Spendenkonto für getöteten Polizisten

Allgemeine Themen zum Bereich des öffentlichen Dienstes.

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arme Sau
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Spendenkonto für getöteten Polizisten

Beitrag von arme Sau » 22.03.2006 13:12

Berlin
Trauer um getöteten Polizisten

Der am Freitag von Unbekannten an der Hasenheide angeschossene 42-jährige Polizeibeamte ist tot. Er hinterlässt Frau und zwei Kinder. Von den Tätern fehlt nach wie vor jede Spur.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/nachrichten/62988.asp
.
.
Wenn es Kollegen gibt die für die Hinterbliebenen etwas Spenden wollen, das
Konto lautet

SEB AG
Konto Nr. 1288597801
BLZ 100 101 11
Stichwort Uwe L.


Spendenquittungen können ausgestellt werden.
Siehe hier
http://www.gruenerstern.de/
.
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Mikesch
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Re: Spendenkonto für getöteten Polizisten

Beitrag von Mikesch » 22.03.2006 17:24

arme Sau hat geschrieben:Berlin
Trauer um getöteten Polizisten
Ich möchte mein Posting als provozierendes Gedankenspiel verstanden wissen :wink:

Natürlich ist das eine traurige Sache, auch finde ich es gut, wenn Kollegen versuchen, die schlimmste Not für die Angehörigen zu lindern.

Aber irgendwie kommen mir die Spendenaufrufe wie ein gut gemeinter unbedachter Schnellschuss vor.
Berdarf es einer Spende? Hatte der Beamte eine Lebensversicherung? Wie ist die finanzielle Absicherung der Familie? Bekommt die Ehefrau nicht eine Pension? Wird das Begräbnis nicht vom Arbeitgeber bezahlt?
Nach dieser Prüfung könnte man dann über eine Spende nachdenken.
Hilfe ja, aber sie darf nicht zu einer Bereicherung führen, bzw. Hilfe um Not zu lindern, aber keine Art Schmerzensgeld.

Gerade ist in unserem Ort einer Familie das Haus abgebrannt, sie hatten alles verloren.
Ein Bauherr baut ihnen ihr Haus wieder kostenlos auf, ein Möbelhaus richtet es kostenlos wieder ein, im Land wurde gespendet.
Aber die Auszahlung der Versicherungssummen folgt auch bald...
Das kann nicht richtig sein.

Ja, ein Fall wie der Obige ist traurig, genau so traurig, wie für die tausenden Angehörigen, die einen lieben Menschen im Strassenverkehr oder durch eine plötzliche Krankheit verloren haben. Was ist mit denen, die ihren Mann oder Frau bei einem Gewaltverbrechen verloren haben? Was ist mit der vergewaltigten Frau, die auf Grund ihrer psychischen Probleme keiner Arbeit mehr nachgehen kann?
Oftmals krackseln diese Restfamilien am Existensminimum, denn um die kümmert sich keine Sau, die sind vergessen, das nimmt unsere Gesellschaft einfach so hin.

Man sollte Hilfe leisten, aber nicht weil es gerade einen (oftmals gut versorgten) Kollegen getroffen hat, sondern allgemein und regelmäßig, damit diesen benachteiligten und vergessenen Menschen geholfen wird.

Grüsse,
Mikesch
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arme Sau
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Re: Spendenkonto für getöteten Polizisten

Beitrag von arme Sau » 23.03.2006 13:52

Mikesch hat geschrieben: Ich möchte mein Posting als provozierendes Gedankenspiel verstanden wissen
Oh mein Gott!

Diese Diskussion hätte ich hier nicht erwartet, auch wenn es sich wie Du sagts, um ein provozierendes Gedankenspiel handelt!

Wir leben in einer Solidargemeinschaft.

Beispiele gefällig ?
Taucher, in einer gesetzlichen Krankenversicherung leidet nach einer Caissonkrankheit an einer Querschnittslähmung!
Nach diesem Tauchgang wird er Arbeitslos, und lebt von Sozialhilfe/Hartz 4. Wem liegt er auf der Tasche ??

Oder, noch einfacher?
Ein Otto Normalraucher (http://www.raucherportal.de/) fügt sich wohlwissend der Gefahr die er sich aussetzt, mit jeder Zigarette einen Schaden zu und muss im Alter ständig behandelt werden!
Wer zahlt diesen Fahrlässig herbei geführten Schaden ??

Ich nehme an Du sitzt in Oldenburg, im Büro? Ich kann mir durchaus vorstellen, das dort nicht allzuviel passiert.

Dieser Kollege der Polizei, egal welcher Dienstgruppe er anghörte stand hier in Berlin an der Front!

(Ich, als Pazifist, schreibe ausdrücklich Front, denn hier in Berlin (wie in anderen Großstädten z.B. HH, Ff/M auch) tobt Krieg!!)

Und egal wieviel dieser Kollege sich von dem Geld was er verdient hat, für Berufs, Lebensversicherung oder sonst eine Vorsorge für sich und seine Familie zurückgelegt hat, er hat es mit seinem Geld gezahlt !

Du weisst wie die Pension in seinem Fall aussieht!

Der Mörder, (ich gehe davon aus dass er bald erwischt wird) wurde vermutlich als Kind schwer misshandelt, war zur Tatzeit zugedrönt und hat gedacht er wird von einem Konkurenten überfallen.
Er kommt für drei, sagen wir ganz hart, fünf Jahre in den Knast.
Einen Raum für sich, drei Mahlzeiten am Tag kann eine Ausbildung machen (von der möglichen Resozialisierung im Ausland (Erlebniscamp) wollen wir nicht sprechen) und muß einen Entzug durchstehen.

Danach?

Er kommt aus dem Knast, versucht es mit ehrlicher Arbeit.
Von 7:00 Uhr früh bis 16:00 Uhr nachmittags. Ein paar Monate schafft er den Scheiß. Dann fängt das Schlussen an. Er bleibt ein Tag zuhause, weil er Ausschlafen muß, dann zwei, oder auch mal eine Woche.
Irgendwann überlegt er sich warum soll ich nicht auf der Straße Crack verkaufen. Ich stehe erst Mittags auf, vertick etwas Crack fahre BMW und feier dicke Feten.
Da kommt viel mehr Kohle rum!
Und irgendwann, im Alter, sitzt er der Allgemeinheit auf der Tasche.

Richtig, das muss so nicht sein. Vielleicht wird´s mal nen anständiger Kerl.

Aber, der Polizist, der versucht hat hier "an der Front" dafür zu sorgen, dass unsere Kinder nicht von solch einem sch*** Typen, schon an der Schule mit Crack, ecstasy und Co. bedient zu werden, der ist Tod!

Er kann nicht mehr dafür sorgen dass seine Söhne eine "vernünftige" Ausbildungsstelle bekommen.
Er ist regelmäßig zum Dienst gegangen um etwas zu bewirken (und natürlich entsprechend besoldet zu werden).
Wollte er mal mit seiner Frau einen schönen Lebensabend verbringen ?

Es geht nicht mehr. Er ist Tod !

Und dabei ist es mir egal ob er "gut" versichert war, oder ober er bei Jauch ne Million gewonnen hat.
Die Versorgung von Beamten (wie auch von Soldaten) die an der "Front" verunglückt sind ist, wie wir alle wissen sollten, im Fall des Falles, erbärmlich.

Aus diesen Gründen werde ich helfen !

Dein vergleicht zu der Familie deren Haus abgebrant ist hinkt. Das weißt Du.
Aber selbst da; Warum soll man nicht helfen ?
Irgendwann vielleicht, komme ich in eine Notlage, und diese Familie, die ich nicht kenne, die ich Aufgrund der Entfernung von ca. 600 km auch nie kennenlernen werde, spendet vielleicht 5 Euro und unterstützt mich und meine Familie und hilft.
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Helfen
darf kein Fremdwort sein.
Hilfe im Sinne der Hilfsbereitschaft ist ein Teil der Kooperation in den zwischenmenschlichen Beziehungen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe

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PS: Hast Du für die Ofer des Tsunami gespendet ?
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Beitrag von arme Sau » 23.03.2006 14:10

PS:
Ich bin froh das es Kollegen wie die Leute von grüner Stern http://www.gruenerstern.de/ gibt.

Wer hat die Kollegen bzw. deren Angehörige der Berliner Fahndung unterstützt die bei einem Einsatz vor ca. 2 Jahren ums leben kamen?

Der Dienstherr konnte sich (so wird gemunkelt) wohl gut rausreden !
Überhöhtes Tempo, schlechte Straßenlage, nicht unmittelbar zuständig etc. !!!

Oder die beiden Kollegen die an der Grenze (ca. 4 Jahre?), in einem Bus von einem Russen erschossen wurden?
Eigensicherung nicht beachtet, Waffe nicht richtig geholstert etc.

Warum gibt es solch eine Seite nicht von uns?!
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Beitrag von Hamburger » 23.03.2006 15:41

Getöteter Polizist
Hertha plant Benefizspiel

Der Berliner Fußballverein Hertha BSC plant ein Benefizspiel für die Familie des in Neukölln erschossenen Berliner Polizisten Uwe Lieschied. Das Spiel soll Anfang April stattfinden.

(Aus "Tagesspiegel Online" von heute). Soviel zum Thema Solidarität. Den Ausführungen von Mikesch kann ich mich leider nicht anschließen.

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Re: Spendenkonto für getöteten Polizisten

Beitrag von Mikesch » 23.03.2006 16:42

arme Sau hat geschrieben: Taucher, in einer gesetzlichen Krankenversicherung leidet nach einer Caissonkrankheit an einer Querschnittslähmung!
Nach diesem Tauchgang wird er Arbeitslos, und lebt von Sozialhilfe/Hartz 4. Wem liegt er auf der Tasche ??
Ein Beispiel zum Helfen...
Du weisst wie die Pension in seinem Fall aussieht!
Ja, halte aber das Aufdröseln an dieser Stelle hier für deplaziert.
Nun ja, würde mir im Dienst etwas zustoßen, bräuchte meine mir Angetraute nicht mehr arbeiten, sie wäre das, was man gemeinhin eine lustige Witwe nennt :wink:
Kämen dann noch Spenden dazu, würde sie wahrscheinlich in Dauerurlaub gehen.
Der Mörder, (ich gehe davon aus dass er bald erwischt wird)....
Das ist ein leidiges Thema, welches mir jedes Mal die Kotze in den Hals treibt. In D herrscht Täterschutz, nicht Opferschutz!
Hat aber nichts mit der Sache in Bezug auf Hilfe zu tun.
Und dabei ist es mir egal ob er "gut" versichert war, oder ober er bei Jauch ne Million gewonnen hat.
Da unterscheidet sich unsere Meinung.
Ich bin für Hilfe, nicht Bereicherung, siehe auch Deinen Link zu Wikipedia. Hilfe setzt hilfsbedürftigkeit voraus.
Die Hinterbliebenen sollten finanziell so gestellt sein, als wäre der Polizist noch am Leben.
Ist es so, dass die Familie in Existenznot gerät, so werde auch ich Spenden!
PS: Hast Du für die Ofer des Tsunami gespendet ? :wink:
Natürlich, sogar einen nicht unerheblichen Betrag, teilweise auch unmittelbar an dort lebende Freunde, desweiteren habe ich Aktionen gestartet, u.A. Fantasietauchscheine verhökert und das Geld gespendet.
http://www.iupa.de/tsunamie.php
In meinem Etat ist ein jährlicher Titel für Spenden vorhanden.
Dabei denke ich gerade an die Menschen, die keine Lobby haben, die einfach unter gehen. Das sind wie gesagt tausende von denen man weder etwas liest noch hört, die vielleicht auch ihren Ernährer verloren haben und nichts bekommen.
Darum mag ich nicht einfach ungeprüft einem Aufruf folgen oder zumindest dass der Leser ein klein wenig über den Tellerrand hinausblickt.

Wenn ich die anderen Posts so lese...
Mir ist klar, dass ich vielleicht mit meiner Meinung einer Minderheit angehöre. Ich gehöre auch zu den helfenden Menschen, sehe das aber globaler. Es gibt genug Elend in unserem Lande, die getöteten Polizisten und Zöllner der vergangenen Jahre sind nur ein Teil dieses Elends.
Wo ist der Unterschied, ob der Familienvater ein Polizist, Zöllner oder Handwerker war? Für den Handwerker setzt sich niemand ein.
Meine Solidarität gehört allen Menschen, nicht nur einer Berufsgruppe.
Wenn ich dann lese, dass sogar ein Benefizspiel veranstaltet werden soll, bekomme ich einen schalen Geschmack im Mund. Ich würde es dann zumindest begrüssen, wenn die minderprivilegierten auch ein wenig davon bekommen würden, oder die hochbezahlten Fussballer zumindest jährlich ein solches Spiel veranstalten würden.
Bei mir hört die Solidargemeinschaft nicht bei Zöllnern oder Polizisten auf.
So, jetzt könnt ihr mich verhauen :cry:
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Beitrag von Hamburger » 23.03.2006 18:52

Mikesch hat folgendes geschrieben:

Zitat: "So, jetzt könnt ihr mich verhauen."

Ach Mikesch, soweit wird es schon nicht kommen. :wink:
Gott sei Dank ist dieses ein Forum, in dem auch andere Meinungen anerkannt und respektiert werden.

Ich finde es okay, wenn hier die Möglichkeit eröffnet wurde, den Hinterbliebenen des Kollegen etwas zukommen zu lassen. Es wurde ja nur eine Bankverbindung veröffentlicht und jeder hat es selbst in der Hand, zu spenden oder nicht.

Darüber, ob seine Witwe nun eine möglicherweise hohe Lebensversicherung ausgezahlt bekommt, mache ich mir in dieser Situation keine Gedanken. Der Schock, dass wieder einmal "einer von uns" auf eine derart tragische Art und Weise sein Leben lassen musste, sitzt tief. Das kann man meines Erachtens nicht mit einem Arbeitsunfall vergleichen, wie er in anderen Berufszweigen eintreten kann. Sicherlich hast Du insofern Recht, dass z.B. für einen Bauarbeiter, der von einem Gerüst fällt und stirbt, im Regelfalle kein Spendenkonto eingerichtet wird. Auch auf ein Benefizspiel eines Fußball-Bundesligisten werden seine Hinterbliebenen wohl verzichten müssen.
Leider kann man es im Leben nun Mal nicht jedem recht machen. Is' halt so.

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Beitrag von arme Sau » 23.03.2006 19:31

So, jetzt könnt ihr mich verhauen
8)

Wie Hamburger schon schreibt, hier wird keiner verhauen :)

Wenn Du schreibst

Für den Handwerker setzt sich niemand ein.
stimmt das nicht ganz! Auch für ihn würde ich mich einsetzen wenn ich davon erfahre.

Aus diesem und dem folgenden Grund habe ich hier nicht die Seite des Weißen Rings http://www.weisser-ring.de/bundesgescha ... /index.php
bekannt gemacht, wo es darum geht Opfern von Gewaltverbrechen zu helfen.

Hier aber war es einer von "uns", von den guten.
Ich denke hier sollten wir schon etwas dichter zusammenrücken.

Du hast für Opfer des Tsunamis gespendet! Auch dort hast Du Dich nicht (immer) vergewissert, vergewissern können, ob es den richtigen erreicht.

Und eines noch

Bei mir hört die Solidargemeinschaft nicht bei Zöllnern oder Polizisten auf.
Bei mir auch nicht
8)
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PS: Die Limo steht, falls wir uns mal treffen :wink:
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Beitrag von Mikesch » 23.03.2006 19:50

Hamburger hat geschrieben:Mikesch hat folgendes geschrieben:
Zitat: "So, jetzt könnt ihr mich verhauen."

Ach Mikesch, soweit wird es schon nicht kommen. :wink:
Das war auch eher rethorisch gemeint :wink:
Hamburger hat geschrieben:Ich finde es okay, wenn hier die Möglichkeit eröffnet wurde, den Hinterbliebenen des Kollegen etwas zukommen zu lassen. Es wurde ja nur eine Bankverbindung veröffentlicht und jeder hat es selbst in der Hand, zu spenden oder nicht.
Mir liegt es auch fern, das irgendwem auszureden!
Ich wollte nur aufzeigen, dass es noch mehr Elend gibt, dies zu mildern sich halt kaum jemand einsetzt. Hätte der Polizist vielleicht einen tödlichen Autounfall erlitten, wäre die Witwe noch besch... dran und in der Öffentlichkeit wäre das unter gegangen.
Dass es vielleicht ein Anstoss ist, vielleicht auch zukünftig an diese Menschen zu denken und ein kleines Schärflein dazu beizutragen, nicht nur jetzt!
Hamburger hat geschrieben:Der Schock, dass wieder einmal "einer von uns" auf eine derart tragische Art und Weise sein Leben lassen musste, sitzt tief. Das kann man meines Erachtens nicht mit einem Arbeitsunfall vergleichen, wie er in anderen Berufszweigen eintreten kann.
Hmm, das sehen die Kollegen des Arbeiters, der neulich aus Versehen in den Häcksler gefallen ist, wahrscheinlich anders.
Aber hier auf dieser Plattform ist das verständlich, da wohl einige an der Front kämpfen.
Als man damals einen Fahndungskollegen zu Hause aufgelauert hat und mit Säure überschüttet hat, ist mir das auch ganz schön an die Nieren gegangen, nicht nur weil ich den Kollegen seit Jahren kannte, sondern auch aus der Tätigkeit heraus.

Grüsse,
Mikesch
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Angelfire
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Beitrag von Angelfire » 25.03.2006 02:59

Im Ernstfall bekommt man einen Tritt in den Hintern! Ich glaube nicht das der Kollege von seinem Gehalt seine Frau und die Kinder mit ner Million Lebensversicherung verlassen hat! Das konnte der sich nämlich mit Sicherheit nicht leisten.

Mir hat zwar auch keiner geholfen als mein Auto in Ösiland Totalschrott wurde, weil einer raste und die Ösis nix taten um den zu finden, aber ich weiß wie man sich da fühlt. War nur froh das ich die einzige Verletzte war, meiner Familie war Gottsei Dank nix passiert. Hatte das Auto ja grade erst gekauft und war mir sicher das mein Autohändler mir doch glatt aus Mitleid ein neues schenkt.

Nur ich kämpfe noch nach 3 Jahren mit den Folgeschäden. Aber mein Mann ist angeblich eingeschlafen (war ein Witz, hatten nämlich 30 Minuten vorher Fahrerwechsel), uns hat auch keiner gerammt (die linke Fahrerseite hat sich aus Geisterhand verdellt). Deshalb hat unser Aufprall auf die rechten Betonelemente der Autobahn natürlich mein Mann verursacht, hat auch nur das halbe Auto aufgerissen. Mir BeinMuskel weggerissen und Halswirbelsäule verdreht. Naja, mein Masseur freut sich wenn ich regelmäßig zur Krankengymnastik muss, kostet ja nix an Zuzahlung!

Wie lange war der Kolege bei der Polizei? Vielleicht 20 Jahre? Na da gibt es doch schon ne üppige Pension wenn man mit 20 Dienstjahren in Ruhestand geht. Davon dann maximal 60 % (sind es nicht mittlerweile 40 %) Witwenrente? Na da schwelgt man doch im Luxus.

Lebensversicherung? Ich denke max. 50-100.000 €, eher weniger. Kostet nämlich das ganze! Wenn mehr, dann nur weil ein Haus dranhängt! Aber davon kann man locker die Ausbildung der Kinder finanzieren ... hier in Deutschland?

Sorry, aber ich kann das nicht nachvollziehen wie du denkst Mikesch!

Viele Grüße
Angelfire

P.S. Bin dieses Jahr fertig geworden das Auto abzubezahlen, welches damals Schrott war!
Was du nicht willst das dir getan, das tu auch keinem andren an!

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Beitrag von Mikesch » 26.03.2006 03:30

Angelfire hat geschrieben: Ich glaube nicht das der Kollege von seinem Gehalt seine Frau und die Kinder mit ner Million Lebensversicherung verlassen hat! Das konnte der sich nämlich mit Sicherheit nicht leisten.
Glauben ist nicht wissen...
...abgesehen davon, dass eine Risikolebensversicherung für ne Million deutlich günster als Quarzen ist.
Quarzen kostet um die 120 Euronen im Monat, dafür könnte ich ne Lebensversicherung über >10 Millionen abschließen, also nicht von Leisten spechen ;-)
Wie schon mal erwähnt, meine mir Angetraute wäre finanziell zumindest in einer recht glücklichen Lage ;-)
Arbeiten bräuchte die nicht mehr, Luxus hätte sie, würde man mich im Dienst umnieten und es würden Spenden gesammelt...
...eigentlich eine gefährliche Sache ;-)
Jedenfalls würde eine Spendensammlung für meine Allerliebste im Falle meines Ablebens eine unberechtigte Bereicherung für sie dar stellen.
Angelfire hat geschrieben:Sorry, aber ich kann das nicht nachvollziehen wie du denkst Mikesch!
Was? Wie?
Dass ich gerne helfe? Dass ich im Gegensatz zu dem Gro der Bevölkerung auch wirklich was tue? Dass ich einen Teil meines Einkommens bedürftigen Menschen zukommen lasse? Dass ich vorher prüfe, ob eine Hilfsbedürftigkeit gegeben ist und mich von einer allgemeinen Schreierei nicht mitreissen lasse?
Was aber stimmt, eine Gruppensolidarität kenne ich nicht, ich sehe alles globaler :wink:
(Noch ne von mir unterstützte Aktion:http://www.medical-care-coron.org)
Dass ich mit meiner Einstellung auf dieser Plattform natürlich einsam da stehe, ist mir schon klar :wink:

Nochmal zur Klarstellung:
Auch ich würde mein Scherflein für die Witwe beitragen!
Allerdings erst nach Prüfung, so weit es mir möglich wäre, ob sie unterversorgt oder in Not geraten würde.
Nach dem nun ein Fussballbenefizspiel statt finden wird und wahrscheinlich tausende Beamte spenden werden, fliesst mein diesjähriger Spendenetat anderen bedürftigen Personen zu.

Tja, ich bin halt so ne Art Geisterfahrer im Denken dieser Welt :wink:
Meine Einlassungen sollten auch nur ne Anregung zum Hinausblicken über den gewissen Tellerrand dar stellen :wink:

Viele Grüsse,
Mikesch

P.S.
Auf Grund zahlreicher Mails ob meiner späten Postings:
Ich leide unter altersbedingter seniler Bettflucht. Ich brauche nur noch ca. 4 Stunden Schlaf, verteilt über den Tag.
Sex habe ich Nachts nie, noch nie gehabt, denn am Tag ist er am Schönsten.
So kann ich mich Nachts am Compi entspannen und der Lust am Nachmittag erfreuen.
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Beitrag von Admin » 26.03.2006 13:50

Ein bißchen kann ich Mikesch schon verstehen, aber ich finde es eher unangebracht in diesem Thread darüber zu diskutieren. Man hätte dafür einen eigen Thread aufmachen sollen, um das Thema nicht an einem bestimmten Opfer festzumachen.

enjoylive
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Beitrag von enjoylive » 26.03.2006 16:50

Admin hat geschrieben:Ein bißchen kann ich Mikesch schon verstehen, aber ich finde es eher unangebracht in diesem Thread darüber zu diskutieren. Man hätte dafür einen eigen Thread aufmachen sollen, um das Thema nicht an einem bestimmten Opfer festzumachen.
Stimmt !
Aber obwohl es vielleicht komisch klingt, ich gebe sowohl Mikesch als auch Angelfire in Teilen ihrer Meinung Recht.
Ich denke, Solidarität am konkreten Fall geht tiefer ans Gemüt als so allgemein mal was spenden.
Wobei man immer bedenken muß, daß es schon soviele Skandale sowohl beim Roten Kreuz als auch bei anderen Organisationen gegeben hat. Wieviel der Spendengelder gehen für Gehälter und Organisation drauf, zum Beispiel. Kommt von einem € Spende am Ende nur 0,10 € bei den Bedürftigen an ? Alles so Dinge, die man - ich - beachten sollte.
Spenden nach der Hochwasserkatastophe 2002 im Sendebereich des MDR. Was denkt ihr, was es da manchmal für Ungerechtigkeiten gegeben hat. Die wurden dann noch im Fernsehen gezeigt im Hinblick auf die reichlichen Spenden und was daraus geworden ist. Bei solchen Unglücken sollte man aber wirklich nicht kleinkariert denken. Es gibt eben immer Leute, die sich danach besser stehen als vor dem Unglück. Ist eben so.
arbeite um zu leben, aber lebe nicht, um zu arbeiten

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