Ist eine Reaktivierung nach 8! Jahren Frühpensionierung noch sinnvoll?

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LadyIngolstadt
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Ist eine Reaktivierung nach 8! Jahren Frühpensionierung noch sinnvoll?

Beitragvon LadyIngolstadt » 04.10.2016 11:06

Vielleicht können einige unter Euch mir bei einer "Entscheidung"/ Fragestellung helfen, die mich seit mehreren Jahren quält:

Ich hatte mit Anrechnung meiner Ausbildungszeit ca. 20 Jahre lang in einer JVA-Verwaltung gearbeitet. Mein "Traumberuf" war es dort gerade nicht, weil ich aufgrund meiner Begabungen/Neigungen kein Buchhaltertyp hinter dem Schreibtisch war/bin und ich Zeit meines Lebens, auch am Gymnasium früher, stets Probleme mit Zahlen,Rechnungswesen und dergleichen hatte/habe.
Aufrund eben dieserZahlenproblematik hatte ich wegen 2er Punkte damals das Abitur nicht erreicht. Es fehlten 8 Punkte zum Abi(Kollegstufensystem) und eben 6 konnte ich in einer mündlichen Nachprüfung nur erzielen.( Vermutlich war es auch die "falsche" Schule, denn meine Eltern schickten mich wegen der Kürze des Schulweges auf ein mathematisch/Naturwissenschaftliches Gym ,das auch einen wirtschaftl. Zweig hatte, auf den ich dann in der 8. Klase übergewechselte.) Eben darum hatte ich zweimal ein Schuljahr wiederholen müssen, weil ich wegen Mathe, dann einmal wegenRrechnungswesen durchgefallen war. Ich war letzendlich fast 22 Jahre alt, als ich das Gym. ohne Abi und mit mittlerer Reife praktisch "abgeschlossen" hatte. Eine Lehrstelle zu finden mit 22 und dem schlechten "Oberstufenzeugnis" der 10. Klasse, das mit 4er in sämtlichen Zahlen-Fächern gespickt war, fast unmöglich.

Durch Zufall hatte ich mit Schulkameradinnen in der 12. Klasse das "Ausleseverfahren für den" mittl. nichttechnischen Verwaltungsdienst", wie das damals hieß, mitgemacht. Rein neugierdehalber hatte ich JVAen/Amtsgerichte angekreuzt.

Tatsächlich schrieb man mich dann 1989 an, daß ich Anfang September in der JVA Straubing zu lernen anfangen könne als "Regierungsassistentanwärterin". Nach einigen Monaten praktischer Ausbildung meinte mein damaliger Ausbildungsleiter, daß mir der Beruf einfach gar nicht liegen würde und es besser wäre etwas anderes zu erlernen.Ich machte ihm klar, daß insbesonders mein Vater gar nicht damit einverstanden sein würde, da ich bisher in der freien Marktwirtschaft KEINE Lehrstelle gefunden hätte.
Der langen Rede kurzer Sinn: Meine Eltern drängten mich die Ausbildung zu wiederholen, die ich schließlich dann mit Ach und Krach auch bestanden hatte. Man versetzte mich in eine 100 km vom Heimatort entlegene JVA und ich hatte bereits auch da in der Probezeit nur Probleme(Strafzeitberechnung klappte einfach NICHT). Ich wäre beihnahe das 2. Mal durch die Probezeit gefallen, wäre nicht zufällig in einem anderen Referat ein Sachbearbeiterplatz frei geworden.
Mein damaliger Personalchef, sowie auch der neue Referatsleiter waren mir freundlich gesonnen, weil ich Ihnen als"Mensch" wohl symphatisch war. Leider klappte es auch in diesem referat nicht so ganz mit der Arbeit. Zwaer beherrschte ich meinen Sachbearbeiterplatz bald aus dem FF, doch an eine Vertretung der Kollegen war NICHT zu denken, da mir die anderen Aufgabengebiete aufgrund der "Zahlenabrechnungen" NICHT zuzumuten war.

Es kam letzendlich 2006 zum großen "Finalem Knall": Mein Rreferatsleiter ging in Pension, eine neue Chefin kam. Alle begannen sich plötzlich gegen mich zu wenden. Die neue Referatsleiterin hatte mich bald auf dem Kieker, weil ich ihrer Ansicht nach zu wenig Arbeit, nicht genügend Leistung erbringen würde ohne Kollegenvertretungen. Sie gab mir "Arbeiten für den Müll" wie Büroklammern nach Größen sortieren und dergleichen, wenn ich ein wenig Luft hatte.Die"Kolegen" rotteten sich zusammen und behandelten mich abfällig, leiteten Informationen nicht an mich weiter und anderes. Der neue Personalchef setze eine Stunde vor Feierabend wöchentlich ein sogenanntes "Personalgespräch" an...

Ich war körperlich und seelisch damals, mit gerade mal 41, so am Ende, daß ich mich krank schreiben ließ und acht Wochen in eine psychosomatische Klinik ging. Man wollte mir helfen und eine Mitarbeiterin der Klinik(Sozialpädagogin) schlug vor ein Gespräch/Telefonat mit meinem Personalchef zu führen, ob und wie man mir jetzt dienstlich weiterhelfen könne...

Seine"Antworten" waren ein" Schlag ins Gesicht": 1.: Ich könne selber meine Entlassung beantragen, 2.: Ich könne mich in eine andere JVA versetzen lassen, wobei mir das aber NICHT weiterhelfen würde, da es überall die gleichen Arbeiten da gäbe.,3.Die"Zwangspensionierung" abzuwarten, die erfolgen würde, wäre ich noch länger krank geschrieben., 4.: Bei meiner Rückkehr an die Diesntstelle, würde er ein "Disziplinarverfahren" gegen mich einleiten, würde ich wieder Fehler machen und die Kollegen nicht vertreten können.
Aus Angst davor eventuell ohne Pensionsansprüche ganz entlassen zu werden, ließ ich mich schließlich freiwilig frühpensionieren. Ich war nervlich absolut am ENDE !!

Tja..leider fand ich bis zum heutigen Tage( ich werde nächstes Jahr 50) nirgendwo in der freien Marktwirtschaft eine Arbeitsstelle, wobei mir ein 450-Euro-Job gereicht hätte/ reichen würde, um unter Menschen zu kommen und das Gefühl zu haben wieder etwas "Wert" zu sein.

Seit letztem Jahr überlege ich, ob ich mich trotzdem nochmal "reaktivieren" lassen soll und " eine Art Umschulung/Laufbahnwechsel zu machen beim Gericht in Lauf/Pegnitz. Ein Dienststellenwechsel OHNE NEUE Ausbildung ist leider nicht möglich, da ich nur für die JVA-Verwaltung eine"staatliche Fachausbildung" habe. Ich hatte mich letztes Jahr da sehr eingehend erkundigt.

Ich möchte noch betonen, daß ich auch ohne Partner/Ehemann(ledig) und kinderlos bin.Die Decke fällt mir zuweilen Zuhause auf den Koopf.

Würdet ihr mir in meinem Falle zu dieser REAKTIVIERUNG/( und)Laufbahnwechsel raten?????
Für ernstgemeinte und vernünftige Ratschläge ohne mich zu veräppeln wäre ich Euch sehr dankbar !!

herr b
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Re: Ist eine Reaktivierung nach 8! Jahren Frühpensionierung noch sinnvoll?

Beitragvon herr b » 04.10.2016 15:33

In NRW ist es so das der DU pensionierte Beamte nur in den ersten 5 Jahren einen Antrag auf Reaktivierung stellen kann. Wie ist das bei euch in Bayern geregelt? Oder steht eine Reaktivierungsuntersuchung bei dir an?
Ich bin befördert worden...
Aus dem Dienst!

Dienstunfall_L
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Re: Ist eine Reaktivierung nach 8! Jahren Frühpensionierung noch sinnvoll?

Beitragvon Dienstunfall_L » 04.10.2016 21:23

@ LadyIngolstadt
Ich habe dir per PN geantwortet.

Die 5-Jahresfrist, binnen der man eine Reaktivierung selber beantragen kann, gilt in meinem BL (nicht By) auch und sollte m. W. im Zurruhesetzungsbescheid entsprechend erwähnt sein.

LG

LadyIngolstadt
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Re: Ist eine Reaktivierung nach 8! Jahren Frühpensionierung noch sinnvoll?

Beitragvon LadyIngolstadt » 06.10.2016 23:31

Ich kann hier in Bayern binnen 10 Jahren nach meiner Frühpensionierung einen Reaktivierungsantrag stellen. Dazu hätte ich jetzt noch zwei Jahre Zeit.

Vielmehr geht es mir eigentlich wegen der "ganzen Vorgeschichte" und aufgrund meines"Alters", ob ich das tatsächlich noch tun sollte. Im Beruf versagt zu haben, ist einfach nichts Schönes,wenn man sich selber auf dem Sterbebett eines Tages nichts anderes vorzuweisen hat.

Torquemada
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Re: Ist eine Reaktivierung nach 8! Jahren Frühpensionierung noch sinnvoll?

Beitragvon Torquemada » 06.10.2016 23:34

LadyIngolstadt hat geschrieben:Im Beruf versagt zu haben, ist einfach nichts Schönes,wenn man sich selber auf dem Sterbebett eines Tages nichts anderes vorzuweisen hat.


Du solltest eine andere Einstellung zu Beruf und Leben finden. Und auf dem Sterbebett gibt es viel wichtigere Dinge als die Frage, was im Berufsleben alles abgelaufen ist.

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Hauseltr
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Re: Ist eine Reaktivierung nach 8! Jahren Frühpensionierung noch sinnvoll?

Beitragvon Hauseltr » 07.10.2016 09:20

4.: Bei meiner Rückkehr an die Dienststelle, würde er ein "Disziplinarverfahren" gegen mich einleiten, würde ich wieder Fehler machen und die Kollegen nicht vertreten können.

Solange wie du nicht vorsätzlich die berühmten "Goldenen Löffel" klaust, sind solche Androhungen nur hohle Worthülsen, die sich ein vernünftiger Vorgesetzte besser sparen sollte. Das spricht nicht gerade für seine Führungsqualitäten.

Eine wie auch immer geartete Erkrankung ist kein "Versagen im Beruf"!

Ich selber bin mit 55 Jahren, allerdings freiwillig, pensioniert worden und habe das keinen Tag bereut.

https://de.wikipedia.org/wiki/Disziplinarverfahren


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