Grenzzollstelle bei der Post

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tfri
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Grenzzollstelle bei der Post

Beitrag von tfri » 21.02.2011 15:55

Liebe Zollbeamten,

euch telefonisch zu erreichen ist hofnungslos. Versuche mal hier!

Hintergrung: Ich habe hier in Deutschland ein elektronisches Gerät gekauft und möchte es gern nach Russland (Drittland) mit der Post schicken. Dabei möchte ich versuchen, mir die MwSt zurückzuholen. Dafür muss ich die Rechnung bei einer Grenzzollstelle stempeln lassen.

Die Frage: An wenn muss ich mich wenden, wenn das Gerät per Post verschickt wird (und nicht persönlich durch eine Zollstelle am Flughafen transportiert wird)?

Ich hoffe, die Situation klar genug geschildert zu haben, und bedanke mich für eure Antworten im Voraus!

lg, Tanja

Zollkodex-Ritter
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Beitrag von Zollkodex-Ritter » 21.02.2011 17:49

Bist du hier auf Urlaub oder an wen soll das Gerät denn gehen?

tfri
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Beitrag von tfri » 22.02.2011 09:24

Zollkodex-Ritter hat geschrieben:Bist du hier auf Urlaub oder an wen soll das Gerät denn gehen?
Eigentlich hat mein Bruder, der in Russland wohnhaft ist, das Gerät gekauft, liess es auf meine Adresse in Deutschland senden, da die Firma nicht nach Russland liefert. Jetzt soll ich es weiter an ihn mit Deutscher Post verschicken.

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Beitrag von ZHS » 22.02.2011 11:35

Das sieht ja richtig nach Betrug aus.
Was bin ich froh, dass ich dich nicht am Telefon hatte.
Unfassbar, wie man offensichtlich den deutschen Staat besch..... möchte.

zhs

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Beitrag von tfri » 22.02.2011 13:32

ZHS hat geschrieben:Das sieht ja richtig nach Betrug aus.
Was bin ich froh, dass ich dich nicht am Telefon hatte.
Unfassbar, wie man offensichtlich den deutschen Staat besch..... möchte.

zhs
Gern hätte ich auch SIE gesprochen, leider seit ihr beim Zoll kaum zu erreichen (weder telefonisch, noch per e-mail)

Was wäre der Unterschied, wenn ich das Ding pesönlich meinem Bruder bringen würde? Er hat es selbst bezahlt und wird es auch dort benutzen. Die Dokumente, die wir vorlegen müssen, beweisen das alles. Sein Problem ist nur, dass die Firma nicht nach Russland liefert.

Seien Sie so nett, erklären Sie mir bitte, warum das nach Betrug aussehen soll, bevor Sie mich so hemmungslos beschuldigen!

Zollkodex-Ritter
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Beitrag von Zollkodex-Ritter » 22.02.2011 14:24

In dem Fall gibt es die Steuer nicht zurück, da ein Inlandsgeschäft vorliegt.

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Beitrag von Mikesch » 22.02.2011 18:12

Ritter, nicht gleich Schimpfen ;-)
Eine Ware soll ins Ausland, der "richtige" Kunde sitzt auch dort, da ist das einem "Normalbürger" nicht gleich verständlich. Er hat da mal was gehört und für ihn ist entscheidend, was "aus der Kuh hinten raus fällt" ;-)

@tfri
Tatsächlich wird, wie ZK schon schreibt ein Inlandgeschäft durchgeführt. Selber bringen hilft hilft da auch nicht ;-)
Alle Infos hier:
http://www.zoll.de/e0_downloads/b0_vord ... chweis.pdf

Ich bin schon fast bemüht, mich für unseren Laden zu entschuldigen ;-)
Es scheint tatsächlich im Moment ein Trauerspiel zu sein, möchte ein Bürger eine Information einholen.

cu,
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Beitrag von tfri » 22.02.2011 19:02

Ich muss hier als Ehepartner/in von tfri mal ein paar Dinge klarstellen, was Mikesch schon völlig richtig vemutet hat. tfri hat keinerlei Interesse irgendwelche Betrügereien zu vesuchen, aber tfri hat sicherlich das Recht sich angemessen zu informieren. Von Betrug kann in keinem Fall die Rede sein, schließlich erkundigt sich tfri lediglich nach einem legalen Prozedere. Betrug ist etwas anderes.

Also nochmal:
Mein Schwager, ein Russe mit Wohnsitz in Russland, hat sich als Russe über das Internet in Deutschland ein IPhone mit deutscher Lieferaddresse gekauft. Das ist völlig legitim.
Meinem beschänkten Wissen nach, haben Russen sehr wohl die Möglichkeit, bei der Rückreise, am Flughafen die Erstattung deutscher Mehrwertsteuer zu beantragen. Und normalerwese wird diesem Antrag auch stattgegeben, wenn die Rechnungen entsprechend ausgestellt sind.

tfris urspüngliche Frage blieb leider unbeantwortet. Wie ist der korrekte Dienstweg, wenn mein Schwager sein Telephon auf dem Postweg erhalten soll? Bei der Post konnte uns leider niemand weiterhelfen, vielleicht könnt Ihr uns weiterhelfen? Es geht um über 100€. Wer zahlt dieses Geld aus? Wie wird der Brief verschickt? Geht das nur über eine Spedition?

Ich bedanke mich im Voraus für Eure Antworten und Ratschläge und hoffe, daß ich tfri mit Euch posten lassen kann, ohne daß unprovoziert beleidigende Anschuldigungen geantwortet werden. Schließlich habe ich mit der Angelegenheit nichts zu tun ;-)

Schöne Grüße
gfri

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Beitrag von Mikesch » 22.02.2011 19:39

tfri hat geschrieben:Meinem beschänkten Wissen nach, haben Russen sehr wohl die Möglichkeit, bei der Rückreise, am Flughafen die Erstattung deutscher Mehrwertsteuer zu beantragen.
Richtig, wenn sie persönlich zur Ausreise erscheinen...
Lese bitte das Merkblatt, insbesondere Punkt 1.4 dessen Link ich oben gepostet habe durch. In diesem Merkblatt werden nahezu alle Fragen beantwortet.
In Deinem beschriebenen Fall, sprich Postweg, gibt es keine Erstattung.
Es bleibt nur der normale Versand ohne Erstattung der MWSt.

cu,
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Beitrag von Zollkodex-Ritter » 22.02.2011 20:28

Mikesch hat geschrieben:
tfri hat geschrieben:Meinem beschänkten Wissen nach, haben Russen sehr wohl die Möglichkeit, bei der Rückreise, am Flughafen die Erstattung deutscher Mehrwertsteuer zu beantragen.
Richtig, wenn sie persönlich zur Ausreise erscheinen...
Selbst dann gibt es keine Erstattung, da die Rechnung auf eine deutsche Lieferanschrift aufgemacht ist.

Was mit Hilfe des Geschäfts noch möglich ist, dass diese die ursprüngliche Rechnung stonieren und auf die richtige Auslandsadresse aufmacht. Wenn diese Rechnung vorliegt, in der Regel mit deutscher Umsatzsteuer als Sicherheit, dann kann die Mehrwertsteuer erstattet werden, wenn ein Ausfuhrnachweis beim Händler vorgelegt wird.

Da der Händler kein Auslandsgeschäft aschließen will, sehe ich jedoch geringe bis gar keine Chancen, die Steuer zurückzubekommen.

ZHS
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Beitrag von ZHS » 22.02.2011 22:23

Mikesch hat geschrieben:
Ich bin schon fast bemüht, mich für unseren Laden zu entschuldigen ;-)
Es scheint tatsächlich im Moment ein Trauerspiel zu sein, möchte ein Bürger eine Information einholen.

cu,
Mikesch
Dann entschuldige dich mal schön.
Wenn sich die Threaderstellerin die Seite www.zoll.de angeschaut, hätte sie gesehen, dass es für solche Fragen das Informations- und Wissensmanagement Zoll in Dresden gibt.
Überall wird an Personal gespart und wir machen dann den Erklärbär für diejenigen, die keine Lust zum Lesen haben.
Ausserdem kann ich die Auskünfte klr-technisch nicht verbuchen.
Es ist traurig, aber so gewollt.

der zhs

Nachtrag:
Warum kauft sich der russische "Schwager" das Iphone nicht in Russland?
Da sind die Iphone Preise sehr günstig.
Wenn es um 100 EUR geht, dann muss das Iphone hier einen VK von 550 EUR haben. Für diesen Preis bekommt er das Handy im ganzen Ausland per Post nach Russland zugeschickt, Paypal vorausgesetzt.
Und, egal, ob er die Erstattung bekommt oder nicht, er muss ja für die Einfuhr auch die dortige Mehrwertsteuer, zur Zeit 18 %, entrichten.
Tolles Geschäft, perfekt durchdacht.

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Beitrag von Mikesch » 22.02.2011 23:50

ZHS hat geschrieben:Wenn sich die Threaderstellerin die Seite www.zoll.de angeschaut, hätte sie gesehen, dass es für solche Fragen das Informations- und Wissensmanagement Zoll in Dresden gibt
Das stimmt schon, Eigeninitiative wird heute zunehmend zum Fremdwort...

Meine Einlassung bezog ich nicht nur alleine auf die Fragestellerin, sondern ganz allgemein auf meine Erfahrungen mit meinen "Kunden" wo ich mir laufend die Klagen über "Dresden" anhören muss.
Falsche Auskünfte, Nichterreichbarkeit...
Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber der Häufigkeit nach und wenn es stimmt, dann ist es peinlich. Egal, was die Ursachen dafür sind...

cu,
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Beitrag von KLR-Beauftragter » 23.02.2011 07:55

ZHS hat geschrieben: Ausserdem kann ich die Auskünfte klr-technisch nicht verbuchen.
Natürlich können Sie das.

ZHS
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Beitrag von ZHS » 23.02.2011 11:53

KLR-Beauftragter hat geschrieben:
ZHS hat geschrieben: Ausserdem kann ich die Auskünfte klr-technisch nicht verbuchen.
Natürlich können Sie das.
Ich will es aber nicht :-)

@Mikesch
Das scheint wirklich ein Problem zu sein. Aber es ist von oben so gewollt und fertig. Ich bin nicht dafür da, die Fehler der Verwaltung auszubügeln.

der ZHS

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Was soll man dazu sagen - ein Außenstehender

Beitrag von gfri » 23.02.2011 20:45

Die "Threaddarstellerin" hat sich sehr wohl auf www.zoll.de umgeschaut und sie hat zwei Tage lang versucht dort anzurufen und ist zwei Tage nicht durchgekommen. Ein eröffnetes Ticket wurde nicht bearbeitet (reaktionslos) und man wird auf Formblätter verwiesen, die für einen Nichtmuttersprachler völlig unlesbar sind! Wenn man Fragen dazu hat, kriegt man das Formblatt einfach nochmal. Das ist schon stark.

Wenn man sich diesen Thread anschaut, wieviel geschrieben wurde und wie wenig auf die sachlich gestellten Fragen geantwortet wurde, dann ist das noch stärker! Diese Zeit auch noch klr-technisch zu verbuchen wäre in der Tat der Gipfel! "Die da oben" sind sicherlich für viele Mißstände verantwortlich, aber nicht für die Mißstände in diesem Thread. Mikesch hat das Problem als einziger erkannt und die benötigte Antwort gegeben, hier noch mal Danke: "Postweg geht nicht" in Kapitel 1.4 wird es tatsächlich erklärt. Aber dieses Formblatt lesen zu müssen ist für mich als Deutscher schon eine Zumutung, daß tfri Fragen dazu hat ist völlig klar

Nachtrag:
Wenn ich mir überlege wieviel Steuern ich bezahle und wie mir die amtliche Luft in den letzten Jahren um die Nase weht, dann frage ich mich, was mit diesen Steuern eigentlich passiert? Wären das offiziell-amtliche Reaktionen gewesen... und wäre das nicht ein ehrenamtliches Forum wäre meine Reaktion drastisch ausgefallen das kann ich Euch sagen!
So nehmen wir, was wir kriegen und bedanken uns sogar noch dafür. gut für beide Seiten daß das erste Telephonat nicht stattgefunden hat, wie die schriftliche Antwort ausgefallen ist. Geht man beim Zoll vielleicht deshalb nicht ans Telephon? Oder sollen einfach Steuererstattungen verhindert werden? Das wäre zwar kein Betrug, aber ein Fall von behördlicher Rechtsbeugung bzw. Verhinderung von Erstattungsansprüchen und damit sanktionierbar!

Nachtrag 2 an den besonders allwissenden Kollegen:
IPhones sind in Russland beileibe nicht für 600€ überall zu haben und nicht jeder Mensch akzeptiert Paypal. Je nachdem wo man wohnt, werden die Dinger für 30.000...40.000Rubel gehandelt und sind auch für diesen Preis nicht einfach verfügbar! Bestimmte Regionen (z.B. Nordsibirien) können gar nicht vernünftig addressiert werden. Mein Schwager hat sich das Ganze seit Weihnachten sehr gut durchdacht

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