prioritätensetzung entscheiden, ob sich der Bedarf wirklich – wie Sie schreiben, von der Psychologin taktisch vorgeschlagen – zwei Jahre aufschieben ließe bis zur Lebenszeitverbeamtung.

Auch raten wir davon ab, gegenüber dem Dienstherrn/einem Amtsarzt im Rahmen des Erforderlichen wahrheitswidrige Angaben zu machen."

Ich habe mich nun für eine Therapie entschieden. Die Gesundheit geht vor. Ich bin mir sicher, dass ich keine schwere Erkrankung, sondern nur eine leichte bis mittelschwere Depression habe. Bei einer Kollegin von mir wurde die Probezeit um zwei Jahre verlängert. Sie ist allerdings über mehrere Monate ausgefallen und noch in Behandlung. Wie der Amtsarzt/Dienstherr bei mir entscheiden wird ist eine Einzelfallentscheidung. Egal wen ich frage, niemand wird mir eine sichere Antwort geben können. Ich werde alles für meine Genesung tun. Sollte es mir wieder gut gehen und ich wegen der erfolgreich absolvierten Therapie Probleme bekommen, dann werde ich mich rechtlichen beraten lassen.
Ich werde hier nach meinem Amtsarzttermin meine Erfahrung berichten . Bis dahin sind ja noch zwei Jahre Zeit.

LG und vielen Dank :-)

connigra
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Re: Psychotherapie / Verbeamtung auf Lebenszeit

Beitrag von connigra » 09.11.2018 10:50

Hallo Sunny,

ich wünsche Ihnen von Herzen alles alles Gute.

Sunny123
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Re: Psychotherapie / Verbeamtung auf Lebenszeit

Beitrag von Sunny123 » 10.11.2018 17:06

Vielen Dank!!

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