Steuer?

Allgemeine Themen zum Bereich des öffentlichen Dienstes.

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lutz
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Steuer?

Beitrag von lutz » 19.08.2006 23:58

Hallo, ich habe eine ganz einfache Frage, die mir hier sicherlich alle beantworten können:

(Beweggrund falls es jmd interessiert: Ich befinde mich noch mitten im Studium und spiele mit dem Gedanken mich danach bei einer Behörde zu bewerben, bei der ich eine Laufbahn im höheren [technischen] Dienst anstreben würde. Nun bin ich dabei, gerade das Gehalt abzuschätzen, da es nicht die ganz große Rolle spielt, aber natürlich auch nicht unerheblich ist und wäre für eure Hilfe sehr dankbar).

Ich habe folgende Besoldungstabelle gefunden, die meines Erachtens nach aktuell sein sollte: http://www.lbv.bwl.de/pdf/besoldungstab ... f/download?

Nun meine Frage: Von diesen Gehältern geht doch sicherlich noch die Steuer ab (ich glaube ich meine die Einkommenssteuer, kenne mich nicht so aus), oder etwa nicht? Und wenn ja, ist der Steuersatz dann genauso hoch wie in der "freien Wirtschaft" oder anders?

Inwiefern kann man als Beamter von anderen Vergünstigungen profitieren bzw. wie könnte eine grobe Schätzung über ein äquivalentes Gehalt in der "freien Wirtschaft" aussehen? (An Vergünstigungen weiß ich bereits, dass die KFZ-Versicherung günstiger ist)

Wie gesagt, wäre für Hilfe sehr sehr sehr dankbar.
mfg lutz

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Mikesch
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Re: Steuer?

Beitrag von Mikesch » 20.08.2006 02:29

Moin Lutz,

wenn Du nicht gerade vor hast, Dich nach deinem Studium selbständig zu machen oder sonst einen erste Sahne-Job in Aussicht hast, ist das Beamtenverhältnis trotz Verschlechterungen immer noch eine Empfehlung.
Hier fehlt es an dem Stress und dem Druck, den Du in der freien Wirtschaft garantiert haben wirst ;-)
lutz hat geschrieben:Nun meine Frage: Von diesen Gehältern geht doch sicherlich noch die Steuer ab
Jupp, EkSt und die Krankenkasse als privat Versicherter.
Wobei die GKV in dieser Gehaltsklasse höher ausfällt. Ich denke, als relativ junger Mensch kannst Du hier ca. 150 Euronen veranschlagen.
lutz hat geschrieben:Und wenn ja, ist der Steuersatz dann genauso hoch wie in der "freien Wirtschaft" oder anders?
Die abgezogenene EkSt ist etwas höher, da bei den Vorsorgeaufwendungen gekürzt wird, da Du keine Beiträge zu den Sozialversicherungen zahlst.
Der Unterschied ist aber zu vernachlässigen.
Auf Grund dessen, dass das Bruttogehalt niedriger ist, ist auch der Steuersatz niedriger. Unter dem Strich ist die EkSt-Belastung niedriger als in der freien Wirtschaft.
lutz hat geschrieben:Inwiefern kann man als Beamter von anderen Vergünstigungen profitieren
Günstigere Versicherungen, der Unterschied ist aber nicht mehr so gravierend.
Du bekommst leichter Kredite, bekommst eine bessere Behandlung beim Arzt, da er bei GV oftmals für lau arbeiten muss.
Du hast einen geregelten Dienst mit viel Freizeit.
Viele setzen Ihre Fähigkeiten ein, in dem ihre Frauen eine Firma gründen und betreiben ihren Dienst nur noch aus Hobby ;-)
lutz hat geschrieben:. wie könnte eine grobe Schätzung über ein äquivalentes Gehalt in der "freien Wirtschaft" aussehen?
Grob geschätzt müsstest Du da noch 30% drauf satteln.

Grüsse,
Mikesch
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lutz
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Beitrag von lutz » 20.08.2006 09:54

wow, dankeschön das hilft mir schonmal ganz schön weiter und klingt auch sehr angenehm. :idea: wer zieht einen sicheren arbeitsplatz mit geregelten tagesablauf und viel Freizeit nicht einem stressigen Job für vielleicht paar mark mehr vor :)

als du so über die vergünstigungen berichtet hast, da kam mir das schon nicht zu vernachlässigen, aber auch nicht so gravierend vor. aber eine schätzung von 30% ist ja schon gravierend. das würde ja heißen ein gehalt von 3000eu nach besoldungstabelle würde 3900eu in der freien wirtschaft gleichkommen. ist das wirklich realistisch? (ich weiß, es ist nur eine schätzung deinerseits, aber kommt mir ganz schön viel vor :shock: )

mfg lutz

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Mikesch
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Beitrag von Mikesch » 21.08.2006 01:51

lutz hat geschrieben: aber eine schätzung von 30% ist ja schon gravierend. das würde ja heißen ein gehalt von 3000eu nach besoldungstabelle würde 3900eu in der freien wirtschaft gleichkommen. ist das wirklich realistisch? (ich weiß, es ist nur eine schätzung deinerseits, aber kommt mir ganz schön viel vor :shock: )
Die Sozialabgaben!
Die liegen bei ca. 20% (ohne KV), da Du dann ja auch ein entsprechend höheres Bruttogehalt beziehen musst, ist die Steuerbelastung höher, da diese Beträge nicht in voller Höhe abziehbar sind. So ist meine Schätzung nicht unrealistisch, zumal Du erst ab der Beitragsbemessungsgrenze zur PKV wechseln kannst.

Hier mal ein paar Anfangsgehälter aus meinem Bekanntenkreis:
Anwalt, selbständig seit ca. 2 Jahren, bringt es auf ca. 2.000 netto.
Arztehepaar mit eigener Praxis bringen es gemeinsam auf ca. 4.000 Euro netto. Vorher bekam er als Leiter eines Druckkammerzentrums (wurde dicht gemacht) ca. 2.500 netto.
Doktorandin der Biologie hat D wegen des Geldes verlassen und arbeitet nun in Spanien, ca. 2.500 netto, hier wären bestenfalls 2.000 netto drin gewesen.
Bauingenieur als Angesteller ca. 2.500 netto, nun kraxelt er als Selbständiger und ist froh, wenn er auf 2.000 kommt.

Nun gut, das wird sich bestimmt mal ändern ;-)
Aber die die sind schon um 35 - 40, mein Arztkumpel > 50!

Von daher, höherer Dienst, ist fast wie ein Lottogewinn ;-)

Ach ja, die o.g. Gehälter mal für diejenigen, die immer jammern, wie schlecht es ihnen geht ;-)

Grüsse,
MIkesch
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Beitrag von lutz » 21.08.2006 14:42

hehe :D . danke nochmal für die erläuterung. hat mir sehr geholfen!

mfg lutz

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Haddock
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Beitrag von Haddock » 25.08.2006 11:21

Hallo,

Mikesch hat recht, was das Gehalt und den Vergleich mit der Wirtschaft angeht.

Nur dass mit dem Stress würde ich nicht so unterschreiben, dass hängt ganz von Deiner Dienststelle und Deinem Aufgabengebiet ab. Ich bin im höheren Dienst und habe Glück gehabt mit meinem Stellenzuschnitt. Von ein paar Reisen abgesehen, habe ich eine geregelte Arbeitszeit. Kollegen von mir im selben Referat sitzen regelmäßig bis abends um acht im Büro, weil dort viel anfällt und die Amtsleitung ein besonders hohes Interesse an deren Themengebiet hat - und das bei gleicher Bezahlung. Wenn man als junger Kollege noch etwas werden will, kann man sich dem Stress dann auch nicht entziehen und auf seine Regelarbeitszeit beschränken. Hier ist Streßtoleranz schon von Vorteil.

Gruß,

Haddock

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Beitrag von lutz » 25.08.2006 12:07

achso. naja muss man dann halt durch :). aber dachte nach mikesch aussage, dass punkt 16 uhr oda wann dann der hammer fällt und auch ende is. ich mein, wenn man die überstunden nichmal bezahlt kriegt, ist das dann ganz legal?

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Haddock
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Beitrag von Haddock » 28.08.2006 12:47

nix illegal. Wir haben Gleitzeitkonten, dass schafft mehr Flexibilität und wenn man Glück hat auch mal einen Tag frei außer der Reihe.

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Beitrag von lutz » 29.08.2006 13:29

achso. man sieht, ich weiß ziemlich wenig - umso dankbarer bin ich für die infos, die ihr mir gegeben habt. THX :) mfg lutz

Angelfire
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Beitrag von Angelfire » 29.08.2006 23:50

http://paul.schubbi.org/bat/

Das ist ein ziemlich guter Rechner für Einkommen im öD.

LG Angelfire
Was du nicht willst das dir getan, das tu auch keinem andren an!

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