Ruhestand für Beamte ab 2017

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zeerookah
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von zeerookah » 29.08.2019 10:40

Zwischenfrage: Warum sind es 40% Verzicht vom Gehalt?

Kleine Traurige Geschichte...wir waren mal 13 kleine Beamtelein. Der erste ist mit 55 sofort in Vorruhestand und mit 63 an Bauchspeichelkrebs verstorben.
Der nächste ist ebenfalls mit 55 sofort in Vorruhestand und jetzt mit 63 sehr schwer erkrankt (Ärzte stehen vor einen Rätsel)
Hätten sie lieber an ihren Callcentertischen zusammenbrechen sollen? Ich weiß von beiden das sie ihre 8 freien Jahre genossen haben.

Telekommi
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Telekommi » 29.08.2019 13:19

Außerdem sind die ggf. 40% brutto.
Netto sind anders aus, da man ja weniger Steuern zahlt.
Aber es muss halt grds. entschieden werden, je nach persönlicher familiärer Situation, ob man mit dem Geld, dass dann zur Verfügung steht, über die Runden kommt.
Wenn nicht, muss man weiter arbeiten gehen.
Oder man geht in den ER und macht einen 525-Euro-Job nebenbei. Das sind dann im Monat, bei 10 Euro die Stunden rd. 50 Stunden, also 12,5 in der Woche, vermutlich bei wesentlich weniger psychischem Stress.
Auch als BufDi bekommt man ja "Taschengeld", mindestens 350 Euro im Monat.

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zeerookah
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von zeerookah » 29.08.2019 13:49

Einfache Richtschnur für mD Beamte im Vorruhestand = 500 €uronen weniger im Monat.
Muß jeder mit sich selbst abmachen ob er für 500€ 160 Std/Monat arbeiten geht. Ich habe diesen Gedanken ab 55 auch immer wieder verdrängt.
Und wer meint er kommt mit Mitte-Ende Fünfzig finanziell nicht klar, der muß als Beamter aber eine Menge falsch gemacht haben im Leben. Selbst bei mir, in den Jahren davor Alleinerziehend 3 Kinder, ist es dann nahtlos in einander übergegangen.
Das es beim BufDi ein Taschengeld gibt war mir neu. Das versüßt ja den Betreffenden noch ihre 1.000 Stunden. :mrgreen:

Telekommi
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Telekommi » 29.08.2019 14:12

zeerookah hat geschrieben:
29.08.2019 13:49

Das es beim BufDi ein Taschengeld gibt war mir neu. Das versüßt ja den Betreffenden noch ihre 1.000 Stunden. :mrgreen:
Yes, gibt es. Sind zwischen 350 und 380 Euro/je nach Arbeitgeber im Monat. Teilzeit natürlich anteilmäßig. Und es gab auch noch freie Kost, d.h. ich konnte dort in der Cafeteria frühstücken und zu Mittag essen.
Ist halt deswegen, weil die Jungspunte ja sonst kein Einkommen haben. Die bekommen, wenn nötig, auch noch Dienstkleidung etc.
Bei den Pflicht-Fortbildungen gab es sogar Fahrgeld. Steht alles im BFDG.
Also so ganz für Lau muss man das nicht machen.
Ist halt nur ein Taschengeld, aber was solls. Damit verdient man sich die 10,8% auf Lebenszeit......

Kaus
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Kaus » 29.08.2019 14:55

Telemichi hat geschrieben:
28.08.2019 23:08
Ich soll auf 40 % meines Gehaltes verzichten und dann noch 1000 Stunden ehrenamtlich leisten? Das sehe ich nicht ein. Das ist für mich kein gutes Angebot.
zum Glück bietet Dein Arbeitgeber Dir ja den laufbahngerechten Einsatz bis 67 in Köln/Brühl oder Darmstadt an, pendeln bis 67 ist auch eine Alternative, muss jeder selbst für sich entscheiden, Optionen gibt's genug ab dem 55. Lebensjahr

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zeerookah
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von zeerookah » 29.08.2019 16:40

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Siggi09
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Siggi09 » 29.08.2019 17:03

Telemichi hat geschrieben:
28.08.2019 23:08
Ich soll auf 40 % meines Gehaltes verzichten und dann noch 1000 Stunden ehrenamtlich leisten? Das sehe ich nicht ein. Das ist für mich kein gutes Angebot.
Dafür musst Du 100% (nach dem Ehrenamt) nicht arbeiten. Die 40% kann man sich - wenn man sie wirklich braucht - auch zuverdienen. Ansonsten ist Geld überbewertet und Lebenszeit (man hat nur ein Leben, man überlege sich, womit man es verschwendet) unterbewertet. Wenn man das mal unter 4 Augen zum Thema macht, bekommt man meistens Recht. Das "schaffe schaffe Häus'le baue" Motto ist eine nach außen gerichtete Fassade, insgeheim träumt doch (fast) jeder davon sein Leben frei gestalten zu können. Sicher, dafür braucht man Geld, aber kein Vermögen.

Und immer an die Gesundheit denken und dass das letzte Hemd keine Taschen hat.

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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Telekommi » 29.08.2019 17:13

Siggi spricht mir aus der Seele.....

AndyO
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von AndyO » 29.08.2019 17:14

Siggi09 hat geschrieben:
29.08.2019 17:03
Dafür musst Du 100% (nach dem Ehrenamt) nicht arbeiten. Die 40% kann man sich - wenn man sie wirklich braucht - auch zuverdienen.
Mit nem 450 Euro Job bist mit 10h in der Woche Netto beim Gleichen. Und den kriegst du vor der Tür.

Flash65
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Flash65 » 01.09.2019 13:10

Moin, gibt es eigentlich noch Budget-Nachschub für den ER 2019? Oder war es das jetzt...mit den letzten Mitarbeitern im Mai ???

Postlerin
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Postlerin » 02.09.2019 06:07

zeerookah hat geschrieben:
29.08.2019 13:49
Einfache Richtschnur für mD Beamte im Vorruhestand = 500 €uronen weniger im Monat.
Muß jeder mit sich selbst abmachen ob er für 500€ 160 Std/Monat arbeiten geht. Ich habe diesen Gedanken ab 55 auch immer wieder verdrängt.
Und wer meint er kommt mit Mitte-Ende Fünfzig finanziell nicht klar, der muß als Beamter aber eine Menge falsch gemacht haben im Leben. Selbst bei mir, in den Jahren davor Alleinerziehend 3 Kinder, ist es dann nahtlos in einander übergegangen.
Das es beim BufDi ein Taschengeld gibt war mir neu. Das versüßt ja den Betreffenden noch ihre 1.000 Stunden. :mrgreen:
Deine Berechnung mag für Familien mit Kinder vielleicht zutreffen,nicht für einen Single mit A8, der erst 1990 bei der Post eingestiegen ist. Ich habe mir das hier schon berechnen lassen.

Bei mir sind das 1300 € im Monat netto weniger.

Eine 55er Regelung kommt für mich nicht in Frage, da ich selbst psychisch krank bin. Arbeiten im caritativen Bereich, wo man direkt mit menschlichem Leid konfrontiert wird, sind für mich nicht machbar, da genau aus dem Bereich meine Erkrankung stammt:Stichworte Sucherkrankung Eltern, wahrscheinlich gekoppelt mit Psychosen und zum Schluss Demenz der Mutter gepaart mit Aggressivität. All das hat mich Jahrzehnte begleitet und klein gehalten, so dass ich jetzt erst mich selbst entwickeln kann. Einen Rückfall in diese Zeiten kann und möchte ich nicht erleben.

Für mich ist diese 55er Regelung eine Diskriminierung der Schwerbehinderten.

Ich werde gezwungener Massen so lange arbeiten müssen, wie es geht, während ich gesunde Menschen davon ziehen sehe.

Gleichzeitig erlebe ich bei Vorstellungsgespraechen ausserhalb der Post immer wieder, das Tekekommler bevorzugt werden, weil die Telekom der Arbeitgebern wesentlich weiter finanziell entgegenkommt.

Und so langsam nervt mich das.

Freut euch, wenn ihr früh gehen dürft, denn es ist ein Geschenk.

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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von zeerookah » 02.09.2019 11:12

Postlerin hat geschrieben:
02.09.2019 06:07
Freut euch, wenn ihr früh gehen dürft, denn es ist ein Geschenk.
Auf jeden Fall. Man muß es aber auch erkennen können & wollen.
Denn man bekommt mit mehr als der Grundversorgung ausgestattet im letzten Viertel seines Lebens noch mal die Möglichkeit etwas völlig neues anzufangen. Und wenn es nicht so klappt wie man es sich erhofft, hat man ohne Not die Möglichkeit "Dann eben nicht" zu sagen :mrgreen:

PS: Meine Richtschnur bezog sich auch auf knapp 40 Dienstjahre. 17 - 57 Jahre z.B.

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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von AndyO » 03.09.2019 07:54

Postlerin hat geschrieben:
02.09.2019 06:07
Für mich ist diese 55er Regelung eine Diskriminierung der Schwerbehinderten.
Da die 55er BEIDSEITIGE Freiwilligkeit erfordert, kann dieses nur dann diskriminierten, wenn die Schwerbehinderten kein Angebot bekämen. Und das wäre die viel größere Sauxxxx, diese dann alternativ in die DDU abzudrängen.

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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Telekommi » 03.09.2019 10:41

Sorry Postlerin,
ich will niemandem zu Nahe treten, aber Deine Argumente kann ich zum Teil nicht nachvollziehen.

Es kann niemand was dafür, dass Du erst 1990 eingestiegen bist. Gibt viele, gerade im geh. Dienst mit Studium etc. die auch ihre 40 Jahre bei weitem nicht erreichen.

Du musst ja nicht in einem Caritativen Bereich arbeiten. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Man kann auch beim NABU Fledermäuse zählen oder in einen Kindergarten gehen. Alles ist möglich.

Und warum ist dies eine Benachteiligung der Schwerbehinderten? Die können doch diese Regelung auch in Anspruch nehmen oder nicht? Wenn nicht wäre es diskriminierend.

Und privat hat jeder irgendwo sein Päckchen zu tragen, die einen halt mehr und die anderen weniger.
Ich bin auch bis fast 59 gegangen und habe dann erst die Regelung in Anspruch genommen, da ich vorher finanziell nicht konnte.

Gruß
Telekommi

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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Tryffa » 03.09.2019 11:37

Ich kann uneingeschränkt sagen, dass ich mich seit Februar sehr priviligiert fühle. Und von vielen beneidet.

Keiner meiner Gesprächspartner hat verstanden, warum in Zeiten von "Fachkräftemangel" Beamte bis zu 12 Jahre vorzeitig in Ruhestand gehen dürfen, mit einer Pension, die ihre zukünftigen Renten um einiges übersteigt.

Daher halte ich inzwischen den Ball sehr flach.

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