Krankschreibung die Ferien hindurch sinnvoll?

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bluegoody
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Krankschreibung die Ferien hindurch sinnvoll?

Beitrag von bluegoody » 23.06.2016 22:32

Hallo zusammen,

ein verbeamteter Lehrer in NRW ist nun schon einige Monate erkrankt, er hat die Einladung zu einem Amtsarzttermin kurz nach den Sommerferien schon vorliegen. Er stellt sich nun die Frage, ob er die Sommerferien hindurch komplett weiter krankgeschrieben bleiben soll oder nicht.

Gibt es Gründe, die dafür sprechen würden, die Ferien komplett noch eine AU-Bescheinigung vorzulegen? Wäre es auch möglich, eine AU noch bis in die, z.B. 2. Ferienwoche zu machen und dann keine Bescheinigung mehr vorzulegen? Hat jemand Erfahrung damit? Oder schießt er sich damit irgendwie selbst ins Knie? Ein richtiger "Dienstantritt" ist das ja nun nicht.

Wenn eine Wiedereingliederung mit Start direkt nach den Ferien bewilligt wurde, dann ist es wohl so, dass die Ferien hindurch noch komplett eine Krankschreibung vorliegen muss, in seinem Fall ist im Moment eine Wiedereingliederung aber noch nicht beantragt.

Danke für alle sachdienlichen Hinweise!

Grüße,
bluegoody

Hummel20126
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Re: Krankschreibung die Ferien hindurch sinnvoll?

Beitrag von Hummel20126 » 24.06.2016 12:55

Hallo!
Sollte es zur Dienstunfähigkeit kommen, wäre es ungünstig sich nicht krankschreiben zu lassen. Man bekommt dann eine Urlaubsausbezahlung, wenn die Mindesturlaubstage von 20 (bin ich mir aber nicht sicher) nicht genommen wurde. Und das wäre mit den Sommerferien dann abgegolten, da der Kollege ja dann nicht im Krankenstand ist.
Wo ist das Problem, sich weiterhin krankschreiben zu lassen?

Grüße Hummel 20126

Blue Ice Ultra
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Re: Krankschreibung die Ferien hindurch sinnvoll?

Beitrag von Blue Ice Ultra » 24.06.2016 16:13

@bluegoody: Welche Zielsetzung verfolgt Deine Fragestellung?

bluegoody
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Re: Krankschreibung die Ferien hindurch sinnvoll?

Beitrag von bluegoody » 24.06.2016 19:50

Hi, und danke schonmal für die Antworten.
Also die Sache mit der Urlaubsauszahlung hatte der Beamte noch gar nicht bedacht, danke für den Tipp.
@Blue Ice Ultra: Die Sache ist die, entweder ist es so wie Hummel20126 auch schreibt, krankschreiben wäre weiter möglich, allerdings wäre natürlich das beste Argument nochmal um den Amtsarzt herumzukommen, wenn er nach den Ferien zum Dienst antreten würde.. Die Möglichkeit besteht, so langsam kann er wohl gesundheitlich daran denken. Allerdings besteht für ihn das Problem, dass eine Wiedereingliederung mit weniger Stunden wohl nur beim Amtsarzt "verhandelt" werden wird. Also das Dilemma ist: Entweder direkt Vollzeit und was soll der Amtsarzt dann für Argumente für z.B. eine Teildienstfähigkeit oder Ä. haben, wenn man im Dienst ist, oder bis dahin weiter krank sein, dann aber beim Arzt dann darum kämpfen müssen, ob und wie es weiter geht. Darüber hinaus wollte er auch eigentlich keine weiteren Krnkheitstage in den Ferien sammeln, aber von 3 Wochen ohne Krankschreibung in den Ferien und dann zum Beginn wieder krank zu sein, habe ich ihm eigentlich auch abgeraten, das sieht doch irgendwie komisch aus..

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Herr Löhlein
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Re: Krankschreibung die Ferien hindurch sinnvoll?

Beitrag von Herr Löhlein » 27.06.2016 12:10

Also ich verstehe das ganze Problem nicht. Nach längerer Krankheit kann auch im Einvernehmen mit dem behandelden Arzt, dem Patienten sowie der Dienststelle eine stufenweise Wiedereingliederung (§ 74 SGB V, § 28 SGB IX), das sog. "Hamburger Modell" vereinbart werden. Darin werden dann die Zeiten, in welcher mit der Beamte mit reduzierter Stundenzahl beschäftigt werden kann festgelegt bis zur vollständigen Wiederherstellung der Gesundheit und damit dem Dienst mit regulärer Stundenzahl. Das einzige Manko hierbei ist, dass man rechtlich weiter als "krankgeschrieben" gilt und keinen Urlaub beanspruchen kann. Also einfach mal mit dem behandelnden absprechen und bei der Dienststelle vorlegen. Vor dort wird dann dem Wiedereingliederungsplan in der Regel zugestimmt.
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bluegoody
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Re: Krankschreibung die Ferien hindurch sinnvoll?

Beitrag von bluegoody » 29.06.2016 19:46

Also ich habe jetzt nochmal nachgefragt. Es wurden an Wiedereingliederungen schon durchgeführt: 1. Vor ca. 4 Jahren ("erfolgreich"), führte zu vollständigen Genesung und dann vier Jahre voll im Job, krank dann wieder seit Beginn diesen Jahres und seitdem wurden zwei Wiedereingliederungen in diesem Jahr schon beantragt und bewilligt, sie wurden aber nicht "angetreten". Mit dem zweiten Bescheid der Genehmigung der Wiedereingliederung wurde allerdings auch gleichzeitig schon der Amtsarzttermin mitgeteilt. Der Kollege geht im Moment eher davon aus, dass ein dritter Antrag auf eine Wiedereingliederung eher abgelehnt werden könnte und ist sich generell jetzt sehr unsicher, was er am besten tun kann. Evtl. könnte er zum Amtsarzttermin kurz nach den Ferien ein Schreiben mit einer Prognose der Gesundwerdung schon mitbringen? Evtl. doch schon vorher noch eine Wiedereingliederung beantragen?
Eine wichtige Frage wäre auch noch, ob ein Antrag auf Schwerbehinderung jetzt sinnvoll wäre? Sieht der Amtsarzt den gesundheitlichen Zustand dann nicht schon mit ganz anderen Augen (in Richtung z.B. Teildienstfähigkeit), wenn er dann von dem Antrag auf Schwerbehinderung, der schon gestellt ist, erfährt? Besten Dank schonmal für alle Wortmeldungen.

bluegoody
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Re: Krankschreibung die Ferien hindurch sinnvoll?

Beitrag von bluegoody » 20.07.2016 20:14

Keiner mehr? Der Kollege will nicht dienstunfähig werden, d.h. eine Prognose über eine Gesundwerdung innerhalb von 6 Monaten in Form eines Wiedereingliederungsplanes mit zum Amtsarzt nehmen (nach 9 Monaten Krankschreibung) erscheint doch nicht das Schlechteste, oder?

bluegoody
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Re: Krankschreibung die Ferien hindurch sinnvoll?

Beitrag von bluegoody » 25.07.2016 14:20

Hallo, es wäre sehr nett, wenn jemand noch schreiben könnte.
Es eilt wohl jetzt auch, da der Amtsarzttermin nun in die Ferien vorverlegt wurde...

Dienstunfall_L
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Re: Krankschreibung die Ferien hindurch sinnvoll?

Beitrag von Dienstunfall_L » 25.07.2016 21:08

bluegoody hat geschrieben:Es wurden an Wiedereingliederungen schon durchgeführt: 1. Vor ca. 4 Jahren ("erfolgreich"), führte zu vollständigen Genesung und dann vier Jahre voll im Job, krank dann wieder seit Beginn diesen Jahres und seitdem wurden zwei Wiedereingliederungen in diesem Jahr schon beantragt und bewilligt, sie wurden aber nicht "angetreten". Mit dem zweiten Bescheid der Genehmigung der Wiedereingliederung wurde allerdings auch gleichzeitig schon der Amtsarzttermin mitgeteilt. Der Kollege geht im Moment eher davon aus, dass ein dritter Antrag auf eine Wiedereingliederung eher abgelehnt werden könnte und ist sich generell jetzt sehr unsicher, was er am besten tun kann. Evtl. könnte er zum Amtsarzttermin kurz nach den Ferien ein Schreiben mit einer Prognose der Gesundwerdung schon mitbringen? Evtl. doch schon vorher noch eine Wiedereingliederung beantragen?
Eine wichtige Frage wäre auch noch, ob ein Antrag auf Schwerbehinderung jetzt sinnvoll wäre? Sieht der Amtsarzt den gesundheitlichen Zustand dann nicht schon mit ganz anderen Augen (in Richtung z.B. Teildienstfähigkeit), wenn er dann von dem Antrag auf Schwerbehinderung, der schon gestellt ist, erfährt? Besten Dank schonmal für alle Wortmeldungen.
Die beiden in diesem Jahr genehmigten und nicht durchgeführten Wiedereingliederungsversuche wurden vermutlich aus gesundheitl. Gründen nicht angetreten.
Wenn der Kollege zum AA nun eine ärztliche Widereingliederungsempfehlung (mit Plan, wann was wie gesteigert wird) mit positiver Prognose mitbringt, dann kann das zumindestens nicht schaden. Er sollte sich darauf gefasst machen, dass der AA hinterfragt, warum es diesmal klappen soll, vorher aber zweimal nicht geklappt hat. Das Thema würde ich nicht selber aufmachen, sondern abwarten, was dazu gefragt wird.

Wichtig ist, ggü. dem AA deutlich zu machen, was er anstrebt, nämlich wieder in den Dienst zurückzukehren.

Hält der AA den Kollegen für weiter dienstunfähig, dann sollte nachgehakt werden, warum konkret und es sollte - sofern der Kollge das in Betracht zieht - angesprochen werden, ob eine andere Verwendung möglich ist.

Wie der AA das bei der Vorgeschichte dann einschätzt, kann hier vermutlich auch keiner absehen.

Der Antrag auf Schwerbehinderung kann natürlich parallel laufen, hier die Dringlichkeit wegen Prüfung der Dienstfähigkeit und drohender Zurruhesetzung betonen, um evtl. die Bearbeitungszeit zu verkürzen.
Welchen Nachteil sieht der Kollege, warum zögert er mit der Antragstellung oder läuft das inzw.?

LG

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