Teildienstunfähigkeit - selbst beantragt

Allgemeine Themen zum Bereich des öffentlichen Dienstes.

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KusA
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Teildienstunfähigkeit - selbst beantragt

Beitrag von KusA » 24.06.2019 12:17

Hallo in die Runde,

ich habe das Forum die meiste Zeit nur mitverfolgt und mich nun entschlossen einen eigenen Beitrag zu verfassen.
Ich bin 32 und seit seit 14 Jahren bei der Polizei. Seit etwa 10 Jahren habe ich eine psychische Erkrankung, die sich auch durch diverse Situationen auf der Arbeit (Mobbing) über die Jahre manifestiert hat. Ich war bereits in Kliniken, habe ambulante Therapien gemacht und Medikamente versucht. Ich habe all das nach Möglichkeit immer so gemacht, dass der Dienst nicht beeinträchtigt wird, zumal es meine Erfahrung ist, dass es mir umso schwerer fällt, wieder zum Dienst zu gehen, umso länger ich aus meinem Alltag herausgerissen wurde.
Trotzdem habe ich festgestellt, dass ich am Ende einer Woche so abgeschlagen bin, dass ich praktisch das gesamte Wochenende benötige, um mich wieder so zu regenerieren, damit ich die nächste Woche durchstehe. Ich habe kaum noch soziale Kontakte, die Hobbys gehen auch gegen Null und ich kämpfe mit diversen psychosomatischen Auswirkungen.
Nachdem ich schon so viel ausprobiert habe und ich meinen Job mag und nicht verlieren möchte, hatte ich die Idee, dass ich Teilzeit beantrage. Teilzeit ohne Kinder oder pflegebedürftige Angehörige wird von meiner Behörde jedoch grundsätzlich abgelehnt. Da ich lange Ausfallzeiten von mir vermeiden wollte (die hat es in Vergangenheit zum Teil schon gegeben), habe ich mit meiner Dienststellenleitung seit etwa einem halben Jahr vereinbart, dass ich mit Überstunden und Urlaub nur noch vier Tage arbeite. Mein Befinden hat sich seitdem erheblich verbessert und ich bin auch wieder leistungsfähiger. Mit diesem Modell könnte ich auch wieder ohne größere Fehlzeiten arbeiten. BEM ist bereit involviert, ebenso die Schwerbehindertenvertretung, die mit mir einen Antrag verfasst haben.
Da mir die Behörde jedoch keine andere Wahl lässt, habe ich nun eine Überprüfung auf Teildienstfähigkeit angeregt, damit die Teilzeit gesundheitlich begründet wird. Mein Dienststellenleiter unterstützt mich und würde mich auch nach der Stundenreduzierung behalten wollen.
Ich weiß, dass mein Weg etwas unüblich ist. Ich habe zumindest noch von niemandem gehört, der es so angegangen ist. In ein paar Tagen steht der Termin beim AA an, dann weiß ich mehr.

Hat jemand Erfahrungen in ähnlich gelagerten Sachverhalten?

Vielen Dank,

KusA

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