Polizeieinsatz wegen...

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Carrington
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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Carrington » 25.07.2013 15:47

Florian Hanebüchen hat geschrieben:
Die Software verbietet mir das mehrfache Zitieren.

Eigentlich ist schon alleine die Weigerung deutsch sein zu wollen ziemlich deutsch. Die Frau spricht deutsch, sie denkt deutsch und sie wird den Großteil ihres Lebens hier verbringen. Das sind einfach Fakten oder muss man seine Bettwäsche in den Nationalfarben kaufen, um den Wisch zu bekommen? Hätten wir hier Ius soli wie der Rest der Welt, könnte man sich sowieso viel sparen. Aber da Islamkritiker doch immer pro amerikanisch sind: Meint ihr eigentlich die Hispanics würden aufhören Spanisch zu sprechen oder sich als Mexikaner zu fühlen, weil ihnen ein Pass in die Hand gedrückt wird? :lol:

Und wenn man es mal praktisch betrachtet: Ohne Einwanderung werden wir keinen Generationenvertrag mehr hinbekommen und schon gar nicht die Pensionszahlungen für alle Anwesenden hier. Jeder der in diesem Lande Steuern zahlt, ist mir willkommen, egal ob er die deutsche oder türkische Nationalmannschaft anfeuert.



Was stört dich eigentlich an dem Video Topgun? Eigentlich widerspricht es deiner Weltanschauung.
Eine Gruppe Jugendlicher mit migrantischem Hintergrund ist am Donnerstag abend mit der Polizei in der Holstenstrasse aneinander geraten. Nach Angaben der Jugendlichen und Zeugen vor Ort wurden sie teilweise schwer mißhandelt und fühlten sich als Opfer eines unverhätnismässigem Polizeieinsatzes: Während einer Personalienkontrolle kam es wohl zu Mißverständnissen ,die Situation eskalierte, es gab Pfefferspray und Schlagstockeinsatz. Seit Tagen verfolge die Polizei Gruppen von Judendlichen im Bereich Altona Altstadt, drangsaliere durch wiederholte Personenkontrollen und Observation. Ein Mensch wurde ins Krankenhaus verbracht. Bei Augenzeugen und den bedrängten Jugendlichen bleibt die Frage: Warum? Ein Laserpointerangriff auf die Polizei, wie von anderen Lokalmedien verbreitet, wurde uns nicht berichtet und von keinem der Augenzeugen beobachtet.

Einer der betroffenen Jugendlichen berichtet folgendes:
"..wir sitzen im Park kriegen ohne Grund einen Platzverweis, wir gehen zum Kiosk, bekommen ein PLatzverweis, am Tag mehrmals von den gleichen Polizisten werden wir nach den ausweisen gefragt; wenn wir keine da haben fassen sie uns am arm an, wenn man sagt: lass mich bitte los, schlagen sie zu, zerren einen zu boden mit Knien in den Hals."

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Florian Hanebüchen
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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Florian Hanebüchen » 25.07.2013 17:28

Carrington hat geschrieben:Eigentlich ist schon alleine die Weigerung deutsch sein zu wollen ziemlich deutsch. Die Frau spricht deutsch, sie denkt deutsch und sie wird den Großteil ihres Lebens hier verbringen. Das sind einfach Fakten oder muss man seine Bettwäsche in den Nationalfarben kaufen, um den Wisch zu bekommen?
Dann musst du dich jetzt auf ein anderes Video beziehen. In dem verlinkten spricht die Frau davon, lieber ihre Nationalhymne (vermutlich also die türkische) singen zu wollen. "Für mich ist nur das Papier wichtig. Deutsch bin ich nicht."

Trotz dieser klaren Aussage von ihr selbst bist du offensichtlich anderer Meinung. Das spricht nicht gerade für deinen Realitätssinn.
Carrington hat geschrieben:Aber da Islamkritiker doch immer pro amerikanisch sind:
Ich dachte, dies sei nur vorgetäuscht.
Carrington hat geschrieben:Meint ihr eigentlich die Hispanics würden aufhören Spanisch zu sprechen oder sich als Mexikaner zu fühlen, weil ihnen ein Pass in die Hand gedrückt wird?
Nein, da hast du recht. Da ist dein Realitätssinn plötzlich wieder da.
Carrington hat geschrieben:Und wenn man es mal praktisch betrachtet: Ohne Einwanderung werden wir keinen Generationenvertrag mehr hinbekommen und schon gar nicht die Pensionszahlungen für alle Anwesenden hier. Jeder der in diesem Lande Steuern zahlt, ist mir willkommen, egal ob er die deutsche oder türkische Nationalmannschaft anfeuert.
Strukturprobleme durch Einwanderung lösen? Das kann nach hinten losgehen. Davor warnt zum Beispiel auch Helmut Schmidt, der ja nun wahrlich kein rechtsextremer ist.

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Mikesch
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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Mikesch » 26.07.2013 02:12

Um eure Standpunkte mal zu verweben und sozusagen mein letztes Wort zum Sonntag ;-)

Richtig ist, dass wir Einwanderer brauchen, da die "echten" Deutschen langsam aussterben.
Die Einstellung zu Deutschland, bzw. eine "Verbundenheit" erachte ich auch nicht für so wichtig (Bezug Video).
Öhm, ich dürfte demnach auch keinen deutschen Pass haben, ich fühle mich gar nie nicht deutsch, kann die Nationalhymne nicht und das Nationalgelaber geht mir auch auf den Keks ;-)
Der Pass ist eher ein Bekenntnis zum System, nicht mehr...

Allerdings glaube ich, dass bei der gegenwärtigen Politik der Schuss nach hinten los geht.
Zu viele Konzessionen, Toleranz und Anpassung wird eher vom "Gastgeber" gefordert, aber kaum von den Einwanderern.
Zu lasches Durchgreifen bei Straftaten, wenn dann mal durchgegriffen wird, wird teils über die Strenge gehauen (Video des TO), was auch wieder zu Gegengewalt führt.
Zu offen für Einwanderungen, es bilden sich Parallelgesellschaften mit eigenen Gesetzen. Schon mal in Duisburg gewesen? Das ist de fakto Ausland!
Zu viele Einwanderer sind hier auf Grund ihrer nicht vorhandenen Ausbildung chancenlos, ein großer Teil belastet die Sozialkassen, keine Aussicht, auf einen grünen Zweig zu kommen, geschweige dann ihre Kinder.
Ein wunderbarer Boden für Gewalt und Chaos. Extreme Gruppierungen sei es bei den Zuwanderern oder aus der braunen Ecke bekommen Zulauf.
Nettes Beispiel ist Florida, genauer gesagt Miami. Per Dekret müssen 50% in der öffentlichen Verwaltung Latinos sein, damit eine Verständigung möglich ist. In einigen Bereichen kommt man mit Englisch nicht mehr weit, es wird nur noch Spanisch gesprochen. Manche Teile der Stadt gleichen einem Pulverfass.

Wir brauchen Regelungen zur Einwanderung wie z.B. Kanada, Australien, Singapore oder Neuseeland mit der Zuwanderung von Fachkräften oder Menschen, die in der Lage sind, hier auch ihr Brot zu verdienen.
Ein Zusammenleben auf der Grundlage einer freiheitlich demokratischen Grundordnung mit verbrieften Grundrechten. Wenn das mit der jeweiligen Kultur oder Religion nicht vereinbar ist, haben sie sich anzupassen oder zu gehen!
Auch das kann funktionieren, siehe Singapore. Ein Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen aus Christen, Muslime, Hindus und Buddhisten die ohne Zoff auf engstem Raum zusammenleben.
Auch dort leben Chinesen oder Inder in eigenen Bereichen, aber alle halten sie sich an die bestehende Ordnung.

Die Frage ist, wie stellen wir die Weichen, dass ein vernünftiges Miteinander möglich ist.
IMHO jedenfalls nicht dadurch, dass Leute, die Angst vor einem zunehmenden Extremismus oder Überfremdung haben in eine rechte Ecke geschubbst werden. Auch nicht mit falscher Toleranz gegenüber fremden Kulturen oder Religionen.

Daran müssen sich die "Deutschen" einfach gewöhnen, bedingt durch den demografischen Wandel steigt der Anteil der Menschen aus fremden Kulturkreisen bis 2050 geschätzt auf gut 20%, wenn nicht gar deutlich mehr, wenn man die Nachkömmlinge seit den 70igern mitrechnet.
DAS Deutschland wie wir es bis in die 70iger kennen, wird es mittelfristig, erst recht langfristig nicht mehr geben. Beginnt doch schon jetzt ;-)
Spielen in der Bundesliga oder Nationalelf eigentlich noch "echte Deutsche" mit, überhaupt der Sport? Ein Engländer als Ministerpräsident, Türken als Minister...

Die eine Seite muss erkennen, dass ein unweigerlicher Wandel statt findet, die Toleranzmenschen nicht alles Fremde dulden und Andersmeinige als Nazis beschimpfen, Einwanderer sich in Anpassung üben.

So, macht da was draus, Gott sei Dank nicht mehr mein Ding, da mein irdisches Dasein mehr als begrenzt ist... :roll:
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Carrington
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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Carrington » 26.07.2013 03:40

Zwei Anmerkungen zu den genannten Ländern: Flächenländer mit Ministaaten zu vergleichen ist grundsätzlich problematisch (ich würde mir hier auch skandinavische Verhältnisse oder Volksentscheide à la Schweiz wünschen). Keiner dieser Staaten ist Mitglied eines großen Bundes, der allen Staatsbürgern der Mitgliedstaaten einen unbegrenzten Aufenthalt samt Arbeitserlaubnis garantiert. Dies spielt insbesondere eine Rolle, da der EU-Beitritt der Türkei zwar derzeit in weite Ferne rückt, nach wie vor aber eine reale Möglichkeit darstellt. Das dürfte das Ausweisen und die kontrollierte Einwanderung nochmal schwieriger gestalten.

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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von pippo_88 » 26.07.2013 13:34

Mikesch hat geschrieben:Um eure Standpunkte mal zu verweben und sozusagen mein letztes Wort zum Sonntag ;-)

Richtig ist, dass wir Einwanderer brauchen, da die "echten" Deutschen langsam aussterben.
Die Einstellung zu Deutschland, bzw. eine "Verbundenheit" erachte ich auch nicht für so wichtig (Bezug Video).
Öhm, ich dürfte demnach auch keinen deutschen Pass haben, ich fühle mich gar nie nicht deutsch, kann die Nationalhymne nicht und das Nationalgelaber geht mir auch auf den Keks ;-)

Wenn es danach geht, dann ist 3/4 der deutschen Nationalmannschaft auch nicht deutsch ;)
Ich persönlich finde es immer ziemlich schade, denn für mich ist unsere Hymne ein ganz wichtiges "Kulturgut" und ein Bekenntnis/Wertschätzung unseres Landes.
Aber wie es immer so im Leben ist -> jeder hat ne andere Meinung :)

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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Topgun » 26.07.2013 14:22

Ich will mir nicht den Urlaub vermiesen, deswegen melde ich micht jetzt erstmal
für 2 Wochen ab. Danach können wir weiter reden.

@Carrington
Wegen des Videos: lese mal die Vorgeschichte (alles nachlesbar), warum dieser Polizeieinsatz eskaliert ist !

An alle,
noch schöne, heisse Sommertage.
Ich bin dann mal weg.

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Florian Hanebüchen
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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Florian Hanebüchen » 26.07.2013 14:33

Mikesch hat geschrieben:Richtig ist, dass wir Einwanderer brauchen, da die "echten" Deutschen langsam aussterben.
Wie kommst du darauf? Richtig ist, dass aktuell die Geburtenrate recht niedrig ist. Doch selbst, wenn sich das fortsetzte, gibt es dann eben statt 80 Mio. "echter" Deutsche in einigen Jahrzehnten nur 60 Mio. Das nenne ich nicht aussterben. Das hat sogar viele Vorteile. Dass wir Einwanderung als Gegenmaßnahme bräuchten, ist dagegen eine Behauptung.
Mikesch hat geschrieben:Daran müssen sich die "Deutschen" einfach gewöhnen, bedingt durch den demografischen Wandel steigt der Anteil der Menschen aus fremden Kulturkreisen bis 2050 geschätzt auf gut 20%
20%? Wie kommst du denn auf diese Schätzung? Laut Bundeszentrale für politische Bildung hat bereits mehr als ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund (34,9 Prozent). Tendenz steigend.

Ansonsten hast du mit deinen Aussagen im Kern durchaus Recht.

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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Carrington » 26.07.2013 16:50

Florian Hanebüchen hat geschrieben:
Mikesch hat geschrieben:Richtig ist, dass wir Einwanderer brauchen, da die "echten" Deutschen langsam aussterben.
Wie kommst du darauf? Richtig ist, dass aktuell die Geburtenrate recht niedrig ist. Doch selbst, wenn sich das fortsetzte, gibt es dann eben statt 80 Mio. "echter" Deutsche in einigen Jahrzehnten nur 60 Mio. Das nenne ich nicht aussterben. Das hat sogar viele Vorteile. Dass wir Einwanderung als Gegenmaßnahme bräuchten, ist dagegen eine Behauptung.
Mikesch hat geschrieben:Daran müssen sich die "Deutschen" einfach gewöhnen, bedingt durch den demografischen Wandel steigt der Anteil der Menschen aus fremden Kulturkreisen bis 2050 geschätzt auf gut 20%
20%? Wie kommst du denn auf diese Schätzung? Laut Bundeszentrale für politische Bildung hat bereits mehr als ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund (34,9 Prozent). Tendenz steigend.

Ansonsten hast du mit deinen Aussagen im Kern durchaus Recht.
Na dann erkläre doch mal den Vorteil für den Generationenvertrag. Wie soll das funktionieren? 1950 waren 10% der Bevölkerung im Rentenalter. 2030 werden es 30% sein. 2060 34%. Wie soll das funktionieren? Irgendwann wird dann die junge Generation nur noch dafür arbeiten, um die andere zu versorgen.

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Florian Hanebüchen
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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Florian Hanebüchen » 26.07.2013 17:42

Bitte nimm es mir nicht übel, aber das ist doch wirklich nichts anderes als Panikmache. Das fängt bei der behaupteten Geburtenrate von 1,36 an. Wenn man genauer hinschaut, kommt man bereits auf deutlich höhere Werte: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 24371.html

Und die vermeintliche Überalterung? Es gibt wohl kaum ein Problem, das sich mit wenigen, einfachen Maßnahmen so leicht lösen ließe. Mal aus der Lameng:
  • Erhöhung des Rentenalters: Die gesundheitliche Situation im Alter verbessert sich ja im Durchschnitt immer mehr. Deswegen wurde ja bereits das Rentenalter auf 67 erhöht. Hast du von dem Lehrer gehört, der aktuell gerade gegen seine Pensionierung mit 65 klagt? Oder bei uns in der Zeitung wurde von einem Arzt berichtet, der mit knapp 70 immer noch gute Dienste leistet.
  • Privatvermögen: Früher war man auf die Rente als Haupteinnahmequelle angewiesen. Heute liegen oftmals größeres Privatvermögen vor. Das erkennt man auch daran, dass immer mehr vererbt wird.
  • Allgemeine Dienstpflicht: Wir haben uns mit der Abschaffung der Wehrpflicht einen Luxus geleistet. Die Wehrpflicht könnte ohne weiteres in modernerer Form wiederaufgelebt werden. Und zwar als Pflichtdienst für beide Geschlechter mit vorrangigem Einsatz im sozialen Bereich und nicht mehr wie früher bei der Bundeswehr. Das würde die Kranken- und Pflegekassen entlasten.
Wie man sehen kann, alles ganz einfache und wirksame Maßnahmen. Stattdessen auf Einwanderung zu setzen, erscheint auf den ersten Blick als bequeme Lösung. Aber mal im Ernst, wir haben es innerhalb von 50 Jahren nicht geschafft, die sogenannten Gastarbeiter zu integrieren. Und das soll jetzt plötzlich alles problemlos vonstatten gehen?

Diese Diskussion erinnert an die Behauptungen der Wirtschaft über den angeblichen Fachkräftemangel und die Forderungen nach mehr Einwanderern. Woher rührt denn dieser Mangel? Jemand über 50 wird sowieso nicht mehr eingestellt. Und eine Frau, die vielleicht ein paar Jahre in der Babypause war? Auch lieber nicht. Stattdessen kann man ja jemanden aus Spanien oder Indien holen. Man ist ja Menschenfreund. Und ums Lohnniveau geht es ja überhaupt nicht...

Carrington
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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Carrington » 26.07.2013 18:20

Florian Hanebüchen hat geschrieben:Bitte nimm es mir nicht übel, aber das ist doch wirklich nichts anderes als Panikmache. Das fängt bei der behaupteten Geburtenrate von 1,36 an. Wenn man genauer hinschaut, kommt man bereits auf deutlich höhere Werte: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 24371.html

Und die vermeintliche Überalterung? Es gibt wohl kaum ein Problem, das sich mit wenigen, einfachen Maßnahmen so leicht lösen ließe. Mal aus der Lameng:
  • Erhöhung des Rentenalters: Die gesundheitliche Situation im Alter verbessert sich ja im Durchschnitt immer mehr. Deswegen wurde ja bereits das Rentenalter auf 67 erhöht. Hast du von dem Lehrer gehört, der aktuell gerade gegen seine Pensionierung mit 65 klagt? Oder bei uns in der Zeitung wurde von einem Arzt berichtet, der mit knapp 70 immer noch gute Dienste leistet.
  • Privatvermögen: Früher war man auf die Rente als Haupteinnahmequelle angewiesen. Heute liegen oftmals größeres Privatvermögen vor. Das erkennt man auch daran, dass immer mehr vererbt wird.
  • Allgemeine Dienstpflicht: Wir haben uns mit der Abschaffung der Wehrpflicht einen Luxus geleistet. Die Wehrpflicht könnte ohne weiteres in modernerer Form wiederaufgelebt werden. Und zwar als Pflichtdienst für beide Geschlechter mit vorrangigem Einsatz im sozialen Bereich und nicht mehr wie früher bei der Bundeswehr. Das würde die Kranken- und Pflegekassen entlasten.
Wie man sehen kann, alles ganz einfache und wirksame Maßnahmen. Stattdessen auf Einwanderung zu setzen, erscheint auf den ersten Blick als bequeme Lösung. Aber mal im Ernst, wir haben es innerhalb von 50 Jahren nicht geschafft, die sogenannten Gastarbeiter zu integrieren. Und das soll jetzt plötzlich alles problemlos vonstatten gehen?

Diese Diskussion erinnert an die Behauptungen der Wirtschaft über den angeblichen Fachkräftemangel und die Forderungen nach mehr Einwanderern. Woher rührt denn dieser Mangel? Jemand über 50 wird sowieso nicht mehr eingestellt. Und eine Frau, die vielleicht ein paar Jahre in der Babypause war? Auch lieber nicht. Stattdessen kann man ja jemanden aus Spanien oder Indien holen. Man ist ja Menschenfreund. Und ums Lohnniveau geht es ja überhaupt nicht...
Keine der Zahlen war über 2,1. So viele Geburten braucht ein Land jedoch, um seine Bevölkerung zu erhalten. Alles andere führt zu einem Rückgang.
  • Nein. Ich habe aber von den Lehrern gehört, die in Frühpension gehen. Es werden auch nicht weniger. Bisher wurde sogar jeder zweite wegen Dienstunfähigkeit pensioniert.
  • Unsinn. 80% der Leute sind nach wie vor auf ihre Rente als Einkommen angewiesen. Nur weil die Oberschicht der Gesellschaft immer reicher wird, heißt das nicht, dass es auf einmal der Gesamtbevölkerung besser geht.
  • Es würde die Arbeitsmarktsituation für richtige Pflegekräfte noch mehr verschärfen. Eine Million Arbeitnehmer unter fadenscheinigen Gründen für Dumpinglöhne zu beschäftigen ist falsch und langfristig schädlich. Mal abgesehen davon ist doch das Problem, dass wir immer weniger Jugendliche haben werden.

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Mikesch
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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Mikesch » 27.07.2013 01:21

Da bin ich nicht ganz mit einverstanden...
Florian Hanebüchen hat geschrieben:
  • Erhöhung des Rentenalters: Die gesundheitliche Situation im Alter verbessert sich ja im Durchschnitt immer mehr. Deswegen wurde ja bereits das Rentenalter auf 67 erhöht. Hast du von dem Lehrer gehört, der aktuell gerade gegen seine Pensionierung mit 65 klagt? Oder bei uns in der Zeitung wurde von einem Arzt berichtet, der mit knapp 70 immer noch gute Dienste leistet.
  • Privatvermögen: Früher war man auf die Rente als Haupteinnahmequelle angewiesen. Heute liegen oftmals größeres Privatvermögen vor. Das erkennt man auch daran, dass immer mehr vererbt wird.
  • Allgemeine Dienstpflicht: Wir haben uns mit der Abschaffung der Wehrpflicht einen Luxus geleistet. Die Wehrpflicht könnte ohne weiteres in modernerer Form wiederaufgelebt werden. Und zwar als Pflichtdienst für beide Geschlechter mit vorrangigem Einsatz im sozialen Bereich und nicht mehr wie früher bei der Bundeswehr. Das würde die Kranken- und Pflegekassen entlasten.
a) Hier gebe ich Dir nur teilweise recht, die Verbesserung bzw. eine länger andauernde Agilität dürfte nicht für die Masse gelten. Ich stelle mir da Handwerker oder Bau-Leute vor, die meist schon mit 50 kaputt sind.
Ne flexible Grenze unter Berücksichtigung der Tätigkeit und Dauer der Beitragszahlungen. Eine sture Festsetzung auf ein Rentenalter ist de Fakto nichts anderes als eine Rentenkürzung.

b)Ich hätte nicht gedacht, mal mit Carrington einer Meinung zu sein ;-)
Hinzufügen möchte ich hier noch, dass bei der gegenwärtigen Abwärtsspirale der Löhne kaum noch jemand eine Vorsorge betreiben kann. Eine kleine Erbengeneration gibt es vllt. jetzt, zukünftig gibt es nichts mehr zu Vererben, außer bei denen, die auf der einen Seite der Schere stehen.

c) Auch hier, siehe Carrington...
Florian Hanebüchen hat geschrieben:Diese Diskussion erinnert an die Behauptungen der Wirtschaft über den angeblichen Fachkräftemangel und die Forderungen nach mehr Einwanderern
Ich bin im Prüfungsdienst und habe einen recht großen Einblick in Unternehmen, ok, mag nicht repräsentativ sein...
In bestimmten Bereichen besteht durchaus ein Mangel, der nicht durch eigene Kräfte zu decken ist. Beispiel EDV, Medizin...
Florian Hanebüchen hat geschrieben:Woher rührt denn dieser Mangel? Jemand über 50 wird sowieso nicht mehr eingestellt.
Auch falsch, immer mehr Unternehmen greifen auf die Wissensressourcen älterer Arbeitnehmer zurück. Gerade erlebt, gut dotierter Sachbearbeiter, wg. Insolvenz des Arbeitgebers mit 63 Job verloren, hat unmittelbar einen ähnlichen Job unter gleichen Konditionen erhalten.

Der Bedarf an Fachkräften ist durch die wenigen fitten älteren Arbeitnehmer nicht zu decken, jedenfalls so lange, wie unsere wirtschaft läuft oder wir wollen, dass sie läuft.
Nur Ältere Fachkräfte sind auch nicht so sinnvoll, die Mischung aus Jüngeren UND Älteren macht es.
Florian Hanebüchen hat geschrieben:Und eine Frau, die vielleicht ein paar Jahre in der Babypause war? Auch lieber nicht. Stattdessen kann man ja jemanden aus Spanien oder Indien holen. Man ist ja Menschenfreund. Und ums Lohnniveau geht es ja überhaupt nicht...
Aus Sicht eines Arbeitgebers: Was soll ich mit einer Babypausenfrau die erst wieder Zugang zum Berufsleben finden muss, die in vielen Bereichen schlicht out ist? Selbst hier, Spitzenkräfte bekommen auch hier sofort wieder einen Job..
Die Sache mit dem Lohnniveau stimmt, allerdings nur für Pillepalle-Jobs. Die angeheuerten Fachkräfte werden durchweg gut bezahlt, weil, die braucht man!

Die Diskussion hierüber ist allerdings recht müßig, da Entwicklungen nicht wirklich absehbar sind, allenfalls Schätzungen.
Aber was wehrst Du Dich gegen Einwanderung? Wichtig ist doch nur, dass die Chaoten, nicht Anpassungsfähigen oder die, die unseren Staat als Selbstbedienungsladen ansehen fern bleiben.
Ich jedenfalls möchte auf meine neue indisch stämmige neue Kollegin nicht verzichten mögen, heiß... ;-)
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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Florian Hanebüchen » 28.07.2013 10:22

Im Prinzip muss man das ganze nur einmal durchspielen: Was passiert, wenn sich die demografische Entwicklung so fortsetzt und wir nicht mit Einwanderung gegensteuern? Eine Reproduktionsquote von 1,55 (drei Viertel) bedeutet einen langsamen Rückgang der Bevölkerung. Und angeblich steigt dann die Anzahl der Personen im Rentenalter. Wieso angeblich? Ganz einfach, denn was ist denn genau das Rentenalter? Es wurde gerade von 65 auf 67 erhöht und es besteht Spielraum bis ca. 70.

Eine Erhöhung um zwei Jahre macht sich sogar doppelt bemerkbar. Denn eine Person, die statt mit 65 mit 67 in Rente geht, benötigt zwei Jahre weniger Rentenzahlungen, zahlt aber ebenso zwei Jahre länger ein. Das macht sich in der Rentenkasse deutlich bemerkbar. Und dass einzelne Personen nicht so lange durchhalten, ändert an dieser Schlussfolgerung nichts. Denn das mag auf den Klavierträger zutreffen. Es arbeiten jedoch nicht alle als Klavierträger.

Durch Einwanderung entgegensteuern? Klar, wenn man das macht, dann sollte man, wie Mikesch es andeutet, hierbei besser auswählen. Klar würde das den altbekannten Problemen entgegenwirken. Trotzdem ändert das nichts an der Tatsache, dass wir dies einfach nicht brauchen.

Und was das Thema Fachkräftemangel angeht, so solltest du dich mal mit dem Schweinezyklus beschäftigen. Wenn irgendwo Arbeitskräfte fehlen, dann sollten in erster Linie die natürlichen Mechanismen greifen. Also, Fachkräfte in einem Bereich sind begehrt? Dann werden die Arbeitgeber für diese Fachkräfte auch einen höheren Preis zu zahlen bereit sein (Lohnerhöhung). Das setzt wiederum einen Anreiz für junge Menschen, entsprechendes zu studieren. Und siehe da, in den letzten Jahren sind die Ingenieur-Studenten deutlich mehr geworden. Nur dauert das eben eine gewisse Weile. Trotzdem wäre es falsch, kurzfristig durch Einwanderung entgegenzuhalten. Denn dann würde man den natürlichen Mechanismus stören und die Anreizsetzung würde entfallen. Auf Dauer hätte man dann sogar die benötigte Umstrukturierung und Weiterentwicklung in den Unternehmen verhindert und mehr Schaden als Nutzen angerichtet. Das sieht man übrigens gut in Ländern mit erheblichen Arbeitnehmer-Wanderungsbewegungen, wie etwa China oder den USA.

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Re: Polizeieinsatz wegen...

Beitrag von Mikesch » 28.07.2013 17:17

Interessante Argumentation, mangels Fakten lasse ich das mal für mich im Raum stehen...

Bezüglich Rente mit 67 hast Du natürlich rechnerisch recht, aber als starre Grenze bin ich schlicht dagegen.
Klar, nicht jeder ist Möbelpacker, aber der Kreis der Handwerker oder Stressberufe wie das Sozialwesen etc. ist nicht nicht nur eine Minderheit, das hält keiner durch.
Deshalb halte ich das für Beschiss an jener Gruppe, die vielleicht 45 Jahre gearbeitet haben, dann noch die Rente zu kürzen, weil sie mit 60 - 65 schlicht kaputt sind oder ihren Job nicht mehr ausüben können.

Bezüglich Rente habe ich eh andere Vorstellungen. Nicht durch Beiträge muss die gesichert werden, sondern durch die Erträge der Wirtschaft. Ist aber jetzt ein anderes Thema...
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