Ruhestand für Beamte ab 2017

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Telekommi
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Telekommi » 27.08.2017 09:20

Hallo Bruddler,

grds. hast Du recht, aber in der Anlage zum Gesetz steht:

Der Dienst ist grds. ganztägig zu leisten; ein Teilzeitdienst ist jedoch in Abstimmung mit der Einsatzstelle ausnahmsweise möglich, wenn in der Person der oder des Dienstleistenden liegende Gründe dies erfodern (beispielsweise verminderte körperliche Leistungsfähigkeit oder Familienpflichten).


Ich denke, wir müssen die Ausführungsbestimmungen abwarten, die irgendwann kommen sollen. Ich denke aber nicht, dass wir mit BFD in Teilzeit für ein Jahr durchkommen, was oben durch das Wort "ausnahmsweise" schon angedeutet wird.
Schön wärs natürlich und würde mich natürlich auch freuen.

Bruddler
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Bruddler » 27.08.2017 10:42

Mein lieber Telekommi,
müsste ich in Ruhestand gehen, wenn ich noch ein junger Hüpfer wäre und mit Usain Bolt mithalten könnte?
Und bei Familienpflichten muss man beim engagierten Dingsbums normal gar keinen BUFDI o. ä. machen.
Ich habe nichts dagegen, wenn jemand 40 h pro Woche als BUFDI Pflegedienst o. ä. für das halbe Geld machen will.
Dieser Preis wäre mir auch für "nur" ein Jahr zu hoch und ich würde dann weiter 34 h pro Woche für das volle Geld bevorzugen und mich auch weiter in ein Büro setzen.
In den von dir erwarteten Ausführungsbestimmungen wird wohl nichts weiter drin stehen, wenn der beim BMF für die Rechtsaufsicht über die Postnachfolgeunternehmen zuständige Referatsleiter, Dr. Martin Hillebrecht Freiherr von Liebenstein sagt, dass das Gesetz klar und eindeutig formuliert sei und die darin aufgenommenen Regelungen keiner weiteren Ausführungsbestimmungen bedürfen.

AndyO
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von AndyO » 27.08.2017 13:37

Telekommi hat geschrieben:
27.08.2017 09:20
Ich denke, wir müssen die Ausführungsbestimmungen abwarten, die irgendwann kommen sollen.
Die ProT-in hat beim BMF nachgefragt. Das Gesetz wäre eindeutig und bedürfte keiner Ausführungsbestimmung. Ich geh dann Fledermäuse zählen...

Telekommi
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Telekommi » 27.08.2017 14:03

Bruddler und AndyO,
auch da gebe ich Euch in Gänze recht.

Es sind ja schon eine Menge Fragen im YAM zu dem Thema hochgekommen. Bei jeder Frage hinsichtlich Feinheiten, egal in welcher Form, kommt immer die Antwort "dies können wir erste beantworten, wenn die Ausführungsbestimmungen geregelt sind. Diese liegen uns noch nicht vor"
Dann scheint aber unser HR sich immer schön raus zu reden.........

dibedupp
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von dibedupp » 27.08.2017 18:25

Telekommi hat geschrieben:
27.08.2017 14:03
Bruddler und AndyO,
auch da gebe ich Euch in Gänze recht.

Es sind ja schon eine Menge Fragen im YAM zu dem Thema hochgekommen. Bei jeder Frage hinsichtlich Feinheiten, egal in welcher Form, kommt immer die Antwort "dies können wir erste beantworten, wenn die Ausführungsbestimmungen geregelt sind. Diese liegen uns noch nicht vor"
Dann scheint aber unser HR sich immer schön raus zu reden.........
Da frage ich mich nur, wenn das Gesetz sooo eindeutig ist, warum gibt es dann so viele Fragen in YAM? Denn eigentliche müsste dann doch jeder nur das Gesetz lesen und alle Fragen sind beantwortet.

Und damit möchte ich nicht sagen, dass die Kolleginnen und Kollegen das Gesetz nicht lesen und verstehen können, sondern dass eben nicht alles im Gesetz geregelt ist.

AndyO
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von AndyO » 28.08.2017 09:55

dibedupp hat geschrieben:
27.08.2017 18:25
Da frage ich mich nur, wenn das Gesetz sooo eindeutig ist, warum gibt es dann so viele Fragen in YAM? Denn eigentliche müsste dann doch jeder nur das Gesetz lesen und alle Fragen sind beantwortet
Tja, wenn man ein Stück Kolopapier mit Stempel von unserem NaBu als Stundennachweis akzeptiert, soll's mir ja recht sein. Ich mag da nur nicht so recht dran glauben...

Und irgendwie muss man auch gegenprüfen könne, welchen Saldo man erreicht hat (regelmäßiger Kontoauszug). Das steht zumindest nicht im Gesetz und bedürfte einer Regelung.

Kohle-mäßig ist das Gesetz meiner Meinung nach eindeutig. Ist ja die gelebte Praxis der letzten Jahre mit Ausnahme des "sozialen Engagements".

Telekommi
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Telekommi » 28.08.2017 11:14

Dibedupp und Andy,

ja, Kohlemäßig kann sich das ja jeder ausrechnen.

Und gegenprüfen/mitrechnen wird man dir selbst überlassen.

An den Antworten im YAM sieht man schon, worauf das hinausläuft. Am Ende wird abgerechnet. Wenn Du einen Wisch einreichen kannst, der nach den Vorgaben (die da ja noch kommen sollen) erstellt und unterschrieben ist und mindestens 1000 Stunden dokumentiert, dann passt das. Ansonsten nicht. Wenn es nur 990 Stunden sind, Pech für die Kuh Elsa, dann fehlen dir dann ab dem vierten Jahr 10,8%.

Und BFD scheint, obwohl im Gesetz genannt, gar nicht so einfach zu sein. Auf Vorab-Nachfrage von verschiedenen Kollegen hagelte es gleich im Voraus schon Absagen, da die BFD-Stellen für junge Leute am Anfang ihres Berufslebens gedacht sind und nicht für Vorruheständler.
Hier scheitert man wohl gleich an der Umsetzbarkeit der Bedingungen des engagierten Ruhestandes.
Wenn das mal keine Klagen nach sich zieht.....

AndyO
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von AndyO » 28.08.2017 15:16

Telekommi hat geschrieben:
28.08.2017 11:14
Und gegenprüfen/mitrechnen wird man dir selbst überlassen.
1000h erreicht! Bin fertig! > so funktioniert das nicht...

Da fehlt Plausibilität und Revisionssicherheit.

dieterk
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von dieterk » 28.08.2017 17:09

Andy,

habe ich auch nicht gesagt.

Das zwischendurch mitrechnen wird keinen interessieren, außer Dich.
Ich denke mal, am Schluß muss man wohl eine Bescheinigung vorlegen, auf der mindestens 1000 Stunden stehen, geleistet in der Zeit vom- bis. Evtl. noch eine Monats/Wochenaufstellung, wieviel wann geleistet, was ich mir aber vom Aufwand her schon nicht mehr vorstellen kann.
Das Ganze natürlich in der vorgeschriebenen Form (die wir noch nicht kennen)......

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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Siggi09 » 28.08.2017 17:20

dieterk hat geschrieben:
28.08.2017 17:09
Das Ganze natürlich in der vorgeschriebenen Form (die wir noch nicht kennen)......
Im Zweifel würde ich eine Art Berichtsheft führen, und mir jede(n) Stunde/Tag quittieren lassen.

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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Yogini » 28.08.2017 21:34

Ich habe schon kommen sehen, dass die Umsetzung doch nicht so einfach ist und das lieber junge Menschen genommen werden die sich noch in der Orientierungsphase befinden...noch nicht wissen was ihnen liegen könnte.
Und ich denke Bruddler hat auch Recht:warum sollte man für weniger Geld mehr arbeiten?! Das ist nicht wirklich Ruhestand!
Ich denke da hat sich manch einer zu früh gefreut und frage mich wie das Gesetz in dieser Form und völlig unausgegoren durchging.

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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von AndyO » 29.08.2017 08:13

Yogini hat geschrieben:
28.08.2017 21:34
Ich denke da hat sich manch einer zu früh gefreut und frage mich wie das Gesetz in dieser Form und völlig unausgegoren durchging.
Das Gesetz ist OK, was das BMF in dem ProT-in-Interview dazu geritten hat, Ausführungsbestimmungen als unnötig zu erachten, na ja...

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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Telekommi » 29.08.2017 12:03

Ich finde auch, dass zu wenig Substanz in den Bedingungen ist, bzw. zu wenig berücksichtigt wurde.
Natürlich stehen die Bedingungen drin und man kann Ausführungsbestimmungen für unnötig erachten, aber dann kommen doch wieder Fragen auf.

Ich frage mich z.B. wie es sein kann, dass jemand mit 55 ohne Engagement in den Ruhestand gehen kann, nur weil er ein Teenager zu Hause hat, der zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre und 10 Monate alt ist. Als wenn der oder die von Papi betreut werden muss oder überhaupt will.
Höchstens weil Papi dann endlich tagsüber zu Hause ist und sie begleitendes Fahren mit 17 ganztägig in Anspruch nehmen können, da Papi und Auto verfügbar sind :)
Andererseits aber jemand, der schwerbehindert ist, egal jetzt mit wieviel %, ein Engagement erbringen soll (nur ein Beispiel, ich bin nicht schwerbehindert). Derjenige will vielleicht in den ER gehen, aber findet keine geeignete Stelle, wo er seine Leistung erbringen kann, wenn er denn überhaupt kann.
Und ich finde mit dem Tenor, man sei selbst für das Suchen und Erbringen der Leistung verantwortlich, macht der AG es sich in solchen Fällen dann doch ziemlich einfach.

Rechlich gesehen mag das Gesetz, so wie verabschiedet, rechtens sein, aber ob es moralisch vertretbar ist, lasse ich jetzt mal dahin gestellt.
Meine Meinung, sonst nix.

Siggi09
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Siggi09 » 29.08.2017 13:22

Man sollte vielleicht diesen ER als Angebot sehen, dass man annehmen kann - aber eben nicht muss! Es wird ja viele geben, die bereits ehrenamtlich aktiv sind und für die die 1000h eine reine Formalie sind. Man wird sehen, wie "erfolgreich" das aus Sicht der Unternehmen läuft, die die Beamten los werden wollen / müssen. Auf jeden Fall besser so, als gäbe es gar keinen VR mehr. Und vielleicht wird es eine Nachfolgeregelung geben, die den engagierten Anteil gar nicht mehr beinhaltet oder anders gestaltet - damit die Unternehmen wirklich eine Chance haben ab vielleicht 2026 weitgehend beamtenfrei zu sein.

Bruddler
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Re: Ruhestand für Beamte ab 2017

Beitrag von Bruddler » 29.08.2017 18:12

Eine interessante aktuelle Statistik zum BUFDI aus 07/2017:
Von 38.105 BUFDIs sind gerade einmal 11,8% bundesweit über 51 Jahre alt.
In BaWü sind es von 5.105 gerade mal 2,5%.
https://www.bundesfreiwilligendienst.de ... _07_17.pdf
Irgendwo habe ich auch gelesen, dass da gerne mal 30 und mehr Bewerber auf eine Stelle kommen und natürlich die jungen Hüpfer mit Vollzeit etc. bevorzugt werden.
Und dann auch noch Pflegedienst etc.
Mein Fazit: EVR + BUFDI = das kann nichts werden und damit Suche/Bewerbung sinnlos!
Ich gehe auch davon aus, dass das von den Obermännern samt ihrer schwarzen 00 Schäuble so beabsichtigt ist, um den Versorgungsabschlag zu kassieren.

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