Der Fall Uli Hoeneß

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egyptwoman
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von egyptwoman » 07.04.2014 17:47

Wenn ich mich recht erinnern kann muss derjenige der ins Gefängnis kommt und über gewisses Vermögen verfügt - das dürfte bei Uli H. mit Sicherheit der Fall sein - einen Teil der Haftkosten selber tragen, also muss der Steuerzahler in dem Fall nicht für die gesamten Kosten aufkommen.
Ich weiß auch nicht warum hier diskutiert wird ob das was Uli H. passiert ist oder nicht rechtens ist und er als Bauernopfer hingestellt wird. Er hat nunmal im großen Stil Steuern hinterzogen und vor Gericht kam das was man ihm nachweisen konnte, ob das nicht noch mehr ist und er und auch die Staatsanwaltschaft auf Revision verzichtet haben, steht auch in den Sternen. Mit den 3,5 Jahren ist er noch gut bedient, habe schon andere Fälle mitbekommen wo wesentlich weniger Steuern hinterzogen wurden, die Strafen aber wesentlich höher waren, weil die Betroffenen keine Lobby hatten.
Warum entschuldigt man solche Fehlverhalten bei Prominenten immer, egal um was es geht? Vergessen darf man dabei nicht, das auch Promis Menschen sind, die sich wie jeder von uns an Recht und Gesetz zu halten haben und wenn sie das nicht tun, dann sollte es keinen Promibonus geben, so einfach ist das.
Selbst wenn der Herr ins Gefängnis geht, wird er dort mit Sicherheit anders behandelt werden als die Kleinkriminellen, ist leider traurige Realität und wenn er wieder rauskommt, fällt er nicht wie andere in ein Loch, sondern er fällt weich, dank seiner zahlreichen Promifreunde.

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noexite
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von noexite » 11.04.2014 09:09

Ich finde es auch ungeheuerlich, dass ihm alle Respekt huldigen, für die Aussage sein Verständnis von Anstand, Haltung und persönliche Verantwortung würde ihn dazu bewegen die Starfe anzunehmen.
Wo war sein Anstand in den letzten 10 Jahren als er bewusst steuern hinterzogen hat und nur auf eine gesetztliche Regelung gewartet hat um straffrei davon zu kommen. Wer sagt mir das er vor den 10 Jahren anständig war? Der Manager der seit seinem 27 Lebensjahr wusste wie man mit Geld umgeht, kann mir nicht weissmachen, das er es nicht wusste was mit seinem Geld passiert.
was noch viel schlimmer ist das es ungeklärt bleibt, wo das ganze Geld her kommt. Wie schafft mann mehrere Hundet Mio EURO in die Schweiz? Wo kommt das Geld her? Ist es schwarzged? Wurde dafür Einkommenssteuer gezahlt? Sind für dieses Geld irgendwelche dubiosen Geschäfte gelaufen.

Wenn das alles ans Tageslicht kommt wird Uli nicht mehr aus dem Knast entlassen. Aber er hat halt seinen Promibonus.

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tiefenseer
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von tiefenseer » 11.04.2014 13:58

Hallo Noexite,
Hallo @,

es geht hier doch nicht darum das Handeln von Uli Höneß zu verteidigen oder ihn gar in Schutz zu nehmen.
Er ist nachwievor nur das Produkt dieser Gesellschaft und insbesondere dem Steuergebähren einiger weniger Menschen in diesem Lande - die die Bezeichung Politiker inne haben.

Es ist doch paradox, dass Deutsche Ermittlungsbehörden sich illegale Beweismittel beschaffen und diese im Weiteren für ihre Ermittlungen nutzen.
Im StGB § 259 Hehlerei heißt es dazu:
Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Die Krux ist dann, dass eben diese Politiker das Handeln der Ermittlungsbehörden ünterstützen und eines unserer höchsten Gerichte dieses Handeln nachträglich noch legalisiert!!!!

Wo bleibt hier die Rechtsstaatlichkeit?

Ich finde es beschämend dass auf der einen Seite, wie Häscher, jagt auf sogenannte Steuersünder gemacht wird und niemand darüber spricht, dass der Staat Jahr um Jahr im zweistelligen Milliarden-Bereich Steuergelder verschwendet.
Besonders, wenn man bedenkt - hier wird niemand strafrechtlich verfolgt oder gar durch ein Gericht zur Verantwortung gezogen.

Ein Beispiel
Im Jahr 2012 nahm der Bund 8,42 Millarden Euro Kfz-Steuern und 4,36 Millarden Euro MAUT-Einnahmen ein.
Demgegenüber waren für das Jahr 2013 lediglich Ausgaben für den Ausbau und den Erhalt der Straßen ca. 4.9 Millarden Euro geplant.
Also nicht einmal 40% der Einnahmen des Jahres 2012 flossen zurück in den Straßenverkehr.
Trotz der hohen Einnahmen und der nur geringen Wiederverwendung in diesem Bereich hat sich der Staat eine perfide Sache ausgedacht. Für den Bau, für die Sanierung von kommunalen Straßen läßt er sich das von den Anwohnern bis zu 90% finanzieren - denn die Kommunen erhalten nicht die erforderlichen finanziellen Mittel, die dafür notwendig und vorhanden wären.
Wer denke da, dass das einen Jubel bei den Menschen auslösen könnte - nein - wer kann sieht zu, dass er seine hart erarbeiteten Euronen zur Seite schafft. Wem soll man das auch verdenken.

Nehmen und Geben sind in dieser Gesellschaft aus dem Gleichgewicht geraten!!!!
Der Bürger in diesem Lande hat den gringsten Anteil daran.

Mir fehlt es an jeglichem negativen Vokabular, wenn ich täglich zu hören bekomme, wie ein sehr geringer Prozentsatz unserer Verantwortlichen in Stadt und Land mit fremden Geld umgehen, es verschwenden oder sinnlos in Projekte verprassen, weil der Steuerzahler permanent Nachschub leistet und sich dann darüber empört bzw. angemaßt wird zu kritisieren, wie der Einzelne mit seinem erwirtschafteten Einnahmen/Gewinnen umgeht.

Ein Sündenbock ist in jeder Lebenslage schnell gefunden. Sich dann noch über die tatsächlichen Hintergründe Gedanken zu machen bzw. sie zu erforschen...das übersteigt dann doch ein wenig das Verständnis einiger....

Schönes WE allen Tiefenseer
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von Mikesch » 11.04.2014 23:00

tiefenseer hat geschrieben:Ich finde es beschämend dass auf der einen Seite, wie Häscher, jagt auf sogenannte Steuersünder gemacht wird und niemand darüber spricht, dass der Staat Jahr um Jahr im zweistelligen Milliarden-Bereich Steuergelder verschwendet.
Nicht sogenannte, sondern Steuerhinterzieher ;-)

So sehr ich Dir im großen und Ganzen Recht gebe, halte ich es für falsch, ein Unrecht mit einem Anderen zu entschuldigen. Steuerhinterzieher bleibt Steuerhinterzieher und ist ein Straftäter...
Dass die Verschwendung und Zuschusterrei in meinen Augen moralisch ebenso eine Straftat ist, entschuldigt nicht die Steuerhinterziehung. Solange kein Aufschrei durch das Volk geht und die Bande zum Teufel jagt, muss man wohl damit leben.
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von hwalther » 12.04.2014 21:22

Hi,
eingek(n)astelt gehören m.E. die, die eine reale Gefahr für Leib und Leben Anderer darstellen und / oder diese schädigen. H. hat virtuellen Schaden versursacht; es geht nur um Geld. Keiner wurde auch nur im mindesten verletzt. Das Einsperren für 3½ Jahre kostet auch wieder nur - noch mehr - Geld. H. soll die Steuerschuld tilgen und den selben Betrag nochmal als Strafe dazu plus ggf. 10000 Sozialstunden. Das Einsperren und die Bildzeitung machen ihn nur noch prominenter.

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tiefenseer
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von tiefenseer » 13.04.2014 14:03

Hallo,

der Kirchengelehrte Thomas von Aquin hat einmal gesagt:

"Wenn Fürsten etwas, was ihnen nicht geschuldet ist, mit Gewalt erpressen, so ist das Raub, genau wie jede andere Räuberei."

Für mich bedeutet es, dass jede "gewaltsame" ( per Gesetz und Pseudolegalität begründender) Geldeintreibung und deren anschließende Verschwendung zig Male verwerflicher ist, als die Tatsache, dass in der Gesellschaft Einige das eigene erwirtschafte Geld dem Fiskus fern und verborgen hält.
Oder kann mir bitte jemand mal erklären, warum ich zum Beispiel für eine Erbschaft Erbschaftssteuern zahlen soll? - Es gibt hierfür und für eine Vielzahl von weiteren Steuern und Abgaben keine vernunftbegabte Erklärung - oooooh doch eine habe ich gefunden....
in regelmäßigen Abständen müssen ja die Diäten der so "fleißigen Politiker" angehoben werden...das kostet...
Der ehemalige Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms hat einmal in der Neuen Zürcher Zeitung gesagt, der eigentliche Steuerskandal des Staates sei der, das er die Einhaltung eines Regelwerks verlange, das für "den Bürger völlig unverständlich ist, ihm gerade wegen der Vielzahl der Sonderregelungen ungerecht erscheint, ihn zu hoch belastet und deshalb ein diffuses Gefühl mangelnder Fairness" beschere.
Welch klaren Worte!!!!

Mikesch - formal betrachtet gebe ich Dir Recht, dass Unrechtes, wenn es denn gegen geltendes Recht verstößt, verfolgt und bestraft werden muss. Doch worin verbirgt sich im Steuerrecht - tatsächliches Recht?

Und- im konkreten Fall bleibe ich bei meinem Vergleich.

Seit der Mensch in einer Gemeinschaft lebt, haben sich immer wieder einige "Schlaue" abgesetzt in dem Glauben, den anderen zu erklären, wie das Leben in einer Gemeinschaft zu funktionieren hat. Sie legten fest welchen Zehnten, welche Kriegssteuern, welche Abgaben an die Gemeinschaft/den Staat zu erfolgen haben. Und - jeder einzelne von diesen "Schlauen" griff mit vollen Händen in die Truhen und lebte in Saus und Braus von diesen Einnahmen.
Das hat sich bis in den heutigen Tag nicht wesentliche geändert. Lediglich die einzelen Forderungen der "Schlauen" bekommt hin und wieder einen neuen Namen.
Damit alle Anderen um deren Wichtigkeit und Notwendigkeit solcher Forderungen Verständnis und Einsicht mitbringen, wird durch die "Schlauen" erklärt, dass jeder der aus der Reihe tanzt bestraft werden müsse.
Dieses Prinzip hat sich über die vielen Jahrhunderte erhalten.
Wenn der Staat sich anmaßt in "meinen" Geldbeutel zu greifen und sich davon einen Teil einverleiben will, dann trägt man dafür Sorge, dass er das nicht mehr kann. Im Werden der Menschheit ist manch einem es sein Leben lang gelungen und andere widerrum sind nicht so schlau wie die "Schlauen".

Irgend wo habe ich dieser Tage gelesen ...Wer sich der Steuerpflicht entzieht, untergräbt die Fundamente eines Staates....
Eine interessante Aussage!!! - Wer ist der Staat heute und worin liegen seine tatsächlichen Fundamente...vielleicht in...einige wenige hunderte Politiker, die ihr Dasein mit vielen geistlosen Äußerungen in die Gesellschaft blasen und erklären ihr Handeln erfolge im Namen des Volkes ... oder ... ( hier kann jeder für sich selbst ergänzen)

Es gibt Steuern, die unverzichtbar für den Erhalt einer Gesellschaft geworden sind und es gibt Steuern, die weder Sinn noch Erklärbarkeit behinhalten.

...Herr Thomas von Aquin...sie hatten völlig Recht... wer Gewalt sät...wird Gewalt ernten...
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von noexite » 17.04.2014 12:42

Ich bin überrascht das es doch auch Kommentare gibt die die Haftstrafe für Uli H. als nicht notwendig ansehen.
Das ist doch das einzige Mittel womit man den "superreichen" noch etwas an haben kann und sie abschrecken kann nicht noch mehr Straftaten zu verüben. Der lerneffekt wird jedenfalls sehr groß sein und Uli wird nie wieder Steuern hinterziehen. Schade finde ich es das nicht weiter recherchiert wird wo das "Schwarzgeld" hergekommen ist und wie es in die Schweiz gekommen ist. Es würde mich interessieren welche Vorstände noch betroffen sind. Wenn das alles herauskäme würde Uli nicht mehr aus dem Knast herauskommen.

Übrigens: Erschreckend finde ich das auch der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz R. als Steuerhinterzieher vorbestraft ist. Was für ein korrupter Haufen. Wie kann man annehmen - und ich glauche das er ein intelligenter Kerl ist - das Uhrengeschenke in einigen hunderttausend EURO steuerfrei eingeführt werden können??? Er hat 250 T EURO Starfe dafür gezahlt. Was ich als sehr richtig ansehe. Ich frage mich nur was hat der böse Junge nur als Gegenleistung angeboten oder schon erbracht?

Ach noch etwas: Finde ich auch immer lustig: Annette Sch. hat wieder einen Doktor Titel. Das die sich nicht schämt, die Betrügerin (es ist gerichtlich bestätigt). Sie müsste für die letzten 30 Jahre alles zurück geben was sie durch den Titel bekommen hat. Das wäre die gerechte strafe. Langsam glaube ich auch das wir eine Bananen Republik sind.

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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von maxx » 21.05.2014 17:20

Ich war immer ein Fan von Hoeness.- Bis zu dem Tag, als auffiel, dass er kriminell ist. Verluste von 30 Mio in D absetzte und Gewinne in der Schweiz steuerfrei einsackte. Mir als Selbstst. hat das Finanzamt wg. 27,50 EUR die Bankkonten gesperrt weil sie 20.000 EUR Zwangsgeld daraus gemacht haben.Hoeness läuft jetzt noch rum, als wenn nix gewesen wäre. - Warum nur habe ich ein schlechtes Gefühl?

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Bundesfreiwild
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von Bundesfreiwild » 27.05.2014 11:15

Die Figur der Göttin der Gerechtigkeit/Gerichtsbarkeit - die Justitia- trägt eine Augenbinde.
Soll bedeuten: Vor dem Recht sind alle Menschen gleich. Eine Rechtsentscheidung richtet sich nicht am Stand oder Vermögen einer Person aus.
Leider funktioniert das in den meisten Staaten der Welt nicht so wirklich.

Würde man Rechtentscheidungen, zumindest solche, bei denen es "nur" um Geld geht, völlig ohne Kenntnis der Person des Angeklagten führen, würde sich diese Diskussion hier überhaupt nicht ergeben. Nachgewiesene absichtliche Steuerhinterziehung ist ein Straftatbestand, egal wer sie begangen hat. Und das Strafmass richtet sich nach der schwere des Vergehens.

Und wie schon bemerkt: Den "kleinen" Steuerzahler "hängt" man wegen nicht deklarierter 50 Euro (weil er vielleicht wirklich in Unkenntnis in seiner Steuererklärung etwas nicht richtig gemacht hat) und über langjährige, bewusste Steuerhinterziehung in Millionenhöhe diskutiert man hier, weil es einen Fussballmanager eine bekannten Vereines trifft? Das ist doch lächerlich.
Persönliche Sympathien dürfen hier nicht zur Rechtsbeugung führen.

Davon mal abgesehen: Weder ist mir der Verein Bayern München, noch Herr H. sympathisch. H. ist ein sehr gutes, öffentliches Beispiel dafür, wie sich unsere höchstbezahlten Menschen in Deutschland vor ihrer Steuerverantwortung drücken. Sie wollen HIER alles mitnehmen, was Infrastruktur, Subventionen für ihre Unternehmen und Sicherheit ihres Privatvermögens bieten, sind aber nicht gewillt, dafür mit ihren Steuern auch beizutragen.
Und sie bezahlen heutzutage weniger Steuern als jemals zuvor in den letzten 65 Jahren.

Wogegen der Verdiener von kleinen Einkommen unter 4000 Brutto im Monat seit 30 Jahren immer mehr Steuern zu bezahlen haben.
An meinem Beispiel: Ich habe vor ca. 18 Jahren noch 8800 DMark Steuern bezahlt (also rund 4000 Euro im Jahr, mit Urlaubsgeld und 13. Monatsgehalt), mittlerweile bezahle ich rund 6100 OHNE Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Die Inflationsrate hat die Gehaltserhöhungen mehr als aufgefressen.

Während also die Großverdiener von 56 auf 43% Spitzensteuersatz runtergeregelt wurden, bezahlen WIR praktisch immer noch mindestens die gleichen Einkommenssteuern.
Die von der Regierung immer wieder vor den Wahlen genannten Steuersenkungen, sind praktisch nur bei denen angekommen, die eh mehr als genug haben.

WIESO also sollte ich auch noch Verständnis oder gar Mitleid für einen Uli H. aufbringen???

Davon mal abgesehen: In unserem Strafrecht wird ein GELD-Vergehen in der Relation immer noch viel härter bestraft, als Körperverletzung oder Mord/Totschlag.
Stammt noch aus Kaisers Zeiten, in denen natürlich die wesentliche Menge Geldes und Vermögen fast ausschliesslich beim Adel angesiedelt war und praktisch JEDES monetäre Vergehen gleichzeitig ein "Anschlag" auf die Geld- und Führungs"elite" war. Das hat man immer schwer bestraft.
Wogegen es dem Grafen von und zu eher relativ egal war, ob ein Bauer dem anderen mal den Schädel eingeschlagen hat. Gabs ja genug von.
Wogegen Diebstahl von Fürsteneigentum natürlich eine unglaubliche Tat war.

Und damit - wenn man halt heutzutage den Staat bestieht - und nichts anderes ist Steuerhinterziehung - dann geht man halt auch als Uli H. in den Bau.

Und dieser so schöne Fall am lebenden und prominenten Manager führt derzeit dazu, dass MASSENHAFT die Selbstanzeigen eintrudeln.
In unserer Regionalzeitung war kürzlich ein Bericht, dass ALLEINE in Rheinland-Pfalz eine 9-stellige Summe an Steuergeldern durch die Selbstanzeigen im letzten Jahr reingekommen sind. Tendenz steigend. Und ist RLP nicht gerade das Land, wo massenhaft die reichen Prominenten wohnen. Es wird sich bundesweit zu Milliarden zusammenläppern, die bislang dem deutschen Staatswesen NICHT zur Verfügung standen, um Infrastruktur, Bildung, etc. zu finanzieren.

Es zeigt sich, dass das Arguement "Ach, die paar Millionen Steuerhinterziehung sind doch nix im Verhältnis zum Steueraufkommen" sich nicht bewahrheitet und dass es sich wirklich lohnt, dafür zu sorgen, dass die Kohle auch bei unseren Finanzämtern landet. Gilt auch für das -ich denke immer noch- weit verbreitete Schwarzarbeitsproblem.

In meinen Augen wäre es denn jetzt auch an der Zeit, endlich wieder mal heftigst dafür zu sorgen, dass die Bilanzprüfer der Finanzamter einen erheblichen Personalzuwachs bekommen. Vor Kohls Ära mussten die Unternehmen doch alle 2-5 Jahre mit einer intensiven Prüfung ihrer Bücher rechnen. Heutzutage ist die Chance eher gering, dass man in 15-20 Jahren mal dran ist. Ich denke, da liessen sich so einige Dinge aufdecken, die dem Staat/Bürger mehr Kohle einbringen würden.

Immer dran denken: Das, was unsere Steuerhinterzieher nicht zahlen, muss der Arbeiter, Angestellte oder Beamte in die Staatskasse reinbezahlen - oder eben auf Dinge verzichten (wie gute Straßendecken, sanierte Autobahnbrücken, FUNKTIONIERENDE Bildungseinrichtugen, etc.)

Michael1990
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von Michael1990 » 10.08.2014 22:41

Siedler hat geschrieben:Ich denke wir werden in naher Zukunft noch mehr über Hoeneß erfahren.
Woher hatte der Mann so viel Geld?
Hallo, ich krame den Thread noch mal aus.
Das Geld hatte er von Robert Louis Dreyfus (jetzt verstorben), der einen größeren Anteil an Adidas hielt.
Ein Gerücht besagt, die 10 Millionen wären die Belohnung für Uli's Ablehnung der Nike- Offerte, die wohl deutlich
höher als die von Adidas war. Für Adidas wäre es natürlich ein schwerer Schlag, nicht mehr Sponsor und Ausrüster des
FC Bayern zu sein.

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beat
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von beat » 26.11.2014 16:53

Ist es nicht so, dass Höneß aufgrund guter Führung im Frühjahr auf Bewährung raus darf oder hab ich da was missverstanden?
Ich kenne Menschen, da denke ich, ich muss sie an das Atmen erinnern!

Ina123
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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von Ina123 » 26.11.2014 20:35

Bitte zeigt mir, wo der Begriff „gute Führung“ im Strafvollzugsgesetz steht?
Nach meinem Kenntnisstand aus Niedersachsen, kann der Gefangene einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen. Dem wird beschieden, „wenn zu erwarten ist, das der Gefangene künftig ein Leben in sozialer Verantwortung führen wird“.
Oder fragt die Kollegen aus dem Strafvollzug.

Ina123

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Re: Der Fall Uli Hoeneß

Beitrag von beat » 28.11.2014 16:06

Ok, dann habe ich da was missverstanden!
Ich kenne Menschen, da denke ich, ich muss sie an das Atmen erinnern!

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