lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

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sabse2
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lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von sabse2 » 03.11.2019 11:54

Hallo,

ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Ich bin seit 27 Jahren beim Bund beschäftigt und jetzt könnte ich verbeamtet werden. Vorraussichtlich am 1.12.19. Da bin ich noch 49 Jahre. Im April werde ich 50. Ich komme in A6 Stufe 8. Wir sollen ersteinmal Beamte auf Probe werden. Die Probezeit kann aber verkürzt werden wenn gleichwertige hauptberufliche Zeiten angerechnet werden können. In einigen Fällen wird sogar auf die Ableitstung der einjährigen Mindestprobezeit verzichtet. Das wird aber erst alles nach der Verbeamtung geprüft.

Mir geht es nicht um die Vor oder Nachteile. Mir geht es darum, was ist einmal besser, bleibe ich Angestellte und gehe einmal in Rente oder lasse ich mich verbeamten und gehe einmal in Pension.

Lohnt sich eine Verbeamtung in meinem Alter noch?

LG Sabse

sabse2
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Re: lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von sabse2 » 03.11.2019 12:08

ach vielleicht ist es noch wichtig zu wissen, dass ich nach jetzigem Stand lt. Rentenbescheid 867 Euro Rente + 240 Euro Zusatzrente bekomme. Lt. Rentenbescheid würde ich, wenn ich so weiter arbeite 1500 Euro Rente bekommen und bei einer Erhöhung von 1 % 1850 Euro + Zusatzsrente (die dann nach meiner Rechnung in 17 Jahren, 370 Euro wären)

Dipl_Finanzwirt
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Re: lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von Dipl_Finanzwirt » 04.11.2019 20:25

Hallo,
pauschale Antworten sind immer schwierig. Zumal da noch ein ganz anderer Faktor dazukommt: Beamte müssten sich beihilfeergänzend privat versichern. Da spielt das Eintrittsalter eine Rolle. Evtl. hast du über die Öffnungsaktion der PKV die Chance auch mit Vorerkrankungen eine Versicherung zu finden. Das würde ich aber auf jeden Fall vor der Verbeamtung abklären.
Im Versorgugnsrecht hat sich gerade zum Zusammentreffen von Renten- und Pensionsansprüchen einiges geändert. Lass dir da eine (verbindliche) Auskunft geben, ob/wie deine Vorbeschäftigungszeit auf die Pension angerechnet wird.

ciao!

(P.S. interesante Frage wär dann noch, wie die Beförderungssituation in deiner Behörde aussieht. Bleibt es bei der A6 oder hast du die Perspektive vor der Pension noch befördert zu werden?)

Torquemada
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Re: lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von Torquemada » 04.11.2019 20:29

Dipl_Finanzwirt hat geschrieben:
04.11.2019 20:25
Beamte müssten sich beihilfeergänzend privat versichern. Da spielt das Eintrittsalter eine Rolle.
Das müssen sie nicht. Es ist auch möglich, freiwilllig in der GKV zu bleiben.

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Re: lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von Gertrud1927 » 04.11.2019 22:24

Hallo.
Ich denke eine verbindliche Auskunft zukünftiger Anrechnung von Zeiten bei der Versorgung vor dem Versorgungsfall wird es nicht geben. Es wird immer nach dem dann geltenden Gesetz gehandelt. Das steht auch im BeamtVG §3.

Kerberos
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Re: lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von Kerberos » 05.11.2019 10:47

Torquemada hat geschrieben:
04.11.2019 20:29
Dipl_Finanzwirt hat geschrieben:
04.11.2019 20:25
Beamte müssten sich beihilfeergänzend privat versichern. Da spielt das Eintrittsalter eine Rolle.
Das müssen sie nicht. Es ist auch möglich, freiwilllig in der GKV zu bleiben.
Toll, dann muss man allerdings den vollen Beitrag zahlen. ;)

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Baumschubser
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Re: lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von Baumschubser » 05.11.2019 16:35

In dem Alter würde ich nicht mehr wechseln, allein die zu erwartenden hohen PKV-Beiträge wären ein Ausschlusskriterium. A6 ist ohnehin kein wirklich hohes Gehalt und davon noch die PKV abdrücken? Never. Das wäre schon in jungen Jahren eher wenig attraktiv.

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Re: lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von sabse2 » 06.11.2019 16:42

Hallo Dipl_Finanzwirt,
Danke für die Antwort.
Dipl_Finanzwirt hat geschrieben:
04.11.2019 20:25
Hallo,
pauschale Antworten sind immer schwierig. Zumal da noch ein ganz anderer Faktor dazukommt: Beamte müssten sich beihilfeergänzend privat versichern. Da spielt das Eintrittsalter eine Rolle. Evtl. hast du über die Öffnungsaktion der PKV die Chance auch mit Vorerkrankungen eine Versicherung zu finden. Das würde ich aber auf jeden Fall vor der Verbeamtung abklären.


Das mit der PKV habe ich schon abgeklärt. Mir geht es wirklich nur noch darum ob die Rente oder Pension besser ausfällt.


Im Versorgugnsrecht hat sich gerade zum Zusammentreffen von Renten- und Pensionsansprüchen einiges geändert. Lass dir da eine (verbindliche) Auskunft geben, ob/wie deine Vorbeschäftigungszeit auf die Pension angerechnet wird.


Und wo genau kann ich mich erkundigen?
Von der Personalabteilung höre ich immer nur, dass die Oberzolldirektion die Pension ausrechnet. Allerdings bekommt man dort nur Auskunft wenn man schon Beamtin ist. Das nützt mir nichts ☹️

(P.S. interesante Frage wär dann noch, wie die Beförderungssituation in deiner Behörde aussieht. Bleibt es bei der A6 oder hast du die Perspektive vor der Pension noch befördert zu werden?)


Auf Nachfrage wurde mir von der Personalabteilung gesagt, dass es alle zwei Jahre Beurteilungen gibt und es dann halt auf die Beurteilung und dem Haushalt ankommt. Aber die Kollegen meinen dass ich auf jeden Fall in A7 komme, wenn nicht sogar noch in A8.
Ich kenne mich da leider überhaupt nicht aus

Kerberos
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Re: lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von Kerberos » 06.11.2019 18:19

sabse2 hat geschrieben:
06.11.2019 16:42
Und wo genau kann ich mich erkundigen?
Von der Personalabteilung höre ich immer nur, dass die Oberzolldirektion die Pension ausrechnet. Allerdings bekommt man dort nur Auskunft wenn man schon Beamtin ist. Das nützt mir nichts ☹️
Ich versuchs mal grob...

In § 55 Beamtenversorgungsgesetz des Bundes (BeamtVG) ist eine Art Gleichbehandlung zwischen den Pensionären mit zusätzlichen gesetzlichen Rentenanspruch und den „Nur-Beamten“ geregelt. Beamte, die neben der Versorgung auch noch eine gesetzliche Rente beziehen, sollen insgesamt an „öffentlichen“ Altersbezügen nicht mehr erhalten, als diejenigen, die von Anfang an Beamte gewesen sind.

Es wird also ausgerechnet, wie hoch der Pensionsanspruch gewesen wäre, als wenn man schon immer Beamter gewesen wäre. Ausgerechnet wird, welche Pension einem zugestanden hätte, wäre man schon zu der Zeit Beamter gewesen, in der man als Arbeitnehmer Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt hat.

Die Pension beträgt für jedes Jahr Dienstzeit 1,79375 % der Dienstbezüge, höchstens aber 71,75 %. Es gelten die Dienstbezüge des zuletzt ausgeübten Amtes, wenn das Amt mindestens zwei Jahre bekleidet worden ist.

Bei 17 Beamten-Jahren wären das 1,79375% x 17Jahre = 30,49375% von bspw. 3.500 € (als angenommene letzten Dienstbezüge) = 1067,28 €.

Für die Berechnung des Höchstsatzes werden die Jahre als sozialversicherungspflichtig Beschäftigter wie ruhegehaltfähige Dienstzeiten behandelt.

Bei dir also 1,79375% x 27 Jahre = 48,43125% + 30,49375% aus den 17 Beamten-Jahren = 78,925 %, was über der Höchstgrenze von 71,75% liegt, also wäre die maximal mögliche Pension bei 3.500 € angenommenen letzten Dienstbezügen 71,75% von 3.500 € = 2.511,25 €.

1107 € (867 € + 240 € lt. deinen Angaben) + 1067,28 € Pension = 2174, 28 €. Das ist noch unter dem jeweils individuell auszurechnenden Höchstbetrag von, in meinem Beispiel, 2.511,25 €. Es läge also keine Überversorgung vor und es müsste nichts abgezogen werden.

Gertrud1927
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Re: lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von Gertrud1927 » 06.11.2019 20:09

Hallo.
Eigentlich kann man nur ausrechnen ob ein Ruhensbetrag entsteht nur wenn man weiß wie hoch die Versorgung ist.
Da Du jetzt auch im öffentlichen Dienst bist ist es wahrscheinlich das diese Vordienstzeit angerechnet wird.
Im BeamtVG §10. Aber da steht nur etwas von sollen angerechnet werden.
Wie es dann gemacht wird erfährst Du erst im Versorgungsfall. Siehe meine erste Antwort.

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Re: lohnt sich die Verbeamtung mit 50 Jahren noch?

Beitrag von sabse2 » 09.11.2019 19:05

Hallo Kerberos,

vielen Dank, das ist genau die Antwort die ich gesucht habe. Und auch für mich sehr gut erklärt. Vielen Dank

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