Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Baumschubser » 21.08.2016 18:38

Bei Beamtenehepaaren verdienen aber beide Geld. Und ja, da haben wir einige in unserer JVA. Die haben halt jeder eine eigene PKV, so wie ich auch. Einziger Unterschied ist, dass die für jedes Kind halt noch 30€ im Monat berappen müssen.

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Mikesch » 21.08.2016 19:06

Richtig, und alle zahlen mehr, als wenn die Regelungen der GKV gelten würden, jedenfalls bis einschl. mD ;-)
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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Baumschubser » 21.08.2016 19:21

Was erzählst du hier für einen Unsinn? Sorry jetzt aber mal.

Wenn beide Beamte sind, zahlen sie für sich alleine erstmal zum Teil deutlich weniger als in der GKV bei vergleichbarem Einkommen. Das ist ein Fakt. Die 30€ pro Kind, falls welche da sind, machen den Kohl nicht fett.

Nur mal als Beispiel: Ich zahle bekanntermaßen knapp 150€ incl. Pflege. Meine Frau verdient als Angestellte bei 30h einiges weniger als ich (rund 2800 brutto) und zahlt da schon 240€ Kranken- und Pflegeversicherung bei deutlich schlechteren Leistungen.

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Mikesch » 21.08.2016 19:31

Wir reden hier in diesem Fred von einer Umstellung des Systems. Hier hätte der Dienstherr die Hälfte der Beiträge zu übernehmen.
Geringe Einkommen zahlen dann weniger.
Ok, jetzt klinke ich mich jetzt endgültig aus, sinnlos...

Noch ne Anmerkung: Die PKV ist in jungen Jahren natürlich günstiger, ich zahle im Moment 300,-...
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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Baumschubser » 21.08.2016 20:07

Nur zu deiner Info, der Dienstherr übernimmt bereits die Hälfte der Beiträge (über den Umweg der Beihilfe). Bei vielen Beamten sogar mehr, je nach Familienverhältnissen.

PS: Ich bin auch schon 46 und zahle dennoch diesen günstigen Beitrag, der sich übrigens in den letzten 10 Jahren so gut wie nicht verändert hat.

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Varetek » 21.08.2016 22:33

Baumschubser hat geschrieben:Nur zu deiner Info, der Dienstherr übernimmt bereits die Hälfte der Beiträge (über den Umweg der Beihilfe). Bei vielen Beamten sogar mehr, je nach Familienverhältnissen.

PS: Ich bin auch schon 46 und zahle dennoch diesen günstigen Beitrag, der sich übrigens in den letzten 10 Jahren so gut wie nicht verändert hat.
Du steigerst dich da gerade rein.
Es geht hier auf den letzten Seiten darum, dass die Beihilfe idealerweise abgeschafft gehört, weil dieses System nicht solidarisch ist. In der GKV zahlt jeder einen Prozentsatz seines Einkommens, zumindest bis zur Beitragsbemessungsgrenze (die übrigens in meinen Augen ebenso abgeschafft gehört). Das bedeutet pro 100 Euro netto, zahlst du aktuell irgendwas um 8 Euro an die GKV. Für 1000 Euro netto, sind es 80, für 10.000 sollten es 800,- sein (hier greift dann die BBG).

Als Beamter mit Beihilfe zahlst du deinen fixen PKV-Beitrag von, sagen wir, 200 Euro/Monat. Der bleibt im Idealfall dein Leben lang gleich, nimmt aber eben andersherum auch keine Rücksicht auf deinen Verdienst. Bekommst du nur 1000,- Netto, zahlst du ebenso 200 Euro Beitrag, wie du sie z.B. in der Elternzeit zahlst, obwohl du nix/weniger verdienst oder du sie zahlen würdest, wenn du 10.000 Euro verdienst.

Das ist am Ende eben asozial, weil in einer Solidargemeinschaft jeder entsprechend seines persönlichen Leistungsvermögens mit Abgaben belegt werden sollte. Das Prinzip der Beihilfe konterkariert die Solidargemeinschaft paradoxerweise gerade bei den Staatsdienern, weil sie gerade niederen Besoldungsgruppe überproportional viel von deren Netto für die oft (finanziell) erzwungene PKV aus dem Kreuz leiert.

Würde man die Beihilfe abschaffen und die Beamten auch in die GKV einzahlen lassen, würde natürlich dein Dienstherr (wie jeder Arbeitgeber auch) seinen regulären Anteil übernehmen, du also auch nur noch 7-8% zahlen, statt wie bisher die vollen 16% bei freiwilliger Versicherung.

Vermutlich wären es anschließend auch keine 8% mehr, sondern vielleicht nur noch 6%, weil die Krankenkassen einen Haufen (oft gutverdienender) Beitragszahler gewinnen würden, mit denen sie auch langfristig kalkulieren können.

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Baumschubser » 21.08.2016 22:48

Was ihr beide dabei anscheinend vergesst, dann müssten die Bruttogehälter erheblich angepasst werden. Die sind aufgrund der speziellen Beamtenversicherung deutlich niedriger. Ob sich dann unterm Strich noch Vorteile ergeben, wie von Mikesch gewünscht, bezweifle ich mal.

Oder anders ausgedrückt, nach dem derzeitigen System sparst du insgesamt während deiner aktiven Dienstzeit kräftig und zahlst als Pensionär etwas drauf.

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Mikesch » 21.08.2016 23:56

Danke @Varetek für Deine Mühen, Du hast es auch deutlich klarer gebündelt dargestellt :-)

Darum lieber Baumschubser sprach ich auch von einer Umstellung des Systems. Richtig, er müsste die um 8% mehr zahlen, dafür fiele aber die Beihilfe weg. Unterm Strich dürfte der Unterschied nicht so gravierend sein...
Schon 46? ;-)
Komm mal in meine Region und schaue, wie sich die Beiträge altersbedingt entwickeln werden ;-)
Die KVen bilden Rücklagen, damit die Beiträge nicht so exorbitant steigen. Je jünger man jemand beigetreten ist, desto besser. Allerdings scheint es hier auch je nach KV Unterschiede zu geben. Du sparst vielleicht etwas in einem bestimmten Zeitfenster, aber im Rentenalter ist das nicht nur etwas, erst recht der Prozentuale Anteil.
Nicht berücksichtigt die nicht wenigen Sonderfälle wie Teilzeit (Erziehung, Pflege...), DDU, u.s.w., alles die müssen voll zahlen und da haut die KV prozentual zum Einkommen richtig rein.
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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Varetek » 22.08.2016 10:23

Baumschubser hat geschrieben:Was ihr beide dabei anscheinend vergesst, dann müssten die Bruttogehälter erheblich angepasst werden. Die sind aufgrund der speziellen Beamtenversicherung deutlich niedriger. Ob sich dann unterm Strich noch Vorteile ergeben, wie von Mikesch gewünscht, bezweifle ich mal.

Oder anders ausgedrückt, nach dem derzeitigen System sparst du insgesamt während deiner aktiven Dienstzeit kräftig und zahlst als Pensionär etwas drauf.
Hier kann man sich den Nachtragshaushalt NRW für 2013 angucken. Demnach betrugen die Ausgaben für die aktiven Beamten bei der Beihilfe in NRW 2013 619 Mio. Euro während gleichzeitig rund 11,7 Mrd. für die Besoldung der insgesamt rund 318.000 Beamte und Richter (Voll- und Teilzeit) ausgegeben wurde. Das entspricht einem durchschnittlichen Brutto von etwa 37.000 und etwa 2000,- Euro an Beihilfe pro aktivem Beamten.

Für die Pensionäre sieht es folgendermaßen aus: 1,1 Mrd. Beihilfe und Ausgaben für Versorgungsbezüge von 5,919 Mrd. für 179.000 Ruhestandsbeamte und deren Hinterbliebenden. Das ergibt dann ein durchschnittliches Einkommen von 33.000 Euro und Ausgaben für die Beihilfe in Höhe von 6200,-

Bei 37.000 Brutto entsprechen 8% GKV Beitrag etwa 2960,- Euro, die Ausgaben für die Beihilfe liegen mit rund 2000,- Euro also deutlich darunter. Für einen Pensionär ergeben sich bei durchschnittlich 33.000 Euro Kosten für die GKV von 2640,- Euro, hier liegen die Ausgaben für die Beihilfe also weit darüber. Rechnen wir das auf die Gesamtzahlen hoch, betrügen die Kosten für die GKV der aktiven Beamten also 2960 * 318.000 = 941 Mio und für die Ruheständler 2640 * 179.000 = 473 Mio. Zusammen also 1,414 Mrd. Euro gegenüber derzeit 1,719 Mrd. für die Beihilfe.

Jetzt ist das natürlich bloß NRW, aber im großen und Ganzen sehe ich das wie Mikesch: Die Umstellung dürften den Staat kurzfristig zumindest nichts kosten und langfristig sogar eine Menge Geld einsparen, da im Rahmen der Beihilfe bisher kaum Altersrückstellungen gebildet wurden und werden.

Was jetzt die Sicht der "Betroffenen" angeht, nehmen wir einfach mal die A-Besoldung des Bundes 2013a und rechnen den GKV-Beitrag von 8% aus.
Die erste Zahl bezieht sich auf Stufe 1, die zweite auf Stufe 8

A02: 146/166
A03: 152/173
A04: 155/180
A05: 156/187
A06: 160/197
A07: 168/214
A08: 178/233
A09: 193/252
A10: 207/282
A11: 238/314
A12: 255/346 (Hier haben wir jetzt die Beitragsbemessungsgrenze schon überschritten)

Wenn wir jetzt nur mal annehmen, die PKV würde gerade mal kostendeckend kalkulieren (ohne z.B. den med. Fortschritt einzuplanen) und würde für jeden Beamten die gleichen Kosten zugrunde legen, wie sie der Beihilfe real entstehen, ergibt das ungefähr diese Rechnung:

40 (Jahre aktiver Dienst) * 2000 (Euro jährlich) = 80.000
18 (Jahre Ruhestand) * 6.200 (Euro jährlich) = 111.600

Durchschnittliche Gesamtausgaben über die Lebenszeit eines Beamten = 191.600 / 58 (Jahre) = 3303 Euro jährlich, bzw. 275 Euro Monatsbeitrag

In diesem Fall würde sich eine GKV-Versicherung etwa ab einer A11-Besoldung während des Berufslebens nicht mehr rechnen. Berücksichtigt man nun die Tatsache, dass es mit Eintritt der Pension nur noch ~70% der Bezüge gibt, verschiebt sich diese "Rentabilitätsgrenze" bereits in Richtung A13 mit etwa 269,- Euro GKV-Beitrag während der Pension.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass sich eine Versicherung der Beamten in der GKV für den Staat insbesondere langfristig rechnen würde, während bei den Beamten der einfache, mittlere Dienst und sogar der gehobene Dienstes profitieren.

Und das ist eben genau der Punkt: Das System der Beihilfe ist asozial, weil davon gerade die profitieren, die besonders gut verdienen (A14-A16, B-Besoldung, Richter und Professoren)


PS: Wenn du nicht gerade bei der PBeaKK oder einer ähnlichen Sonderform versichert bist, wirst du dich bei deinem Beitrag von 150,- Euro noch umgucken. Der ist bei weitem nicht auskömmlich kalkuliert und wird eher früher als später exorbitant in die Höhe schnellen.

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Torquemada » 22.08.2016 11:26

Varetek hat geschrieben:
PS: Wenn du nicht gerade bei der PBeaKK oder einer ähnlichen Sonderform versichert bist, wirst du dich bei deinem Beitrag von 150,- Euro noch umgucken. Der ist bei weitem nicht auskömmlich kalkuliert und wird eher früher als später exorbitant in die Höhe schnellen.
Absolut richtig. Problematisch ist es dann leider bei der früher so häufigen klasssichen "Hausfrauenehe". Da können dann fi im Alter hohe PKV-Beiträge drohen.

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Baumschubser » 22.08.2016 11:29

Mikesch hat geschrieben: Schon 46? ;-)
Komm mal in meine Region und schaue, wie sich die Beiträge altersbedingt entwickeln werden ;-)
Die KVen bilden Rücklagen, damit die Beiträge nicht so exorbitant steigen. Je jünger man jemand beigetreten ist, desto besser. Allerdings scheint es hier auch je nach KV Unterschiede zu geben. Du sparst vielleicht etwas in einem bestimmten Zeitfenster, aber im Rentenalter ist das nicht nur etwas, erst recht der Prozentuale Anteil.
Ich weiß nicht, wo du versichert bist und in welchem Alter du eingetreten bist in die PKV. Ich sag dir aber mal meine Daten, die sind kein großes Geheimnis. Ich war 28 und bin von Anfang an bei der Debeka. Ich habe einen Tarif, der alles einschließt, auch Wahlleistungen.

Das Groß meiner Kollegen, die schon etwas länger Beamte sind, ist hier bei uns bei der Bayerischen Beamtenversicherung, der Rest verteilt sich auf Debeka, HUK, Signal Iduna. Die Beiträge sind plus/minus paar Euro gleich, das nimmt sich nicht wirklich viel bei gleichen Voraussetzungen.

Und es ist ebenfalls wieder eine Falschbehauptung von dir, dass die individuellen Beiträge nur des Alters wegen steigen. Das ist schlichtweg falsch. Die Beiträge für alle Versicherten steigen, wenn keine jungen Beamten mehr nachkommen und einen Tarif "füttern". Da jetzt überall neue Polizeibeamte etc. eingestellt werden, ist damit in den nächsten 10 Jahren nicht zu rechnen.
So ist mein Tarif in den letzten 10 Jahren um gerade mal rund 30€ monatlich gestiegen. Das liegt im Bereich der Inflationsrate, also völlig normal.

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Mikesch » 22.08.2016 12:18

Baumschubser hat geschrieben:Und es ist ebenfalls wieder eine Falschbehauptung von dir, dass die individuellen Beiträge nur des Alters wegen steigen.
Danke, dass Du mich der Unwahrheit bezichtigst. Ich habe eine Vergleichsberechnung meiner KV vorliegen, wo der Beitrag aufgedröselt ist...
Egal, Varetek hat die Situation mehr als gut und richtig dargestellt, bin jetzt wirklich raus
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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Varetek » 22.08.2016 12:25

Baumschubser hat geschrieben: Und es ist ebenfalls wieder eine Falschbehauptung von dir, dass die individuellen Beiträge nur des Alters wegen steigen. Das ist schlichtweg falsch. Die Beiträge für alle Versicherten steigen, wenn keine jungen Beamten mehr nachkommen und einen Tarif "füttern". Da jetzt überall neue Polizeibeamte etc. eingestellt werden, ist damit in den nächsten 10 Jahren nicht zu rechnen.
So ist mein Tarif in den letzten 10 Jahren um gerade mal rund 30€ monatlich gestiegen. Das liegt im Bereich der Inflationsrate, also völlig normal.
Das ist nicht korrekt.

Die Beitragskalkulation in der PKV erfolgt auf individueller Basis. Das heißt, dass dein aktueller Beitrag so kalkuliert wurde, dass er für deine voraussichtliche Lebensdauer (bei Abschluss mit 28 Jahren) bis zum Ende ausreicht. Dafür zahlst du in jungen Jahren zusätzlich in Form von Altersrückstellungen, die dann dazu verwendet werden deine Beiträge im Alter konstant zu halten.
Das hat rein gar nichts mit "jungen" Beamten zu tun, die nachströmen, sondern nur mit deinem Vertrag.

Ändert sich nun etwas an den Prämissen, die der ursprünglichen Beitragskalkulation zugrunde gelegen haben (also klassischerweise z.B. längere Lebenserwartung/teurere Behandlungen durch medizinischen Fortschritt, aber auch gesetzliche Änderungen, oder aktuell niedrigere Zinsen am Kapitalmarkt)), muss der Tarif neu kalkuliert werden und wird anschließend teurer. Das gilt dann aber für alle Versicherten dieses Tarifes, also auch für die "jungen" Frischlinge. Perfide daran ist, dass der Gesetzgeber nur dann eine Erhöhung vorschreibt, wenn der Beitrag innerhalb eines Jahres um einen bestimmten Prozentwert steigt. Es kann also passieren, dass mehrere Jahre lang "eigentlich" Erhöhungen von 4% hätten erfolgen müssen, diese aber wegen Unterschreiten des Richtwertes (noch) nicht umgesetzt wurden. Diese Erhöhungen werden dann aber nachgeholt, sobald der Schwellenwert gerissen wird und dann flattern auch schonmal Erhöhungen von 30% und mehr ins Haus, die dann regelmäßig in der Presse landen.

In deinem Fall ist bei einem Abschluss vor 2000 davon auszugehen, dass die 10% gesetzlicher Zuschlag zur Altersrückstellung fehlt, weil du vermutlich widersprochen hast. Ansonsten kann man natürlich nur spekulieren, weil niemand Einblick in die Zahlen der Debeka hat, aber allein die Tatsache, dass sich die Lebenserwartung für Männer deines Jahrgangs seit Abschluss deines Vertrages bis zum Jahr 2010 um 3 Jahre erhöht hat und du ja selbst sagst, dass bisher gerade mal die Inflation ausgeglichen wurde, lässt erahnen, wo die Reise für deinen Beitrag hingeht.

Erschwerend hinzu kommt, dass seit Juli 2000 eine Rückkehr in die GKV nur mehr bis 55 Jahren möglich ist. Das betrifft natürlich alle Versicherungsgesellschaften gleichermaßen, bedeutet aber, dass für deinen Vertrag sehr wahrscheinlich mit deutlich mehr "Vererbungsfällen", also Zuflüssen von Altersrückstellungen durch ausgeschiedene Versicherte, kalkuliert wurde.

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Baumschubser » 22.08.2016 12:40

Sag ich doch die ganze Zeit, dass es nicht um meinen ganz persönlichen Vertrag gehen kann, sondern wenn erhöht wird, betrifft es alle, die im selben Tarif sind. Genau das wurde von Mikesch doch aber immer abgestritten.

Und natürlich hat es auch mit jungen Beamten zu tun, die in den selben Tarif nachkommen. Mein Schwager z.B. war lange Jahre privat bei der Central versichert. Die hat aber die PKV als Sparte komplett abgestoßen. Gekündigt wird deshalb natürlich keiner, aber da alle Versicherten immer älter werden und höhere Kosten verursachen, gleichzeitig keine neuen Leute in den Tarif nachkommen, ist sein Beitrag explodiert.

Richtig ist natürlich, dass die PKV keine Solidargemeinschaft ist, so wollte ich das mit den jungen Leuten auch nicht verstanden wissen. Aber sie fließen dennoch in die Gesamtkalkulation eines PKV-Tarifs mit ein.

Wir haben hier ja auch ältere Beamte, die in Pension schon sind bzw. bald gehen. Mir ist kein Fall bekannt, wo da in den letzten 5 Jahren die Beiträge explodiert wären. Selbst Frauen mit Altverträgen (die also sowieso deutlich mehr zahlen als ich), sind da bei 50% Beitragssatz mit Summen von 250-280€ dabei. Dort muss man aber auch dazu sagen, dass die alle weit über die 30 waren, als sie hier im Osten 1993 verbeamtet wurden. Daher die höheren Beiträge gegenüber meinem.

Und klar, natürlich wäre es auch eine machbare Lösung, wenn alle in der GKV sind. Ich bin da aber auch aus einem anderen Grund dagegen. Die GKV sind raffgierige Unternehmen, wenn die sich wenigstens im Wettbewerb stellen müssten. Aber so gibts einen Einheitsbeitrag. Wozu brauchen wir dann zig. Versicherungen. Eine einzige staatliche Versicherungsgesellschaft und gut und die für alle. Damit könnte ich mich anfreunden. Warten wir mal die nächsten 5-10 Jahre ab, ich denke an diesem ganzen Konstrukt muss noch mehrfach nachgebessert werden.

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Re: Beihilfe im Ausland: Mitstreiter gesucht

Beitrag von Varetek » 22.08.2016 16:36

Baumschubser hat geschrieben:Sag ich doch die ganze Zeit, dass es nicht um meinen ganz persönlichen Vertrag gehen kann, sondern wenn erhöht wird, betrifft es alle, die im selben Tarif sind. Genau das wurde von Mikesch doch aber immer abgestritten.
Ich habe auch nicht gesagt, dass Mikesch uneingeschränkt Recht hat, ich habe nur gesagt, dass du Unrecht hast. Und ja, es betrifft alle innerhalb eines Tarifes, aber eben nicht unbedingt in gleicher Höhe, da es sich, wie gesagt, um einen individuellen Beitrag handelt. Nimm z.B. die Zinsen: Als du abgeschlossen hast wurde mit meinetwegen 3% Verzinsung der Altersrückstellungen kalkuliert. Ein Kollege der 6 Jahre später abgeschlossen hat, hatte noch 2% Zinsen in der Kalkulation. Dann kam die Finanzkrise und nun stellen die Versicherer fest, dass z.B. nur noch 1,5% realistisch erzielt werden können. Ihr beide zahlt in Folge mehr Beitrag, die Erhöhung fällt aber bei dir deutlicher aus.
Und natürlich hat es auch mit jungen Beamten zu tun, die in den selben Tarif nachkommen. Mein Schwager z.B. war lange Jahre privat bei der Central versichert. Die hat aber die PKV als Sparte komplett abgestoßen. Gekündigt wird deshalb natürlich keiner, aber da alle Versicherten immer älter werden und höhere Kosten verursachen, gleichzeitig keine neuen Leute in den Tarif nachkommen, ist sein Beitrag explodiert.
Die Central hat meines Wissens damals mit unseriös kalkulierten "Einsteiger-Tarifen" um sich geschmissen, um das Neukundengeschäft anzukurbeln. Dass die im Nachgang "explodieren" ist also nicht verwunderlich und hat nichts mit der Altersstruktur der Versicherten zu tun.
Richtig ist natürlich, dass die PKV keine Solidargemeinschaft ist, so wollte ich das mit den jungen Leuten auch nicht verstanden wissen. Aber sie fließen dennoch in die Gesamtkalkulation eines PKV-Tarifs mit ein.
Du müsstest mich aufklären, inwiefern sie einfließen.

Es ist korrekt, dass ein Tarif grundsätzlich im Kollektiv funktioniert, also die Gesunden für die Kranken mitzahlen (so funktioniert halt eine Versicherung). Da aber der Beitrag des Einzelnen individuell kalkuliert wird, ist dieser Zu-/Abfluss der Beiträge ans Kollektiv bereits eingepreist.

Die Versicherung hat in deinem Fall geschaut was ein 28 Jahre alter Mann im Jahr 1999 an voraussichtlichen Kosten bis zu seinem Tod verursacht und auf dieser Basis deinen Beitrag festgelegt. Nun magst du tatsächlich mehr Kosten verursachen als angenommen und ein anderer damals 28jähriger Mann dafür weniger. Das gleicht sich innerhalb des Kollektives aus und wurde berücksichtigt. Wenn sich aber herausstellt, dass die mittlerweile 46 jährigen Männer überwiegend teurer kommen, als zunächst angenommen, müssen diese Mehrkosten ausgeglichen werden.

Würde man zu diesem Zweck die Beiträge der heute 28jährigen einfach zweckentfremden, hätte die Versicherung in ein paar Jahre kein Geld für diese, wenn sie 46 sind oder sie müssten den heute 28jährigen sehr viel höhere Beiträge abverlangen, um mit der Differenz die bestehenden Löcher zu stopfen.
Eine Umlage wie in einem Schneeballsystem macht kein vernünftiger Mensch mit und die Bereitschaft mit jeder Generation sehr viel höhere Beiträge (zzgl. der sonstigen Preiserhöhungen) für die gleiche, oder sogar eine geringere, Leistung zu stemmen, dürfte ebenfalls nicht gegeben sein.
Ersteres ist strafbar, zweiteres nicht durchsetzbar (und auch nicht zulässig).

Was es hingegen gibt, ist die so genannte "Entmischung", die auftritt, wenn in einem (geschlossenen) Tarif, wie z.B. bei der Central die gesunden (meist jungen) Leute abwandern. Durch die damit verbundene Konzentration überwiegend kranker und damit kostenintensiver Versicherter, gerät das Kollektiv in Schieflage, weil natürlich mit einem gewissen Anteil gesunder Menschen kalkuliert wurde, die nun weg sind.
Dem Problem kommt man aber durch Zufluss neuer junger Versicherter nicht bei, weil es wieder auf ein Schneeballsystem oder eine unzulässige Erhöhung der Beiträge hinausliefe. Selbst die (hypothetische) Möglichkeit durchweg kerngesunder neuer Versicherter, die zeitlebens keine Kosten verursachen und auf diesem Wege das Kollektiv beglücken, würde nicht greifen, weil das stets eine Retrospektive ist, die den dann längst verstorbenen Bestandskunden nicht mehr hilft, sondern allenfalls der nachfolgenden Generation in Form von "Vererbung" zufiele.

Kurzum: Junge Versicherte haben keinen Einfluss auf die Beiträge der "Älteren".

Wir haben hier ja auch ältere Beamte, die in Pension schon sind bzw. bald gehen. Mir ist kein Fall bekannt, wo da in den letzten 5 Jahren die Beiträge explodiert wären. Selbst Frauen mit Altverträgen (die also sowieso deutlich mehr zahlen als ich), sind da bei 50% Beitragssatz mit Summen von 250-280€ dabei. Dort muss man aber auch dazu sagen, dass die alle weit über die 30 waren, als sie hier im Osten 1993 verbeamtet wurden. Daher die höheren Beiträge gegenüber meinem.
Das Eintrittsalter hat nur insofern Auswirkungen auf den Beitrag im Ruhestand, als dass man länger Zeit hatte seine Rückstellungen anzusparen.Die Momentaufnahme eines Beitrages hat also keine wirkliche Aussagekraft. Mir fällt als Begründung spontan ein, dass diese Leute vielleicht schon seit Jahrzehnten einen höheren Beitrag gezahlt als du, sie leben (statistisch betrachtet) nicht so lange wie du und deren Beiträge haben sich "damals" auch noch deutlich stärker verzinst.

Davon ab sind 250 Euro schon 67% mehr als du aktuell zahlst und 280 Euro sogar 87% mehr. Und das wohlgemerkt bei deinem Beitrag, der von 120 auf 150 auch schon eine 25% Steigerung hinter sich hat. Für einen "eigentlich" lebenslang stabil kalkulierten Beitrag von 120,- Euro wie in deinem Fall, entspräche eine Anhebung auf 250 Euro einer Steigerung von 208% binnen 40 Jahren, bei 280 Euro sogar 233% .
Das finde ich schon beachtlich. Bedenkt man dann noch, dass die genannten 250-280 Euro einen realistischen, dauerhaften Beitrag für einen umfangreichen Tarif darstellen (den man also von Anfang an zahlt!) und rechnet mal herum, wie hoch deine kommenden Steigerungen ausfallen müssten, um die bisherige Unterzahlung auszugleichen, kann einem schon schwindelig werden. Ich würde mich nicht wundern, wenn du noch vor der Pensionierung einen Beitrag von 350,- Euro aufwärts erlebst.
Eine einzige staatliche Versicherungsgesellschaft und gut und die für alle. Damit könnte ich mich anfreunden.
D'accord! - wenn auch nicht aus den von dir genannten Gründen ;)

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