Meine Schreibereien

Selbstegedichtetes von Beamten
Zollwolf1960
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Beitrag von Zollwolf1960 » 18.10.2008 14:59

I: Oh großer Gott Mammon erhöre mein Flehen. Was verlangst du von deinen ergebenen Dienern? Wir beten dich täglich weltweit an, bringen dir Opfer und sind dir hörig. Sogar Menschenopfer verschmähst du. Bitte bleibe uns erhalten, wir geben dir alles.

M: Drehst du jetzt frei?

I: Ja, denn durchgedreht bin ich schon.

M: Was soll dieser Schwachsinn?

I: Ich mache nur das, was alle Menschen machen, den Gott Mammon anbeten.

M: Nein, viele Menschen beten das Geld an, denn alle ist zu viel gesagt. Es gibt noch vernünftige Menschen, die das Geld als das ansehen, was es ist, nämlich ein Tauschmittel.

I: Warum hat denn dann in Los Angeles ein Finanzberater seine Frau, die drei Söhne, die Schwiegermutter und sich selbst erschossen?

M: Weil er sich nur über sein Einkommen definiert hat. Als das geschrumpft ist, fiel er in sich selbst zusammen. Für ihn ist nur noch der Tod ein Ausweg gewesen. Um seiner Familie die vermeintliche Schmach zu ersparen, hat er alle umgebracht.

I: Das senkt auf jeden Fall den CO2-Ausstoß.

M: Bist du noch zu retten? Da tötet einer 5 Menschen und sich selbst und du denkst an den CO2-Ausstoß. Bei dir ist echt keine Tasse mehr im Schrank.

I: Wieso? Das grüne Gewissen erinnert mich immer daran, etwas für die Umwelt zu tun und auf den CO2-Ausstoß zu verzichten, ihn aber zumindest zu reduzieren.

M: Du bist doch paranoid. Einerseits hast du den ganzen Tag den PC eingeschaltet, liest von der Finanzkrise und andererseits erzählst du was vom grünen Gewissen. Komm mal wieder zu dir.

I: Ich bin ganz klar. Die Menschen lassen sich so viel Müll erzählen, huldigen dem Geld, machen sich zu Sklaven, glauben den Quatsch mit dem angeblichen Klimakiller CO2, zahlen wegen der Umwelt freiwillig höhere Steuern und degradieren sich zu Lemmingen bzw. einer Schafherde, die alles mit sich machen lässt.

M: Da hast du aber ein makabres Schauspiel vorhin abgegeben. Ok, ich verstehe deine Beweggründe, doch ein wenig Pietät solltest du schon an den Tag legen.

I: Könnte ich tun, doch warum soll ich mich zurück halten? Es merkt sowieso kaum noch jemand was. Fast alle kümmern sich nur um die Probleme anderer, statt bei sich selbst anzufangen. Experten werden befragt, Orakel beschworen, Analysten herangezogen und Ärzte konsultiert. Alles nur Verdrängung. Es fühlt sich ja auch so toll an, wenn man einem Anderen hat helfen können. Doch was ist, wenn der Andere die Hilfe ablehnt? Wie undankbar von ihm, wie arrogant und wie überheblich. Jeder braucht doch Hilfe und ich helfe ja so gern.

M: Sind denn Menschen, die Hilfe anbieten, psychisch krank? Dann müsste ja deiner Erklärung nach jeder Arzt, jede Pflegekraft, jeder Helfer am sogenannten Helfersyndrom erkrankt sein.

I: Du bist mir wieder auf den Leim gegangen. Natürlich ist es sehr lobenswert, Menschen zu helfen. Ich brauche sie jeden Tag, die Hilfe, doch manche Menschen helfen nur deshalb, weil sie sich dann besser fühlen. Sie kommen sich dann so groß vor, so viel stärker als der Hilflose, es macht sie erhaben. Sie stehen im Mittelpunkt, werden ob ihrer Taten bewundert, doch in Wirklichkeit sind sie die Hilflosen.

M: Wie kommst du von der Finanzkrise zum Helfersyndrom? Deine Gedankensprünge sind erschreckend.

I: Moment mal, die Finanzkrise ist nur äußerlich und schau dir mal an, wer da alle helfen will. Es ist doch eine willkommene Abwechslung im täglichen Einerlei. Es verdrängt die wirklichen Probleme und lässt uns vergessen, dass wir bei uns selbst zuerst reinigen müssen, bevor wir das bei anderen Menschen können. Das ist der falsche Weg. Sich aufzudrängen und bei anderen im Leben rumpfuschen, ist das Letzte.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

DieMagd
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Re: Meine Schreibereien

Beitrag von DieMagd » 23.03.2014 14:54

Was kurzes meinerseits ;-)

Einst war ein Vogel im Käfig dar,
es ward ein exotisches Tier,
Seine Königin hegt und pflegte es gar,
Als wär es so wertvoll wie ihr.

Die Prinzessin glich dem Vögelein
bis auf das Bunte Gewand
und konnte genauso betörend sein
worauf auch der Vogel sich verstand

Doch einte die beiden Schönen
mehr als nur der schein
Sie mussten der Gefangenheit frönen
und wahren auf immer allein

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