Günstige Solidargemeinschaft statt PKV oder freiwillige GKV

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Oberbayer
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Günstige Solidargemeinschaft statt PKV oder freiwillige GKV

Beitrag von Oberbayer » 12.10.2018 19:55

Gibt es hier eigentlich Beamte, die sich bereits mit dem Thema "Solidargemeinschaft statt privater Krankenversicherung bzw. freiwilliger GKV-Versicherung" beschäftigt oder sich bereits dazu entschlossen haben? Für einen Erfahrungsaustausch wäre ich Euch sehr verbunden, da das Thema im Kollegenkreis angesichts der regelmässigen Beitragserhöhungen der PKV und der Weigerung des Dienstherren einen Arbeitgeberanteil zur GKV beizusteuern, gerade intensiv diskutiert wird.

Die Beitragshöhen und die Leistungen der Solidargemeinschaften scheinen dank schlanker und transparenter Strukturen durchaus mit der gängigen Kombination PKV + Beihilfe konkurrieren zu können. Und in manchen Lebenssituationen, in denen man eventuell die Arbeitszeit verringern muss, sinken auch die Beiträge für die Solidargemeinschaft - weil diese sich am Bruttoverdienst orientieren und nicht am Lebensalter.

Den Artikel in der Ärztezeitung fand ich hochinteressant, da mir diese Art der Krankenversicherung bisher gänzlich unbekannt war (offenbar im Gegensatz zu einigen Kollegen):

https://www.aerztezeitung.de/panorama/a ... aelle.html

yamato
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Re: Günstige Solidargemeinschaft statt PKV oder freiwillige GKV

Beitrag von yamato » 15.10.2018 06:42

Also meine PKV hat jetzt bestimmt schon zwei Jahre nicht mehr die Beiträge erhöht. Leider aber die Rückerstattung der Beiträge von 4 auf 3 reduziert.
Solange für die GKV nicht der halbe Beitrag übernommen wird, wird die PKV für die allermeisten Beamten immer noch die günstigere Alternative bleiben.
Ausnahmen sind hier vielleicht Beamte des einfachen und mittleren (Eingangsgruppen) Dienstes mit Kindern und nicht arbeitenden Ehepartner wegen der Familienversicherung.
Die Nachteile dieser Solidargemeinschaften haben m.E. schon die Kommentatoren in der Ärztezeitung genannt.
Zwei oder drei große Kostenfälle in einem Jahr und das ganze System schwankt, abgesehen davon scheint es fraglich ob es die deutsche Pflicht zur KV erfüllt. Wen nicht winken große Beitragsnachzahlungen.

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Baumschubser
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Re: Günstige Solidargemeinschaft statt PKV oder freiwillige GKV

Beitrag von Baumschubser » 15.10.2018 10:03

Dann bist du sicher auch bei der D.....a. Vorteil der reduzierten Rückerstattung zumindest für mich ist, dass ich nicht mehr rechnen muss. Ich lag immer knapp am Schwellwert, wo sich die Abrechnung oder die Erstattung gelohnt hat. Jetzt wird einfach abgerechnet und gut ist. Ich habe noch einen Altvertrag, bei dem ich derzeit rund 165€ im Monat incl. Wahlleistungen und Pflege zahle (habe 70% Beihilfe). Selbst mit 50/50 geteilten GKV-Beiträgen dürfte dieser Wert nicht erreicht werden.

Bei jüngeren Beamten mit Unisextarifen oder nur 50% Beihilfe sieht die Rechnung dann wieder ganz anders aus. Bei denen sind die PKV-Beiträge deutlich höher.

Frank Reich
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Re: Günstige Solidargemeinschaft statt PKV oder freiwillige GKV

Beitrag von Frank Reich » 20.12.2018 22:24

Das Thema ist zwar schon ein paar Tage alt, aber weil die Frage lautete, ob sich Beamte bereits mit dem Thema "Solidargemeinschaft statt privater Krankenversicherung bzw. freiwilliger GKV-Versicherung" beschäftigt haben - ja, auf diesen Beitrag hin.

Abgesehen davon, dass die Anerkennung dieser SolGem schwierig zu sein scheint, auch juristisch, habe ich es gedanklich mal durchexerziert. Die Verweigerung von Anerkennungen hat nach m.M. vor allem einen politischen Hintergrund. Einerseits wird von div. Parteien schon die Ausweitung der PKV angestrebt, um entsprechende Dividenden zu generieren und ausschütten zu können. Es gäbe in vielen Fällen aber auch informatorische Defizite seitens anderer Stellen. Man denke dabei nur an die nach den unterschiedlichen SGB's bestehenden Auskunftsrechte und -pflichten seitens der KK. Diese würden in SolGem zunächst mal wegfallen, weil nicht erfasst. Daher wird wohl alles unternommen, um diese Finanzierungsart zu vermeiden oder möglichst lange Steine in den Weg zu legen.
es grüsst Frank Reich
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Schuld ist ein moralischer Aspekt; Recht ein finanzieller (HKH)

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