mD trotz Abitur?

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bona-fides
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mD trotz Abitur?

Beitrag von bona-fides » 17.08.2015 14:07

Hallo zusammen,

ich habe schon vor einigen Jahren mein Abitur absolviert mit einer nicht so tollen Endnote (2,9) und habe dann erst einmal den Zivildienst (6 Monate Pflicht + 2x3Monate verlängert) absolviert. Habe danach zwei unterschiedliche Studiengänge begonnen (nacheinander), was mir aber absolut nicht lag. Ich war einfach nicht in der Lage die erforderlichen Anforderungen zu erfüllen und hatte auch nicht genügend Muße dazu, es durchzuziehen. Es hat mich einfach gelangweilt die Module abzuschließen, da sie niemals etwas mit dem eigentlichen Beruf zu tun hatten. Es war stets theoretischer Hickhack, den man nur im Studium braucht.

Ich habe mein Studium nun abgebrochen und möchte mich nun endlich in der Arbeitswelt gefordert fühlen und mal etwas "praktisches" machen. Wenn ich etwas lerne, dann möchte ich dies auch einbringen können und nicht nur lernen, um es gleich wieder zu vergessen.
Ich dürft es nicht falsch verstehen, wenn ich arbeite, dann mache ich es auch mit voller Leidenschaft und auch gerne. Deshalb hatte ich den mittleren Dienst in Erwägung gezogen. Allen Informationen nach, besteht allerdings nur eine sehr geringe Möglichkeit mit Abitur in den mD einsteigen zu können. Oft wird dann vom gehobenen Dienst geschwärmt und dieser auch empfohlen. Da ich aber die beiden Studiengänge bereits abgebrochen habe sehe ich dem nicht so positiv entgegen.

Könntet ihr mir vielleicht sagen, ob es aussichtslos ist oder ob man sich dennoch bewerben sollte?
Wie anspruchsvoll ist das gD-Studium wirklich? (Ich lese viel von halb Jura / halb BWL)
Ich möchte mich gerne für NRW und Niedersachsen bewerben, fürchte jedoch nach der Ausbildung dem Studium nachher nicht in Niedersachsen arbeiten und leben zu können. Wie ist eure Erfahrung mit dem Wechsel der Bundesländer? (Derzeit lebe ich noch in NRW und würde aber lieber in Niedersachsen leben, es gibt dazu aber noch Privates zu klären)
beste Grüße
bona-fides

Baumschubser
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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von Baumschubser » 17.08.2015 15:55

Warum solltest du nicht mit Abi in den mD kommen? Ich weiß nicht, ob es bei der Verwaltung so komplett anders ist, bei Polizei oder Strafvollzug ist es kein Thema. Alleine in meinem Ausbildungskurs waren seinerzeit von 17 mind. 5 mit Abi, eine sogar mit angeschlossenem BWL-Studium. Möglich ist da sicher vieles, einfach bewerben und abwarten.

El Pocho
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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von El Pocho » 17.08.2015 17:09

mD mit Abitur ist möglich, aber einige Länder sehen das nicht so gerne und leiten die Bewerbungen zum gD weiter. Man ist halt theoretisch überqualifiziert, was sich später wahrscheinlich auch in der täglichen Arbeit bemerkbar machen wird. Wenn es dir reicht, dann ist es ok.

Zum gD: Das Studium ist schon recht anspruchsvoll. Gerade die theoretischen Abschnitte sind teilweise sehr fordernd. Es wird viel Stoff in kurzer Zeit vermittelt. Dazu sind einige Sachen für viele nicht so greifbar. Man muss Spaß an der Arbeit mit Gesetzen haben und diese auch stetig im Selbststudium üben. Im Grunde kann man sagen, dass man am Ende des Studiums fast das theoretische Wissen für die Steuerberaterprüfung hat. Vergleichbar mit reinem Jura und auch mit BWL ist es nicht, da beide Studiengänge nicht annähernd soviel Steuerrecht behandeln.

Ein Wechsel ist immer schwierig, gerade wenn man "neu" ist. Einfach wird es nicht.

Bewerb dich doch einfach. Schau was passiert. Wenn du bei beiden genommen wirst, nimmst du das, was deiner Lebensplanung am Nächsten kommt.

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bona-fides
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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von bona-fides » 17.08.2015 23:54

@Baumschubser
Vielen Dank für deine Worte. Ich hatte heute extra bei der Oberfinanzdirektion angerufen. Dort wurde mir gesagt, dass Abiturienten nur berücksichtigt werden, wenn zu wenig Fachoberschulreife-Bewerber zur Verfügung ständen.
Ich versuche mich trotzdem bei allem zu bewerben :)

@El Pocho
Danke dir, das mache ich :)



Habt ihr auch den gD oder mD ebenfalls absolviert? Mich würden die Schulungsunterlagen interessieren also um zumindest mal einen Einblick zu bekommen, was die Hausaufgaben oder Prüfungen umfasst. Wenn mir jemand ein Blatt oder auch gerne mehrere davon zur Verfügung stellen könnte, wäre ich sehr erfreut.
beste Grüße
bona-fides

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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von El Pocho » 18.08.2015 15:48

Ganz Schulungsunterlagen sind recht heftig, da sehr viel (mD ca 6 Ordner, gD ca 15 Ordner).
Mit Klausuren könnte ich dienen. Kannst dich per PN melden.

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bona-fides
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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von bona-fides » 18.08.2015 23:47

Ich hatte dir ja per PN geschrieben. Habe da noch eine Frage:

Ich habe nun schon einiges zu "Aufstiegsbeamter" gelesen. Ist dies in der heutigen Zeit noch möglich, wenn ich mich für den mD entscheiden würde und dann nach einiger Zeit bei A9 ankäme in den gD zu wechseln oder ist dies mal wieder von Fall zu Fall unterschiedlich?

Ich fürchte mich einfach vor dem gD, da meine beiden letzten Studiengänge eben nicht das Gelbe vom Ei waren und ich die Angst habe, in diesem ebenfalls zu versagen. Deshalb wäre für mich erst der mD in Betracht gekommen wenn ich dort herausragende Leistungen bringe, müssten die mir ja durch eine andere Art irgendwie "entschädigt" werden ;)
beste Grüße
bona-fides

Winniehex79
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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von Winniehex79 » 14.10.2015 14:32

Dazu habe ich dann auch mal eine Frage, ich habe mein Abitur über das Abendgymnasium gemacht. Leider habe ich durch einen Lehrerwechsel und Krankheit meine Note in Mathe von einer 2 auf eine 4- verlagert. Trotzdem wurde ich angeschrieben, dass ich meine Abschlusszeugnis zusenden soll. Hat damit jemand Erfahrung, ich mein wegen schlechter Note usw.


Danke

Shino
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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von Shino » 17.10.2015 15:25

Winniehex79 hat geschrieben:Leider habe ich durch einen Lehrerwechsel und Krankheit meine Note in Mathe von einer 2 auf eine 4- verlagert. Trotzdem wurde ich angeschrieben, dass ich meine Abschlusszeugnis zusenden soll. Hat damit jemand Erfahrung, ich mein wegen schlechter Note usw.
Geht es eigentlich um den mD oder gD?
Also in meinem Bundesland wurde in Mathe mindestens eine 3 gefordert. Ich denke aber es wird kein absolutes Ausschlusskriterium sein. Ich kann mir aber vorstellen, dass man mit einer 4 sicher keine besonders hohen Chancen hat, denn man muss die Bewerbungen ja zuvor schon anhand objektiver Kriterien aussortieren. Und sowas können beispielsweise die Noten sein. Aber möglich kann es dennoch sein.
Du kannst es ja versuchen. Passieren kann ja nix.

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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von Winniehex79 » 20.10.2015 10:59

Es geht um mD, den gD finde ich persönlich zur Zeit noch zu schwierig für mich. Ich hatte auch angegeben, dass ich eine 4- auf dem Abiturzeugnis hatte. Deswegen wunderte mich es, das Köln trotzdem darum gebeten hat die Zeugnisse Beglaubigen zulassen. Wobei laut Kriterien Finanzverwaltung NRW der Durchschnitt bei einer 3- liegen muss. Den hätte ich bis zum Fachabi alle mal. Jetzt bin ich mal gespannt, hatte schon mal eine Vorstellungsgespräch in Düsseldorf vor zwei Jahren, was nicht so toll lief. Angeblich sollen die Kölner deutlich entspannter sein.....

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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von El Pocho » 21.10.2015 20:03

Du vergleichst eine Abi 4 mit Realschule/Hauptschule 4. Finde den Fehler.
Vielleicht solltest du dir die Mindestanforderungen nochmal genau durchlesen.

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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von mimimania » 30.10.2015 14:57

Wenn du in die Verwaltung willst und Abi hast, bewirb dich für den gD.

Ich bin selbst im mD und totunglücklich, bin selbst mit abgeschlossener 12. Klasse rein (und hoffe, dass ich bald die Biege machen kann).

Im mD bist du der Depp für alles, bitte, bitte, überleg dir gut, ob du rein willst, wenn Steuern, würd ich die Ausbildung gD ins Auge fassen.

Noob
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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von Noob » 02.11.2015 06:35

Ich denke nicht, dass man das pauschalisieren kann, dass man im mD prinzipiell der Depp ist.
Zwar kann ich jetzt nur von der Steuerverwaltung und nur von mir sprechen, aber ich hatte auf dem Finanzamt nicht das Gefühl, dass ich jetzt der Depp vom Dienst bin. Bei der Oberfinanzdirektion habe ich sogar noch weniger das Gefühl, dass ich der Depp wäre. Kommt natürlich auf die Stelle an...wenn man schon liest "Vorzimmerkraft des Präsidenten/Referatsleiters" oder sowas, mag die Wahrscheinlichkeit dagegen schon höher liegen...

Ansonsten sehe ich es wie Mimimania. Wenn du die Voraussetzungen erfüllst, solltest du den gD anstreben. Auf dem Finanzamt arbeitest du im mD auch nicht "praktischer" als im gD.

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Re: mD trotz Abitur?

Beitrag von mimimania » 28.11.2015 18:29

Noob hat geschrieben:Ich denke nicht, dass man das pauschalisieren kann, dass man im mD prinzipiell der Depp ist.
Zwar kann ich jetzt nur von der Steuerverwaltung und nur von mir sprechen, aber ich hatte auf dem Finanzamt nicht das Gefühl, dass ich jetzt der Depp vom Dienst bin. Bei der Oberfinanzdirektion habe ich sogar noch weniger das Gefühl, dass ich der Depp wäre. Kommt natürlich auf die Stelle an...wenn man schon liest "Vorzimmerkraft des Präsidenten/Referatsleiters" oder sowas, mag die Wahrscheinlichkeit dagegen schon höher liegen...

Ansonsten sehe ich es wie Mimimania. Wenn du die Voraussetzungen erfüllst, solltest du den gD anstreben. Auf dem Finanzamt arbeitest du im mD auch nicht "praktischer" als im gD.
Pauschalieren wollte ich es auch nicht, sorry wenn es so rüber kam.

Ich kann halt nur von mir sprechen, und da haben mich die 11 Jahre letztlich krank Gemacht

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