Verbeamtung ja oder nein?

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Dienstunfall_L
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Re: Verbeamtung ja oder nein?

Beitrag von Dienstunfall_L » 09.11.2020 03:28

Egon: Didel... etc. hat der Moderator als „Ersatz“ für einen für Werbung befundenen Link eingesetzt - meine Interpretation.

Sabine: Der Basis-Tarif der PKV ist nicht schlechter in den Leistungen als die Leistungen der GKV, das so als grobe Richtlinie. Bei Verbeamtung hast du die Wahl zw. PKV und freiwillig gesetzlicher Versicherung.

Bei PKV entscheidet die Höhe der Beihilfeberechtigung über den Betrag an die PKV. Wenn Beihilfe 50% (bei z.B. ledig, kinderlos) beträgt, dann zahlst du 50% an PKV, 50% werden über die Beihilfe abgerechnet. Die Rechnungen gehen an dich, du reichst sie bei PKV und Beihilfe ein. Die Höhe der Beihilfeberechtigung hängt ab von Bund/Land bzw. Bundesland, dem Status (aktiv/Ruhestand) und Familienstand. Im Ruhestand ist m.W. beim Bund die Beihilfeberechtigung derzeit 70%, dann wären also noch 30% PKV zu zahlen.
Bei PKV ist der Beitrag nicht einkommensabhängig. Solltest du also mal Eigentum erben/erwerben und Mieteinnahmen haben oder Einnahmen wie Witwenrente beziehen, dann ändert dies deinen Beitrag nicht.

Bei freiwillig gesetzlichem Versicherungsstatus gehen die Arztrechnungen nicht an dich, du trittst nicht in Vorleistung, es bleibt diesbezüglich wie du es als gesetzlich Versicherte kennst. Die Beihilfeberechtigung kannst du i.d.R. nicht in Anspruch nehmen, weil es wenige Leistungen gibt, die du abrechnen kannst, vielleicht noch bei Brille oder Kosten für Zahnbehandlung. Auch Beihilfeverordnungen werden hin und wieder geändert (ich kenne mich allerdings nicht aus bzgl. Bund), sodass dies nicht verlässlich ist. Bei freiwillig gesetzl. Versicherung solltest du davon ausgehen, dass nichts / sehr wenig übrig bleibt, was du über Beihilfe abrechnen kannst.
Die Beitragshöhe ist in etwa doppelt so hoch wie bei PKV, solange Beihilfeberechtigung 50% beträgt. Im Ruhestand bleibt das so, die höhere Beihilfeberechtigung im Ruhestand entlastet dich finanziell also nicht. Alle Einkünfte (siehe Beispiele oben) sind beitragspflichtig.

Wenn Familienversicherung (Kinder) ein wichtiges Thema ist (sind), sind auch dabei Unterschiede zu beachten.

Sabine83
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Re: Verbeamtung ja oder nein?

Beitrag von Sabine83 » 15.11.2020 05:46

Hallo zusammen, es hat sich herausgestellt, dass ich wirklich nur über die Öffnungsaktion in eine Pkv komme. Ehrlich gesagt denke ich jetzt darüber nach, auf die Verbeamtung zu verzichten.
Ich müsste bereits jetzt knapp 400 Euro monatlich an Beiträgen zahlen und es ist ja anzunehmen, dass die Beiträge steigen werden. Ich könnte niemals die Pkv wechseln und da ich ja schon im Basistarif wäre, auch in keinen günstigeren Tarif wechseln. Bessere Leistungen als jetzt hätte ich auch nicht.
Natürlich würde eine Verbeamtung andere Vorteile mit sich bringen (Pension), aber z.B. schätze ich es als wahrscheinlicher ein, als Tarifbeschäftigte irgendwann höhergruppiert als als Beamte befördert zu werden.
Hat jemand dazu eine Meinung?

Iltisschnurri
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Re: Verbeamtung ja oder nein?

Beitrag von Iltisschnurri » 15.11.2020 08:51

Sabine83 hat geschrieben:
15.11.2020 05:46
Hallo zusammen, es hat sich herausgestellt, dass ich wirklich nur über die Öffnungsaktion in eine Pkv komme. Ehrlich gesagt denke ich jetzt darüber nach, auf die Verbeamtung zu verzichten.
Ich müsste bereits jetzt knapp 400 Euro monatlich an Beiträgen zahlen und es ist ja anzunehmen, dass die Beiträge steigen werden. Ich könnte niemals die Pkv wechseln und da ich ja schon im Basistarif wäre, auch in keinen günstigeren Tarif wechseln. Bessere Leistungen als jetzt hätte ich auch nicht.
Natürlich würde eine Verbeamtung andere Vorteile mit sich bringen (Pension), aber z.B. schätze ich es als wahrscheinlicher ein, als Tarifbeschäftigte irgendwann höhergruppiert als als Beamte befördert zu werden.
Hat jemand dazu eine Meinung?
Servus Sabine,
ich würde dir weiterhin zu einer Verbeamtung raten. Ich kenne ja doch sehr viele Leute und fast ausnahmslos haben alle,
welche früher die Verbeamtung abgelehnt haben, dies bereut. Weiterhin habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass viele
Leute, welche dann 10 bis 15 Jahre in der freien Wirtschaft waren, auf einmal so mit 35 Jahren in den Staatsdienst wechseln
wollten. Eine Beförderung nach A14 müsste eigentlich schon drin sein.

Gruß
Iltisschnurri

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