Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Allgemeine Themen zum Bereich des öffentlichen Dienstes.

Moderator: Moderatoren

flooo86
Beiträge: 6
Registriert: 21.08.2019 12:06
Behörde:
Geschlecht:

Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von flooo86 » 22.08.2019 13:18

Hallo Leute,

ich plane mich nächstes Jahr im Herbst beruflich zu verändern und möchte daher im öD eine Ausbildung machen.
Kurz zu mir:

33 Jahre alt
Schwerbehinderung Grad 50 unbefristet (angeborener Herzfehler)
Bundesland Bayern
Diverse Bewerbungen für eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellter abgeschickt.
Test des LPA Bayern Q2 absolviert (Ergebnisse stehen ja noch aus. Schulnoten waren gut 1 in Mathe und 2 in Deutsch)


Jetzt beschäftigt mich allerdings ein Frage sehr: Soll ich eine Angestellten- oder eine Beamtenlaufbahn anstreben? Ich habe mich schon ein bisschen eingelesen in die Problematik mit der PKV. Diese verlangt teilweise horrende Beträge bei Schwerbehinderten. Soweit ich das verstanden habe könnte ich auch freiwillig GKV versichert bleiben, hätte allerdings dann beide Anteile (also Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) zu zahlen, da die Beihilfe bei freiwillig GKV-Versicherten entfällt.

Daher habe ich überlegt, ob es in meiner Situation vernünftiger wäre, die Angestelltenlaufbahn zu wählen. Da hätte ich was die Krankenversicherung angeht halt das "Rundum-sorglos-Paket".


Könnt Ihr mir einen Rat geben was in dieser Situation vernünftiger wäre bevor ich mich hier falsch entscheide?
Tausend Dank
Euer Flo

Skedee Wedee
Beiträge: 49
Registriert: 18.03.2017 17:43
Behörde: Baden-Württemberg
Geschlecht:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von Skedee Wedee » 22.08.2019 13:47

Schaue Dir mal die Öffnungskation der PKV an. Einfach googeln und die Stichworte "Öffnungsaktion" und "PKV" eingeben. Nicht alle PKV nehmen an der PKV teil, aber doch zumindest die "größeren" Versicherer.

Die Öffnungsaktion besagt im wesentlichen, dass niemand aufgrund von Vorerkrankungen abgelehnt wird. Eventuelle Risikozuschläge sind auf maximal 30 Prozent begrenzt. Es gibt keine Leistungsausschlüsse. So könntest Du Dir ausrechnen, was in etwa auf Dich zukommt. 33 Jahre bist Du alt... Hmm, ich würde mal mit 200,00 Euro bis 300,00 Euro Monatsbeitrag rechnen, dazu lebenslang die 30%. Das ist natürlich schon ein Sümmchen und wirkt sich insbesondere ab dem Pensionsbezug negativ aus.

Den Teil mit der GKV hast Du korrekt wiedergegeben.

flooo86
Beiträge: 6
Registriert: 21.08.2019 12:06
Behörde:
Geschlecht:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von flooo86 » 22.08.2019 18:57

Vielen Dank Skedee Wedee für die schnelle Antwort.
Hab mich jetzt informiert über diese Öffnungsklausel. Soweit hab ich das verstanden.
Eine Frage habe ich aber dann doch noch. Wieso wirkt sich der 30% Risikozuschlag insbesondere ab dem Pensionsbezug negativ aus?

Torquemada
Moderator
Beiträge: 3298
Registriert: 04.07.2012 13:08
Behörde: Ruheständler und Privatier
Geschlecht:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von Torquemada » 22.08.2019 23:01

flooo86 hat geschrieben:
22.08.2019 18:57

Eine Frage habe ich aber dann doch noch. Wieso wirkt sich der 30% Risikozuschlag insbesondere ab dem Pensionsbezug negativ aus?
Weil die Pension deutlich niedriger ist als der laufende Bezug.

Gertrud1927
Beiträge: 248
Registriert: 28.06.2013 18:45
Behörde:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von Gertrud1927 » 23.08.2019 10:47

Hallo.
Aber so ganz schlimm wird es in Pension dann doch nicht sein weil Du dann ja nur noch 30% in der PKV absichern musst.

flooo86
Beiträge: 6
Registriert: 21.08.2019 12:06
Behörde:
Geschlecht:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von flooo86 » 24.08.2019 08:35

Hallo Gertrud1927,
Hallo Torquemada,


danke für die Antworten. Gertrud1927 das hab ich mich auch gedacht. Dann müsste ja der Grundbetrag der PKV ja mit Eintritt in die Pension sinken, da in Bayern der Beihilfesatz von 50% auf 70% steigt. Sehe ich das richtig, dass ich in der Pension nur noch 30% selbst versichern muss und dadurch der Grundbetrag sinkt? Allerdings würden auch hier wieder 30% Risikoaufschlag auf den Grundbetrag aufgerechnet.

Niemand
Beiträge: 26
Registriert: 15.07.2019 09:55
Behörde:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von Niemand » 24.08.2019 10:34

Stellt sich die Frage, ob man mit einem angeborenen Herzfehler die Eignungsuntersuchung für Beamte besteht.

Gertrud1927
Beiträge: 248
Registriert: 28.06.2013 18:45
Behörde:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von Gertrud1927 » 24.08.2019 12:37

Hallo.
Hier ist mal ein Merkblatt zur Öffnungsaktion PKV.
Die 30% Begrenzung gilt auch nur für Leistungen für die es auch Beihilfe gibt.und auch nur einmalig. Den Beihilfetarif und Beihilfeergänzungstarif. Andere zusätzliche Absicherung keine 30% Begrenzung.
https://www.pkv.de/service/broschueren/ ... ge.pdb.pdf

flooo86
Beiträge: 6
Registriert: 21.08.2019 12:06
Behörde:
Geschlecht:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von flooo86 » 24.08.2019 12:55

Hey Niemand,

meinst du? Fände es etwas schizophren auf der einen Seite in allen Stellenanzeigen zu schreiben, dass Schwerbehinderte bei gleicher Eignung bevorzugt werden und dann zu erwarten einen völlig Gesunden vor sich zu haben. Also bei Polizei und Justizvollzug usw. ist mir das schon klar, dass das nix wird. Aber für die Verwaltung sehe ich da kein Problem.

@ Gertrud 1927: Vielen Dank, werde ich mir mal zu Gemüte führen, die Broschüre.

Niemand
Beiträge: 26
Registriert: 15.07.2019 09:55
Behörde:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von Niemand » 24.08.2019 15:39

Hab ich was von Schwerbehinderung geschrieben? Nein. Es geht bei der Untersuchung darum zu klären, ob der Anwärter bis zu seinem 67 Lj. dienstfähig bleiben wird oder die Chance hoch ist, dass er schon früher wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand gehen muss.
Und bei einem Herzkranken ist diese Möglichkeit ja wohl wesentlich höher, als z. B. bei einem Blinden.

flooo86
Beiträge: 6
Registriert: 21.08.2019 12:06
Behörde:
Geschlecht:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von flooo86 » 24.08.2019 16:23

Vielen Dank "Niemand" für diese Ansichten. Hab ich so auch noch nicht gesehen. Werde mal meine Fachärzte interviewen, ob die Erfahrungen in diesem Bereich haben. Ist sicher von Fall zu Fall verschieden.

Allerding hab ich ja schon ein "Ersatzteil" im Sinne einer künstlichen Herzklappe drin. Rein mechanisch hält so eine künstliche Klappe in Test ca. 150 Jahre ;) Also ich gehe davon aus, dass ich im Alter von 183 Jahren mein Arbeitspensum bis zum Pensionsanspruch auch in der künftig angespannten demografischen Lage unserer Gesellschaft erreicht habe ;)

Skedee Wedee
Beiträge: 49
Registriert: 18.03.2017 17:43
Behörde: Baden-Württemberg
Geschlecht:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von Skedee Wedee » 24.08.2019 17:33

Niemand hat geschrieben:
24.08.2019 15:39
Hab ich was von Schwerbehinderung geschrieben? Nein. Es geht bei der Untersuchung darum zu klären, ob der Anwärter bis zu seinem 67 Lj. dienstfähig bleiben wird oder die Chance hoch ist, dass er schon früher wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand gehen muss.
Und bei einem Herzkranken ist diese Möglichkeit ja wohl wesentlich höher, als z. B. bei einem Blinden.
Vorliegend fünf Jahre, nicht bis zum 67. Lebensjahr...

Niemand
Beiträge: 26
Registriert: 15.07.2019 09:55
Behörde:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von Niemand » 24.08.2019 17:51

Wieso 5 Jahre?

Skedee Wedee
Beiträge: 49
Registriert: 18.03.2017 17:43
Behörde: Baden-Württemberg
Geschlecht:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von Skedee Wedee » 25.08.2019 09:40

Der Prognosezeitraum einer amtsärztlichen Einstellungsuntersuchung für Beamte mit Grad der Behinderung größer oder gleich 50% bzw. von gleichgestellten Personen beträgt fünf Jahre.

Kerberos
Beiträge: 40
Registriert: 17.06.2019 09:45
Behörde:
Geschlecht:

Re: Karriere im öD als Beamter oder Angestellter

Beitrag von Kerberos » 26.08.2019 10:28

Niemand hat geschrieben:
24.08.2019 10:34
Stellt sich die Frage, ob man mit einem angeborenen Herzfehler die Eignungsuntersuchung für Beamte besteht.
Das scheint in der Tat ein Ausschlusskriterium zu sein. Jedenfalls sagte das der Vorsitzende des bayerischen Beamtenbundes Rolf Habermann in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Allerdings ist das schon eine Weile her (2011)...
Ja. Es gibt da ganz tragische Fälle. Menschen, die in jungen Jahren Krebs bekommen oder die einen Herzfehler haben, werden auch nicht verbeamtet.
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/karriere/kr ... .1085459-0

Werbung