Der Euro zeigt erste Risse

Hier kommen politische Themen zur Sprache.

Moderator: Moderatoren

Zollwolf1960
Beiträge: 497
Registriert: 01.12.2005 10:23
Behörde:
Wohnort: Goch

Der Euro zeigt erste Risse

Beitrag von Zollwolf1960 » 17.11.2007 16:27

Hallo,

da bin ich mal gespannt, wie das weitergeht:
Der Euro zeigt erste Risse
Bruno Bandulet

In Deutschland haben sich die Bürger mehr oder weniger an den Euro gewöhnt; in den Devisenreserven der internationalen Notenbanken rangiert er komfortabel auf Platz zwei nach dem Dollar; China, Rußland und andere Staaten außerhalb des amerikanischen Einflußgebietes sind dankbar für eine Alternative zur US-Währung; vor allem aber glänzt die Einheitswährung an den Devisenmärkten.

Dennoch wäre es voreilig, anzunehmen, der Euro sei über den Berg. Zum einen dürfen die Avancen gegenüber dem Dollar nicht überbewertet werden. Beide sind ungedeckte Papierwährungen und damit nur relative Größen. Daß der Dollar krank ist, macht den Euro noch lange nicht zu einer gesunden, belastbaren Währung. Und irgendwann nach einem finalen Ausverkauf (vielleicht 2008) könnte der Dollar auch wieder zulegen - sobald die amerikanischen Verbraucher mehr sparen und das US-Leistungsbilanzdefizit zu schrumpfen beginnt.

Schon jetzt bauen sich im Euro-System innere Spannungen und Verzerrungen auf. Seit Jahren steigen die Preise in Südeuropa schneller als in Deutschland und seinen Nachbarländern - ein fataler Inflationsvorsprung, der ständig größer wird und der die Konkurrenzfähigkeit dieser Volkswirtschaften schädigt. Zum spanischen Kreditboom und der dortigen Immobilienblase kommt ein Leistungsbilanzdefizit, das selbst das amerikanische übersteigt. Insgesamt wäre die Leistungsbilanz von Euro-Land kräftig in den roten Zahlen, würden die Defizite derjenigen Mitglieder, die über ihre Verhältnisse leben, nicht durch die enormen deutschen Exportüberschüsse ausgeglichen. Deutschland exportiert und exportiert, hat aber nichts davon. Wegen des Euro, so urteilt Wilhelm Hankel in seinem neuen Buch, kommen die deutschen Exporterfolge nicht mehr unserer Binnenwirtschaft zugute.

Selbst zwischen Frankreich und Deutschland wachsen die Differenzen. Paris macht unbekümmert Schulden, hat Mühe mit dem Export und wünscht - im Gegensatz zu Berlin - einen schwächeren Euro. Das ist die alte französische Abwertungsmentalität. Damit gerät die Europäische Zentralbank, die bisher größere Fehler vermeiden konnte, in eine schwierige Situation. Denn laut Maastrichter Vertrag liegt die Wechselkurspolitik - also der Außenwert des Euro - nicht in ihrer Kompetenz.

Die ersten, feinen Risse in der Währungsunion werden sichtbar. Bisher blieb dem Euro-System eine wirkliche Krise erspart. Sie steht noch bevor.

Junge Freiheit vom 19.10.2007
LG
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

Benutzeravatar
Mikesch
Beiträge: 1957
Registriert: 16.01.2006 09:52
Behörde: Zollverwaltung
Wohnort: OL
Geschlecht:

Beitrag von Mikesch » 25.11.2007 23:34

Na hoffentlich geht es mal berab...
Warum wohl halten die Amis den $ tief? Weil dies der Wirtschaft gut tut.
Ich verstehe auch nicht, waraum die Deutschen immer so viel Wert auf einen starken Euro legen, das muss was mit Prestige zu tun haben, anders ist es nicht zu erklären. Sinn macht es jedenfalls nicht.
Welchen Nachteil hätten wir von einem schwächeren Euro?
Na gut, der Urlaub wird teurer, die Spritpreise steigen...
Natürlich sind wir von den Rohstoffpreisen abhängig, diese machen aber selbst beim Sprit nur einen Bruchteil des Endpreises aus.
Zu teuer dürfen die natürlich auch nicht werden, ein gesundes Mittelmaß muss her.
Im Moment sind die Endpreise kaum noch zu bezahlen, siehe Airbus...

Ein Bekannter, der gut die Hälfte seines Umsatzes mit Dienstleistungen durch Auslandsgeschäfte gemacht hatte, hat fast alle Kunden verloren, da sie die Preise nicht mehr zahlen können, oder er einfach nicht mehr konkurrenzfähig ist.
Die deutschen Exportüberschüsse werden IMHO bald ein jähes Ende finden, wenn das so weiter geht. Und dies hat auch Konsequenzen für uns.

Allerdings habe ich die Hoffnung, dass auch die Amis bald ein Interesse bekunden, dass ihr $ wieder besser da steht.
Zunehmend rechnen Firmen in Euro ab. In der Tourismusbranche hat der Euro, egal ob Afrika, Asien oder Australien fast vollständig Einzug gefunden. Sogar die Amis müssen in Euro zahlen :-)

cu,
Mikesch
SELECT 'dreams' FROM 'erinnerungen' WHERE HARDCORE = 'yes'
Fotografie, Internet, Reisen, Tauchen & Tools
http://www.zuhause-im-wohnmobil.de

Zollwolf1960
Beiträge: 497
Registriert: 01.12.2005 10:23
Behörde:
Wohnort: Goch

Beitrag von Zollwolf1960 » 26.11.2007 07:26

Hallo Mikesch,

so gehört sich das auch, dass die Amis in EURO bezahlen, denn der Dollar ist nur noch bedrucktes Papier ohne großen Wert. Dank sei dem am. Präs., der auch die letzten Reserven mit dem Irakkrieg verballert hat.

LG
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

Binö
Beiträge: 639
Registriert: 02.08.2007 07:27
Behörde:

Der Euro zeigt erste Risse

Beitrag von Binö » 27.11.2007 11:17

@Zollwolf
...und reißt Löcher in die Haushaltskasse! :evil:
Die Preise bleiben stabil, nur die Verpackungen werden kleiner :twisted:

Werbung