Bundestagswahl 2013

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Zollkodex-Ritter
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Re: Bundestagswahl 2013

Beitrag von Zollkodex-Ritter » 05.10.2013 20:49

Mikesch hat geschrieben: Richtig, aber ich mag auch kein Weimar mehr...
Irgendwo muss halt ne Grenze gezogen werden. "Meine" Partei hats auch gerade nicht geschafft...
Als ob Weimar nur an der nicht vorhandenen 5%-Hürde gescheitert wäre.

Jeder 6,37. (15,69%) Wähler hat seine Stimme verloren. Doppelt verloren, weil die Partei nicht im Bundestag ist, und damit sogar noch die anderen Parteien im Bundestag gestärkt.

Eine Große Koalition von CDU und SPD oder CDU/CSU und SPD hat eine Zwei-Drittel-Mehrheit, kann damit die Verfassung ändern und die Opposition ist machtlos, sie kann nicht mal alleine Untersuchungsausschüsse einsetzen. Und das mit der Eurokrise im Hintergrund. Hoffentlich kommt das nicht zustande. Das halte ich für weit schlimmer als FDP und andere im Bundestag.

Wenn alle die Veränderung wollen wählen gehen würden, oder die Hammelherde mal den Kopf benutzen würde, dann wäre die 5%-Hürde gar kein Problem.
Aber scheinbar will die Mehrheit ja die Jauche die stinkt, soll sich bloß niemand mehr aufregen!!
Das ist die deutsche Nibelungentreue. Treu bis in den Untergang.

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Mikesch
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Re: Bundestagswahl 2013

Beitrag von Mikesch » 06.10.2013 14:16

Zollkodex-Ritter hat geschrieben:Als ob Weimar nur an der nicht vorhandenen 5%-Hürde gescheitert wäre.
Klar, nicht nur, aber zum großen Teil...
Zollkodex-Ritter hat geschrieben:Jeder 6,37. (15,69%) Wähler hat seine Stimme verloren. Doppelt verloren, weil die Partei nicht im Bundestag ist, und damit sogar noch die anderen Parteien im Bundestag gestärkt.
Und was hätte es gebracht, vllt. ein paar Splittergruppen mehr im Bundestag?
Glaubst Du, die wären sich einig? AfP, KPD mit NPD vielleicht? ;-)

Gut, lass es 15% sein, es ist eine Minderheit. Die Masse will ja offensichtlich den Henker. Sie hätten ja was ändern können, haben se aber nich...
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Re: Bundestagswahl 2013

Beitrag von Carrington » 06.10.2013 15:08

Mikesch hat geschrieben:
Zollkodex-Ritter hat geschrieben:Als ob Weimar nur an der nicht vorhandenen 5%-Hürde gescheitert wäre.
Klar, nicht nur, aber zum großen Teil...
Zollkodex-Ritter hat geschrieben:Jeder 6,37. (15,69%) Wähler hat seine Stimme verloren. Doppelt verloren, weil die Partei nicht im Bundestag ist, und damit sogar noch die anderen Parteien im Bundestag gestärkt.
Und was hätte es gebracht, vllt. ein paar Splittergruppen mehr im Bundestag?
Glaubst Du, die wären sich einig? AfP, KPD mit NPD vielleicht? ;-)

Gut, lass es 15% sein, es ist eine Minderheit. Die Masse will ja offensichtlich den Henker. Sie hätten ja was ändern können, haben se aber nich...
Auch das ist Demokratie, sich seinen Henker aussuchen zu dürfen ;-)

Das Problem ist eher, dass eine absolute 5%-Hürde eine reine Willkührmaßnahme ist (Warum überhaupt 5 und nicht 1?). Vielleicht wäre eine Regelung sinnvoller, bei der man nach der Auszählung eine Hürde festlegt nach dem Kriterium maximal x Stimmen dürfen unberücksichtigt bleiben. Naja ist wahrscheinlich nicht praktisch umsetzbar.

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Re: Bundestagswahl 2013

Beitrag von Mikesch » 06.10.2013 15:46

Carrington hat geschrieben:Das Problem ist eher, dass eine absolute 5%-Hürde eine reine Willkührmaßnahme ist (Warum überhaupt 5 und nicht 1?). Vielleicht wäre eine Regelung sinnvoller, bei der man nach der Auszählung eine Hürde festlegt nach dem Kriterium maximal x Stimmen dürfen unberücksichtigt bleiben. Naja ist wahrscheinlich nicht praktisch umsetzbar.
Sicherlich ist es Willkür, aber wo soll die Grenze gezogen werden? Wer will festlegen, wie viele Stimmen nicht unberücksichtigt werden sollen? Wobei das eh nicht richtig ist, sie wurden ja bei der prozentualen Verteilung berücksichtigt...
Jede Grenze die man festlegt ist letztendlich willkürlich.

Habe mir gerade mal die Zahlen angesehen.
Bezogen auf 1. Stimme und Wahlbeteiligung verteilen sich gerade einmal ca. 8,5 % auf die unterschiedlichsten Parteien, die es nicht geschafft haben. Da verstehe ich das mit der Hürde nicht wirklich. In welcher Form soll da eine Gruppierung in der Opposition irgend einen Einfluss haben, so grundsätzlich? Aber mir ist es schon lieb, dass z.B. eine Partei wie die NPD oder extrem Links nicht im Bundestag vertreten ist. Ich stelle mir gerade vor, dass deren Prozentchen für eine Regierungsbildung entscheidend sein könnte, theoretisch, auh weia...

Das Problem ist nicht die Hürde, sondern die Trägheit und das Herdenverhalten der Wahlberechtigten!
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Re: Bundestagswahl 2013

Beitrag von Zollkodex-Ritter » 06.10.2013 21:16

Mikesch hat geschrieben:Klar, nicht nur, aber zum großen Teil...
Nicht mal ansatzweise zum großen Teil. Es war ein kleiner Bestandteil. Andere waren Politikverdrossenheit und die Wirtschaftskrise.
Und was hätte es gebracht, vllt. ein paar Splittergruppen mehr im Bundestag?
Glaubst Du, die wären sich einig? AfP, KPD mit NPD vielleicht? ;-)
Nein, das nicht. Aber da wären mehr politische Gestaltungsmöglichkeiten vorhanden.
Gut, lass es 15% sein, es ist eine Minderheit. Die Masse will ja offensichtlich den Henker. Sie hätten ja was ändern können, haben se aber nich...
Auch das ist Demokratie, sich seinen Henker aussuchen zu dürfen ;-)
Jede Partei hat eine Minderheit an Stimmen bekommen ;-)

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Re: Bundestagswahl 2013

Beitrag von Bundesfreiwild » 07.10.2013 13:15

FAkt ist jedenfalls, dass die Mehrheit! der Wähler die CDU wieder NICHT gewählt hat. Und dass eine CSU, die überhaupt nur ein einem Bundesland wählbar ist, auf Bundesebene der Koalitionspartner der CDU sein darf, da sträubt sich mir schon seit Jahrzehnten das Fell. Die sind bundesweit doch überhaupt nicht durch die Wähler legitimiert.

Dass die CDU als Einzelpartei die meisten Stimmen bekam, bedeutet für mich nicht, dass sie behaupten kann, "Deutschland will Merkel".

Wenigstens bekommt die Regierungspartei nicht mehr überproportional viele Überhangmandate. Die verteilen sich jetzt schön nach Mehrheitsanteilprinzip. Wenigstens die Stimmenzahlen im Bundestag werden nicht mehr zu Gunsten der Mehrheitspartei erhöht. Allerdings... der Bundestag ist mittlerweile mehr als doppelt so hoch mit Abgeordneten ausgestattet, wie vor 30 Jahren. Ob diese Flut von einem Mehr an reinem Stimmvieh Sinn macht (und den Steuerzahler viel Geld kostet), wage ich zu bezweiflen.

Ich habe meine Meinung zu einer großen Koalition per e-Mail dem regionalen SPD-Büro zukommen lassen und auch eine Antwort bekommen. Die mich leider nicht befriedigt.
Sollen die Merkel es doch mal alleine versuchen. Dann kann sie ihr Nichtstun, ihre Versäumnisse, ihre Entscheidungen nicht mehr über ihre Koalitionspartner entschuldigen.
Und sie muss die Gesetze einem mehrheitlich NICHT-Regierungsbeteiligten Parlament gegenüber durchsetzen.

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Re: Bundestagswahl 2013

Beitrag von freshair » 07.10.2013 14:25

Bundesfreiwild hat geschrieben: Und dass eine CSU, die überhaupt nur ein einem Bundesland wählbar ist, auf Bundesebene der Koalitionspartner der CDU sein darf, da sträubt sich mir schon seit Jahrzehnten das Fell. Die sind bundesweit doch überhaupt nicht durch die Wähler legitimiert.
...das stimmt so nicht...in absoluten Zahlen hat die CSU im Bundesgebiet 8,6 % der Gesamtstimmen erhalten....
Bundesfreiwild hat geschrieben: Allerdings... der Bundestag ist mittlerweile mehr als doppelt so hoch mit Abgeordneten ausgestattet, wie vor 30 Jahren. Ob diese Flut von einem Mehr an reinem Stimmvieh Sinn macht (und den Steuerzahler viel Geld kostet), wage ich zu bezweiflen.
...schon mal dran gedacht, dass D in diesem Zeitraum ein paar neue Bundesländer (und damit etliche neue Wahlkreise) dazu bekommen hat?....
Bundesfreiwild hat geschrieben:Ich habe meine Meinung zu einer großen Koalition per e-Mail dem regionalen SPD-Büro zukommen lassen und auch eine Antwort bekommen. Die mich leider nicht befriedigt.
Sollen die Merkel es doch mal alleine versuchen. Dann kann sie ihr Nichtstun, ihre Versäumnisse, ihre Entscheidungen nicht mehr über ihre Koalitionspartner entschuldigen.
Und sie muss die Gesetze einem mehrheitlich NICHT-Regierungsbeteiligten Parlament gegenüber durchsetzen.
...Gabriel rudert doch schon wieder zurück, um die große Koalition möglich werden zu lassen...der Mann steht eben vor "Amt und Würden" und möchte gerne Vizekanzler werden....und ich denke, das wird er auch!
Gruß aus Bochum

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Re: Bundestagswahl 2013

Beitrag von Bundesfreiwild » 08.10.2013 18:04

Tja.. die CSU ist aber bundesweit nicht angetreten und nur in Bayern wählbar. Also sollte sie auch in Bayern bleiben und den anderen Ländern mit ihrem angeblich christlich-konservativen Sch**ss nicht da Leben schwer machen.

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Re: Bundestagswahl 2013

Beitrag von freshair » 09.10.2013 08:15

Bundesfreiwild hat geschrieben:Tja.. die CSU ist aber bundesweit nicht angetreten und nur in Bayern wählbar..


..und?....wenn sie bundesweit angetreten wäre, hätte sie höchstwahrscheinlich erheblich mehr als 8,6% erreicht....das wäre mir persönlich sogar lieber, als die fast 5% für die "Alternative für Deutschland"
Bundesfreiwild hat geschrieben:Also sollte sie auch in Bayern bleiben und den anderen Ländern mit ihrem angeblich christlich-konservativen Sch**ss nicht da Leben schwer machen.
...Toleranz gehört wohl nicht zu deinen herausragenden Eigenschaften...

...sicher kann man die ein oder andere zu konservative Einstellung der CSU kritisch sehen und sich über die offensichtlich in Bayern nicht abgestrafte "Amigopolitik" die Augen reiben...aber das es den Bayern insgesamt relativ gut geht und diese in vielen Bereichen im Bundesgebiet überwiegend "vorne liegen", lässt sich nicht abstreiten...

...was die Einen hier als "Scheiß" bezeichnen, betrachten Andere vielleicht ganz anders...
Gruß aus Bochum

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