Bore-out

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Ina123
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Bore-out

Beitrag von Ina123 » 31.03.2012 18:26

Hallo Leser, habt ihr im Focus vom 05. 03. d.J. den Artikel über „bore-out“ gelesen?
Wem geht es so? Na, los, über eine fruchtbare Diskussion freut sich

Eure Ina123

schäferhund
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Re: Bore-out

Beitrag von schäferhund » 31.03.2012 19:38

Mitsumo hat geschrieben:was ist bore out?
"bore out" ist als Begriff nicht so geläufig und bedeutet die Unterforderung am Arbeitsplatz, der /die Beschäftigte langweilt sich. Freilich, die BLÖD-Zeitung oder weniger gebildete Zeitgenossen könnten nun wieder schön über die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (insbesondere Beamte) herfallen, aber so lustig ist die Sache leider nicht. Auch bore out kann auf längere Sicht zur Erkrankung des / der Betroffene führen, insbesondere zu Depressionen, was u.a. auch hohe Krankheitskosten verursacht.

Die Ursachen für bore out liegen häufig in zu ungleichmäßig verteilten Aufgaben oder in Aufgabenzuweisungen weit unter der vorhandenen Qualifikation des / der Betroffenen.
Nicht selten wird bore out auch gezielt zur Zermürbung von Bediensteten eingesetzt um sie so schneller zur Aufgabe zu bewegen (Stichwort: Stellenabbau). :(

egyptwoman
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Re: Bore-out

Beitrag von egyptwoman » 01.04.2012 03:31

Hatte auch noch nie was von dieser Art Krankheit gehört, man lernt doch immer wieder dazu.
schäferhund hat geschrieben:Nicht selten wird bore out auch gezielt zur Zermürbung von Bediensteten eingesetzt um sie so schneller zur Aufgabe zu bewegen (Stichwort: Stellenabbau).
kann ich mir lebhaft vorstellen oder auch um unliebsame Kollegen loszuwerden (Stichwort: "freiwillige" Versetzungsgesuche)
schäferhund hat geschrieben:ie BLÖD-Zeitung oder weniger gebildete Zeitgenossen könnten nun wieder schön über die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (insbesondere Beamte) herfallen
Das ist doch mittlerweile schon fast zum "Volkssport" geworden, immer schön auf die Beamten drauf und im übrigen auch die meisten Nachrichtensendungen bringen immer wieder "schöne" Geschichten vergessen dabei aber immer wieder zu erwähnen (wohl mit Absicht) das sie meistens von den Beamten im höheren oder gehobenen Dienst sprechen) wir kleinen "Laufburschen" werden da gleich mal mit verheizt.

egyptwoman

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Bundesfreiwild
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Re: Bore-out

Beitrag von Bundesfreiwild » 02.04.2012 10:20

Ja. Ich stand letztens mal an einem Info-STand der Gewerkschaften, die das Flugpersonal bei ihren Streiks vor paar Wochen vertreten.
Da kam auch einer lang und fragte, wieso denn jetzt wieder mehr Geld verlangt würde, der öffentliche Dienst verdiente doch so viel.

Da konnte ich nicht an mich halten und fragte ihn, welche Menschen er aus dem öffentlichen Dienst er denn eigentlich kenne und was die so verdienen.

Der überlegte kurz und meinte dann selbst: Hm... man kennt ja eigentlich immer nur die "höheren" in den Stadtverwaltungen usw. (Anscheinend haben Selbstständige und Unternehmer immer nur Gespräche mit den politischen Entscheidungsträgern ihrer Region?).

Ich meinte: Das scheint mir auch so zu sein. Die, die Sie meinen, bekommen die Spitzengehälter des öffentlichen Dienstes, oft sogar nach B-Tabelle.
Überlegen Sie aber mal, dass ganz viele Mitarbeiter - z.B. auf den Startbahnen nur nach A7 bezahlt werden und die Inflationsraten der letzten 20 Jahre mal bestenfalls zur Hälfte über Besoldungserhöhungen ausgeglichen wurden. Und dass die Dienstherren sich bei der vorletzten Besoldungserhöhung genötigt sahen, den kleinen Beamten eine Fix-Besoldungserhöhung von 125 Euro zu gönnen, weil sonst vor allem die Familienverdiener mit ihrer Beamten-Alimentation unter die Hartz-IV-Schwelle gefallen wären.
Da stutzte er und meinte, dass man an all die "kleinen" Beamten eigentlich ganz aus dem Blick verliert.

Konnte ich ihm nur Recht geben.

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Re: Bore-out

Beitrag von schäferhund » 02.04.2012 12:04

@ Bundesfreiwild:

Das Erfreuliche daran ist, dass der von Dir hier erwähnte Zeitgenosse dann wenigstens auch einsichtig war. Dies ist leider nicht immer der Fall. Viele Mitbürger wissen nicht mal, dass es im Beamtentum verschiedene Laufbahngrupen mit unterschiedlicher Qualifikation und enstsprechender Besoldung gibt. Da wird der Leitende Oberstaatsanwalt mit dem jungen Justizwachtmeister "in einen Topf geworfen", da doch beide Beamte sind. Schlimm !! :evil:

egyptwoman
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Re: Bore-out

Beitrag von egyptwoman » 02.04.2012 16:08

So ist das doch schon seit Jahren(Jahrzehnten) und die Presse und Medien tun ein übriges dazu das sich die Meinung der Leute draußen gegenüber Beamten - faul und überbezahlt - nicht ändert. Da wird eben immer von den Beamten gesprochen und was die verdienen, wenn ich das manchmal sehe. Ich habe vor Jahren mal an nen Zeitungsverlag geschrieben und die gebeten doch auch mal klar zu machen, das es eben auch Leute im unteren Bereich gibt die eben keine 4000-5000 Euronen im Monat bekommen. Antwort: keine.
Wenn mir jemand mit dem Argument kommt, kläre ich ihn auch über die unterschiedlichen Besoldungsgruppen auf, aber wie schon geschrieben, die meisten wollen es nicht hören, die hören Beamte und dann geht ein rotes Tuch runter. Sorry war OT, denn das eigentliche Thema war ja Bore-out.

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Re: Bore-out

Beitrag von Ina123 » 14.04.2012 04:29

Hallo und guten Morgen,
hier, im Stern wurde im Januar 2012 berichtet: http://www.stern.de/wirtschaft/job/bore ... 77010.html

Ina123, wie immer mit einem Link und einem Augenzwinkern...

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Re: Bore-out

Beitrag von schäferhund » 14.04.2012 13:39

Also ich habe auch schon erlebt, dass "bore out" durch einen schlechten, unüberlegten Geschäftsverteilungsplan verursacht worden ist. Da kann es sein, dass Kollege A im Büro nebendran in Arbeit erstickt, während sein Kollege B ein Zimmer weiter (gleiche Qualifiaktion) unter " bore out" leidet. Es fällt zudem auf, dass die Verfasser der Geschäftsverteilungspläne im Gegensatz zu früher vor dessen Festlegung nicht mehr das Gespräch mit den betroffenen Bediensteten suchen und schon alleine deswegen schlecht informiert ans Werk gehen. Es gilt: "Ich befehle - du gerhorchst !!! Keine Widerrede !!
Allerdings muss dies nicht in allen Dienststellen so ablaufen.

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Re: Bore-out

Beitrag von Mikesch » 15.04.2012 03:19

Ich wusste bisher gar nicht, dass es dafür einen Begriff gibt :-o
Ein Freund von mir, seines Zeichens Rat aus der ehemaligen Post hat man bei der damals neu geschaffenen Teledoof in einem Kellerraum zum Nichtstun verdonnert. Ziel war hier, ihn loszuwerden, was in einer Frühpension mit 39 endete...
Ich durfte mich mal Wochenlang in einem kleinen Büro verschanzen und hatte absolut NICHTS zu tun. Das ist IMHO nahezu genaus so schlimm wie Mobbing, was auch das Ziel war!
Ich hatte das Glück, dass ich fast außer Kontrolle war und mir meine Beschäftigung von zu Hause mitgebracht hatte, aber wenn das nicht so gewesen wäre, die Hölle!
Aus der Chose kam ich heraus, dass ich meinem damaligen Chef einen Aufenthalt in einem Krankenhaus seiner Wahl angeboten hatte ;-)
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Re: Bore-out

Beitrag von Bundesfreiwild » 17.04.2012 15:28

Bore-out kombiniert mit Standortwechsel und hohen Fahrzeiten sind die Personalabbaustrategie der T.

Wenn sie einen dann wenigstens in Ruhe lassen würden - aber nöööö, dann wird noch rumgemobbt, dass die Ziele nicht erreicht werden - die eh nicht erreichbar sind, weil die Situation ja zum Scheitern angelegt worden ist.

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Re: Bore-out

Beitrag von JenniferC » 03.05.2016 18:02

Hallo zusammen,

im Rahmen meiner Bachelorthesis an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW befasse ich mich mit der Frage, ob das Boreout-Syndrom häufiger im öffentlichen Dienst - speziell in der Kommunalverwaltung - als in der Privatwirtschaft auftritt. Zu diesem Zweck habe ich folgende Umfrage erstellt und möchte Sie bitten, sich daran aktiv zu beteiligen.

https://lamapoll.de/Boreout/

Vielen Dank im Voraus.

Liebe Grüße

Jennifer Claßen

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