Aufstiegslehrgang mD in den gD

Allgemeine Themen zum Bereich des öffentlichen Dienstes.

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Februar2018
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Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Februar2018 » 28.02.2019 06:26

Ich bin mD A8 und seit 22 Jahren Beamter in Berlin.
Jetzt wurde ich endlich von meiner Behörde für den Aufstiegslehrgang vorgeschlagen- in Berlin darf ich mich nicht selbst bewerben, sondern meine Dienststelle muss mich auswählen und an der VAK vorschlagen.
Vorraussetzungen: mind. A8, gute Beurteilung, jahrelang im öD und Abitur. Jetzt wurde ich zum Eignungstest eingeladen- wenn ich den versaue, weil ich vielleicht kein Prüfungsmensch bin, bin ich für 2 Jahre gesperrt 😔.
Sollte ich durchkommen, dann alle Klausuren bestehen, muss ich mich nochmal vor dem Landespersonalausschuss beweisen- wie oft muss ich mich eigentlich beweisen, bis ich tatsächlich als Beamter des gD anerkannt werde???
Unsere Angestellten in meiner Dienststelle ziehen seit Jahren an mir vorbei, obwohl sie weder Abitur, noch eine Ausbildung im öffentlichen Dienst, noch den VL I oderII haben und sind nach 4 Jahren als Quereinsteiger mittlerweile EG 11 - da stimmt doch im ganzen System was nicht oder kann mich hier jemand aufklären???

Frau M.
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Frau M. » 01.03.2019 07:58

Das mag jetzt vll ein bisschen ketzerisch klingen. Aber: haben Sie sich überhaupt schon mal mit den Tatbestandsvoraussetzungen der Rechtsvorschrift in Ihrer Laufbahnverordnung auseinandergesetzt? Sowas würde ich z.B. von einem Beamten gD erwarten. Dann würden sich manche Fragen erübrigen.

Dieses Anspruchsdenken, "Ich bin jetzt schon so lange mD und nun endlich mal dran. Wieso sollte ich mich beweisen? Seht ihr denn nicht, wie toll ich bin?" kann ich nur noch schwerlich ertragen.

Februar2018
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Februar2018 » 01.03.2019 08:47

Vielen Dank, natürlich habe ich mich seit Jahren mit der Laufbahnverordnung auseinandergesetzt und es geht hier nicht darum, wie toll ich bin, sondern dass wir Beamte in Berlin gegenüber den Angestellten im Nachteil sind. Und wenn ich seit 20 Jahren immer mit 1-2 beurteilt wurde, meine Dienststelle aber sich weigerte, mich für den gD vorzuschlagen, weil sie mich auf der jetzigen Position nicht verlieren möchte, ich nicht mehr als höchstes 3 Krankheitstage im Jahr habe, ich aber auf Grund der Laufbahnverordnung selbst keine Möglichkeit habe, um in den gD zu kommen, dann ist es selbstverständlich klar, dass man unzufrieden ist! Mich hier abzustempeln, dass ich nur Anspruchsdenken habe, finde ich eine unglaubliche Frechheit!

Skedee Wedee
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Skedee Wedee » 01.03.2019 13:21

Februar2018 hat geschrieben:
01.03.2019 08:47
Vielen Dank, natürlich habe ich mich seit Jahren mit der Laufbahnverordnung auseinandergesetzt und es geht hier nicht darum, wie toll ich bin, sondern dass wir Beamte in Berlin gegenüber den Angestellten im Nachteil sind. Und wenn ich seit 20 Jahren immer mit 1-2 beurteilt wurde, meine Dienststelle aber sich weigerte, mich für den gD vorzuschlagen, weil sie mich auf der jetzigen Position nicht verlieren möchte, ich nicht mehr als höchstes 3 Krankheitstage im Jahr habe, ich aber auf Grund der Laufbahnverordnung selbst keine Möglichkeit habe, um in den gD zu kommen, dann ist es selbstverständlich klar, dass man unzufrieden ist! Mich hier abzustempeln, dass ich nur Anspruchsdenken habe, finde ich eine unglaubliche Frechheit!
Wenn Du tatsächlich einmal in den gehobenen Dienst aufsteigen solltest, empfehle ich Dir nicht im Personalamt tätig zu werden.

Es werden mal wieder zwei wesentlich nicht vergleichbare Sachverhalte versucht miteinander zu vergleichen. Tarifbeschäftigte werden aufgrund ihrer dauerhaft auszuübenden Tätigkeit bezahlt, der Beamte anhand seines Statusamtes alimentiert. Wenn Du der Auffassung bist, gegenüber dem Tarifbeschäftigten im Nachteil zu sein, beantrage Deine Entlassung und begehre einen Arbeitsvertrag. Dann müsstest Du schließlich grundsätzlich zufrieden sein...

Ich kenne nicht das Laufbahnrecht in Berlin, aber Du darfst Dich und das Vorgehen Deines Dienstherrn nur mit den übrigen Beamten vergleichen. Und da vermute ich wird der Dienstherr keine Ungleichbehandlung vornehmen. Die Tarifbeschäftigen als Vergleichsgrundlage für die in Deinen Augen unverhältmismäßig hohen Hürden des Erwerbs der Laufbahnbefähigung für den gehobenen Dienst heranzuziehen, das ist in meinen Augen die unglaubliche Frechheit. Und nicht das, was Frau M. schrieb.

Mit Abitur hast Du grundsätzlich die Voraussetzung, die Laufbahn des gehobenen Dienstes einzuschlagen. Aus den Dir bekannten Gründen hast Du eine Urkunde für den mittleren Dienst angenommen. Nun musst Du Dich an die Regeln halten, die es anscheinend in Berlin für den Aufstieg gibt. Oder beantrage, wie ich oben bereits schrieb, die Entlassung und lasse Dich als Tarifbeschäftiger einstellen. Dann steht Dir - da Du in Deinem Eingangspost darauf verwiesen hast - sogar die EG 11 offen. Und dies sogar mit der Ausbildung im mittleren Dienst... Und bevor Du jetzt schreibst, dass dies nicht möglich ist, verweise ich auf meinen ersten Satz: werde nicht im Personalamt tätig.

Torquemada
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Torquemada » 01.03.2019 13:59

Skedee Wedee hat geschrieben:
01.03.2019 13:21


Mit Abitur hast Du grundsätzlich die Voraussetzung, die Laufbahn des gehobenen Dienstes einzuschlagen. Aus den Dir bekannten Gründen hast Du eine Urkunde für den mittleren Dienst angenommen.
Kleine Anmerkung: dass man für einen laufbahnrechtlichen Aufstieg in den gehobenen Dienst eine Hochschulzugangsberechtigung braucht, ist seltsam und widerspricht dem Sinn des Aufstieges (egal ob Regel- oder Verwendungsaufstieg).
Vielleicht denken Berliner Behörden anders.

Februar2018
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Februar2018 » 01.03.2019 14:04

Danke, vielleicht bin ich einfach nur extrem frustriert und dann auch noch in der Midlifecrisis (auch wenn wir Männer das nicht gerne zugeben) und es kommt einfach alles zusammen. Sorry, für mein Auskotzen hier.

Skedee Wedee
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Skedee Wedee » 01.03.2019 14:44

Torquemada hat geschrieben:
01.03.2019 13:59
Skedee Wedee hat geschrieben:
01.03.2019 13:21


Mit Abitur hast Du grundsätzlich die Voraussetzung, die Laufbahn des gehobenen Dienstes einzuschlagen. Aus den Dir bekannten Gründen hast Du eine Urkunde für den mittleren Dienst angenommen.
Kleine Anmerkung: dass man für einen laufbahnrechtlichen Aufstieg in den gehobenen Dienst eine Hochschulzugangsberechtigung braucht, ist seltsam und widerspricht dem Sinn des Aufstieges (egal ob Regel- oder Verwendungsaufstieg).
Vielleicht denken Berliner Behörden anders.
Meine Aussage auf das Abitur bezog ich darauf, dass der TE ein Abitur hat und grundsätzlich von Anfang an hätte die Laufbahn des gehobenen Dienstes einschlagen können. Er aber halt eine Ausbildung im mittleren Dienst absolviert hat. Sollte ich es mißverstanden haben, dass das Abitur erst in den letzten Jahren (bsp. Fernkurs, Abendstudium etc.) absolviert wurde, relativert sich diesbezüglich natürlich meine Aussage.

Das Berlin für den Aufstieg ein Abitur verlangt, hört sich für mich ebenso seltsam an. Aber so ist halt Berlin mit seinen grundsätzlich verquerten Vorstellungen hinsichtlich beamtenrechtlicher Vorstellungen.

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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Skedee Wedee » 01.03.2019 14:54

Februar2018 hat geschrieben:
01.03.2019 14:04
Danke, vielleicht bin ich einfach nur extrem frustriert und dann auch noch in der Midlifecrisis (auch wenn wir Männer das nicht gerne zugeben) und es kommt einfach alles zusammen. Sorry, für mein Auskotzen hier.
Kein Problem, zumal Du jetzt hoffentlich wieder auf dem Boden der Tatsachen bist. Jetzt ist es möglich, sachlich zu diskutieren.

Natürlich ist das Vorgehen seitens des Dienstherrn für den Aufstieg in den gehobenen Dienst seltsam. Insbesondere sind eine Menge Hürden zu nehmen (Vorschlag durch Dienststelle, bestimmte Voraussetzungen wie Abitur müssen erfüllt sein, Prüfung für den Aufstiegslehrgang, Landespersonalausschuss) um dann anschließend den Aufstiegslehrgang zu absolvieren, der ebenfalls wieder mit Prüfungen verbunden ist. Das ist kein Zuckerschlecken - aber halte am Kurs fest und verliere nicht das Ziel (Aufstieg) aus den Augen. Du bist noch relativ jung (um die 40?) und Dir stehen nach dem Aufstieg neue Wege offen. Vielleicht schaffst Du es in Berlin oder Umgebung bis zur Pensionsgrenze in A 11 befördert zu werden. Mit A 11 in den Ruhestand zu gehen spornt doch an.

Also, nicht den Kopf hängen lassen, beiße Dich durch, durchlaufe die verschiedenen Stufen bis hin zum Aufstiegslehrgang und absolviere diesen erfolgreich. Ich drücke auf jeden Fall fest die Daumen und wünsche Dir viel Erfolg. Glaub mir, es lohnt sich (und das nicht nur finanziell).

Februar2018
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Februar2018 » 01.03.2019 14:56

ich habe erst mit Anfang 30 mein Abitur nachgemacht.

Februar2018
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Februar2018 » 01.03.2019 14:58

Skedee Wedee hat geschrieben:
01.03.2019 14:54
Februar2018 hat geschrieben:
01.03.2019 14:04
Danke, vielleicht bin ich einfach nur extrem frustriert und dann auch noch in der Midlifecrisis (auch wenn wir Männer das nicht gerne zugeben) und es kommt einfach alles zusammen. Sorry, für mein Auskotzen hier.
Kein Problem, zumal Du jetzt hoffentlich wieder auf dem Boden der Tatsachen bist. Jetzt ist es möglich, sachlich zu diskutieren.

Natürlich ist das Vorgehen seitens des Dienstherrn für den Aufstieg in den gehobenen Dienst seltsam. Insbesondere sind eine Menge Hürden zu nehmen (Vorschlag durch Dienststelle, bestimmte Voraussetzungen wie Abitur müssen erfüllt sein, Prüfung für den Aufstiegslehrgang, Landespersonalausschuss) um dann anschließend den Aufstiegslehrgang zu absolvieren, der ebenfalls wieder mit Prüfungen verbunden ist. Das ist kein Zuckerschlecken - aber halte am Kurs fest und verliere nicht das Ziel (Aufstieg) aus den Augen. Du bist noch relativ jung (um die 40?) und Dir stehen nach dem Aufstieg neue Wege offen. Vielleicht schaffst Du es in Berlin oder Umgebung bis zur Pensionsgrenze in A 11 befördert zu werden. Mit A 11 in den Ruhestand zu gehen spornt doch an.

Also, nicht den Kopf hängen lassen, beiße Dich durch, durchlaufe die verschiedenen Stufen bis hin zum Aufstiegslehrgang und absolviere diesen erfolgreich. Ich drücke auf jeden Fall fest die Daumen und wünsche Dir viel Erfolg. Glaub mir, es lohnt sich (und das nicht nur finanziell).
Vielen Dank!! Ich sitze auch wieder über den Büchern und lerne. Danke für die aufbauenden Worte, manchmal braucht man das einfach.

baertel
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von baertel » 04.03.2019 08:59

Hallo Februar2018,

ich kenne deine genauen Intentionen nicht, für den Bewährungsaufstieg (in Berlin) nach § 18 LVO-AVD benötigt man aber weder Abitur, noch ist ein Eignungstest vorgesehen. Der Kurs, der üblicherweise im September / Oktober beginnt, dauert ein Jahr und beinhaltet lediglich 3 Leistungsnachweise.

Es gibt hierzu eine gut verständliche Broschüre der VAK Berlin. Ich glaube aber, die Geschichte führt "nur" bis A 10 und das war's dann...

Schwing dich einfach mal auf die Seite der VAK und fummel dich da durch.

Viel Erfolg,

baertel (auch A 8, 36 Dienstjahre, neunundfuffzich - deshalb kein Interesse (mehr) an einem Aufstieg)

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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Februar2018 » 04.03.2019 09:40

Hallo Baertel,

du sprichst von dem Bewährungsaufstieg und auch der beinhaltet den Eignungstest ( ich war auf der Infoveranstaltung der VAK), ich bin aber von meiner Dienststelle nicht für den Bewährungsaufstieg, sondern für den Aufstiegslehrgang vorgeschlagen worden.
Vielen Dank und einen schönen Start in die Woche

connigra
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von connigra » 04.03.2019 17:26

Yeah, ich möchte mal Partei für Februar 2018 ergreifen.
Mein Mann wurde vor circa 17 Jahren durch "Handauflegen" in den gehobenen Dienst befördert. Wo bleibt da die Gerechtigkeit - die anderen reißen sich den Arsch auf und drücken nochmals die Schulbank.
Mein Göttergatte ist zu faul - grundsätzlich auch ok, wenn man dann mit dem was man erreicht hat zufrieden ist. Aber durch "Handauflegen" von mittleren in den gehobenen Dienst befördert zu werden - fand ich dann schon krass.

kaie
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von kaie » 14.03.2019 13:35

Habe den Aufstiegslehrgang gD--> hD in Brandenburg gemacht. Hier hatte der Test nur empfehlenden Charakter. Die Dienststellen entscheiden hier selber, wen sie schicken.

Februar2018
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Re: Aufstiegslehrgang mD in den gD

Beitrag von Februar2018 » 15.03.2019 17:07

kaie hat geschrieben:
14.03.2019 13:35
Habe den Aufstiegslehrgang gD--> hD in Brandenburg gemacht. Hier hatte der Test nur empfehlenden Charakter. Die Dienststellen entscheiden hier selber, wen sie schicken.
Herzlichen Glückwunsch! Wen sie schicken, entscheiden auch die Dienststellen, aber wer angenommen wird, entscheidet die Verwaltungsakademie

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