Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

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Allium
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Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von Allium » 20.07.2021 12:18

Liebe Mitglieder*innen,

ich frage mich, wie man als junger frühpensionierte Beamter, der nur die Mindestpension erhält, finanziell zurecht kommt. Ich würde aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen einen Minijob machen müssen. Frage mich aber, wie man diesen überhaupt finden soll, wenn man dem Arbeitgeber sagt, dass man in Frühpension ist aufgrund von Krankheit. Bekommt man dann überhaupt noch einen Minijob? Mich interessieren Erfahrungen von Beamten, denen es ähnlich geht. Was sagt man dann im Vorstellungsgespräch?

M240i
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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von M240i » 20.07.2021 13:01

Welchen Minijob stellen sie sich vor?

Allium
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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von Allium » 20.07.2021 13:12

das ist die Frage- denn wo wird man denn als frühpensionierter Beamter überhaupt eingestellt...ich kann mir das kaum vorstellen dass sich ein Unternehmen darauf einlassen würde. Es ist ja erlaubt, einen Minijob zu machen, viele müssen es ja sogar, um finanziell überleben zu können. Vielleicht sehe ich es auch zu negativ?

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Ruheständler
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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von Ruheständler » 20.07.2021 16:14

... es wird für den eventuellen neuen Arbeitgeber von Bedeutung sein welche Krankheitsgründe eine Frühpensionierung eingeleitet haben, allgemein die Aussage wegen Krankheit wird wohl nicht reichen, will damit sagen sind es rein körperliche Gründe oder eben psychische Erkrankungen ,den Versuch ist es allemal Wert Du kannst nur noch gewinnen weil die Mindestpension bleibt Dir sowieso.
Gruß vom Ruheständler
meine Eltern sagten damals immer wieder:Junge mach aus Deinem Leben was anständiges, Ergebnis : Feinmechaniker, Soldat,Arbeiter,Angestellter,Beamter,Pensionär,was soll ich noch vollbringen ?... :mrgreen:

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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von Gertrud1927 » 20.07.2021 17:12

Hallo.
Ich denke auch wenn man Mindestpension bekommt wird die Höchstgrenze durch §53 BeamtVG bei Pension und Erwerbseinkommen bestimmt.

Allium
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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von Allium » 20.07.2021 18:00

ja sicher ist man durch die Mindestpension im Grunde sogar einigermaßen abgesichert, zumindest wäre es als Erwerbsunfähigkeitsrentner noch härter zu überleben. Aber mal ganz ehrlich, warum muss ich dem "neuen Arbeitgeber" sagen, dass ich wegen psychischer oder körperlicher Erkrankung in Frühpension gehen musste? Ich finde es natürlich auch nicht richtig zu lügen, aber ich finde es genügt zu sagen, dass es krankheitsbedingt war...könnte mir denken, dass allein das Wort psychisch sofort eine Absage bringt- leider!

AndyO
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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von AndyO » 21.07.2021 07:13

Allium hat geschrieben: 20.07.2021 13:12 das ist die Frage- denn wo wird man denn als frühpensionierter Beamter überhaupt eingestellt...ich kann mir das kaum vorstellen dass sich ein Unternehmen darauf einlassen würde.
Also bei unserem Gewerbe-Ratio sind mehrere ehemalige Polizisten bei der Leergutannahme. Da weiß man, dass man diesen Beamten vertrauen kann, weil die ja was zu verlieren hätten. Ne andere Ex-Kollegin bäckt die Brötchen beim Netto. Bei dem was da sonst an Arbeitsscheuen am Markt ist, hat man mit den ehemaligen Beamten wenig Ärger. Hängt natürlich vom individuellen Gesundheitszustand ab. Mit dem Dachdecker auf dem Bau wird das wohl eher nix werden.

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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von EgonKrenz » 21.07.2021 09:08

AndyO hat geschrieben: 21.07.2021 07:13
Allium hat geschrieben: 20.07.2021 13:12 das ist die Frage- denn wo wird man denn als frühpensionierter Beamter überhaupt eingestellt...ich kann mir das kaum vorstellen dass sich ein Unternehmen darauf einlassen würde.
Also bei unserem Gewerbe-Ratio sind mehrere ehemalige Polizisten bei der Leergutannahme. Da weiß man, dass man diesen Beamten vertrauen kann, weil die ja was zu verlieren hätten. Ne andere Ex-Kollegin bäckt die Brötchen beim Netto. Bei dem was da sonst an Arbeitsscheuen am Markt ist, hat man mit den ehemaligen Beamten wenig Ärger. Hängt natürlich vom individuellen Gesundheitszustand ab. Mit dem Dachdecker auf dem Bau wird das wohl eher nix werden.
aber ein problem gibts dennoch: freitag um eins wollen die alle feierabend machen und wer nimmt dann die flaschen entgegen und backt die guten nettobrötchen?

Torquemada
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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von Torquemada » 21.07.2021 11:53

Allium hat geschrieben: 20.07.2021 13:12 das ist die Frage- denn wo wird man denn als frühpensionierter Beamter überhaupt eingestellt...ich kann mir das kaum vorstellen dass sich ein Unternehmen darauf einlassen würde.
Quatsch....

abfallteil
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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von abfallteil » 21.07.2021 16:03

hallo,

habe gerade überlegt ob man mich das überhaupt gefragt hat im vorstellungsgespräch. wenn jemand keinen pensionierten beamten
haben mag, lädt er ihn auch gar nicht ein. im gegenteil die sind da froh zuverlässiges personal zu haben. bei mir arbeiten einige.
geht ja im grunde auch keinen was an, wird schon seine gründe gehabt haben.

wichtig ist ja das man heraushebt das man genau der richtige für den ausgeschriebenen job ist. zuverlässig usw. da sollte man sich gut
darauf vorbereiten. bei mir haben sie direkt betont das man auch ein wochenende im monat arbeiten muss, ich konnte ihnen direkt den
wind aus den segeln nehmen, da ich vorher im schichtdienst war und mein mann auch schicht arbeitet.
anderen empfehle ich da imemr zu sagen, ich bin froh das ich dafür unter der woche mal frei habe und nicht urlaub nehmen muss wenn
ich termine habe.

würde ich gefragt werden würde ich sagen das ich erkrankt war und im sinne des beamtengesetzes nicht mehr arbeitsfähig im bisherigen job
und mich aber auf die neue arbeit freue.
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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von AndyO » 22.07.2021 08:23

abfallteil hat geschrieben: 21.07.2021 16:03 habe gerade überlegt ob man mich das überhaupt gefragt hat im vorstellungsgespräch. wenn jemand keinen pensionierten beamten
haben mag, lädt er ihn auch gar nicht ein. im gegenteil die sind da froh zuverlässiges personal zu haben. bei mir arbeiten einige.
geht ja im grunde auch keinen was an, wird schon seine gründe gehabt haben.
Welcher Arbeitgeber stellt denn jemand ohne Vita in den Bewerbungsunterlagen ein? Im Mindestlohnbereich ist es eher ein Pluspunkt, weil zumindest für Laufbahnvoraussetzungen und eine Laufbahnprüfung, wo man den Begriff "Pflicht" gelernt hat, hat es ja irgendwann einmal gereicht. Sprachbarriere gibt`s auch nicht. So was fehlt der Konkurrenz im Mindestlohnsektor oftmals. Bewerber der ARGE`n stehen ja in der gleichen Schlange. Dort ist Mindestlohn gegenüber Freizeitverzicht Netto kein Gewinn. Und nur "jung" hat heutzutage im unteren Segment mit Arbeitswillen leider weniger denn je zu tun. Warum "Aufstocken" in Teilzeit meine Motivation ist, würde ich im Vorstellungsgespräch platzieren.
Hängt dann letztlich von den körperlichen Anforderungen ab. Gartenbau wohl weniger, Lagerarbeiten & Sicherheit & Aushilfsarbeiten eher. Das beurteilt der Arbeitgeber in seinem Interesse sicherlich am besten.

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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von abfallteil » 24.07.2021 11:13

@AndyO

ich weiß jetzt gar nicht worauf du hinaus willst. möchtest du wissen wo ich arbeite?
Ich wollte j anur zum ausdruck bringen das man mich das ga rnicht gefragt hat. wer einen pensionierten einstellt will ihn bestimmt haben wegen genau deiner argumentation.
Habe neulich bei Aldi einen Zettel hängen sehen die suchen personal in verschiednene Bereich. Einkommen zwischen 13,15 und 16,80€. also minijob iegt bei 13,15€ Ich verdienen darunter. möchte aber auch nicht dort arbeiten. teils schwere körperliche arbeit und wnen man an der kasse sitzt hat man shcon gelegentlich mit gestalten zu tun das man eher davon laufen will. Ich will auch keine Klos mehr putzen das habe ich hinter mir. Klar mit irgendwas fängt man halt an wenn man Geld verdienen will.
ich konnte meine Pensionierung auch nicht verheimlichen, da ich meine Krankenversicherung nachweisen musste und auch eine Bescheinigung vorlegen musste wieviel ich dazuverdienen darf. Bei mir war das kein Ding. Vlt ist es eines wenn man utopische Gehaltsvorstellungen hat und einen Chefposten haben will. Als security sucht man übrigens immer leute. man muss nur nach möglichkeit den sachkundenachweis haben. was dabei uns rumläuft.. da wundert man sich das die gebrechlichen ohne stock daherkommen. wie die jemandem hinterherlaufen wollen oder jemandem helfen ist mir ein rätsel.
DLRG sucht z.b. immer Leute nur muss man da auch entsprechende Prüfungen/abzeichen dafür haben.
aber wer nen job will findet auch einen ;)
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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von AndyO » 25.07.2021 08:37

abfallteil hat geschrieben: 24.07.2021 11:13 @AndyO

ich weiß jetzt gar nicht worauf du hinaus willst. möchtest du wissen wo ich arbeite?
Ist doch alles gut. Ich hatte ja 2 Beispiele genannt. Du musst dich bei den Bewerbern nicht hinten anstellen. Und mit Mindestversorgung verhungert man auch nicht. Da kann man auch auf was Passendes warten.

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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von Allium » 28.07.2021 09:45

danke für eure Beiträge! ich denk auch es kommt drauf an wie man das rüberbringt als Jobsuchender, man könnte vielleicht wirklich sagen, dass es eben keine krankheitsbedingte Verwendung mehr gibt in dem Beruf, in welchem man als Beamter verwendet wurde und dass nur mit einer Versetzung an einen fernen Dienstort noch eine Beschäftigung möglich wäre, was aber auch aus gesundheitlichem Grund auch wiederum nicht anzuraten ist oder familiäre Gründe dagegenstehen. Dienstunfähig heißt nicht gleich berufsunfähig oder wie ist das?

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Re: Bei Frühpensionierung auf Minijob finanziell angewiesen?

Beitrag von AndyO » 28.07.2021 09:49

Allium hat geschrieben: 28.07.2021 09:45 man könnte vielleicht wirklich sagen, dass es eben keine krankheitsbedingte Verwendung mehr gibt in dem Beruf, in welchem man als Beamter verwendet wurde und dass nur mit einer Versetzung an einen fernen Dienstort noch eine Beschäftigung möglich wäre, was aber auch aus gesundheitlichem Grund auch wiederum nicht anzuraten ist oder familiäre Gründe dagegenstehen. Dienstunfähig heißt nicht gleich berufsunfähig oder wie ist das?
Das würde ich sicherlich nicht sagen. Das Wort "krank" hat in einem Vorstellungsgespräch nichts verloren. Da redet man von "aus dem Dienst gedrängt" was zumindest bei der DTAG täglicher Alltag ist...

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