Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

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AndyO
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Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von AndyO » 24.05.2019 18:58

BONN. Das Arbeitsgericht Bonn hat entschieden, dass die Telekom Deutschland einen beurlaubten Beamten zunächst weiter als Angestellten beschäftigen muss.

Quelle: http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/wirtschaft/region/Beurlaubter-Beamter-der-Telekom-bleibt-angestellt-article4112658.html

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von Ruheständler » 24.05.2019 20:12

... musst Du komplett kopieren und dann im neuen Browser in der Adresszeile einfügen, dann alles ok..
meine Eltern sagten damals immer wieder:Junge mach aus Deinem Leben was anständiges, Ergebniss : Feinmechaniker, Soldat,Arbeiter,Angestellter,Beamter,Pensionär,was soll ich noch vollbringen ?... :mrgreen:

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Ruheständler
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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von Ruheständler » 24.05.2019 20:13

meine Eltern sagten damals immer wieder:Junge mach aus Deinem Leben was anständiges, Ergebniss : Feinmechaniker, Soldat,Arbeiter,Angestellter,Beamter,Pensionär,was soll ich noch vollbringen ?... :mrgreen:

noexite
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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von noexite » 27.05.2019 07:31

Als ich finde es schon mal positiv, das das Gericht sich auf die Seite der AN stellt. Ich hatte den Eindruck das es in der Vergangenheit nicht so war. Was bedeutet das jetzt? Das ich bis zur Revision und ggf. einer anderen Entscheidung eines höheren Gerichts weiter als Angestellter bezahlt werde? Ich möchte in dem Zusammenhang noch darauf hinweisen, das Beamte (mittlerer Dienst) auch benachteiligt werden, wenn sie in Pension gehen. Der Unterschied zwischen der Angestellten Rente inklusive Betriebsrente aus dem Kapitalkontenplan zu einer Pension nach A9 ist gewaltig.

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von Torquemada » 27.05.2019 11:29

Ich denke, dass ist auch ein psychisches Problem. Vereinfacht gesagt, verkraftet man es nicht, dass man im Hintergrund eben "nur Beamter A9" ist. Da wird als Ang (ohne SV-Pflicht !) ein schönes Geld verdient.....im Alter passt das dann irgendwie nicht.
Da sollte man als weiser Beschäftigter von der "dicken Kohle" etwas für die Altersversorgung zurücklegen.

Siggi09
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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von Siggi09 » 27.05.2019 13:52

Torquemada hat geschrieben:
27.05.2019 11:29
Ich denke, dass ist auch ein psychisches Problem. Vereinfacht gesagt, verkraftet man es nicht, dass man im Hintergrund eben "nur Beamter A9" ist. Da wird als Ang (ohne SV-Pflicht !) ein schönes Geld verdient.....im Alter passt das dann irgendwie nicht.
Da sollte man als weiser Beschäftigter von der "dicken Kohle" etwas für die Altersversorgung zurücklegen.
Naja, vielleicht liegt der "Fehler" in der fehlenden SV-Pflicht. Vielleicht wäre es besser (gerechter), wenn man bis zur ISB die erreichte Pension bekommt und ab dann eben Rentenpunkte sammelt. Aber man wollte es wohl einfacher halten, denn das alles sauber zu berechnen, incl. der Versteuerung bei Pension/Rentenbezug. Und am Ende wohl auch auch billiger (SV-Beiträge sind Gehalt - gleich ob Arbeitnehmer- oder Arbeitgeberanteil) ... So bekommt man ggf. AT-Leistung zu vergleichsweise wenig Gehalt.

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von noexite » 28.05.2019 07:12

Jetzt wollen wir doch mal auf dem Teppich bleiben. Unverschämtheit? Wie kann man nur so borniert sein. Ich will nicht mehr haben als andere in meiner Position bekommen. Ganz im Gegenteil wäre ich mit einer geringeren Anpassung schon zufrieden. Was gar nicht geht ist die Tatsache das die Telekom die Arbeitsleistung ausnutzt und gar nichts bezahlen muss. Wer hat mehr von meiner Insichbeurlaubung? Der einfache Beamte der jetzt soooo viel verdient oder der AG der wenig in die Rentenkasse einzahlen muss und trotzdem eine hervorragende Arbeitsleistung bekommt. Ich werde als Angestellter behandelt und so möchte ich auch vergütet werden, auch wenn ich Rentner bin. Wenn man als A12 oder A13 in Pension geht kann man natürlich sagen das es unverschämt ist.

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von Kaus » 28.05.2019 07:58

jammern auf extrem hohem Gehaltsniveau, die untere Grenze AT entspricht mindestens dem Eingangsamt höherer Dienst A13, die Bandbreite liegt aber auch deutlich über Endstufe A16, zusätzlich Geschäftsfahrzeug oder die Möglichkeit des Geschäftsfahrzeugs durch Gehaltsumwandlung, dann die Möglichkeit der Gehaltsumwandlung für den Telekom-Pensionsfonds, zusätzlich die Möglichkeiten des 936 € Gesetzes, und Riester oder RÜRUP-Vertrag. Meine persönliche Erfahrung, wer in die Zentrale geht, wird häufig bei sehr guter Leistung innerhalb der ersten ein bis 2 Jahre bereits das erste Mal als ruhender Beamter befördert. Wer dann ggf. das Glück hat, als insichbeurlaubter Beamter mit AT-Gehalt keine doppelte Haushaltsführung bezahlen zu müssen, lebt wie "eine Made im Speck".

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von Postlerin » 28.05.2019 08:11

@noexite
Bin da ganz bei dir. Sehe das ähnlich, allerdings auch ohne Angestellenverhältnis für Beamte, die jahrelang höherwertige Tätigkeiten gemacht haben und nichts pensionsrelevant von haben.

Durfte selbst als A7er die Tätigkeiten von A12ern 10Jahre lang mitmachen. Würde da was mit in die Pension miteinfliessen, sähe das als A8er mit der Pension besser aus. Mir würde es schon reichen, würden die Jahre mit mehr als den üblichen 1,79 berechnet.
Denn die Leistungszulagen sind natürlich damals auch nur bei den hohen Herrn geblieben.

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von Siggi09 » 29.05.2019 05:25

Kaus hat geschrieben:
28.05.2019 07:58
Meine persönliche Erfahrung, wer in die Zentrale geht, wird häufig bei sehr guter Leistung innerhalb der ersten ein bis 2 Jahre bereits das erste Mal als ruhender Beamter befördert. Wer dann ggf. das Glück hat, als insichbeurlaubter Beamter mit AT-Gehalt keine doppelte Haushaltsführung bezahlen zu müssen, lebt wie "eine Made im Speck".
Riester und Rürup nutzt nur den Versicherungsunternehmen. Wer als AT'ler aus der ISB im Ruhestand auf A9(z) "zurückfällt" dürfte weniger netto haben, als ein "echter" AT'ler, der fleißig Rentenpunkte sammeln konnte (entsprechende Erwerbsbiografie vorausgesetzt). Aufgrund der geringen Beförderungsquote (3% / 5%) dürfte das mit der schnellen Beförderung in der ISB längst nicht für alle gelten, oder gab/gibt es einen Weg an der Quote vorbei?

"Made im Speck" ist auch relativ, da tatsächlich oft ein hohes Maß an Flexibilität und Mobilität gefordert werden dürfte, und wenn es nur Freizeiteinsatz durch häufige Dienstreisen ist. Wer das auf sich nimmt, sollte auch als ISB Beamter im mittleren Dienst später im Ruhestand nicht schlechter dastehen, als ein "normaler" AT'ler.

Es ist allerdings müßig, denn wir werden es nicht ändern, jeder kennt die Regeln und wer das nicht will muss sich eben entscheiden. Entweder als aktiver Beamter in Zuweisung eine "ruhige Kugel" schieben oder ein paar Jahre Streß, etwas mehr auf der Hand und später wieder "armer" Beamter im Ruhestand ;)

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von noexite » 29.05.2019 09:09

Danke Siggi09, das ist auch meine Meinung. Es ist schon ein erheblicher Aufwand der dann auch vergütet wird. Meine eigene Entscheidung und damit bin ich auch einverstanden.
Das man dagegen nichts machen kann sehe ich nicht so, ich will es versuchen über einen Rechtsanwalt zu klären ob ich es tatsächlich so hinnehmen muss das ich a) gegenüber einem Angestellten viel schlechter gestellt oder b) gegenüber einem Beamten im gehobenen Dienst schlechter gestellt werde.
@Postlerin: Danke für den Zuspruch. Deine Idee ist nicht schlecht, da es sich um Bundesbeamtengesetze handelt sehe ich keine Chance der Umsetzung.

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von Kaus » 29.05.2019 09:51

die Antworten zeigen erneut die Vollkaskomentalität der Beamten, volle Absicherung fordern , keine eigene zusätzliche finanzielle Vorsorge durchführen wollen, die Gerichte mit sinnlosen Klagen beschäftigen, aber die finanziellen Vorteile des AT Status in Anspruch nehmen. Der "normale AT-Angestellte" kann gekündigt werden, der als Beamter beurlaubte AT-Angestellte hat immer seine Absicherung über das Beamtenverhältnis.

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von psi » 29.05.2019 18:04

Es sind tatsächlich einige wenige Beamten innerhalb der Beurlaubung schnell befördert worden. Dazu gab es sogar ein Gerichtsurteil, nachdem jetzt mindestens 2 Jahre zwischen der einen und der nächsten Beförderung liegen müssen.
Tatsächlich ist aber die Masse in der Beurlaubung NICHT befördert worden. Ich kenn persönlich mindestens 20 Kollegen so ohne groß nachzudenken.
Und jetzt sind wir bei dem eigentlichen Problem. Die beurlaubten Beamten werden gegen die nicht beurlaubten ausgespielt und gegeneinander „aufgehetzt“.
Fakt ist, die Anzahl der Planstellen zur Beförderung sind schlicht zu wenig. Da keine jungen Beamten mehr nachkommen und die Statistik ja stimmen muss, gehen jetzt die alten, egal wieviel Sie geleistet haben ohne Beförderung in Ruhestand.
Richtig ist, dass die in Beurlaubung zumeist (auch nicht alle) mehr Netto haben als mit der Besoldung. Richtig ist aber auch, dass die Kollegen in der Beurlaubung zumeist (auch nicht alle) höherwertige oder sehr viel höherwertige Aufgaben haben. Die mit sehr viel höherwertigeren Aufgaben haben noch eine klitzekleine Chance auf Beförderung, die die NUR höherwertige Aufgaben machen NICHT.

Und GENAU das ist der Betrug. Denn in der Pension macht es sich nun mal bemerkbar ob man mit A7 oder A9 in Ruhestand geht. Noch schlimmer bei DDU, denn man darf als Beamter ja nicht überversogt werden. So bekommt ein ehemaliger Handwerker nicht mal mehr in den Genuss seiner erarbeiteten Rente, denn die wird gegengerechnet.

Und für alle die jetzt um die Ecke kommen, ein beurlaubter Beamte kann ja einen Teil des tollen Gehaltes zur Seite legen: Ja kann er machen, wie übrigens auch jeder andere Angestellte.
Es geht darum, dass der Beamte mit der sehr viel höherwertigen Aufgaben oder „nur“ höherwertigen Aufgaben um die entsprechende Altersversorgung beschissen wird. Denn das Gehalt hat er sich ja durch seine geleistete Arbeit/Flexibilität/Mobilität/privat Duzugelerntes verdient!

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von Kaus » 29.05.2019 18:47

psi hat geschrieben:
29.05.2019 18:04
Es sind tatsächlich einige wenige Beamten innerhalb der Beurlaubung schnell befördert worden.
meine Erfahrung ist anders, eine klare Ansage beim Chef im Frühjahr, "wenn ich dies Jahr nicht befördert werde, kündige ich den AT-Vertrag", und im Herbst erfolgte die Beförderung, und dies haben viele Kollegen über klare Ansagen so erreicht, Leistung muss halt auch "verkauft werden", und wird dann auch anerkannt

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Re: Beurlaubter Beamter der Telekom bleibt angestellt

Beitrag von Siggi09 » 29.05.2019 19:25

Kaus hat geschrieben:
29.05.2019 18:47
meine Erfahrung ist anders, eine klare Ansage beim Chef im Frühjahr, "wenn ich dies Jahr nicht befördert werde, kündige ich den AT-Vertrag", und im Herbst erfolgte die Beförderung, und dies haben viele Kollegen über klare Ansagen so erreicht, Leistung muss halt auch "verkauft werden", und wird dann auch anerkannt
Vielleicht bin ich naiv, aber wie soll das gehen? Der unmittelbare Vorgesetzte schreibt eine Stellungnahme und eine völlig andere Stelle eine Beurteilung. Wenn aus einer bisher eher guten Stellungnahme plötzlich eine hervorragende Stellungnahme ohne saubere Begründung wird, wird der Beurteiler keine hervorragende Beurteilung schreiben. Und wenn das bei mehr als 5% (3%) gemacht wird/wurde nützt das gar nichts, weil dann die vorletzte Beurteilung zählt.

Wenn das so wäre, müsste der "Erpressungsversuch" über alle Regeln und Instanzen hinweg Unterstützung finden. Das kann (und will) ich nicht glauben.

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