Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenraub?

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lehrer
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Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenraub?

Beitrag von lehrer » 27.08.2012 14:41

Hallo,
vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen...

Ich bin Beamter auf Probe in Bundesland A. In Bundesland B habe ich mich beworben und eine Stelle angeboten bekommen. Beim Einstellungsgespräch informierte ich darüber, dass ich Beamter auf Probe in einem anderen Bundesland bin. Sofern ich bis zum Tage der Vereidigung zur Verfügung stehe, würde ich die Stelle erhalten. Darauf wurde auf dem Formular folgendes notiert: Freigabe/ Entlassung folgt.
Ich habe beim aktuellen Dienstherrn einen Antrag auf Versetzung/ Freigabe und falls dies nicht möglich, einen Antrag auf Entlassung gestellt. Zeitnah habe ich dann meine Freigabe (gültig bis 31.8.2012) von Bundesland A erhalten. Bundesland B sagt nun, es handele sich um eine Neueinstellung, nicht um eine Übernahme.

Was also tun? Aktuell bin ich in Bundesland A beurlaubt. Soll ich die Sache ruhen lassen und einfach am 7.9 die Urkunde in Bundesland B nehmen? Das wäre dann ja Urkundenraub… Oder soll ich Bundesland A darüber informieren, bzw. erneut einen Antrag auf Entlassung zum 6.9.12 stellen? Ich bin wirklich etwas ratlos. Weder die Sachbearbeiter noch Lehrerverbände können mir wirklich helfen.

Danke!

lehrer

freni
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Re: Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenr

Beitrag von freni » 27.08.2012 16:31

Hi.

Was soll denn bitteschön Urkundenraub sein...?

Gruß

Steinbock
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Re: Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenr

Beitrag von Steinbock » 27.08.2012 17:28

Hallo Lehrer,

dein Text verwirrt mich etwas.

Es sind zwar schon etliche Jahre her, als ich meine Beamtenprüfungen absolvierte.
Damals konnte allerdings nur ein Beamter a.L. eine Freistellung beantragen und in ein anderes Bundesland wechseln.
Möglich, dass sich das geändert hat ??

Allerdings stört mich dein Text - Antrag auf Entlassung gestellt. Dies würde bedeuten, dass Du aus dem Beamtenverhältnis aussteigst - mit anderen Worten Kündigung.
Richtig wäre gewesen, beim Dienstherr eine Freistellung zu beantragen, obwohl ich nicht weis, ob das für Beamte a.P. überhaupt möglich ist.

Gruß vom Steinbock

lehrer
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Re: Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenr

Beitrag von lehrer » 27.08.2012 17:51

Hallo,
unverhofft kommt oft... Ich konnte die Sache wohl zwischenzeitlich für mich klären. Ich werde im Bundesland B vereidigt und beantrage erst dann die Entlassung in Bundesland A.

@freni: Urkundenraub/ Urkundenklau: Man hat bereits eine Urkunde und nimmt später von einem anderen Dienstherrn eine Urkunde an. Damit wird die erste Urkunde wohl automatisch ungültig - zumindest habe ich das so verstanden.

@steinbock: Die Freigabe habe ich beantragt und erhalten. Ich war nur über die Befristung der Freigabe irritiert. Aber das scheint so zu sein. Der Antrag auf Entlassung wäre nur wirksam geworden, wenn keine Freigabe erfolgt wäre. Es ist auch für Beamte a.P. möglich - wird wohl eher selten praktiziert :wink:

sheela
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Re: Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenr

Beitrag von sheela » 27.08.2012 22:37

Auch ich habe vor 22 Jahren den Dienstherren gewechselt. Mit dem Erhalt der neuen Urkunde war mein bisher bestehendes Beamtenverhältnis erloschen. Allerdings war ich schon Beamter auf Lebenszeit.
LG
sheela

Klaus
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Re: Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenr

Beitrag von Klaus » 28.08.2012 09:25

Das nennt man nicht Urkundenraub, sondern Raubernennung.. :D

Mit der Ernennung beim neuen Dienstherrn erlischt automatisch das alte Beamtenverhältnis, denn ein Beamter kann selbstverständlich nicht Diener zweier Herren sein.

Bei Professoren heute noch ein übliches Verfahren, denn selbstverständlich will ein Professor berufen werden und nicht etwa versetzt...

Bei dem Rest der Beamtenschaft sind Raubernennungen verpönt. Kein Dienstherr will so dem anderen vor den Kopf stoßen, denn schließlich will er selbst ja auch nicht so behandelt werden. Verschärfend kommt jetzt auch noch die "Föderalismusreform" hinzu. Das heißt, der alte Dienstherr muss seine Zustimmung zum Dienstherrnwechsel geben. Nur dann ist er verpflichtet, dem neuen eine Ablösesumme für die Altersversorgung zu zahlen.

ailenroc
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Re: Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenr

Beitrag von ailenroc » 13.10.2013 12:08

Wenn man als Lehrer den Bundeslandtausch vollzogen hat, bekommt man dann die Dienstjahre anerkannt? Oder beginnt man wieder von vorn?

Werden die Altersversorgungsgelder weitergeleitet?

Klaus
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Re: Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenr

Beitrag von Klaus » 14.10.2013 10:10

Du beginnst ganz von vorne. Abitur musst Du auch nachmachen. Dein Altersversorgungsgeld wird direkt auf Dein Konto geleitet oder für wohltätige Zwecke gespendet. Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden.

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Re: Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenr

Beitrag von arme Sau » 19.10.2013 10:12

Mensch Klaus,

wenn du es nicht weist, lass es doch

Bild
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Hans Speicher
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Re: Bundeslandwechsel: Freigabe/ Entlassung - oder Urkundenr

Beitrag von Hans Speicher » 05.11.2013 20:09

Bei der Verwirrung der Antworten noch ein Rat an Lehrer:

Nicht die Vereidigung beim neuen Dienstherrn ist der erste Schritt, die Ernennungsurkunde musste du haben, dann endet das bisherige Beamtenverhältnis kraft Gesetz (siehe zwei Herren) und kannst nochmals vereidigt werden.

Hans

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