Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

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SteffenNRW
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Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von SteffenNRW » 18.04.2013 00:33

Hallo liebe Forengemeinde,

ich bin neu hier und hätte ein paar Frage.

Ich habe eine Zusage für eine Ausbildung zum Finanzwirt im mD. Ich muß zwar noch zum Amtsarzt aber ich denke/hoffe das dort alles i.O. ist.
Ich hätte Fragen allg. Natur, da ich nicht viel im Netz gefunden habe.
1. Frage: Gibt es irgendwo Informationen über die Landesfinanzschule in Haan. Ich meine ein wenig mehr wie auf der offiziellen Seite steht. Sprich wie ist die Unterbringung im Allgemeinen, gibt es einen z.B. einen TV-Anschluss, wie ist die Verpflegung? Ich bin z.Zt. noch Soldat also bin ich "Kummer" gewohnt was die Unterbringung/Verpflegung angeht. ;)
2. Frage: Laut Schreiben der OFD beginnt die Ausbildung am 04.09.. Nur wo beginnt diese? Soll heißen wo muss ich mich genau am 04.09. melden. Bei meinen Ausbildungsfinanzamt o. an der Schule? Bekomme ich vllt. noch weitere Unterlagen zwecks des Ablaufes? Falls ja, bin ich wahrscheinlich zu Ungeduldig. Dann entschuldigt meine Fragerei. :D

Ggf. startet ja noch einer die Ausbildung bzw. ist schon dabei o. fertig und kann mir seine Erfahrungen mitteilen.

Ich freu mich jedenfalls über Antworten. :D

Liebe Grüße

Silesia
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Silesia » 28.04.2013 23:09

Hallo Steffen!

Ich weiss nicht, wie es in deinem Bundesland abläuft bzw. ob es Änderungen gibt. Ich mache meine Ausbildung in Baden Württemberg. Habe die kommende Woche über meine Laufbahnprüfung....hoffe nur, ich kann meinen Schnitt von 11,22 Notenpunkte halten bzw. ich schaffe es vielleicht noch auf 12 :D

Ich musste am ersten Tag aufs Finanzamt. Das war ein Donnerstag...somit war ich auch Freitag auf dem Amt und ab der folgenden Woche war ich dann auf der Schule. Da ich immer Pendler war, kann ich über die Wohnheime DORT nicht viel sagen. Ist aber alles eher bescheiden :) dafür hast du eigentlich (weiss wie gesagt nicht wie es bei euch ist) ein Einzelzimmer. Lediglich Bad, WC und Küche teilt man sich mit anderen. Es gibt aber 3 mal am Tag Verpflegung in der Kantine...man muss also nicht unbedingt selber kochen. Hab dort nie gegessen, kann das Essen also auch nicht beurteilen. Soweit ich weiss, haben die Wohnheimbewohner auf den Zimmern gar kein Fernseheranschluss. Dafür gibt es Gemeinschaftsräume, die einen Fernseher haben und teilweise gibt es auf dem Gelände auch wlan.

Da du erst noch zum Amtsarzt musst, wirst du nochmal Unterlagen bekommen, wenn alles abgewickelt ist. Dann erhälst du nochmal das Datum, die Uhrzeit und den Ort für deinen ersten Tag. Ebenso müsstest du mit dem nächsten Schreiben auch Unterlagen für die Schule bekommen. Darin müsste stehen in welcher Klasse du bist, die Namen deiner Klassenkameraden, wann du in der Schule sein musst usw.

Ich hoffe, ich konnte dir das eine oder andere beantworten. Eines noch: Laut meiner Erfahrung gibt es viele, die den öffentlichen Dienst schlecht reden und stets meckern, was einen ggf. selbst mal entmutigen kann. Lass dich davon nicht beeinflussen :) Ich selber mache das als Zweitausbildung. Komme aus der freien Wirtschaft und dass ich nun im öffentlichen Dienst bin, hat seine Gründe :) aber gut jedem das Seine. Ich habe meinen Platz im öffentlichen Dienst gefunden. Andere wiederum gehen vom öffentlichen Dienst in die freie Wirtschaft und fühlen sich dann dort wohl.

Zu guter letzt: Lern, was das Zeug hält, wenn du Schule hast! :) Es gibt keine Klassenarbeiten zwischendurch, sondern du schreibst an jedem Ende eines Schulblocks Aufsichtsarbeiten. Kann man quasi als Zwischenprüfung sehen, die aber am Schluss auch mitzählen! Der Stoff ist auch nicht wenig. Ich selber habe nun zu hause 8 Ordner mit Schulkram stehen. Am Ende des ersten Schulblocks hatte ich 2 Ordner und einen dritten halbvollen. In der Erstausbildung hatte ich am Ende gerade mal einen Ordner :) ist aber machbar! Man muss nur dran bleiben.

Ich wünsche dir viel Erfolg und auch viel Spaß in der Ausbildung! Es war hart für mich, aber ich bereue es bisher nicht.

Anwaerter
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Anwaerter » 01.05.2013 07:13

Kann nicht viel dazu sagen, nur dass offenbar nicht viele die Arbeit des Finanzamtes machen wollen

http://forum.spiegel.de/f22/beamtenmang ... 69-12.html

Das wird ja schon Gründe haben.
Es hört sich nicht so schlimm an, wie es ist!

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Bundesfreiwild
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Bundesfreiwild » 04.05.2013 23:30

Tja... so wie es aussieht, haben die Finanzämter eher das Problem (so wurde es und erzählt), dass sie aus dem Pool der Realschulabgänger für den mittleren Dienst nicht mehr genug Nachwuchs bekommen, der den Anforderungen der Finanzämter gerecht wird. Denn... viele gute Schüler machen Abi und gehen dann studieren oder in den gehobenen Dienst. Der Rest der nicht so guten bis schlechten ist oft SO schlecht, dass er die Mindestanforderungen nicht erfüllt, die da z.B. bedeuten, dass man einigemaßen fehlerfrei einen Text lesen und schreiben und einen Dreisatz rechnen kann.

Ich hatte mir als Betriebsrätin die Ausbildungsordnung für den mD der Finanzämter ansehen dürfen, weil man auch bei Telekoms versetzungswillige Beamte für den mittleren Dienst der Finanzämter in BaWü suchte. Ich war eigentlich ziemlich erschüttert, was da umfangreich an Bildung vermittelt werden muss, von der ich eigentlich erwartet hätte, dass man sie mit einem Realschulabschluss mitbrächte. Also Deutsch, Rechnen, Staatskunde, Englisch.
Da ich aber bei meinen Nachhilfekindern schon gesehen hatte, welche MINIMALanforderungen für einen Realschulabschluss heutzutage ausreichen, da wundert mich aber auch nichts mehr.

Wie gesagt: Die bessere Hälfte eines Realschulabschlussjahrganges macht weiter bis zum Abi. Einen Großteil (vor allem die Jungs) geht lieber in andere Berufe, wo am Ende mehr zu verdienen ist als im öffentlichen Dienst, der Rest ist anschienend für nix zu gebrauchen.

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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Silesia » 05.05.2013 14:05

Hey ich bin ein guter Realschulabgänger und bin jetzt trotzdem nur im mittleren Dienst :p

Spaß, ich weiss wie es gemeint ist :) Ich selber kann da natürlich nur für mich reden. Naja ich hab auch, wie gesagt, schon eine Ausbildung hinter mir und auch schon ein wenig gearbeitet. Schlechtes Geld (ja es stimmt, trotz freie Wirtschaft schlechter verdient als nun nach der Ausbildung) und befristete Verträge, sowie Arbeitslosigkeit trieben mich dazu, eine Zweitausbildung im öffentlichen Dienst zu machen. Nun werde ich mit dieser Ausbildung fertig und bin 28 Jahre. Da werde ich kein Abi mehr nachholen und dann studieren...dafür fehlt mir wohl einfach der Ehrgeiz dazu bzw. ich hab so langsam einfach die Schnauze voll vom lernen. Das Geld im öffentlichen Dienst fällt in meinem Fall jetzt höher aus als mein damaliges Gehalt aus der freien Wirtschaft (im gelernten Beruf versteht sich).

Ich werde jedenfalls auf dem Amt bleiben...im mittleren Dienst. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Aber an sich haben Sie natürlich recht. Die Ämter haben ein Problem damit, Nachwuchs zu finden. Entweder sind die Bewerber zu schlecht, oder sie wollen einfach nicht in den öffentlichen Dienst. Ein Teil der potenziellen Leute bemerken es entweder vorher und machen gleich was anderes, oder sie machen die Ausbildung auf dem Amt und hauen danach wieder ab. ODER sie schaffen die Ausbildung einfach nicht.

Aus meiner Klasse mit 16 Leuten schaffen wahrscheinlich gerade mal 6 Leute den Übernahmeschnitt für die Verbeamtung. 3 von Ihnen laufen meiner Meinung nach Gefahr, gar nicht zu bestehen.

Naja gut...manche mögen jetzt vielleicht den Kopf schütteln aber ich fühle mich im öffentlichen Dienst gut aufgehoben :)

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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Anwaerter » 05.05.2013 23:56

Nun erst mal meinen Respekt vor jedem, der die Ausbildung im Finanzamt macht. :!:

In dem Spiegel Artikel geht es aber um Leute, die schon Beamte waren. Es sind also welche, die die die hier genannten "Mindestanforderungen" erfüllt haben und auch bereit waren im öffentlichen Dienst zu arbeiten.

Sie möchten eben nur eben nicht Finanzamt Tätigkeiten ausüben.

Dies kann ich schon nachvollziehen, da (wie ja bekannt ist) die Ausbildung und die Tätigkeit von allen Behörden am Finanzamt am schwierigsten ist.
Zudem (obwohl die wichtigste Behörde des Staates, ohne Geld geht halt mal gar nix) ist es die Behörde mit der geringsten Lobby. Im Gegenteil gelegentlich sind Finanzbeamte auch noch Anfeindungen ausgesetzt.
Es hört sich nicht so schlimm an, wie es ist!

Silesia
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Silesia » 06.05.2013 17:31

Ehrlich, die Ausbildung in der Finanzverwaltung soll besonders schwer sein? Nicht falsch verstehen, ich fand es sehr fordernd und in der Tat schwer. Während der Schulzeit so gut wie täglich gelernt, gerade jetzt im Abschlusskurs. Heute die letzte Prüfung gehabt...es ist sehr seltsam, zu hause zu sein und nicht zu lernen. Aber ich ging immer davon aus, dass Ausbildungen in den Beamtenlaufbahnen generell dieses Niveau haben. Ich wollte noch vielleicht intern den gehobenen Dienst anstreben...aber ich denke, ich hab genug.

Aber zurück zum Thema: Da haben Sie wohl Recht, bezüglich den Anfeindungen. Ich selber habe es noch nicht so erlebt aber eben von anderen Leuten. Mich hat bisher nur einmal ein Personaldisponent (arbeitet für eine Zeitarbeitsfirma) versucht anzupöbeln, als er hörte, wir machen eine Ausbildung beim Finanzamt.

Haben aber gut contra gegeben :) also ohne persönlich zu werden...ich verstehe ja, dass man sich hin und wieder über das Amt aufregen kann. Aber ich lass mir doch von einem Zeitarbeitsfutzie nicht vorwerfen, dass wir Halsabschneider wären...während die sich Arbeitssuchende angeln und sie für 7,50 Euro auf die Stunde an Arbeitsorte schicken, die nicht unbedingt in der Nähe sind.

Ich persönlich mache aber sonst eher immer die Erfahrung, dass die Leute allgemein auf Beamte nicht so gut zu sprechen sind. Da mache ich mir nichts draus. Es gibt immer jemand, der einen nicht mag. Ob ich noch so denke, wenn ich mal ernsthaftere Anfeindungen erlebe, kann ich natürlich nicht sagen...

SteffenNRW
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von SteffenNRW » 07.05.2013 20:58

Danke für eure Antworten, dann werde ich mich mal überraschen lassen.

Und mit Anfeindungen bzw. dummen Kommentaren kann ich leben. Bin seit 10 Jahren Soldat, da ist man auch nicht grade sooo angesehen...

Winniehex79
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Winniehex79 » 15.12.2013 01:11

Hallo Zusammen,

ich habe auch mal eine Frage, da ich ein Vorstellungsgespräch beim Finanzamt hatte und eine Beamtin fast einen Wutanfall bekam nach meiner Frage zur Landesfinanzschule.
Wollte nur wissen, ob es wirklich nötig ist, in der Schule zu leben während der Schulzeit?
Darauf wurde sie (muss dazu sagen, das es für Sie auch die zweite Ausbildung war und das sie älter als ich jetzt war) richtig rösig, meinte die Schule wäre nur zu schaffen wenn man dort bleibt. Ich würde aber gerne Pendlen, da ich nicht soweit weg wohne. Sie meinte da würde zuviel Zeit während des Pendles drauf gehen und ich (34,wäre dann die zweite Ausbildung) könnte auch meinen Mann und meine Tiere abschaffen, dafür hätte man keine Zeit mehr ( also quasi das alte Leben aufgeben, für diese Schule). Man bräuchte auch permanent Unterstützung zum lernen usw...

Was ich mich nun fragen ist:

für die Ausbildungsvorraussetzung: ist der Realabschluß (befriedigender Abschluß) oder der Hauptschulabschluß mit 10b nötig, dann braucht man nur eine 3.8 bzw. 4 als Abschlussprüfungnote, um danach da zu bleiben.

Es ist doch nur die Ausbildung für den mitteleren Dienst, was ist denn so wahnsinnig schwierig, dass man diese Ausbildung mit einem Studium vergleicht. Und das ein durchschnittlicher Realschüler aber eingestellt wird, dann dafür???

Bitte mal ehrliche Meinungen zu... Danke

Winniehex79
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Winniehex79 » 15.12.2013 01:23

Sorry, wegen der Rechtschreibfehler aber ich war beim schreiben sauer! Denn ich finde diese Ausbildung wirklich super und würde sie gerne machen, aber ich gebe dafür nicht mein Leben auf!

Anwaerter
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Anwaerter » 29.12.2013 20:40

Hallo Winniehex79,

sry dass ich erst jetzt antworte, bin nur nicht mehr so häufig hier.

Um deine Frage zu beantworten, kommt es erst mal an, in welchem Bundesland du bist.

Ich kann dir mal schreiben, wie das in Bayern abläuft, nachdem du den LPA Test erfolgreich gemacht hast und danach ein Vorstellungsgespräch hattest.

In der Regel wirst du eingestellt nach dem Vorstellungsgespräch.

Du bist dann 2 Jahre lang Anwärter (Beamter auf Widerruf)
In dieser Zeit bist du gut 9 Monate an der Landesfinanzschule, und knapp 15 Monate am Finanzamt.
Die Zeit in der Landesfinanzschule ist in 3 Blöcke (FTAs) aufgeteilt. (FTA I; FTAII/1 und FTAII/2)
Zu Ende jedes FTAs schreibst du Klausuren. Am Ende des FTAII/2 Schreibst du dann die Steuersekretär Prüfung.
Diese musst du mit 5 Notenpunkten, was der Note 4 entspricht, bestehen.
Dann mit deiner Note die du im Amt bekommen hast und den Noten aus deinen Klausuren verrechnet.

genaueres hier: http://www.finanzamt.bayern.de/LFS/Uebe ... BCfung.pdf

Da musst du dann im Schnitt auch über 5 Notenpunkte haben.
Wenn das der Fall ist, dann wirst du zur mündlichen Prüfung zugelassen, die du ach mit mindestens 5 Notenpunkten bestehen musst.

Wenn das der Fall ist, dann wirst du als Beamter auf Probe übernommen.

LG, ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.
Es hört sich nicht so schlimm an, wie es ist!

El Pocho
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von El Pocho » 30.12.2013 01:15

Winniehex79 hat geschrieben: Wollte nur wissen, ob es wirklich nötig ist, in der Schule zu leben während der Schulzeit?
Kann das für Bayern nicht sagen, aber da die Ausbildung einheitlich sein soll, würde ich diese Antwort mit einem klaren NEIN beantworten. Gibt sogar Schulen, die keine Wohnheimplätze haben bzw. diese überfüllt sind. Gerade im ländlichen Raum wird oft gependelt, wenn man noch eine Familie/Kinder zu versorgen hat, aber auch diese schaffen es.
Sie meinte da würde zuviel Zeit während des Pendles drauf gehen und ich (34,wäre dann die zweite Ausbildung) könnte auch meinen Mann und meine Tiere abschaffen, dafür hätte man keine Zeit mehr ( also quasi das alte Leben aufgeben, für diese Schule). Man bräuchte auch permanent Unterstützung zum lernen usw...
Das Alter ist meines Erachtens meist ein kleiner Vorteil, da man schon Lebenserfahrung mitbringt und schonmal mit "Steuern" zu tun hatte. Dein Leben musst du nicht aufgeben. Je nach dem was man erreichen will und was man für einen Aufwand dazu betreiben muss, braucht man dementsprechend Zeit. Mit einer ordentlichen Vor- bzw. Nachbereitung des Unterrichts ist vieles schon getan. Was denkst du denn, wie es in den Wohnheimen abgeht!? Oftmals wird da auch nicht soviel gelernt, denn wenn Jugendliche ab 16 Jahren aufwärts "gefangen" sind, steht lernen nicht ganz oben auf der To-Do-Liste.
Es ist doch nur die Ausbildung für den mitteleren Dienst, was ist denn so wahnsinnig schwierig, dass man diese Ausbildung mit einem Studium vergleicht. Und das ein durchschnittlicher Realschüler aber eingestellt wird, dann dafür???
Die Materie Steuerrecht ist nicht ganz so einfach und recht komplex. Im mittleren Dienst bekommt man nur einen Überblick. Wie ein Studium würde ich es nicht bezeichnen. Man darf nicht vergessen, dass man nur 9 Monate Theorie hat, sodass vieles wirklich nur oberflächlich vermittelt werden kann. Uns sagte man damals, dass es die schwerste Ausbildung im öffentlichen Dienst ist, was ich durchaus bejahen würde. Es gibt, wie bei anderen Ausbildungen auch, immer Durchfaller, aber ich denke die Quoten sind nicht wirklich hoch. Fakt ist, dass die Verwaltung allgemein Leute braucht (Demografischer Wandel) und versucht diese auch durch die Ausbildung zu bringen.

Abschließend bin ich der Meinung, dass jeder die Ausbildung schafft, der es auch möchte! Aber versuche mindestens 8 Punkte im Schnitt zu erreichen, da oftmals dort erst die Verbeamtung auf Probe später vorgesehen ist.

Anwaerter
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Anwaerter » 30.12.2013 17:46

Hallo Winniehex79,

also mach dir deswegen, dass du vorher schon was anderes gelernt hast und auch schon etwas älter bist keine Sorgen.
Es sind in jedem Jahrgang sehr viele dabei die auch was anderes davor gelernt haben und dementsprechend älter sind. :wink:

Was man der Fairness halber schon sagen kann, ist dass die Ausbildung schwerer ist als die allermeisten anderen Ausbildungen, die man mit mittlerer Reife machen kann.
Es ist aber durchaus zu schaffen, du musst dich halt echt ein bisschen hinsetzen. Nebenbei alles mitnehmen geht da nicht.

Wenn du nicht im Wohnheim bist, dann musst du dich organisatorisch und lern technisch einfach noch mehr disziplinieren als die anderen.

-Wenn du was nicht verstehst, hast du keinen guten Anwärter in der Nähe, der es vielleicht versteht

-Jeden Tag auf der Homepage auf den Stundenplan schauen (wegen vielen nebenamtlichen Lehrkräften kann es auch kurzfristig zu Stundenplan Änderungen kommen)
-Aufpassen, wann Informationsveranstaltungen sind
-Es prassen am Anfang auch recht viele Informationen auf dich ein die du vielleicht brauchst, aber nur einmal

Im Wohnheim bei den anderen Anwärtern spricht sich vieles davon halt rum.
Du musst halt, wenn du nicht im Wohnheim bist, noch mehr am Ball bleiben. Das müsste aber schon auch gehen. :D
Es hört sich nicht so schlimm an, wie es ist!

Noob
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Noob » 01.01.2014 22:35

Hallo!

Es haben ja schon einige gute Antworten gegeben. Ich werde dennoch auch mal kurz schildern, wie es bei mir war.

Es war auch für mich eine Zweitausbildung (ich absolvierte sie übrigens in Baden-Württemberg). Ich war 26, als ich sie begonnen hatte. Da ich es nur etwa 25 km zur Finanzschule hatte, pendelte ich natürlich. Es gingen zwar am Tag für Hin- und Rückfahrt insgesamt zwischen 40 und 60 Minuten drauf (je nach Verkehr), dennoch fand ich die Zeit für die Hausaufgaben und das Lernen. Wenn ich was nicht wusste, hatte ich einen Klassenkameraden angerufen und nachgefragt. Ja die Ausbildung war nicht leicht und ich investierte sehr viele Stunden in die Hausaufgaben und die Lernerei, trotzdem hatte ich als Pendler die Ausbildung mit 11 Punkten abgeschlossen.

Alles eine Frage der Disziplin. Ich hatte genug Klassenkameraden, die zwar im Wohnheim wohnten, dafür teilweise kaum Disziplin hatten. Anders ausgedrückt, sie waren deutlich schlechter als ich, einer wollte sogar so gut wie jeden Tag meine Hausaufgaben abschreiben. Fazit: Disziplin ist viel wichtiger als im Wohnheim zu bleiben. Zwar muss ich zugeben, dass ich zu hause keine Frau und keine Kinder habe, solche Klassenkameraden hatte ich aber auch. Eine war 32, fuhr täglich eine Strecke von einmalig ca. 55 km, hatte auch Familie zu hause und auch sie schaffte es. Es war sicher nicht leicht, aber lass dir nicht einreden, dass du von vorne rein verloren hättest, wenn du pendeln solltest.

Winniehex79
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Re: Fragen zur Ausbildung Finanzwirt im mD

Beitrag von Winniehex79 » 02.01.2014 14:26

Hallo Zusammen,

erstmal ganz lieben Dank für die zahlreichen Antworten. Inzwischen habe ich mich etwas abgeregt, wohl auch weil ich denke das ich eine Absage diesbezüglich bekomme. Ich hatte ein paar Tage später ein Gruppengespräch. Wir Bewerber haben uns dann nochmal im Anschluß über das Vorstellungsgespräch unterhalten. Scheinbar hatte meine Frage mit dem "Übernachten in der Schule" eine Welle geschlagen. Denn alle Bewerber wurden (hatten alle nach mir das Gespräch) danach gefragt, ob Sie denn bereit wäre dort zu leben während der Schulzeit. Alle waren der gleichen Ansicht, warum da übernachten, wenn ich sozusagen um die Ecke wohnen.
Das lustige an der ganzen Sache ist, das uns gesagt wurde, wir müssten bis Ende Februar warten auf Zu- bzw. Absage, denn schließlich könnte sich ja noch jemand bis zum 31.12 bewerben und dann würde ggf. nochmal eine Runde statt finden. Wir haben aber raus gehört während der Gruppenveranstaltung das wir bisher nur mit 5 Bewerbern waren. Davon eine schon komplett abgesagt hätte, der andere aufgrund von Zugverbindungen nicht kommen könnte. Genauso wie mir gesagt wurde das sozusagen das Nachbarfinanzamt schon seine Azubis hätte, aber einer Mitbewerberin genau dieses dann in Notsituation (falls es Terminlich nicht passen würde) angeboten werden könnte. Also wenn ich auf der Agentur für Arbeit schaue war auf jedenfall bis zum 31.12. Zahlreiche Ausbildungsplätze noch offen in der Finanzverwaltung (NRW) alleine in meinem Umkreis Köln,Düsseldorf usw. Wir fanden es ziemlich wiedersprüchlich alles, auch das wir zwar eingestellt werden könnte aber dann vielleicht nicht in dem Finanzamt bleiben sondern im näheren Umkreis versetzt werden (Also wenn Düsseldorf zu ist, quasi nach Köln kommst). Wir waren am Anschluss der Meinung das die eigentlich nur alles vorspielen, denn wenn die angeblich soviele Bewerber hätten, wäre die Sache deutlich schneller geregelt, weiß nicht ob die meinen das kurz vor Schluß nochmal sich die Sahneschnittchen bewerben (Muss dazu sagen, das wir nie einen Test gemacht haben und diesen auch angeblich nicht bräuchten). Mir tut es einfach nur Leid, weil ich wollte gerne mit der Ausbildung meine weitere Zukunft aufbauen wie Studium usw.

Trotzdem nochmal ganz lieben Dank an alle die sich gemeldet haben.

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