Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Allgemeine Themen zum Bereich des öffentlichen Dienstes.
NRW'lerin
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Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von NRW'lerin » 07.12.2016 11:17

Ich bin jetzt im Vorruhestand/Frühpensionierung und muss das Ganze jetzt ersteinmal sacken lassen.
Natürlich habe ich mich im Vorfeld damit beschäftigt, weil es doch absehbar war und ich im Grunde auch erleichtert bin.
Trotzdem fühle ich mich mit vielen Fragen konfrontiert.
Fakt ist, dass ich von der Pension allein nicht leben kann.
Ist es für den Dienstherrn die Regel, dass Vorruhestandsbeamte einen Nebenverdienst anstreben?
Mich würde interessieren, ob und was das bei euch (Betroffenen) so ist.
Im Grunde stehen mir ja jetzt- soviel ich weiß- auf 450 €-Basis fast alle Türen offen.
War es einfach, für euch heraus zu finden, mit welchem Nebenjob man glücklich wird?
Wie reagierte euer Umfeld (Familie, Freunde, Bekannte) auf eure Frühpensionierung?
Bei der Einstellung damals ist man ja davon ausgegangen, dass man bis Anfang 60 aktiver Beamter/aktive Beamtin ist.
Und dann kommt alles anders....

Torquemada
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von Torquemada » 07.12.2016 12:40

NRW'lerin hat geschrieben: Fakt ist, dass ich von der Pension allein nicht leben kann.
Rein rechtlich gesehen muss der Dienstherr die Pension so bemessen, dass eine Versorgung dem Ansehen des Berufsbeamtentums nicht abträglich ist.
Eventl. solltest du einen Wohngeldantrag bzw. einen Antrag auf SGBII oder SGBXII stellen. Solltest du zum Berechtigtenkreis gehören, wäre die Pension eindeutig zu gering.

herr b
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von herr b » 07.12.2016 16:57

Also ich bin der Meinung das man von der Mindestversorgung doch leben kann. Ich bekomme auch nur die Mindestversorgung, lebe getrennt und bin unterhaltspflichtig. Trotzdem komme ich über die Runden. Man muss sich zwar etwas einschränken, aber es funktioniert.
Ich bin befördert worden...
Aus dem Dienst!

NRW'lerin
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von NRW'lerin » 07.12.2016 17:59

Lieben Dank für eure Antworten.
Ich halte mich zwar für bescheiden, finde es aber doch eine Umstellung, nur die die Hälfte an Geld zu bekommen als bislang.
Aber vielleicht ist man doch verwöhnt.
Mich interessiert auch eher, wie es euch "sonst" geht, unabhängig vom geringeren Geld.

Posttussi
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von Posttussi » 07.12.2016 18:44

NRW'lerin hat geschrieben:

Mich interessiert auch eher, wie es euch "sonst" geht, unabhängig vom geringeren Geld.
Hallo NRW´lerin,

also ich könnte mir nicht mehr vorstellen in diese Tretmühle zurück zu gehen.Ich bin jetzt seit 09.2013 im Ruhestand und fühle mich ´sauwohl´...

Alleine morgens das frühe Aufstehen vermisse ich absolut nicht mehr.

Natürlich solltest Du weiterhin dem Tag eine Struktur geben.Nicht nur zu Hause sitzen,rausgehen,Freunde besuchen,die Familie...

die neugewonnene Freiheit ist wirklich viel wert...

anfangs war es für mich auch irgendwie gewöhnungsbedürftig,bin grundsätzlich um 5 in der Früh´wach geworden,das hat sich aber relativ schnell gegeben.

Du wirst Dich da auch schnellstens dran gewöhnen,da bin ich mir sicher :D

alles Gute für Dich

Posttussi...
Die Hoffnung stirbt zuletzt... /b]

NRW'lerin
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von NRW'lerin » 07.12.2016 18:51

Hallo Posttussi,

danke!
Das hört sich aufbauend an. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich mal denke: Schon komisch, jeden Tag nicht um 5 aufstehen zu müssen. Ich sage mir, dass ich 29 Jahre täglich gearbeitet habe, es in diesem Beruf halt nicht mehr ging und ich nun zumindest das bekomme, was ich mir erarbeitet habe. Auf lange Sicht fehlt mir aber eine Tätigkeit. Die werde ich mir beizeiten suchen.
Und zum ersten Mal in meinem Leben liebe ich die Hausarbeit, koche plötzlich leidenschaftlich gerne und die Wohnung blitzt.
Denke auch über eine ehrenamtliche Tätigkeit nach....

herr b
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von herr b » 07.12.2016 19:23

Mir geht es auch deutlich besser seit ich raus bin aus dem Laden. Alleine meine Scheidung belastet mich zur Zeit, aber ansonsten geht es mir gut. Dem Tag habe ich eine Struktur gegeben. Anfangs bis Ultimo im Bett gelegen, mittlerweile stehe ich aber immer zwischen 7 und 8 Uhr auf, dann unter die Dusche, danach erstmal raus gehen. Spazieren oder in die Stadt. Dann den Haushalt machen, gibt ja immer was zu tun.
Kontakte pflegen usw.
Mit meinen Versorgungsbezügen komme ich auch aus, was will ich mehr...
Ich bin befördert worden...
Aus dem Dienst!

Strandtaucher
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von Strandtaucher » 12.12.2016 19:27

Geld ist nicht alles. Auch wenn es manchmal kneift.

Der Gewinn an freier Zeit ist, die man nicht mehr in der Tretmühle vergeudet, ist mit allem Gold der Welt nicht aufzuwiegen. Ich genieße jeden Tag und muss mich nicht mehr ärgern.

Es klingt vielleicht komisch aber für mich war es ein einschneidendes Erlebnis, im Winterhalbjahr auch mal bei Tageslicht staubsaugen zu können :-)

Ein Ehrenamt ist eine tolle Sache, wenn man etwas findet, was Spaß macht. Bei mir war es das Tierheim. Dort habe ich das Gefühl, im Gegensatz zum Dienst, mal etwas sinnvolles zu tun.

Icb wünsche Dir alles Gute!!!

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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von NRW'lerin » 13.12.2016 10:30

Hallo Strandtaucher (und alle anderen),

da schreibst du wahre Dinge. Die "Tretmühle" konnte ich hinter mir lassen. Puh!
Das ist Gold wert.
Hut ab zu deinem ehrenamtlichen Einsatz im Tierheim. Für mich wäre das (abermals), zu viel Leid zu sehen.
Daher habe ich z.B. auch von meiner Überlegung Abstand genommen, evtl. für eine Opferschutzeinrichtung zu arbeiten.
Ich habe für mich erkannt, dass mein - nun damaliger- Job, mir (nach Jahrzehnten) an die Substanz ging, was menschliches Leid und menschliches schlechtes Gebaren (Straftaten) mit sich bringt. Und im Grunde, wahrscheinlich, auch ausschlaggebend für meine Erkrankung war.
Und habe daher beschlossen und erkannt, dass ich mich da selbst schützen muss.
Man kann die Welt nicht retten. Leider.
Habe aber, hins. ehrenamtl. Tätigkeit, Kontakte zum örtlichen NABU geknüpft. Ich denke, das wäre etwas für mich.
Für dich und alle anderen Frühpensionäre auch alles Gute.

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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von Outbackman » 13.12.2016 10:30

Besser als vorher grins..
ABER als GdP Mitglied (Gewerkschaft) hatten die bisher keinen Kontakt aufgenommen...
Vonwegen WIR kümmern uns um Ruhestandsbeamte usw.
VERGISS es ...
Bin jetzt fast 2 jahre im Ruhestand
Habt ihr da Erfahrungen...
Werde demnächst kündigen!

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Hauseltr
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von Hauseltr » 13.12.2016 11:34

Seit Januar 1999 im freiwilligen Ruhestand (DB 55er Regelung)!

Bisher habe ich das nicht einmal bereut! Der unregelmäßige Wechseldienst als Zub fehlte mir in keinster Weise.

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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von NRW'lerin » 15.12.2016 10:27

Hallo Outbackman,

nein, war nie in einer Gewerkschaft. Und dein Beitrag bestätigt mich in meiner Entscheidung.
Aber vielleicht haben ja andere gute Erfahrungen mit Gewerkschaften gemacht.

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Hauseltr
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von Hauseltr » 15.12.2016 10:47

Vonwegen: WIR kümmern uns um Ruhestandsbeamte

Da musst du schon mal selber in die Pötte kommen: Die laufen dir nicht hinterher!

Ich kenne von meiner Gewerkschaft u.a. Seniorentreffs usw. Wenn ich da mitmachen will, tragen die mich da nicht hin!

Ansonsten vertreten die im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch weiterhin deine Interessen in Bezug auf Besoldung usw.

https://www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/seniogru

Herm
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von Herm » 15.12.2016 11:07

Puh...das sind ja wichtige Themen die hier angesprochen werden.
<im Winterhalbjahr auch mal bei Tageslicht staubsaugen zu können :-)
Muss ich auch mal wieder..wie schnell doch ein Jahr vergeht :mrgreen:

< koche plötzlich leidenschaftlich gerne und die Wohnung blitzt.
So eine Frau suche ich noch... :mrgreen:

< dem Tag eine Struktur geben
Hab ich , ich hole am Abend die Flasche Bier aus dem Keller :mrgreen:


Ich bin froh aus der "Knochenmühle" raus zu sein , 32 Jahre waren genug.
Ich vermisse den Job nicht mehr , nach 3 Jahren DDU ist das alles weit entfernt.

Das oben war Spaß , aber ein wenig faul wird man schon..aber es gibt schlimmeres :D .

NRW'lerin
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Re: Vorruhestand: Wie geht es euch damit?

Beitrag von NRW'lerin » 16.12.2016 09:44

Lieber Herm,

na und? Jeder gestaltet sich sein Glück so, wie er denkt. Und fühlt.
Und ich hatte z.B. in den letzten 29 Jahren durch Vollzeitarbeit und der Rolle der alleinerziehenden Mutter nie das Gefühl, genug Zeit für Haushalt und Muße zum Kochen usw. zu haben. Das wurde- gestresst- nebenbei erledigt. Dann ist man geschafft ins Bett gefallen.
Ja, hört sich witzig an, aber auch solche Dinge machen jetzt einfach Spaß.
Die einfachen Dinge des Lebens....Schöööön!

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