Bewerbung für eine mD Laufbahn / Gedanken & Fragen

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Hanseatin
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Bewerbung für eine mD Laufbahn / Gedanken & Fragen

Beitrag von Hanseatin » 12.06.2019 18:44

Hallo zusammen,

viele Eurer Beiträge haben mir einen kleinen Einblick in Eurer Leben gewährt. Ob es nun Hoffnungen und Erwartungen an die Zukunft, die tatsächliche Realität im jeweiligen Dienst oder auch die vorzeitige bzw. herbeigesehnte Pensionierung war. Vielen Dank dafür an alle Forums-Mitglieder.

Dummerweise ließ mich diese Lektüre nicht los und wirft mehr Fragen auf als zuvor ;-)

Ich bin Mitte-Ende 30, weiblich. Zufällig sah ich eine Ausschreibung für einen Vorbereitungsdienst im mittleren Dienst. Ich hatte nicht vor mich irgendwo zu bewerben, aber ich konnte nicht anders - mir ging die Stellenbeschreibung nicht mehr aus dem Kopf.

Überglücklich war ich festzustellen, dass man auf der Bundesebene nicht aufgrund seines vermeintlich "hohen" Alters diskriminiert wird. Mein Bundesland kann da nur dazulernen auch im Hinblick auf den demografischen Wandel...

Das war wohl meine erste Bewerbung die ich aus voller Überzeugung anfertigte. Und das sah die Recuitingstelle wohl auch so -> Einladung zum online Test - wunderbar die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine Laufbahnbefähigung habe ich also erfüllt. Den Test absolvierte ich sofort und erzielte für mein Empfinden fabelhafte Ergebnisse. Nun rechne ich tagtäglich mit einer Einladung zum weiteren Auswahlverfahren.

Nur was dann? Wird mir mein Alter doch noch zum Verhängnis? Kann ich mich mit 20 Jahren Berufserfahrung gegenüber den "jungen Hüpfern" überhaupt behaupten?

Mit welchen Fragen muss ich bei einem strukturierten Interview konkret rechnen? Ist mein Schreibstil/Wortschatz für einen Aufsatz im Auswahlverfahren akzeptabel?

Welche Rolle spielen Schulnoten bei der Entscheidung? Schließlich bin ich ein paar Tage reifer und wurde nicht darauf getrimmt unbedingt erstklassig abzuschneiden. Ein durchschnittlicher Realschulabschluss genügte mir damals. Wie wird ein 1A Zwischenzeugnis vom aktuellen Arbeitgeber bewertet? Liest sich das überhaupt ein Personaler durch?

Gesetzt den Fall ich kann mich im Auswahlverfahren bewähren und erhalte einen Platz weit oben auf der Rangliste, es springen noch 1–2 Bewerber ab oder es haben sich eh nicht so viele beworben und mir kommt die Gleichberechtigung noch zu gute. Gerne erhöhe ich den Frauenanteil ;-) Also wenn alle Hürden erklommen sind - wäre das echt toll.

Mir egal, dass es unmöglich ist ausreichend Dienstjahre zu erreichen. Gehe innerlich sowieso davon aus bis 72 zu arbeiten, weil irgendwann vielleicht doch noch das Renteneintrittsalter erhöht wird. Auch die Beiträge zur privaten Krankenversicherung schrecken mich nicht ab.

Allerdings, wie bewertet Ihr die "Gefahr" nach einer erfolgreich abgeschlossen Laufbahnprüfung umziehen zu müssen? Bzw. nicht Bundesbeamtin auf Probe zu werden? Wie hat sich das in den letzten Jahren entwickelt? Verbleibt man häufig beim Standort der Ausbildung?

Es ist nicht das Umziehen an sich, nur die eventuell hohen Mieten dort vor Ort.

Voll blöd, wenn man sich unnötig Gedanken über nicht vorhersehbare Ereignisse macht.

Nehmt mir mal bitte den Wind aus den Segeln. Wie realistisch ist heutzutage der Einstieg in eine Beamtenlaufbahn im mittleren Dienst für Durchschnittsbürger?

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.
Wäre schön, wenn Ihr mir irgendetwas antwortet :-)

despaired
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Re: Bewerbung für eine mD Laufbahn / Gedanken & Fragen

Beitrag von despaired » 14.06.2019 05:23

Hallo,

also zum schriftlichen Auswahlverfahren wird in der Regel jeder eingeladen der die formellen Voraussetzungen erfüllt, da wird sich mit deinem Lebenslauf ansonsten noch gar nicht auseinandergesetzt.

Deine ganzen Unterlagen sieht man sich in der Regel erst zum Beginn des mündlichen Auswahlgespräches an; Du must halt bedenken, dass sich zum Teil 1000 Leute + bewerben und daher wird es erst im mündlichen wirklich interessant.

Ob Du umziehen musst hängt auch von deinem Arbeitgeber ab, d.h. z.B. Bundeswehr o.ä. ist es eben doch wahrscheinlicher. Vor einiger Zeit ist der BND von München nach Berlin gezogen etc. - da kann Dir keiner etwas genaues zu sagen.

Ich weiß, dass auch im Mittleren DIenst öfters noch Leute mit 40 den Einstieg wagen, also mache Dir zumindest ums Alter keine zu großen Sorgen. Zurzeit hat der Bund auch eher zu wenig Personal, d.h. in der Regel wird eine Übernahme nach der Ausbildung auch stattfinden (man hat schließlich Geld in dich investiert).

Viele Grüße

Hanseatin
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Re: Bewerbung für eine mD Laufbahn / Gedanken & Fragen

Beitrag von Hanseatin » 14.06.2019 07:43

Hallo zusammen,

Danke für Deine Worte despaired :-)

Ich erhielt inzwischen eine Mitteilung, dass meine Unterlagen ausgewertet wurden und ich grundsätzlich geeignet bin. Große Anzahl geeigneter Bewerber -> Vorauswahl -> keine Einladung -> Chance nachzurücken.

Bin erleichtert, da die Anspannung durch die Warterei nun wegfällt.

Die Bestenliste hat entschieden und es rächte sich vermutlich meine Faulheit während der Schulzeit.

Lediglich ein einzelner Ausbildungsplatz wurde für Anfang 2020 ausgeschrieben. Also ist die Option zum Nachrücken schon echt super.

Bin im Internet bisher nicht recht fündig geworden, wie viele Bewerber für ein weiteres Auswahlverfahren regulär eingeladen werden. Mindestens dreimal so viele Bewerber wie Ausbildungsplätze. Also schätzungsweise ca. 10 - 20. Nachrücker evtl. das erste Drittel auf der Rangliste.

Gibt es eigentlich nach der Nachrückerinfo eine endgültige Absage nach dem Abschluss des Auswahlverfahrens? Oder handelte es sich um eine Floskel, dass Erfahrungsgemäß geeignete Bewerber nachrücken. Das allerdings jedem mitgeteilt wird?

Nun ja, es war interessant sich mit der Thematik einmal zu beschäftigen.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.

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